HOME
Frage Nummer 3000080079 StechusKaktus

Lösung für nordkoreanische Raketentest?

Warum wird nicht jede Rakete, die testweise nordkoreanischen Boden verlässt, konsequent abgeschossen? Damit könnte man doch recht einfach Kim Jong Fett in die Schranken weisen.
Warum geht das nicht?
Antworten (35)
Rentier_BV
Hallo stechus

Das ist "theoretisch" schon möglich.

Allerdings müssten die abschießenden Parteien offenbaren,das sie nicht so treffsicher sind, wie die System Verkäufer das darstellen.
Rentier_BV
Es ist doch auffällig, dass in der jüngsten Vergangenheit immer wieder Raketen Abfangsysteme hochgejubelt wurde, deren Wirksamkeit im durchgestylten Manöver gut, in der Praxis eher mäßig waren.

Sicher, die Militärs verplaudern nicht alles, aber sie werden doch deutlich redefreudiger, wenn mal etwas geklappt hat.
Dingdong
Ach Renntier, Du hast keinen Schimmer, wie gut die Abwehrsysteme sind. Nicht, dass ich das lustig fand, habe vor 2 Jahren die Sache live erleben dürfen in Israel. Nachts wurden 2 Raketen abgewehrt und bei meiner Ausreise der Flughafen in Tel Aviv beschossen aber die Israelis haben die Raketen ganz entspannt runter geholt.
Mein Fahrer hat auf Autoradio Ansage kurz auf der Strecke zum Flughafen angehalten und nach Abschuss ging es weiter. Die Lufthansa ist zwar verspätet gelandet und aus sicherer Flugrichtung, aber wie Du siehst, der Flughafen und ich sind unversehrt.
wokk
Raketenbeschuss war in ISR tägliches Brot.
Metallhülsen mit Treibsatz, die 30 km weiter von selbst runtergefallen sind.
Da sind die Dinger vom Kim schon ein anderes Kaliber . . .
Skorti
Nordkorea testet keine Raketen auf dem Scud-Niveau, die relativ problemlos von Patriots abgeschossen werden können, die testen Interkontinentalraketen, die den größten Teil des Fluges außerhalb der Reichweite der normalen Abwehrsystemen verbringen und bei Wiedereintritt eine ganz andere Geschwindigkeit drauf haben als Boden-Boden-Raketen.

Das beste, was die Amis da im Gepäck haben ist, glaub ich, die Ground-Based Interceptor, die selber auf einer Interkontinentalrakte beruht.

Aber da hat Rentier mal Recht. Bei angekündigten Tests auf Ballons und Attrappen, bei denen man wusste um welche Uhrzeit man den Knopf drücken muss, hatte man eine Erfolgsrate von ca. 80%.
Dabei waren die Ballons nicht mal soooo schnell.
bh_roth
Skorti, wenn Raketenabwehrsysteme nicht in der Lage wären, Interkontis abzuknipsen, wäre der im Aufbau befindliche Raketenabwehrschirm in Polen nutzlos, denn man kann davon ausgehen, dass die Russen keine Raketen einzusetzen gedenken, die mal gerade 50 km weit fliegen.
.
Stechus, das frage ich mich schon lange. Es wäre ein leichtes gewesen, die Raketen des kleinen dicken Rollmopses gleich nach dem Start zu pulverisieren. Das hätte das Möpschen ganz schön geärgert.
.
Ich finde das übrigens witzig, dass sich (auch in anderen Communitys) über solche militärstrategischen Spielereien Menschen austauschen, die von der Leistungsfähigkeit moderner Waffensysteme Null Ahnung haben, oder ihr Wissen aus Galileo und YT beziehen.
Niemand hier, der mehrere Jahrzehnte mit permanenter Schulung über Gefechstfeldbedrohungen durch Raketen und deren Abwehr auch nur annähernd seriös palavern könnte- außer mir (und natürlich die hier Anwesenden).
rudixxx
Das schafft eben der Abwehrschirm nicht. Die Rakete, die Un losschickt, fliegen in über 3000 Kilometer Höhe.
bh_roth
Das zeigt, dass du zu denen gehörst, die sich bei militärischen Fragen zurückhalten sollten. 3000 km Höhe? Echt? Der Weltraum fängt per Definition bei 100 km Höhe an. da sollen diese Teile noch 2900 km weiter raus fliegen? Na gut, nehmen wir das mal an. Und was passiert beim Wiedereintritt in die Atmosphäre? Hitzeschild ausklappen? Neue Materialien, die das verglühen verhindern?
Leg dich wieder hin.
rudixxx
bh_roth: Wie wenig Ahnung du doch hast. Hier mal nur ein Beispiel eines Mediums, aus der SZ: "Amerikanischen, südkoreanischen und japanischen Quellen zufolge flog die Rakete etwa 47 Minuten lang und erreichte eine maximale Flughöhe von 3700 Kilometern.".
hphersel
300 km sind sicher übertrieben, aber 1200 km für ICBMs scheinen realistisch zu sein.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Interkontinentalrakete#Flugphasen
rayer
Ich möchte mal mit Wiki Wissen prahlen: Gipfelhöhe 100-400km, Reichweite 5-15 000km bei Interkontinental Raketen, 50-200km und 2700-5500km Reichweite bei Mittelstrecken. Vermutlich hat der Schreiberling in der SZ nur ein paar Zahlen verdreht, passiert uns hier ja auch ständig.
ing793
@rudixx: wenn Du den Bericht der SZ nicht nur gelesen, sondern auch verstanden hättest ...
So eine Rakete fliegt entweder hoch oder weit. Aktuell wurde sie "in einem extrem steilen Winkel" abgeschossen, so dass sie nur etwa 1000 km WEIT flog, dafür anscheinend entsprechend weit nach oben.
Skorti
Es ist mir auch neu, dass die Russen für einen evtl. Angriff auf Polen ICBMs bräuchten, die liegen glaub ich gar nicht so weit auseinander.

