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sininen

Im Müll fremder Leute wühlen. Ist das ein Zeichen guten Journalismus?

Ja, der "Schwarze Mann". Ja, ein böser Mann. Ich verstehe. Ich finde auch, dass man die Ermittlungsarbeit der Polizei unterstützen sollte und eventuell investigativ recherchieren soll und die Ergebnisse der Polizei mitteilen sollte! Dennoch finde ich es irgendwie so bildzeitungsmässig, den Müll zu durchwühlen. Sehr reisserisch. Bin ein bisschen vom Stern angeekelt. Geht es nur mir so?


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ANTWORTEN (5)
06.10.2011, 22:18 Uhr
 
Musca

Ich weiß jetzt nicht, ob Sie einen bestimmtem Fall ansprechen, oder das allgemein fragen. Generell finde ich es absolut wichtig, daß Journalismus wühlt, bis in die letzten dreckigen Ecken hinein, soweit es für die Allgemeinheit wirklich relevant ist. Ich rede hier von politischen oder wirtschaftlichen Machenschaften. Private Dinge sind normalerweise nicht gesellschaftsrelevant, sollten daher außen vor bleiben

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07.10.2011, 07:22 Uhr
 
Alex64

Hat sie, lieber Musca.

Was mich viel mehr interessiert, liebe sininen, ist doch die Frage, warum mögliche Beweismittel wie die erwähnten Dinge überhaupt im Müll landen können.

Da kommt durchaus der Eindruck schlampiger Ermittlungsarbeit auf - und da muss ich mich wiederum fragen, ob die Intention des "Stern" eher in Richtung der Mithilfe bei der lückenlosen Aufdeckung des verübten Verbrechens oder doch in Richtung "Polizeischelte" geht.....

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07.10.2011, 08:32 Uhr
 
sininen

Ganz genau, Alex, ich beziehe mich auf den Müllkauf des Stern (wieso ist der Müll überhaupt zu kaufen!?). Ich finde selbstverständlich gut, dass Beweismittel gefunden werden usw.! Allerdings kann ich mir nicht helfen, dass dieses "Reporter kauft Müll von Verdächtigem" um (ja, wohl in erster Linie) GELD damit zu machen (siehe RIESEN ARTIKEL im aktuelle Stern - Printausgabe) irgendwie so nach einem gewissen Boulevardblatt riecht. Mein Kopf sagt: Gut gemacht, weil doch noch was rausgekommen ist (was wäre denn, wenn da tatsächlich nur Kaffeesatz und Taschentücher drin gewesen wären), mein Bauch sagt: Wie sind die denn drauf, dass sie jetzt Müll von Verdächtigen durchwühlen um einen Artikel zu schreiben. Daher meine Frage.

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07.10.2011, 08:37 Uhr
 
sininen

Scheinbar ist der Verdächtige auch noch nicht verurteilt. Gilt es nicht auch, die Privatsphäre eines solchen Menschen zu schützen? Ich meine, die Polizei hätte ja auch ohne riesigen Artikel informiert werden können (um dann einen weniger reisserischen Artikel über Mängel in der Ermittlungsarbeit zu schreiben). Aber hier wird (so scheint es) der Müll eines noch nicht Verurteilten (??) in aller Öffentlichkeit auseinandergenommen. Abgesehen von den wirklich scheusslichen Taten ist er doch aber bis zur Urteilsverkündung nur mutmaszlich schuldig, oder?

Mich stört einfach die Aufmachung des Artikels und diese Murdoch-artige Spionage!

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07.10.2011, 13:12 Uhr
 
Alex64

Na ja.

Die Bezeichnung "Müll" rührt ja nach meinem Verständnis nur daher, dass es sich dabei um diejenigen Gegenstände aus der Wohnungsauflösung handelt, die das mit der Verwertung beauftragte Unternehmen nicht verkaufen konnte, also nicht um Abfall im eigentlichen Sinne.

Und das der "Stern" nicht als soziales Unternehmen zu sehen ist, dessen Primärziel die Beschäftigung ansonsten arbeitsloser Journalisten oder gar die lückenlose Information der Öffentlichkeit ist sondern die Errzielung von (finanziellem) Gewinn sollte eigentlich schon lange jedem klar sein.

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