lorelai34

Bremst man beim Fahrrad mit Rücktritt genauso gut wie mit Handbremsen?

Habe mir ein gebrauchtes Rad gekauft (Hollandrad), es hat Rücktritt. Bin seit 15 Jahren kein Rad mehr mit Rücktritt gefahren. Jetzt habe ich das Gefühl, dass das Anhalten länger dauert und das Bremsen unsicherer ist als mit einem Rad, das zwei Handbremsen hat.


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ANTWORTEN (13)
05.07.2010, 13:10 Uhr
 
wurzelkitt

Ja, denn je nach Pedalstellung hat man kaum oder keinerlei Hebelwirkung. Und links bremst es sich schlechter als rechts (linkshänder genau andersgherum), kann man sich aber wegen der Pedalstellung auch nicht aussuchen.

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05.07.2010, 13:41 Uhr
 
Th_W

Die Bremswirkung neuerer Fahrradbremsen ist wesentlich höher als bei einer Rücktrittbremse. Die funktioniert, wie schon gesagt, nur bei geeignetem Hebel gut und wenn die Kette runter ist gar nicht. Also kann man davon ausgehen, dass Du länger zum anhalten brauchst als ein einigermaßen zeitgemäßes Fahrrad mit zwei Handbremsen, zumal die Handbremse bei einem Hollandrad kaum mehr als Zierrat ist.

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06.07.2010, 11:41 Uhr
 
MarkusDippold

Die besten Bremsen sind wohl hydraulische Scheibenbremsen, halbwegs gutes Material vorausgesetzt. Die Bremskraft läßt sich sehr gut dosieren. Ich ziehe hier inzwischen Bremsklötze von Kool Stop vor, weil es denen egal ist, ob es naß, trocken, heiß oder kalt ist.

Es gibt auch hydraulische Felgenbremsen, allerdings geht das unheimlich auf die Felgen. Normale V-Brakes erfordern einen etwas höheren Kraftaufwand als hydraulische Bremsen. Hier hängt es auch sehr von den Bremsklötzen ab, wie gut sie wirken.

Eine Rücktrittbremse ist weitestgehend unabhängig von der Witterung, dafür ist der Kraftaufwand je nach Pedalstellung sehr unterschiedlich. Ideale Bremskraft im Vergleich zum Kraftaufwand hat man nur dann, wenn die Kurbeln halbwegs waagrecht stehen. Wie wahrscheinlich ist das, wenn man mal ganz schnell anhalten muß? Dazu kommt, daß die Kette und die Ritzel in Ordnung sein müssen, sonst könnte es passieren, daß man dann weder zum Stehen kommt noch weiterfahren kann.

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06.07.2010, 13:25 Uhr
 
Oly7

Die letzten Antworten sind durchaus richtig, aber sie ignorieren den wichtigsten Punkt:

Die groesste Bremskraft kann am Vorderrad erzielt werden (ca. 70%, Hinterrad: 30%)! Genaue physikalische Herleitung kann ich gerade nicht liefern, sie ist aber nachvollziehbar, wenn man sich an das "nach vorne schieben+neigen" bei Autos/Motorraedern/Fahrraedern beim Bremsen erinnert.

Der Ruecktritt wirkt nur am Hinterrad, ist also prinzipbedingt schon recht ineffizient.

Welche Technik deine Hinterradbremse hat ist folglich nicht so wichtig, hauptsache BEIDE Bremsen funktionieren und du nutzt idealerweise auch BEIDE gleichzeitig.

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06.07.2010, 22:41 Uhr
 
MarkusDippold

@Oly7:

Nun, dann mach doch mal auf einem Fahrrad eine Vollbremsung unter Verwendung des Vorderrades. Viel Spaß beim unfreiwilligen Absteigen. An sowas scheitert oft selbst der geübte Motorradfahrer.

Eine Vorderradbremse bei einem Fahrrad sollte so eingestellt sein, daß sie nicht blockieren kann. Damit das gewährleistet ist, ist sie per se schwächer eingestellt als eine Hinterradbremse. Ein Fahrrad mit blockierender Vorderradbremse würde ich zum Schrauber zurückgeben.

Bei Autos ist es in der Tat so, daß die Bremse an den Vorderrädern stärker wirken. Allerdings steht ein Auto auch auf vier Rädern ... meistens jedenfalls.

Beim Fahrrad gilt: Erst voll hinten ohne zu blockieren ("manuelles ABS"), dann fein dosiert vorne. Andernfalls gibt es vielleicht einen unfreiwilligen Salto.

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07.07.2010, 11:54 Uhr
 
Oly7

Ich stimme dem absolut nicht zu.

Ein blockierendes Vorderrad hat bei mir noch nie (weder Fahrrad noch Motorrad) zu einem "Salto" gefuehrt. Voellig absurd. Allerdings wuerde man dabei extrem leicht die Kontrolle verlieren, erst recht in Kurven, und sich dann auf die Seite legen.