Sollte Russland die Polen angreifen nehmen sie höchstens Mittelstreckenraketen, die allerdings auch nicht viel einfacher abgeschossen werden können.

In Polen sollte das Nike-System mit der Spartan Rakete installiert werden. Das stammt aus den 60er-Jahren und ist, wie soll es anders sein, nie wirklich in einem Einsatz getestet worden.

Das große Vertrauen, das die amerikanischen Militärs in das Nike-System kann man wohl daran ablesen, dass siet den 90ern das Ground-Based Interceptor getestet wird, um wirklich ICBMs abzuwehren zu können.

Ich anstelle der Polen würde mir über russische Panzer mehr Sorgen machen als über Raketen.
Damit sehe ich den ganzen Schutzschild als Augenwischerei.

Was für ein Vorteil ist es denn auch, wenn man die Atomrakete der Russen mit einer Atomrakete der Amis abschießt. (Eine Besonderheit der Nike Zeus/Spartan war, dass sie einen nuklearen Gefechtskopf trug.)
umjo
Stechus, könnte der -oder zumindest einer der- Gründe einfach sein, dass man bei sofortigem Abschuss keine gesicherten Erkenntnisse über die tatsächliche Leistungsfähigkeit der nordkoreanischen Raketen bekäme?
umjo
bh_roth, bitte nicht gleich wieder loslachen...
ing793
um auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen:
eine nordkoreanische Rakete hört nicht auf, nordkoreanisch zu sein, wenn sie nordkoreanischen Boden verlässt.
Und die Zerstörung nordkoreanischen Eigentums -präziser: ein militärischer Angriff auf nordkoreanisches Militäreigentum- ist auch dann ein "kriegerischer Akt", wenn er in internationalem Luftraum erfolgt.
Und selbst, wenn er es nicht schon per definitionem wäre, würde es Nordkorea so verstehen.
Angesichts dessen, dass die Chinesen nach wie vor ihre schützende Hand über dieses Land halten und angesichts der Unberechenbarkeit seines Vorstandsvorsitzenden wäre ich auch vorsichtig mit Dingen, die ich später bedauern könnte.
pio77
Natürlich würde man versuchen jede Rakete vorher abzuwehren.

Die Chance stehen gut, aber ein Restrisiko besteht immer.
Swan
@umjo,
bh_roth ist das Lachen in der Kehle erstickt.

Dem Ex-Leutnant, der uns erzählt er wäre jahrzehntelang über die die geheimsten Angriffs- und Abwehrsysteme unterrichtet worden, hat man oben Scheiße reingeschoben und, na, was kommt denn dann unten raus?

Da ist eine Rakete 3700 km hoch geflogen und nur 1000 km weit. Es ging den Konstrukteuren vielleicht gar nicht um die Weite der Strecke, sondern um die Höhe der Strecke.

