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HB-IDF

Ist Wein mit Schraubverschluss generell schlechter als solcher mit Korken?

In manchen Supermärkten tauchen vermehrt Weine mit Schraubverschluss auf. Ich vermute dahinter Kostengründe, in Verbindung mit bescheidener Qualität (Kopfweh und Sodbrennen gibt's gratis dazu) :-D

Oder ist das vielleicht ein Vorurteil? Bisher habe ich mich nicht getraut, einen solchen Wein auszuprobieren.


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ANTWORTEN (7)
29.09.2010, 19:34 Uhr
 
Heraklit1970

Nein, es gibt auch qualitativ gute Weine, die in Flaschen mit Schraubverschluss verkauft werden. (Sie können zumindest nicht nach Kork schmecken)

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29.09.2010, 20:13 Uhr
 
Clemens1964

hmmm... also ich hab noch nie einen guten wein mit schraubverschluss gesehen. aber gut ist ja auch relativ.

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29.09.2010, 20:26 Uhr
 
Musca

die Winzer gehen immer häufiger zu Schraub- oder Glasverschlüssen über, weil es immer teurer und schwerer wird, guten Kork zu bekommen. Auch in Plastikschläuchen habe ich schon durchaus guten Wein bekommen, ideal für Gartenfeste.Für das Dinner zu zweit bei Kerzenlicht würde ich allerdings zu einer guten verkorkten Flasche mit entsprechend gutem Inhalt greifen.

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30.09.2010, 10:25 Uhr
 
Mosaik82

Weine ohne Korken haben den Vorteil, dass sie nicht nach Kork schmecken können, also nicht verkorken. Guter Kork ist Mangelware, Winzer müssen sich also nach Alternativen umschauen. Der Schraubverschluß ist da eine Möglichkeit.

Das schraubverschlußte Weine von minderer Qualität sind, ist ein Vorurteil. Es gibt auch genügend Kopfschmerzplörre mit Korken ;-)

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30.09.2010, 11:15 Uhr
 
jupp4711

Weine mit Schraubverschluss tauchen nicht nur in Supermärkten auf, sondern auch bei guten Weinhändlern.

Das Problem besteht darin, dass gute Korken immer weniger und damit auch teurer werden. Es gibt keinen Grund Wein mit schraubverschluss nicht zu probieren. Die Qualität des Weines liegt nicht im Korken, d.h. ein guter Korken macht aus einem schlechten Wein keinen guten.

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30.09.2010, 19:17 Uhr
 
netter_fahrer

Auch unser jedes Jahr prämierter Winzer aus der Pfalz nimmt inzwischen bei Weißweinen nur noch Glasstopfen oder Drehverschlüsse aus Alu, sog. "Longcaps". Das hat folgenden Grund, den er so erklärte:

Naturkork stammt von Korkeichen aus Portugal. Nur alle 10 Jahre kann der Kork "geerntet" werden. Durch mangelnde Pflege der Bäume ist deren Qualität immer schlechter geworden, was dazu führte, dass viele Winzer hohe Verluste durch Korkgeschmack, Schimmelbefall etc. hatten. Gleichzeitig stiegen die Preise für hochwertigen Naturkork. So wurden als Alternative Glasstopfen, Kunststoffkorken und die Longcaps entwickelt. Diese sind qualitativ sicher, hochwertig und vor allem: Dicht. Das ist nämlich das Wichtigste bei einem Weinverschluss!

Sie haben aber bei Vielen ein Imageproblem und gelten als "billig", vor allem bei Rotweinen - deshalb benutzt er hier auch noch Naturkork.

Lesenswert: Dieser Auszug aus einem Weinbuch!

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15.11.2010, 11:22 Uhr
 
Gerdd

Der nette Fahrer hat die meisten wesentlichen Fakten bereits erwähnt. Aus meiner Sicht noch diese Ergänzungen:

Zum einen - wer öfter mal ein edles Tröpfchen anbietet, hat es sicher schon gelegentlich erlebt, daß eine Flasche dem Korken zum Opfer gefallen ist. Die nächste Flasche aus der gleichen Lieferung ist dann wieder völlig okay. Weltweit wird heute mehr Qualitätswein erzeugt las je zuvor. Guter Kork ist also Mangelware. Und für alle Weine, die innerhalb von wenigen Jahren getrunken werden, sind alternative Verschlüsse auch völlig unproblematisch.

Andererseits ist fraglich, ob wir heutige Weine je als Hundertjährige genießen können. Für die optimale Langzeitlagerung könnte nämlich das "Atmen" durch den nicht ganz undurchlässigen Korken unablässig sein. Allerdings wird heute auch bei der Verarbeitung auf möglichst wenig Tannin hingearbeitet und auch das beschert uns weniger langlebige Weine. Für die meisten von uns ist das aber kein wirkliches Problem.

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