sininen

Ist es eigentlich sehr schwer, am Tatort Spuren zu sichern, oder warum werden dauernd Schlampereien bei der Polizeiarbeit bemängelt?

Es kommt mir so vor, als ob bei ALLEN Fällen, die durch die Presse gehen, die Spurensicherung der Polizei schlampig war (Madelein McCann, Tod v. Michael Jackson, jetzt der "Schwarze Mann", dieser Fall in Perugia - Amanda Knox etc). Woran liegt das? Ist das so schwer? Sind Polizisten nicht gut genug ausgebildet (-gestattet)? WEiss nicht jeder, der nen Krimi im TV geguckt hat, dass man am Tatort nichts anfassen soll (und wenn ja mit Gummihandschuhen an)? Woran liegts?


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ANTWORTEN (7)
07.10.2011, 09:27 Uhr
 
hphersel

Erstens sind auch Polizisten Menschen und Menschen machen Fehler. zweitens tendieren Menschen dazu, Dinge zu sehen, die sie sehen WOLLEN und daher oft nur selektiv wahrzunehmen, beispielsweise: Ich glaube, dass A. Knox die Mörderin war, also ignoriere ich alles, was nicht auf sie hinweist und konzentriere mich auf Dinge, die meine These bestätigen. Alles andere ist für mich subjektiv unwichtig. Oder ich glaube, dass die Tat nur vorgetäuscht war und arbeite deswegen zunächst schlampig, einfach weil ich das Ganze nicht ernst genug nehme. Bis ich meinen Fehler bemerke, ist es zu spät...

Das ist zwar alles nicht richtig, aber eben menschlich.

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07.10.2011, 09:59 Uhr
 
shred

Es fällt immer sehr leicht, die Arbeit anderer zu kritisieren - vor allem den Leuten, die eigentlich keine Ahnung haben.

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07.10.2011, 11:02 Uhr
 
ing793

Man kann einen Tatort nicht 100-prozentig erfassen, es bleiben immer mehr oder eniger große Lücken.

Ist ein Papierschnipsel von Bedeutung oder nicht? Bei vielen Dingen findet eine (mehr oder weniger) automatische Bewertung statt.

Dann beim Prozess sucht der Verteidiger nach Dingen, denen keine Bedeutung beigemessen und die nicht bis ins Letzte untersucht wurden, behauptet z.B., dass der entlastende Beweis genau auf diesem Papierschnipsel gewesen sei und die Polizei kann das nicht widerlegen.

Es entstehen Zweifel, der Angeklagte wird freigesprochen und die Polizei hat "schlampig" gearbeitet. Das ist im höchsten Maße unfair gegenüber der Polizei.

Das heißt nicht, dass nicht manchmal wirklich schlampig gearbeitet wird - aber bei weitem nicht in dem Ausmaß wie dargestellt.

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07.10.2011, 11:03 Uhr
 
ing793

P.S: ...und natürlich gehen nur die Fälle durch die Presse, bei denen so eine Situation entsteht.

Die 98% der Fälle, bei denen die Polizei wasserdicht gearbeitet hat, sind nicht so interessant

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07.10.2011, 14:59 Uhr
 
sininen

Hm, HPhersel, ich finde, dass Sie schon einen grossen Batzen Unprofessionalität bei der Polizei vermuten, zumal es ja nicht an den Polizisten ist, festzustellen, ob einer schuldig oder nicht schuldig ist, sondern eben Beweisstücke zu sichern und den Tatort zu untersuchen und zu dokumentieren. Ich würde einem Kriminalbeamten schon abverlangen, den IST-Zustand festzustellen und entsprechende Personen zu vernehmen, bzw Beweisstücke zu sammeln, bzw mal im Müll nachzugucken, was da noch so rumliegt. Könnte man doch drauf kommen. Oder?

Lieber Shred: Genau. Darum wende ich mich an das Expertenteam hier, damit ich mit meinen dämlichen Überlegungen keine Fehlurteile fälle ;-D

Ich habe wirklich grossen Respekt vor der Arbeit von Polizisten, das wollte ich hier nur mal ganz klar sagen. Wundern kann ich mich ja trotzdem noch. Das Argument mit der selektiven Wahrnehmung stimmt wahrscheinlich wirklich.

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08.10.2011, 10:08 Uhr
 
Alex64

Woran es liegt?

An den ganzen "tollen" TV-Serien (hier vorallem die CSI-Reihen), die uns die Unfehlbarkeit sowohl der Ermittler als auch der eingesetzten Technik suggerieren und damit eine unrealistische Erwartungshaltung erzeugen die dann in der Realität keinen Bestand hat.

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09.10.2011, 12:33 Uhr
 
hphersel

Liebe Sininen,

was hat die Aussage "Polizisten sind Menschen und Menschen machen Fehler" mit Unprofessionalitätsunterstellungen zu tun? Jeder kann Fehler machen, auch ein Chirirg, der 500 Blinddärme komplikationslos entfernt hat, kann bei der 50. OP einen Fehler machen? Fehler heißt nicht Unprofessionalität!

Im Übrigen: Ihre Erwartungshaltung gegeüber der Polizei (Sinngemäß: Spuren in JEDER Richtung sichern) ist leider nicht überall auf der Welt gerechtfertigt. Es gibt unterschiedliche Polizeigesetze, und hier in D muss die Staatsanwaltschaft (deren Helfer die Polizei ist) per Gesetz Be- UND Entlastendes Material suchen. In den USA sieht die Rechtslage anders aus! Dort mussdie Polizei nur BELASTENDES Material sichersellen, entlastendes Material darf sie legal unter den Tisch fallen lassen.

Hinzu kommt natürlich die verzerrte Wahrnehmung durch die unausgewogene Berichterstattung. Wenn die Polizei korrekt ermittelt hat, ists langweilig und keiner Meldung wert.

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