Leno

Darf ich Fotos von Personen im öffentlichen Raum machen? Bedrohung durch einen Passanten

Darf ich für ein privates Projekt Fotos von vorbeifahrenden Radfahrern auf dem Elberadweg vor der Altstadtkulisse Dresdens machen? Die Gesichter sind bei einem Aufnahmeabstand von ca. 50 m in der Regel nicht zu erkennen. Kamera: DMC-TZ3 10 x optical zoom.

Anlass diese Frage zu stellen, war ein belastendes Erlebnis mit einem in der Nachbarschaft sitzenden jungen Mann, der mich in übelster Weise beleidigt und mir Prügel angedroht hat, weil so etwas verboten wäre.


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ANTWORTEN (17)
20.09.2012, 23:33 Uhr
 
bh_roth

Du verletzt zumindest das "Recht auf das eigene Foto"". Jemand, der nicht in besonderer, überragender Funktion (z.B. Politiker, Schauspieler) in der Öffentlichkeit steht, darf eigentlich so lange nicht fotografiert werden, bis er seine Erlaubnis dazu erteilt.

Das unterbleibt oftmals, und wird zu 99% nicht verfolgt, und als genehmigt vorausgesetzt. Aber es bleibt ein Recht, gegen das verstoßen wird. Gesetzlich schärfer ist es geregelt, wenn du Fotos machst von Personen in ihrem höchstpersönlichen Lebensbereich. Das hat oft strafrechtliche Relevanz.

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20.09.2012, 23:37 Uhr
 
starmax

Kann ein u.U. Grenzfall sein, siehe hier:Recht am eigenen Bild. Kein Grenzfall, sondern strafbar ist aber Bedrohung und Beleidigung. Polizei anrufen hilft meist.

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20.09.2012, 23:46 Uhr
 
Musca

Ja, es gibt das Recht auf das eigene Bild...das aber nur bei Veröffentlichung. Bei privater Nutzung eher nicht. Viele Denkmäler oder Touristenhochburgen lassen sich ohne Abbildung von Passanten gar nicht mehr fotografieren. Wenn ich aber in der Frühe auf dem Wochenmarkt mit dem Tele Aussteller und Passanten fotografiere, sage ich zumindest den Ausstellern bescheid, das gibt eine gewisse Sicherheit.

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21.09.2012, 05:10 Uhr
 
sunnyboy_1

leno, du haettest diesen jungen Mann auch gleich fotografieren und dessen Beleidigungen aufzeichnen sollen ;-) Mit dem Handy.

Es ist nicht das Problem dieses in der Nachbarschaft sitzenden Honks, was du fotografierst. Er hat dir weder etwas vorzuschreiben, noch dich zu belehren. Wenn, dann koennten sich hoechstens die Fotografierten beschweren.

Warum faellt mir gerade das "typisch" Deutsche ein?? Ach ja, die kuemmern sich immer mehr um die Nachbarn als um sich selbst.

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21.09.2012, 12:50 Uhr
 
miele

Ich sehe das wie Musca. Dieses Foto kannst du nur als Nachtaufnahme, bei extrem schlechtem Wetter oder ohne die Elbe im Vordergund belichten, wenn du es vermeiden willst, Fahrradfahrer mit zu fotografieren.

Da der Abstand zu den Fahrradfahrern zudem etwa 50 Meter beträgt, können sich diese Personen nicht als Hauptmotiv betrachten, sie dienen (austauschbar, ohne Individualität) bestenfalls als zusätzliches, zum Motiv passendes Bildelement, idealerweise im goldenen Schnitt platziert ;-)

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21.09.2012, 14:31 Uhr
 
neilo

Wenn es so wäre, hätte der Stern mit seinen "Bildern des Tages" aber erhebliche Schwierigkeiten.

Überhaupt alle Zeitungen, die z.B. von einem Strassenfest, Demo etc. mit Bildmaterial berichten.

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21.09.2012, 19:46 Uhr
 
Ignatius

Du darfst von öffentlichen Grund aus alles fotografieren, was zu sehen ist. (Ausnahmen gibt´s im Prinzip nur, wenn du dich in der Nähe eines militärischen Sperrgebietes befindest und das Fotografieren ausdrücklich verboten ist..)

