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wandersmann

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Auf Wasserstraßen durch Deutschland.

Die Schwierigkeit ist ja immer die "Kontinentalwasserscheide" zwischen Rhein/Elbe und Donau zu überwinden, es sei denn, man will "nur" in den Bodensee. Den Startpunkt im Norden kann man frei wählen, sei es Nord- oder Ostsee, mit Hilfe des Nord-Ostsee-Kanals kann man ja ganz einfach von der einen in die andere hinüberpaddeln. Startpunkt Rhein : a) den Rhein hinauf bis durch den Bodensee und in Lindau einen leckeren Grenzcappucino trinken. Fertig. Schwierig wird's aber den Rheinfall zu überwinden, ohne über Land zu gehen.. b) um wirklich "ganz" nach Süden zu kommen, muss man die Iller hinaufpaddeln. Da die Iller ein Nebenfluß der Donau ist (mündet bei Ulm), bleibt einem nur der Weg über die Kontinentalwasserscheide. Also vom Rhein den Main hinauf, dann durch den Main-Donau-Kanal, die Donau flußaufwärts bis Ulm, und dann ab in die Iller. Am Ursprung der Iller (Zusammenfluss aus Breitach, Stillach und Trettach bei Oberstdorf) der Stillach folgen. Dann den Rappenalpenbach aufwärts in den Haldenwanger Bach. Dessen Quelle liegt ein paar Meter vom südlichsten Punkt Deutschlands entfernt. c) Alternativ sind natürlich von der Donau aus auch Lech, Isar, Inn und, davon ausgehend, die Alz oder Salzach zu befahren - um weiter östlich an die südliche Grenze zu gelangen. Gut mit dem Kanu bis über die Grenze zu befahren ist die Isar, und dann hat man es nach der Landesgrenze auch nicht mehr weit bis zum Quellgebiet. Um von Süden nach Norden zu fahren, würde ich hier starten. d) Wenn man's ein bisschen extremer mag - an der Landesgrenze am Tiroler Achen starten - das ist dann Rafting :) und durch den Chiemsee und die Alz und den Inn in die Donau, dann aufwärts - Main-Donau-Kanal, Main, Rheinmündung. e) Landschaftlich wahrscheinlich die beste Wahl und die längste Strecke : Start an der Fischunkelalm am Obersee, durch den Königssee und die Königsseer Ache, die Berchtesgadener Ache über die Landesgrenze in die Salzach. Vorbei an der Bundespolizei, also den Ausweis einstecken, die Salzach und den Inn hinunter in die Donau und dann weiter wie gehabt. Wirkliche Alternativen zum Rhein-Donau-Kanal gibt es nicht. Wenn man eine Stunde zu Fuß das Kanu schieben in Kauf nimmt, kommen mir noch zwei Möglichkeiten in den Sinn. Allen voran der Karlsgraben, der von der Altmühl in die Schwäbische Rezat führt. Der ist allerdings nach über tausend Jahren in einem Zustand, der ein bisschen Kanuschieben unabdingbar macht. Um ihn zu benutzen, von der Donau bei Kehlheim rechts abbiegen, dann bei Dietfurt in die Altmühl. Die Altmühl hat so gut wie keine Strömung, daher eine super Sache "Bergauf". Jetzt hinter Treuchtlingen rechts den Karlsgraben nicht verpassen. Wenn's nicht weitergeht, einfach parallel zum Karlsgraben mit Kanu wandern und direkt in die Schwäbische Rezat einsetzen. Dieser dann folgen, bis es bei Georgensgmünd in die Rednitz geht. Rednitz und Regnitz folgen, bis man bei Forchheim "Zwangsweise" im Rhein-Donau Kanal landet und dann weiter wie gehabt. Als letzte Option würde ich noch einen Übertritt von der Donau in die Elbe in Betracht ziehen. Der einzige Ort, den ich kenne, an dem dies ohne größere Steigung, aber mit einer guten Fußwanderung, zu bewerkstelligen ist liegt in Österreich. Im Buch "Mühlviertel: Wanderungen zwischen Donau und Böhmerwald. 50 Touren." ist die Tour gut beschrieben, von Rainbach nach Leopoldschlag Mark. Also - zur Anreise : Start an der Fischunkelalm am Obersee, durch den Königssee und die Königsseer Ache, die Berchtesgadener Ache über die Landesgrenze in die Salzach. Die Salzach und den Inn hinunter in die Donau. Dann die Donau abwärts an Linz vorbei und kurz danach in Obersebern links in die Aist abbiegen. Bei Hohensteg links halten und die Feldaist hinauf bis zum Badeteich bei Reinbach-Stadln. Jetzt der Wanderroute folgen und das Kanu bis Leopoldschlag schieben. Jetzt in den Grenzfluss nach Tschechien, die Maltsch einsetzen und dieser Flussabwärts folgen. Es geht durch einen schönen Stausee nach Budweis, dort mündet die Maltsch in die Moldau. Der Moldau folgen bis in die Elbe, und dann immer schön Bergab die Elbe hinab nach Hamburg. Wer mag, kann in den Elbe-Trave-Kanal abbiegen und landet über Lübeck in der Ostsee.