Amos

Tachometer im Auto zeigen immer utopische Höchstgeschwindigkeiten. Warum?

Zur Stärkung des Selbstbewußtseins des Fahrers (m/w)? Weil der Tacho "vorläuft"? Um die Fahrzeugklasse des Herstellers aufzupeppen? (Habe jetzt eine MB-A-Klasse gesehen, auf deren Tacho 260 km/h steht!)


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ANTWORTEN (20)
26.02.2013, 08:47 Uhr
 
Meyerhuber

Lieber Amos, das hat einfach nur etwas mit Kostensenkung im Einkauf zu tun. 2 Millionen Tachoanzeigen mit 260 km/h sind halt billiger als je 250.000 auf das entsprechende Auto skalierte.

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26.02.2013, 08:54 Uhr
 
netter_fahrer

...und es macht mehr her - 260 km/h sehen besser aus "nur" 200!

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26.02.2013, 08:55 Uhr
 
miele

Zur Stärkung des Selbstbewußseins des Fahrers? Keinesfalls, lieber Amos, bei mir bleibt die Tachonadel deutlich unter der Höchstmarke der Anzeige.

Ich denke eher, daß die Hersteller die Fahrzeugeigentümer "motivieren" wollen, beim nächsten Kauf eine Motorisierungsstufe höher zuzugreifen.

Bei der kommenden Generation des gleichen Fahrzeugs wird die Anzeige jedoch erst bei 300 km/h enden.

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26.02.2013, 08:58 Uhr
 
Amos

Kurze Ergänzung: wenn der Hersteller die Geschwindigkeit elektronisch bei z. B. 250 km/h abriegelt, ist das doch Unsinn!?

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26.02.2013, 09:24 Uhr
 
Meyerhuber

Ist kein Unsinn, ist Betriebswirtschaftslehre.

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26.02.2013, 09:44 Uhr
 
bh_roth

Eigentlich hat das Mercedes erfunden. Nicht nur utopische Endwerte, sondern unglaubliche Geschwindigkeitsanzeigen bei der Fahrt. Mein 230-6 (Strich 8) zeigte locker 220km/h an bei Vollgas, hatte aber Schwierigkeiten, einem Golf 1 GTi davonzufahren, der mit etwa 180 km/h angegeben war. Bei meinem 230 TE schaffte es die Tachonadel senkrecht nach unten, obwohl bei "5 Uhr" die Scala mit 220 km/h zu Ende war. Das hat sich bis zu meinem bisher letzten Mercedes, einen E-Klasse 320 CDi nicht geändert. Ständig fuhren auf der Autobahn Fahrzeuge an mir vorbei, die es bei der angezeigten Geschwindigkeit nicht hätten leisten können, denn beispielsweise ein 105 PS VW Touran läuft einfach keine 210 km/h auf gerader Strecke.

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26.02.2013, 09:48 Uhr
 
Amos

Lieber bh: aber die Verfolgungsfahrt zwischen Hannover und Celle hast Du doch gewonnen!

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26.02.2013, 09:52 Uhr
 
bh_roth

Ja, lieber Amos, aber es war nicht leicht, hehe. Und da da auch ein gutes Stück Landstraße dabei war, und meine Risikobereitschaft wohl größer war als die des GTI-Fahrers, kam er nicht vorbei.

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26.02.2013, 10:27 Uhr
 
Amos

BTW bh: ich habe eigentlich selten das Gaspedal bis zum Anschlag durchgetreten und den Tacho ausgereizt. Nur als meine Ex uns nach Italien fuhr, ich auf der Beifahrerseite die Tageszeitung las und die Zeitung mir immer näher kam, warf ich einen Blick auf den Tacho. Da wurde mir klar, wie schnell man doch sein kann!

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26.02.2013, 10:37 Uhr
 
elfigy

Auf 250 abgeregelte Fahrzeuge können aber mit einem Chip "entregelt" werden, dann will der Fahrer auch sehen, wie schnell er fährt.

Bei meinen bisherigen Fahrzeugen habe ich immer so ca. 10 - 20 km/h angezeigte Geschwindigkeit mehr fahren können, als als Höchstgeschwindigkeit angegeben war. Ich denke, das geht auf Konto Tachoungenauigkeit. Also 260 bei einem abgeregelten Kfz. Mein jetziges Auto ist nicht abgeregelt, fährt aber auch lt. Tacho schneller als in der Beschreibung angegeben.

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26.02.2013, 11:26 Uhr
 
bh_roth

Die entregelten nennt man salopp "Freigänger". Und manchmal sparen sich die Hersteller die freiwillige Abregelung bei 250 km/h. Mein letzter TT war einer mit 250 PS, der war angegeben mit 248 km/h, sodass Audi ihn nicht abregeln musste. Da habe ich einen 750i nachts auf leerer Autobahn vernatzt, weil er bei 250 dicht machte. Das war recht deprimierend für den BMW-Fahrer, man konnte es in seinem verbissenen Gesicht sehen.