Es ist also absolut legal in Dresden Passanten zu fotografieren, selbst wenn sie damit nicht einverstanden sind. Es bleibt allerdings eine Frage der Höflichkeit, ob man soetwas mancht - illegal ist es aber nicht, denn es gibt kein Gesetz, das solche Fotos verbietet.

Es gibt aber leider auch nicht wenige Menschen die sich in einem Rechtsirrtum befinden und glauben, das Fotografieren von Mitmenschen sei nur mit deren Einverständnis erlaubt. Dieser Irrtum könnte aus einer Verwechslung von gesetzlichen Vorschriften entstanden sein. So muss man vor der Veröffentlichung eines Fotos die abgebildete Person um Erlaubnis fragen (sofern sie nicht nur "Beiwerk" ist).

Rumzeigen der Fotos ist also verboten - fotografieren aber legal.

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22.09.2012, 13:02 Uhr
 
juneu

Es mag nicht gesetzlich verboten sein, aber muss man denn unbedingt alles machen was gesetzlich erlaubt ist? Es ist z.B. nicht gesetzlich verboten wenn Du deine Freundin betrügst. Es ist auch nicht gesetzlich verboten wenn Du den Nachbarn oder Kollegen die Dich morgens freundlich grüßen ein "buäääh" erwiederst. Aber wenn Dich dann jemand von denen beledigt und Dir prügelt androht, dann solltest Du dich nicht wirklich über so eine Reaktion wundern. Und das dann als vollkommen unbegründete Bedrohung von fremden Leuten zu empfinden ist doch schon etwas seltsam. Immerhin hast Du ja nicht den Weg oder die Kulisse fotografiert sondern gehst gezeiehlt auf andere Leute los. Würde Dich das etwa nicht nerven wenn fremde Leute unbedingt Fotos von Dir machen wollen? Und wenn Du das als so "belastendes Erlebnis" empfindest wenn einer von den Leuten die Du so nervst sich wehrt bzw sie in Schutz nimmt, dann solltst Du vielleicht einfach aufhören Sie zu nerven?

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22.09.2012, 13:14 Uhr
 
juneu

@sunnyboy_1 Na ich hoffe doch mal, dass du ebenfalls so ein typischer deutscher Honk bist der sich ebenfalls für andere Leute einsetzt wenn sie belästigt werden? Oder gehst du einfach vorbei wenn Du sagen wir mal siehst wie ein Typ ein Mädchen belästigt,, jemand vor die U bahn geschubst wird oder Tot auf der Straße liegt, und denkst was ist das denn dein Problem?

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22.09.2012, 14:26 Uhr
 
sunnyboy_1

@juneu: Ich glaube, du differenzierst nicht genug: Es ist ein Unterschied, ob mir ein Nachbar erzaehlen will, was ich zu machen habe, weil ER glaubt, dass das, was ich mache, verboten sei. Diese "Glaubensfrage" gehoert nicht zu seinem Aufgabenbereich. Wenn, koennen sich immer nur die Betroffenen beschweren, nicht dieses mentale Pantoffeltierchen.

Nein, ich kuemmere mich nicht um meine Mitmenschen, so lange sie nicht in Lebensgefahr stecken.Fuer Belaestigungen ist bei euch die Polizei zustaendig, nicht ich. In meinem Land herrscht das Dschungelgesetz, da kann ich mich praechtig wehren, ohne befuerchten zu muessen, krankenhausreif geschlagen zu werden. Eine 45er Magnum hilft mir auf beeindruckende Weise, Banditen zu verjagen. hasta luego ;-)

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22.09.2012, 16:25 Uhr
 
juneu

@sunnyboy_1 Vom Gesetz her ist ja es ja sogar erlaubt. Der Punkt jedoch, dass man sowas einfach nicht macht. Wenn man sich um seine Mitmenschen interessiert kann man aber auch gar nicht pauschal sagen es können sich immer nur die Betroffenen beschweren.

