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Frage Nummer 44259 Amos

Porsche - VW

Erst will Porsche VW kaufen. Dann muß Wiedeking gehen. Jetzt kauft VW Porsche. Kann mir jemand dieses Hickhack erklären?
Antworten (7)
hphersel
1)

2005 fädelte er Wiedking zunächst eine Beteiligung von Porsche bei Volkswagen ein. Im Mai 2008 erteilte der Porsche-Aufsichtsrat Wiedeking den Auftrag, die Mehrheit an VW zu übernehmen. Aufgrund der Finanzkrise ging der Umsatz beim Stuttgarter Sportwagenhersteller jedoch drastisch zurück. Da die VW-Übernahme mit Krediten finanziert wurde, häuften sich Schulden in Höhe von 10 Milliarden Euro an. Sein Übernahmekurs geriet dadurch zunehmend in die Kritik; vor allem VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch widersetzte sich seinen Plänen. Am 23. Juli 2009 teilte der Sportwagenbauer mit, dass Wiedeking auf eigenen Wunsch seinen Vertrag mit dem Unternehmen auflöst und Porsche verlässt.
hphersel
2)

Nach dem Erwerb von 30,9 % der Stammaktien der Volkswagen AG wurde im Jahr 2007 auf Beschluss einer außerordentlichen Hauptversammlung das operative Geschäft der Porsche AG in eine neu gegründete Tochtergesellschaft Porsche Vermögensverwaltungs AG ausgegliedert. Ausgenommen von der Ausgliederung waren die VW-Beteiligung und die Porsche Vermögensverwaltungs AG. Anschließend wurde am 13. November 2007 die Porsche AG in die Porsche Automobil Holding SE umgewandelt und die Porsche Vermögensverwaltungs AG in Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG umbenannt, die als hundertprozentige Tochtergesellschaft die Autoproduktion weiterführt.
hphersel
3)
Am 13. August 2009 stimmte der Aufsichtsrat der Volkswagen AG der Grundlagenvereinbarung zur Schaffung eines integrierten Automobilkonzerns mit Porsche unter Führung von VW zu. VW-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn wurde zum Vorstandsvorsitzenden der Porsche Automobil Holding SE berufen, während VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch zum Finanzvorstand der Gesellschaft bestellt wurde. Obwohl die Amtseinführung von Winterkorn für den 15. September 2009 vorgesehen war, verzögerte sich der Termin aufgrund zu diesem Zeitpunkt noch ungeklärter Details für die bis 2011 geplante Verschmelzung von VW und Porsche. Seit 25. November 2009 ist Winterkorn Vorstandsvorsitzender bei Porsche Automobil Holding SE.
hphersel
4)

Nachdem am 13. August eine 42-prozentige Beteiligung von Volkswagen an der Porsche AG vereinbart wurde, erwarb am 14. August die Qatar Holding LLC (QH) 10 Prozent der Stammaktien der Porsche SE von den Familiengesellschaftern und übernahm von dem Unternehmen einen wesentlichen Teil der gehaltenen Optionen auf VW-Aktien. In den Durchführungsverträgen wurde schließlich geregelt, dass Volkswagen sich an der Porsche AG in Höhe von 49,9 Prozent beteiligt. Dies erfolgte am 7. Dezember 2009 für einen Preis von 3,9 Milliarden Euro. Eine Verschmelzung der Porsche SE auf die Volkswagen AG zum integrierten Automobilkonzern war für das Jahr 2011 vorgesehen, verzögerte sich wegen der Risiken aus in den USA und Deutschland geltend gemachten Schadensersatzansprüchen bis jetzt.
Amos
@hphersel: danke für die ausführliche Antwort!
hphersel
Gern geschehen. Aber auch Du hättest das innerhalb von fünf Minuten ergoogeln können....
Amos
@hphersel: mea culpa ;-)