StechusKaktus

Führen die Motive von Amokläufern auf Nebenkriegsschauplätze?

Ein Amokläufer erschießt Dutzende von Kindern. Drei Tage später höre ich in den Nachrichten als erste Meldung, dass die Polizei nunmehr über ermittelt hat, dass der Täter mit äußerster Brutalität vorgegangen ist (Ach, nee!). Nachwie vor seien die Motive im Unklaren. Häh? Für wen sind denn die Motive wichtig? Wichtiger wäre doch, den Zugang zu Waffen zu erschweren. Bin ich die einzige, die sich verarscht fühlt?


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ANTWORTEN (17)
16.12.2012, 12:02 Uhr
 
hphersel

nein, bist Du nicht. Da in den USA das Waffenrecht ein Tabuthema ist, muss die ursache für ein solches Massaker anderswo liegen, soweit diese Logik. Es kann einfach nicht sein, was nicht sein darf. Und mit dieser Philosophie sind die Amis nicht alleine...

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16.12.2012, 12:10 Uhr
 
netter_fahrer

Ich frage mich schon lange, wie man in einem Land ticken muss, in dem Konservative (Tea Party) geistig im Wilden Westen stehen geblieben sind und trotz aller solcher Vorfälle derart an einem freien Waffenrecht festhält. Ebenso wie es angeht, dass man seit den ersten Autos ein ultrastriktes Tempolimit hat, gleichzeitig aber mit dem Hinweis auf die persönliche Freiheit eine lebensrettende Gurtpflicht verweigert.

Wie es angeht, dass man erst ab 21 Jahren Alkohol kaufen darf, aber ab 16 zum Militär gehen und an jeder Ecke die übelsten Ballermänner kriegen kann....

Motiv? Da liegt eine Waffe, ich habe Wut auf Alle(s) und benutze das Ding jetzt. Ich darf es ja!

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16.12.2012, 12:40 Uhr
 
starmax

Der leichte oder erschwerte Zugang zu Waffen ist es nicht hauptsächlich, wie ja Vorkommnisse z.B. in N und D belegen. Es ist meiner Meinung nach ein gesellschaftliches Problem, welches in kapitalistischen egozentrierten Strukturen verstärkt auftritt (oder hören wir nur weniger davon aus dem Osten?).

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16.12.2012, 13:12 Uhr
 
bh_roth

@Starmax: Ja, du hörst weniger aus dem Ostblock. Oder passte es nicht in deinen Beitrag? Googel mal nach Amokläufen in Schulen in Russland, oder Amokläufe in Russland. In Russland ist die Bewaffnung der Bevölkerung ähnlich hoch wie in den USA.

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16.12.2012, 13:19 Uhr
 
starmax

Nachtrag:

"die beste psycho-Waffe ist die Gesellschaft selbst, die Verrohung durch die Brutalfilme im Fernsehen, die ständige Berieselung mit Mordnachrichten aus aller Welt, die Falschheit und Feigheit der Mitmenschen, die gnadenlose Ausbeutung durch die auch so schon Reichen, die Perspektivlosigkeit derjenigen, die von der Gesellschaft ausgegrenzt wurden. Diese Wunderwaffe wirkt, weltweit. Und sie läßt die Zombie-Horden anwachsen, bringt immer wieder einmal jemanden zum Durchdrehen. In so mancher Armee ist das gewollt, dort nennt man das womöglich sogar Heldentat, im Zivilleben eben Amoklauf." (Michael winkler)

Soviel dazu, bh_roth - im Osten also ähnlich.

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16.12.2012, 13:31 Uhr
 
Skorti

Natürlich ist auch das Motiv interessant, danach wurde auch in Winnenden zuerst gesucht, aber der freie Zugang zu Waffen kann ja nicht schuld sein, dass es in den USA ca. 20 mal soviele Morde je 100.000 Einwohner gibt, wie in Europa. Es liegt sicher daran, dass noch nicht jeder bewaffnet ist. Sonst hätten die Grundschüler sich wehren können. So ähnlich wird die Verteidigung der Waffenlobby lauten, wenn die Vorwürfe weiter gehen. So lauteten sie bisher.

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16.12.2012, 13:58 Uhr
 
Sockenpuppe

Z.B. in Kanada oder der Schweiz ist die "Durchseuchung" der Bevölkerung mit Waffen ähnlich wie in den USA!

