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Frage Nummer 59872 Gast

Mein Hausarzt jammert wenn er teure Medikamente verschreiben muss, daher schickt er mich zu einem Spezialisten damit dieser die Verschreibung vornimmt, ist das günstiger für den Hausarzt ?

Antworten (12)
hphersel
Ja, das ist es. Jeder Arzt bekommt von den krankenkassen ein Budget vorgegeben, in dessen Rahmen er Miedis verschreiben darf. Überschreitet der Arzt dieses Budget, muss er die Kosten selber tragen. Also wird er alles tun, um eine Überbeanspruchung seines Budgets zu vermeiden.
"ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode."
Amos
So ist es. Wenn ein Hausarzt pro Quartal 35 Euro bekommt (genaue Zahlen liegen mir nicht vor) und der Patient braucht Medikamente für 335 Euro, bleibt der niedergelassene Arzt auf 300 Euro sitzen. Und auf seinen Behandlungskosten bzw. dem Honorar für die von ihm erbrachten Leistungen.
StellaBella
Das ist doch irgendwie merkwürdig, der Patient bekommt also trotzdem sein teures Medikament, allerdings von einem weiteren Spezialisten, der das sicher nicht unbezahlt machen wird ? Im Umkehrschluss wird das doch teurer statt preiswerter !
Amos
lieber StellaBella: der schwarze Peter wird nur von einem zum anderen geschoben. Wobei verschiedene Fachärzte allerdings auch ein unterschiedliches Budget bei der KV (Kassenärztliche Vereinigung) haben. Unter Umständen können mehrere Patienten mit geringer Kostenintensität auch "hochpreisige" Patienten ausgleichen.
StellaBella
@Amos also der Gast bekommt trotzdem sein Medikament, nur nicht von seinem Hausarzt, der Hausarzt wird aber auch vergütet weil er eine Überweisung ausstellt, der Facharzt hat ein höheres Budget als der Hausarzt und darf daher das Rezept ausstellen, welches auch der Hausarzt hätte ausstellen können, der Apotheker bekommt auch die gleiche Bezahlung, ganz unabhängig von wem das Rezept kommt.
Das ist, zumindest in solch einem Fall, keine Kostenbremse sondern eine deutliche Verteuerung !
Amos
Lieber StellaBella: korrekt. Wobei der Apotheker auch nur einen Festbetrag erhält, egal ob das Medikament 50 oder 500 Euro kostet. Deswegen sind Apotheken mittlerweile so etwas wie Tankstellen: der Umsatz wird mit rezeptfreien Medikamenten und dem Rest gemacht.
StellaBella
@Amos um Apotheker hab ich mir bislang noch keine Sorgen gemacht, oder gehen die auch mal Konkurs ? Von Hausärzten hab ich schon gehört, dass sie Angst vor zu vielen älteren Patienten haben, wohl eben wegen dem eingeschränkten Budget das ihnen zusteht !
Amos
@stellaBella: das Apothekensterben ist aber bekannt. In meinem näheren Umfeld mußten jetzt drei Apotheken schließen aufgrund der "Gesundheitsrefomen".
Dieser thread vernichtet sich automatisch innerhalb von einer Minute.
ing793
@StellaBella: es ist trotzdem in gewisser Weise eine Kostenbremse, denn von fünf Patienten, denen das Medikament nicht mehr verschrieben wird, gehen nur zwei zum Spezialisten. Und auch nur dann, wenn sie wissen, dass es so ein Medikament überhaupt gibt.
StellaBella
Lieber ING* da fliegen bei mir Fragezeichen herum, ist das wirklich so und woher beziehst du diese Zahlen ?
ing793
@StellaBella: nimm die Zahlen bitte nicht wörtlich, sie dienen der Anschaulichkeit des Prinzips.
Geh' zunächst einmal davon aus, dass unsere Krankenversicherer dämlich sind, aber nicht dumm. Also wird die Maßnahme einen gewissen Effekt haben.
Geh' weiterhin davon aus, dass der Hausarzt ziemlich genau abschätzen kann, welche finanziellen Konsequenzen es für ihn hat, Dir ein spezielles Medikament auf Dauer zu verschreiben. Er wird mit der teuren Alternative also gar nicht erst anfangen, der Patient weiß also gar nicht, dass es das gibt. Und erstaunlich häufig geht es prima ohne. Erst wenn sich ohne das Medikament keine Besserung ergibt, dann lässt man das "zur Sicherheit mal vom Spezialisten abklären".
Skorti
@Ing: Die Regelung wurden aber nicht von den Krankenversicherungen erlassen, sondern von der Regierung. Das macht eine einfa,ch dumme Regelung, die keine Kosten spart, schon wieder wahrscheinlicher.