Mein Bremsverhalten: Vorderradbremse stark nutzen, Hinterrad nach Bedarf, gerne auch mit Blockieren (das laesst sich leicht abfangen). Bremsweg aus ca. 25km/h: ca. 3-4m.

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07.07.2010, 14:59 Uhr
 
lautleise

Rücktritt ist immer schlechter, weil die Wirkung langsamer einsetzt als der blitzschnelle

Kontakt zu den Handbremsen, und die Kopfreaktion, den Rhythmus der Beine umzustellen, unter Umständen die Sekundenbruchteile hinzufügt, die zur Verhinderung eines Unfalles entscheiden könnenhttp://www.stern.de.

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26.07.2010, 15:35 Uhr
 
Vintage-Du...

Nein, man bremst mit dem Rücktritt immer deutlich schlechter. Das liegt an der dynamischen Achslastverteilung, was bedeutet das der Körper beim Bremsen durch seine Trägheit mehr Druck aufs Vorderrad gibt und dort dadurch mehr Kraft übertragen werden kann, im Gegensatz zum Hinterrad, das eine Entlastung erfährt.

Wenn man das Hinterrad überbremst, d.h. es blockiert, wird ausserdem das Fahhrad instabiler. Beim Überbremsen des Vorderrads, droht durch den hohen Gesamtschwerpunkt von Fahrrad und Fahrer ein Überschlag. Insofern will effektives und sicheres Bremsen geübt sein. Wer sowas trainieren will, der ADFC bietet Fahrsicherheitstrainings an.

Wenn man nur mit der Hinterradbremse bremst (Egal ob Rücktritt-, Felgen- oder Scheibenbremse) verschenkt im Ernstfall wertvollen Bremsweg und schlägt mit hoher Restgeschwindigkeit aufs Hindernis auf.

Ich hoffe ich konnte weiterhelfen.

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05.10.2010, 14:51 Uhr
 
hanswilli

Bei Eis und Schnee ist die Rücktrittsbremse klar vorne, sie blockiert das Hinterrad, das Fahrrad dreht sich und man kommt seitlich zum Stehen.

Mit etwas Übung kann man mit der Rücktrittbremse das Radel auch bergab quer stellen, bis man das aber ohne umzufallen kann, gibt es viele Schrammen.

Ansonsten ist eine Rücktrittbremse für nichts gut.

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06.10.2010, 15:26 Uhr
 
Krakz

ist schon vieles gesagt. Rücktrittbremse ist schlechter, hat aber auch den Vorteil dass sie wartungsfrei ist und immer funktioniert! das meine ich ganz ernst. auch jemand der sein rad überhaupt nicht pflegt, hat dann immerhin eine arbeitende Bremse ...

Eine gute Felgenbremse oder eine hydraulische Scheibenbremse hauen ganz anders rein. Sportler warten so etwas auch. Aber bei den normalen Rädern auf dem Schulhof oder am Bahnhof sind die Bremsen meist alles andere als optimal in Schuss. Und das ist noch nett ausgedrückt

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24.03.2011, 11:05 Uhr
 
Atlan1

Entsetzlich was man hier so zu lesen bekommt. Generationen kannten nur und ausschließlich die Rücktrittbremse. Hierbei von nicht mehr Zeitgemäß zu fabulieren ist schon fast eine Beleidigung. Die Rücktrittbremse funktioniert immer, was man bei den tollen felgenbremsen überhaupt nicht behaupten kann. Und wenn einer weiß, wann er anhalten, oder langsamer werden muss, dann weiß er auch, wie die Pedale zu stehen haben. Wie gesagt, Generationen kamen damit bestens klar, nur die jungen leute meinen, das die sich so schnell abnutzenden Felgen- oder gar Scheibenbremsen ach so toll sind..... Schade eigentlich

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24.03.2011, 12:39 Uhr
 
Schlawiner...

Generationen kamen auch damit klar, in Höhlen zu leben. Generation kamen auch damit klar, einen VW Käfer mit 1100 ccm, 34 PS und 17 Liter Benzinverbrauch zu fahren. Eine Beleidigung durch alle, die in beheizten Häusern leben und bequeme Autos fahren mit 5Liter Verbrauch.

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08.04.2011, 15:22 Uhr
 
roague

Natürlich bremst eine funktionierende Vorderradbremse besser als der Rücktritt. Aber genau das ist der Haken.. sie muss funktionieren! Der Rücktritt ist unverwüstlich, eine Vorderradbremse hat viele potentielle Fehlerquellen: marode oder eingefrorene Bowdenzüge, abgenutzte Gummis, falsche Einstellungen. Ich bin im Winter einmal einen Berg heruntergefahren und bin fast ungebremst auf die Hauptstrasse gekommen, weil die Bremsen versagten.. mit Rücktritt wäre ich zum Stehen gekommen.

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