Trotzdem gibt es dort keine Amokläufe!

Es scheint also primär was mit der Gesellschaft zu tun zu haben!

(Aber vielleicht sollten wir dahin kommen, dass wir den Waffenbesitz in kaputten Gesellschaften (wie den USA) verbieten?)

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16.12.2012, 14:35 Uhr
 
rrankewicz

Ich würde die Suche nach Motiven nicht als Verarsche sehen. Motive sind von Interesse jenseits des Themas Waffengesetze. Es kann ja auch Opferangehörige geben, die Klarheit über die Motive des Täters haben wollen. Die Suche nach dem Motiv ist ein Schema, in das sich jeder, der in den Massenmedien arbeitet, fügen muss.

Natürlich ist die immer wieder erneute Empörung darüber, dass es für so eine Tat natürlich fast nie ein schlüssiges Motiv gibt, immer groß und nervt manchmal. Es fehlt die Einsicht, dass Individuen mit deformierter Psyche eben zu allem unter den seltsamsten Umständen fähig sind.

Egal, wie komplex also die Ursachen sind, ist eine Verschärfung des Waffenrechts natürlich wünschenswert - war selbst oft in den USA, und ein mal lief mir ein bekloppter Motel-Besitzer mit Knarre entgegen - das muss nicht sein...

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16.12.2012, 16:19 Uhr
 
Paul0815

Dein bekloppter Motel-Besitzer könnte aber sofort reagieren, wenn jemand anfängt zu schießen (vorausgesetzt, er kann mit der Pistole wirklich umgehen und hält das psychisch durch) und damit seine Gäste beschützen (also auch Dich).

Das Argument der Waffenlobby, dass ein entschlossener Waffenträger in der Schule den Schützen, dem sich ja niemand effektiv entgegenstellen konnte, zeitnah hätte ausschalten können, ist so falsch nicht, denn die Polizei würde ja auch nichts anderes machen.

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16.12.2012, 16:48 Uhr
 
rrankewicz

Paul, willst du vor jeder Grundschule der USA einen bewaffneten Wächter platzieren? Völlig abwegig. Und dass die Polizei praktisch immer zu spät kommt, wenn ein Amokschütze unterwegs ist, leuchtet auch sofort ein. Daher verhindert man so etwas, indem die Täter nicht so leicht an Waffen kommen, wie in dem Fall der Psycho durch seine waffennärrische Mutter!

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16.12.2012, 17:17 Uhr
 
hphersel

Die Motive sind meines Erachtens wichtig, aber eher zweitrangig. Ein Typ ist gefrustet - aus welchen Gründen auch immer - hier in Europa muss er sich mit dem Problem auseinandersetzen oder ein anderes Ventil für seinen Frust suchen, in den USA kann er einfach mit einer Kanone loslegen und seinen Frust so loswerden. Erleichtert wird das Ganze dadurch, dass in den USA oft genug das Faustrecht propagiert wird (wie in "24" mit Kiefer Sutherland) - Der Zweck heiligt die Mittel! Und mit einer Kanone bist Du groß und stark und mächtig. So eine Kanone ist zum Aufbau des eigenen kleinen Egos wesentlich effektiver als Psychotherapie oder Sport. Leider sind auch die Nebenwirkungen heftiger, meinstens leiden darunter gerade die Unbeteiligten, die, die sich nicht wehren können.

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16.12.2012, 17:19 Uhr
 
Paul0815

Der Zug mit dem "nicht so leicht an Waffen kommen" ist abgefahren, in den USA sowieso, hier in Deutschland aber auch. Es sind Milionen von Waffen im Umlauf, und mit unseren offenen Grenzen fangen Zoll und Polizei keine 10% der illegalen Neulieferungen ab. Das muss man einfach akzeptieren. Legalwaffenbesitzer (der ich nicht bin) weiter zu gängeln, bringt gar nichts, weil 99% aller bewaffneten Verbrechen in Deutschland mit illegalen Waffen begangen werden.

Außerdem ist eine Waffe auch ein Wertgegenstand. Wenn der Staat (welcher auch immer) mir heute erlaubt, mir eine bestimmte Schußwaffe zu kaufen, kann er sie nicht morgen für illegal erklären und anordnen, dass ich sie vernichten und die Kauf- und Vernichtskosten selbst trage (die Dinger nach Afrika zu verkaufen wäre moralisch ja auch fragwürdig).