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26.02.2013, 11:36 Uhr
 
elfigy

Einen BMW Fahrer so zu scheuchen ist auch Sadismus bh_roth. Du böser du

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26.02.2013, 11:43 Uhr
 
starmax

Das hat auch mit Kosten zu tun. Wenn man bei einem Autotyp mit der kleinsten Motorvariante unterwegs ist, muß man mit der dann den zum größeren Motor passenden Tacho in Kauf nehmen.

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26.02.2013, 11:51 Uhr
 
hphersel

Die Antworten gehen in zwei unterschiedliche Richtungen: fahre ich wirklich so schnell wie die Tachnadel anzeigt? und: Wieso steht auf meinem Tacho als größte Zahl 260, wenn mein Auto nur 190 fahren kann?

zu1) Die Vorauseilung des Tachos hat damit zu tun, dass für ein Auto unterschiedliche Reifengrößen freigegeben sind und damit, dass der Tacho zwar innerhalb bestimmter Grenzen mehr, aber auf gar keinen Fall weniger als die tatsächliche Geschwindigkeit anzeigen darf. So erklärt sich das von Bh_roth geschilderte Erlebnis mit seinem Strichachter und dem Golf. Bei meinem eigenen Auto kann ich einen deutlichen Unterschied zwischen Sommer- und Winterreifen (unterschiedliche Reifendimensionen) sehen, wenn ich die Geschwindigkeitsanzeige meines Tomtoms als Vergleich hinzuziehe.

zu 2) denke ich tatsächlich, dass das in erster Linie auf logistische Gründe beim Hersteller zurückzuführen ist. Er nimmt einfach einen Tacho, der die maximale Geschwindigkeit des größtmöglichen Antriebes anzeigt.

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26.02.2013, 12:03 Uhr
 
bh_roth

Bei allen Geschichten, die ich gerne zum Besten gebe, vermute ich allerdings einen 2. Grund: Marketing. Es ist einfach "nett", in einem Pseudo-Sportwagen, der oft schneller aussieht, als er ist, einen Tacho einzubauen, der eine schön hohe Endgeschwindigkeit suggeriert. Solche Autos wollen auch im Stand schön schnell sein.

Den Marketing-Strategen traue ich diesen Kunstgriff jedenfalls zu.

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26.02.2013, 14:38 Uhr
 
hphersel

möglich, aber dagegen spricht mein Vauwehkäfer von 1982. Den gab's damals ausschließlich als Mexikofäfer mit 34 Lasagnepor - sorry: Pferdestärken und regulären 115 km/h maximal. Der Tacho geht bis 160. Wenn das ein Marketinggag war, dann ein schlechter. Der Tacho wurde seinerzeit außer im Käfer noch im Bulli, im Typ3, im Krmann Ghia, im "Kübel" (Typ 181) - also quasi in allen Wauwehs mit luftgekühlten Boxern im Heck eingebaut. Wer hat denn wirklich geglaubt, dass ein Serienkäfer 160 fliegt? Diejenigen, die sich einen Porschemotor eingebaut haben, haben sich dann auch einen Porschetacho einbauen lassen...

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26.02.2013, 20:17 Uhr
 
ichbinweri...

Nun wenn ich hier die Antworten lese, von denen der größte Teil von eigenen tollen Hochgeschwindigkeitsfahrten erzählen, hat sich die Antwort doch schon gefunden.

Zum Stärken des Egos des Fahrers, wie einige Beiträge hier ja zeigen.

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26.02.2013, 20:33 Uhr
 
Amos

Laß den älteren Usern doch ihren Spaß beim nostalgischen Rückblick ...

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26.02.2013, 20:56 Uhr
 
bh_roth

@ichbinwerichbin: Dein Beitrag ist zwar eine Nullnummer, und auf deine schlechte Bewertung pell ich mir ein Ei. Ich gebe diese Geschichtchen nur zum Besten, weil das die WC etwas auflockert. Und wenn man mal ein schnelles Fahrzeug hat, dann lässt man es eben auch mal laufen. Und hat seinen Spaß. Allerdings passt das nicht in jedes engstirnige Weltbild. Beruflich war ich übrigens täglich immer mit weit über 200 km/h unterwegs, aber das ist ein anderes Thema.

Und damit du dich nicht bemühen musst, bewert ich mich schon mal selbst schlecht.

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27.02.2013, 07:04 Uhr
 
MikeH312

Tachogenauigkeit

Lt. §57 StVZO darf der Tachometer (ab einer Geschwindigkeit von 50 km/h) maximal 7% des Skalenwertes mehr anzeigen.

Eine Abweichung nach unten (Minderanzeige) ist nicht zulässig.

für Fahrzeuge, die EG-Richtlinien entsprechen, gilt die ECE-R39.

Hiernach errechnet sich die max. Toleranz unabhängig vom Skalen-Endwert nach folgender Formel:

tatsächliche Geschwindigkeit : 10 + 4 km/h

Je höher die höchste Angabe des Tachos, desdo "ungenauer" darf er seien.

As zweiter Punkt wie erwähnt, ein Tacho für alle Klassen spart Geld. Gleichteile.

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