Wenn z.B. irgendjemand beim vorbeigehen deine Freundin fotografiert und dabei noch etwas vor sich hin murmelt wie "...Fi.vorlage..." was ich lieber nicht zitiere, und das ganze bekommst nur Du mit, dann unterstelle ich Dir aber auch einfach mal pauschal, dass Du dann deine 45er Magnum ziehen wirst. Und das meiner Meinung nach volkommen zurecht ;-)! Und das ganze sich obwohl deiner Meinung nur der Betroffene selber beschweren kann und der andere sich vollkommen legal im gesetzlich erlaubten Rehmen bewegt hat.

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22.09.2012, 16:57 Uhr
 
g3cd

Mit einem 500mm Tele kann ich aus 20m Entfernung schöne Potraitfotos machen. Die Leute starren direkt in die Kamera und kapieren gar nicht, dass ich sie gerade vom Haaransatz bis zur Brust fotografiere, und nicht etwa den kompletten Dom hinter ihnen. Darum bezweifel ich, dass irgendein radfahrender Passant aus 50m Entfernung sowas überhaupt mitbekommt.

Der pöbelnde Junge Mann wollte auch nicht "die guten Sitten" verteidigen und erwirken, dass man fahrende Radfahrer um Erlaubnis fragt, sondern nur eines: pöbeln. Er hätte genauso Gewalt angedroht OHNE Kamera, weil im die Schnürsenkel nicht gefallen, die Frisur oder was weiß ich.

Die rechtliche Frage ist hier bereits geklärt: man DARF Personen im öffentlichen Raum fotografieren, man darf Fotos davon sogar veröffentlichen, solange das eine Personengruppe ist (ab 5 Personen?) und die Personen an einer öffentlichen Veranstaltung teilnahmen. Man darf nicht ohne Erlaubnis in die Schlafzimmer seiner Nachbarn hinein fotografieren oder Nackte.

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23.09.2012, 03:33 Uhr
 
ashcroft

Die Einwilligung der abgebildeten Personen müsste nur eingeholt werden, wenn sie auf den Fotos erkenntlich wären. Stichwort: Panoramafreiheit

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25.09.2012, 07:56 Uhr
 
Ar_Go

Hallo,

in den vorausgehenden Antworten sind einige richtige Ansätze aber leider auch viele falsche Aussagen enthalten. In einem ca 30 min kostenlosen Video von Galileo-Press gibt ein auf Fotorecht spezialisierter Anwalt Antwort auf genau die oben gestellten Fragen. Es ist zu finden unter: Blende 8 - Folge 72 - Fotorecht bei Porträts und Personenaufnehmen.

Ich empfehle jedem, der sich ernsthaft für dieses Thema interessiert, sich dieses Video anzusehen!

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25.09.2012, 08:10 Uhr
 
bh_roth

Ups! Gelöscht, und schon wieder da!

Sunnyboy, es gibt keine 45er Magnum. Womit also wolltest du die Banditos beeindrucken?☺

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25.09.2012, 11:46 Uhr
 
pc-ersthel...

zu der letzten aussage, daß es keine 45er magnum gäbe: erst informieren, dann meckern. siehe wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/.460_S%26W_Magnum

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30.09.2012, 20:01 Uhr
 
Maus2

Also: die meisten Antworten hier sind einfach falsch. Erkundige dich mal unter dem Stichwort "Straßenfotografie" - die ist rechtlich gesehen kaum noch möglich.

Du musst zwingend die Erlaubnis aller Abbgebildeten vor dem Auslösen einholen, Kinder dürfen nicht auf dem Bild sein (außer Erlaubnis beider (!) Eltern) liegt vor.

Dier Veröffentlichung ist nicht entscheidend, der Abgebildete muss nicht dulden, dass du das Bild hast und jemand zeigen könntest.

Die Anfordungen an die Erkennbarkeit der Personen sind sehr gering - wenn Freunde jemand erkennen könnten an Haltung Kleidung Fahrrad reicht das schon.

Ausnahmen gibt es nur für Pressefotografie auf Versammlungen etc

Die Panoramafreiheit ist ein niederrangiges Recht - die sticht nicht gegen das Persönlichkeitsrecht. Dass Gerichte in dieser Frage vor 40 Jahren anders entscheiden haben, nützt heute nichts.

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