Ich sage nicht, dass ich die Lösung für diese Probleme habe, aber viele Diskutanten machen sich das Leben sehr einfach. "Einfach verbieten" funktioniert nicht.

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16.12.2012, 17:37 Uhr
 
rrankewicz

Kriminelle sind in gewisser Weise Profis. Die bringen selten 20 Kinder auf einmal um, sondern nur wenige Menschen und oft ihresgleichen. Gefährlicher sind die Waffen in der Hand von Spinnern.

Klar, nachdem die USA so lange in die falsche Richtung gelaufen sind, wird der Weg zur Umkehr lang sein und nicht einfach, was aber auch hier niemand behauptet hat.

Beispiele für Dinge, die lange legal waren und dann verboten wurden, gibt es zur Genüge, etwa LSD, Heroin ... gefährliche Chemikalien, Medikamente. Auch in D war die Entwicklung des Waffenrechts ein historischer Prozess, erst ab 1972 bundesweit geregelt mit Übergangsfrist und allem...

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16.12.2012, 17:43 Uhr
 
Paul0815

Das einzig sinnvolle, was mir einfällt, wäre, nicht mehr in epischer Breite in den Medien über diese Dinge zu berichten. Es wird ja nicht nur geschrieben, was passiert ist, sondern alle Details zum Lebenslauf des Täters, der Opfer, der verwendeten Waffen etc. breitgetreten.

Wenn mich 20 oder 30 Jahre niemand beachtet hat, gehe ich eben mit einem ganz großen Knall von dieser Welt (ob als Amokläufer, Geisterfahrer oder wie auch immer). Erst schreibt die Bild über mich, dann Wikipedia. Dann werden die Menschen noch in 10 Jahren an mich denken.

Es kann doch kein Zufall sein, dass gerade im Oktober/November so viele zum Geisterfahrer geworden sind und ein paar Monate nach dem Amoklauf bei der "Batman"-Premiere (pervers übrings, sich solch einen Film anzusehen und sich dann zu beschweren, wenn man selbst erschossen wird!) der nächste durchdreht...

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16.12.2012, 17:47 Uhr
 
Paul0815

@ rrankewicz: natürlich hast Du Recht, aber auch Wahnsinnige können ihre Waffen am Bahnhof kaufen. Der Verkäufer wird kaum fragen, was sie damit vorhaben.

Mich stört halt nur, dass auf solche Taten immer nur mit Verschärfung des Waffengesetzes reagiert wird, obwohl sich 95% der Realität außerhalb der Gesetze abspielt.

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16.12.2012, 19:27 Uhr
 
ing793

@paul0815: zum einen sollte man nicht deutsches Waffenrecht mit amerikanischem vergleichen. Legale Waffen in D sind registriert, sie werden (in der Regel) unter Verschluss gehalten.

Amokläufe hier sind schwierig, da der Amokläufer in der Regel kein Krimineller ist (jedenfalls nicht vorher), daher schwer an illegale Waffen kommt. Und der Anteil legaler und gleichzeitig unaufmerksamer Familienväter ist gering. Die Waffen selber muss man auch noch bedienen können. Es kommt trotzdem vor, absolute Sicherheit gibt es nicht.

In den USA bekommt jeder Tuppes ganz legal alles, was dem Waffennarren das Herz höher schlagen lässt, einschließlich vollautomatischer Kriegswaffen. Die liegen im Kofferraum, Handschuhfach, in der Nachttischschublade und jeder(!) kann da dran.

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16.12.2012, 19:58 Uhr
 
bh_roth

@rrankewicz:

Zitat: "...., willst du vor jeder Grundschule der USA einen bewaffneten Wächter platzieren? Völlig abwegig."

Das ist schon der Fall. Die großen Schulen haben eine Polizeitruppe, die "Campus-Polizei" und die verfügt über Schusswaffen.


@all: Selbstverständlich ist die Suche nach dem Motiv wichtig - Ursachenforschung - will man doch etwaige Zusammenhänge, Zwangsläufigkeiten, Abhängigkeiten und Zwänge erkennen, um einer ähnlichen Entwicklung in Zukunft entgegentreten zu können, bevor sie zu so einer Tragödie wird.

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