Vielleicht, um herauszufinden, wie die Rakete oder deren Kopf sich verhalten beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

bh_roth glaubt, 100 km Höhe, und dann ist Schluss. Was von dort wieder zurückkommt, verglüht.
Ich habe keine Ahnung, wann was da verglüht, aber wenn da eine Rakete 3700 km hoch fliegt, und dann unverbrannt zurück kommt, dann sollte bh_roth sein angebliches »Wissen« vielleicht einmal überdenken.
Swan
Und wie war das noch, dass unser Ex-Leutnant den Unterschied zwischen einer Beretta 92F und der Schreckschusspistole Reck Miami 92 F nicht kennt?
Oh jeh.
Musca
mich persönlich erschreckt die Nüchternheit der gegebenen Antworten. Ein Krieg mit Nordkorea bedeutet im Minimum viele hunderttausend Tote, maximal ein Weltkrieg. Auf überlegene Kriegstechnik zu vertrauen, hat sich bislang als Trugschluss erwiesen. Siehe Korea, Vietnam, Afghanistan, naher Osten.
Bislang ging alles in die Hose.
Nordkorea ist inzwischen politisch und wirtschaftlich isoliert, der starke Partner China hat sich distanziert, warum sich also auf einen säbelrasselnden Kim Bumsda überhaupt einlassen ?
Solche Konflikte lassen sich nur politisch / diplomatisch lösen, sofern man ein Blutbad verhindern will.
Rentier_BV
Musca, du hast völlig recht; kriegerische Handlungen haben noch nie etwas gebracht, außer Leid und Schaden.

Nichtkriegerische Antworten haben aber auch nichts gebracht (Sudetenland).

Das Problem liegt doch darin, dass im Sandkasten plötzlich eines dem anderen das Schäufelchen über den Kopf haut.
Das ist an sich noch nicht schlimm; aber es wird schlimm, wenn sich die "Eltern" einmischen.
Musca
@rentier: das mit den Sudeten kannst du mir bei Gelegenheit mal erklären, meines Wissens waren diese Menschen einfach nur auf der Flucht, daher verstehe ich den Zusammenhang nicht.
Was mich hier an diesem Thread stört, ist die Fokussion und der Glaube an Waffensysteme.
Mit Militärtechnik und den ausgeklügesten Waffensystemen wurden noch nie Konflikte gelöst. Sie wurden eher verstärkt.
Einzige mir bekannte Ausnahmen waren der Abwurf von Atombomben auf Hiroshima und Nakaski,das beendete zwar schnell einen Krieg, aber zu welchem Preis ??
ing793
ich schätze mal, das mit den Sudeten bezieht sich auf die Appeasement-Politik von Chamberlain gegenüber Hitler.

Zuviel nachgeben wird als Schwäche ausgelegt und ermuntert das Gegenüber, die Schwäche auszunutzen.
Rentier_BV
Ing, korrekt.

Musca, es gab auch eine Zeit vor 1945.
Swan
Stimmt,
von 1933. Die Goldenen 1000 Jahre Deutschlands.
Plautz
Ja das war die Zeit, wo die Nazi-Hure ihren Sohn gebastelt hat! (Originalton Panther)
Swan
Und dann nannte sie ihn Plautz.
elfigy
Lieber musca, auch der Krieg mit Japan wurde nicht mit den Atombomben beendet. Die Japaner hatten schon vorher Kapitulation signalisiert, sie wollten nur noch eine Zusicherung, dass ihrem Kaiser nix passiert. Aber die Amerikaner wollten ihre neue Bomben unbedingt mal einsetzen.
wokk
Ja und zwar beide Bomben.
Das war wichtig, um den Unterschied in der Wirkungsweise zu protokollieren!
Cordelier
Entweder war der Baukasten oder die Anleitung fehlerhaft.
wokk
Nö die haben doch beide tadellos funktionniert . . . ?
moonlady123456
Ja, wokk.
Und das muss man ja nicht wieder haben, oder?
Cordelier
Ups, das war auf den Beitrag von Plautz bezogen.
wokk
Nö muss man nicht haben!
Dummerweise sind die neuen noch viel grösser!
Pech für diese Spinner : man kann uns nur ein mal umbringen!
neilo
Wenn ich mal einen Raketenexperten zitieren darf:
"Bei den jüngsten Tests der Nordkoreaner seien die Raketen nicht weit geflogen", erläuterte Robert Schmucker. "Die sind nur hochgeflogen." Die Militärs um Machthaber Kim Jong Un hätten "sie hochgeschossen, damit sie in seiner Nähe runterkommen, denn wenn ich eine Rakete weit schieße, und der Wiedereintrittskörper runterkommt, dann muss man ihn beim Testen aus dem Meer holen und untersuchen". Die Nordkoreaner hätten aber keine Marinekräfte zur Bergung von Raketenteilen aus dem Meer. Vielmehr bestünde in so einem Fall die Gefahr, dass das Kriegsgerät in die Hände anderer Nationen falle. "Und das versucht er ja durch die Steilschüsse alles zu vermeiden, dass man weiß, was er kann", sagte Schmucker.
Und dass man die Raketen nicht auf dem Hohheitsgebiet von Nordkorea abschiessen sollte, hat ing schon beantwortet.