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Frage Nummer 3000033757 Niboo

Kaliumüberfluss - auf welche Lebensmittel verzichten?

Nach einer OP sind meine Kalium-Werte nicht so gut. Der Körper hat zu viel Kalium. Welche Lebensmittel sollte ich aus meiner Ernährung streichen?
Antworten (10)
elfigy
Alle Kaliumreichen Lebensmittel
Tabellen gibts im internet.
Amos
Zuerst würde ich die Ursache klären lassen.

Kaliumhaltig sind z. B. Aprikosen, Bananen, Trockenfrüchte.

Für den Rest empfehle ich einen Blick in Google.
Hier ein Ausschnitt:

Obstsorten: Aprikose, Avocado, Banane, Hagebutten, Holunder, Honigmelone, Johannisbeere schwarz bzw. weiß, Kiwi, Passionsfrucht, Nektarine

Gemüsesorten: Artischocke, Bambussprossen, Blumenkohl, Broccoli, Endivie, Feldsalat, Fenchel, Grünkohl, Kartoffeln, Kohlrabi, Löwenzahn, Pastinake, Petersilienwurzel, Rettich, Sellerie, Spinat, Süßkartoffel,
Amos
Sowohl zu hohe als auch zu niedrige Kaliumwerte können erhebliche Auswirkungen auf den Herzrhythmus haben. Kontrolle!
Spock
Der gehaltvollste Kaliumlieferant überhaupt ist Ketchup, weil es das Kalium vieler Tomaten in wenig Masse enthält, ebenso Tomatenmark. Aber Vorsicht:
Bei zu wenig Kalium drohen unter anderem:
- Herzrythmusstörungen
- Krämpfe, vor allem in den Beinen
- mangelnde Funktion der Kalium- Natrium-Pumpe und damit Wasserstau oder Zusammenbruch der Schadstoffabfuhr
- Probleme bei der Nervernleitfähigkeit
Zuviel Kalium ist bei unserer Nahrung eigentlich gar nicht möglich, da unsere heimische Nahrung zu wenig Kalium enthält. Das Problem ist daher vermutlich wo anders zu suchen. In Frage kommen Bewegungsmangel, zu wenig Salz (Natriumlieferant, Natrium ist Gegenspieler des Kalium), zu wenig Trinken oder die übermäßige Aufnahme wasserbindender (z.B. Alkohol) oder wasserabführender Stoffe.
Gefährliches Terrain, nichts ohne Arzt tun!
Lion-19
Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!
Ein zu hoher Kaliumwert ist kein Kavaliersdelikt. Innere Organe können geschädigt werden. In der Herzchirurgie bringt man das Herz mit einer hohen Kaliumgabe (vorübergehend) zum Stillstand. Wie Amos bereits schrieb, muss zuerst die Frage geklärt werden, warum der Kaliumspiegel so hoch ist. Möglicherweise hängt das mit der Op zusammen. Der Kaliumspiegel wird in einem sehr komplexen Regelsystem des Körpers weitgehend unabhängig von der Ernährung konstant gehalten. Überflüssiges Kalium wird hauptsächlich von den Nieren ausgeschieden (wenn diese richtig arbeiten). Also, das ist keine Frage für Laien, sondern für den Internisten. Er weiß auch, was zu tun ist, um die Verhältnisse wieder zu normalisieren.
Lion-19
Nachtrag:
Als Ursache einer Hyperkaliämie kommen u.a. in Betracht: eine Niereninsuffizienz oder bestimmte Medikamente, die seit der Op verordnet wurden, z.B. Diuretika. Näheres erfahren Sie von Ihrem Internisten.
Amos
@lion-19: völlig d'accord. Viele Medikamente, insbesondere Diuretika, führen allerdings zu einer vermehrten Kaliumausscheidung. Kaliumsparer werden seltener verschrieben. Warum?
BTW: Ich lag mal 1 Woche auf der Intensivstation, weil ich einen Kaliumspiegel von 2,4 mmol/l hatte. Damit sollte man nicht spaßen.
Spock
Nachtrag:
Man sollte nicht verharmlosen, dass ein zu starkes Absinken des Kaliums genauso gefährlich ist wie zuviel Kalium, deshalb Vorsicht. Aber noch etwas ist wichtig: Der Kaliumwert wird durch eine Blutuntersuchung festgestellt. Im Blut befindet sich aber nur ca. 5% des im Körper vorhandenen Kaliums. Es ist nicht sicher, ob der Kalium-Blutwert dem tatsächlichen Gesamtbestand entspricht, da der Körper dazu neigt eine "eiserne Reserve" zu halten und noch Kalium im Blut sein kann, während der Gesamtbestand bedrohlich niedrig ist und lebenswichtige Vorgänge bereits gefährdet sind. Da ein zu niedriger Kaliumwert durch die mitteleuropäische Ernährung schon fast selbstverständlich ist, ein zu hoher Wert aber keinesfalls von den bei uns gängigen Lebensmitteln ausgelöst werden kann, weil hier eine permanente Kalium-Mangelernährung herrscht, muss der Grund aufgeklärt werden. Keinesfalls mit irgendwelchen Diäten versuchen!
Spock
Ach ja, übrigens: Apotheker dürfte wohl der falsche Rat sein, ebenso wie Heilpraktiker, TCM, Bachblüten, Handauflegen, Geistheilen, Heilsteine, Klagschalen und was da sonst noch kreucht und fleucht. Ihr Problem gehört in die Hand eines kompetenten Arztes oder noch besser einer Klinik mit fachübergreifender Diagnostik.
besserwisser21
häufig bleiben die Blutröhrchen einige Zeit liegen, bis sie ins Labor gelangen. Dann zerfallen im Serum-Röhrchen, aus dem die Blutsalze (also auch Kalium) bestimmt werden, die roten Blutkörperchen und Kalium aus den roten Blutkörperchen gelangt in das Serum im Röhrchen. Der Kaliumgehalt ist bei der späteren gaschromatographischen Bestimmung aus dem im Röhrchen enthaltene Serum dann erhöht. Daher: Kontrolle nach erneuter Abnahme und zügigem Transport ins Labor. Ein weiterer Fehler ist übrigens die Abnahme mit zu kleinkalibriger Nadel (es sollte eine gelbe sein) und starkem Saugen, auch bei insuffizienter Punktion einer zu kleinen Vene. Auch diese Fehler lassen rote Blutkörperchen platzen.