



Meine Rede! Ich bin schon lange der Meinung, dass der Abdichtungs- und Dämmwahn ein ungesundes Wohnklima schafft, Feuchtigkeit in Wände und in Wohnraum bringt, und die Ersparnis bei weitem nicht so hoch ist, dass sich die Maßnahme überhaupt irgendwann einmal bezahlt macht.




Es ist in der Tat ein Trauerspiel, vor allem, wenn man die Entwicklung betrachtet, Die erste halbherzige Wärmeschutzverordnung in den 70ern brachte fast nichts, versuchte man, sie zu überschreiten, zB. 36,5 statt 30 cm Aussenwand wurde man für bekloppt erklärt. Jetzt, EnEV sei dank, werden Bauherren gezwungen, ihr Haus in eine Thermoskanne zu verwandeln, ohne dass man sich über die bauphysikalischen Vorgänge größere Gedanken zu machen scheint.Mit einer vernünftigen monolithischen Aussenwand sind die heutigen Vorgaben an U-Wert kaum mehr zu erreichen.In der Not versucht man nun hier und da, das Problem mit Be-u.Entlüftungsanlagen zu beseitigen.Das macht die Sache nicht wirtschaftlicher, gegen eindringende Feuchte von aussen hilft´s auch nichts.




Das ist aber nichts neues. Auf Kredit gestütztes Wärmedämmen nämlich. Nicht Wärmedämmung allgemein. Und ich sehe auch nicht, wie die steigenden Energiepreise eingerechnet sind. Alles in allem eine Studie ohne Tiefgang auf Niveau der Bildzeitung. Und das ganze nutzt auch nur mit hoher Investition, sprich rundum Dämmung inklusive Fenster. Im Nachhinein ists immer einfach, sowas zu behaupten. Lange Winter wie dieser verschieben diese Aussagen wieder. Meine Solaranlage (Warmwasser) ist noch voll in der kalkulierten Rendite, obwohl sie im Winter kaum was beisteuert. Auch da finden sich viele Gegenrechnungen. Auch hier der Kapitalfehler: auf Pump kaufen.




Zur Idiotie der Luftdichtheit: bereits jetzt treten erste massive Bauschäden durch unsachgemäß ausgeführte Dichtungsebenen auf. Das ist ein schleichender Prozess, i.d. R erst feststellbar wenn die Brühe die Wand herunterläuft, oder der Schimmel sich durchgefressen hat. Es ist auch fraglich, wie lange sachgemäß durchgeführte Abdichtungen dicht bleiben.




Nachträglich aufgeklebtes Plastik aka Styrodur oder gar nur Styropor verschiebt nunmal den Taupunkt. Tät ich nie machen. Auf Beton schon gar nicht.




http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/waermedaemmung-studie-zu-kosten-und-nutzen-sorgt-fuer-streit-a-891797.html




Wegen Anforderungen des Gesetzgebers, ist der Bauherr gezwungen einen Mindestwärmeschutz zu bauen. Ich würde mir sehr gut überlegen, ob ich es bei steigenden Kosten für Energie dabei belassen würde. Dabei ist es zunächst egal, ob dieser in monolithischer Bauweise oder mit „aufgeklebtem Styropor“ erreicht wird. Bei hohen und steigenden Gundstückskosten, bei uns z.Zt. 450 € pro m², sollte man eine schlanke Außenwand mit WDVS durchaus in Betracht ziehen. Stammtischparolen von „atmenden“ Wänden, Taupunktverlagerung und brennbarem Plastik auf der Fassade sind zu wenig differenziert. Bei weit über 300 fertig gestellten Neubauobjekten in den vergangen 15 Jahren, ist mir kein Fall bekannt, der bei dem GRUNDSÄTZLICH wegen der Ausführung eines WDVS zu Problemen kam. Fehler kann man bei monolithischer Bauweise auch genügend machen.
Bei der Sanierung kann es völlig anders aussehen. Eine energetische Betrachtung ist unumgänglich, und die Fassadendämmung ist in vielen Fällen nicht die erste Wahl.




Zur Ergänzung, wegen der 1000 Zeichen.
4 Personen, BJ 2000, auf 500 m NN, wo die Winter kalt und etwas länger sind
15 cm WDVS WLG 032, Ölzentralheizung, mit Solaranlage, ca. 165 m² Wfl., p.a. im Schnitt ca. 800 L. Heizöl und 2 m³ Holz. Genügend Nachbarn links und rechts müssen 2 x im Jahr tanken.




@alle: stimmt das nicht: Mehr Platz: Bis zu fünf Antworten pro Frage sind jetzt möglich und eine Antwort darf bis zu 2.500 Zeichen haben. Danke für die Anregung! (13.08.2010 11:35)?




@miele: Naja, ich beheize 135 m², bei extrem niedrigen Außentemperaturen 175 m², ausschließlich mit Holz, Wand ist monolithische Bauweise, Frau ist a.g.b.F.* , Heizkosten 750 Euro / Jahr bei strengem Winter, exklusive Warmwasser. Bis sich da eine zusätzliche Dämmung rechnet, fürchte ich, lebe ich nicht mehr. Allerdings überlege ich mir, für die Warmwasserbereitung einen anderen Weg einzuschlagen.
*) anerkannt größte bekannte Frostbeule




Das läßt sich alles umgehen, wenn man den Schwerpunkt auf Wärmespeicherung statt Dämmung legt. Mit einem schweren und großvolumigen Baustoff hat man Mittags noch kühle und Mitternacht noch warme Räume.




bh_roth ich habe 149m² und 850€ Heizkosten inkl Warmwasser. Wände Poroton T9 mit 6cm mineralischem Wärmeschutzputz, Dreifachverglasung. Das haben manche als Heizkostennachzahlung.
Starmax halt die Klappe, du redest eh nur Müll.




@bh: genau das meine ich doch, bei der Sanierung nicht immer gleich alles Dämmen, da muß man nach genauer, als beim Neubau schauen, wo sich die Investition lohnt. Sind die 750 € für Scheitholz? Wievielen kWh sind das im Jahr? Ein Scheitholzkessel läuft bei mir aber ohenhin außer Konkurenz, den kann und will nicht jeder betreiben, da gehört ein gewisser Idealismus dazu.
@Rocktan: mein: Credo, ausreichendes voraussschauendes Dämmen rechnet sich im Neubau fast immer. Wir sind nicht im Glaubenskrieg, wenns monolithisch Sinn macht, warum nicht. Ich wollte nur gegen die grundsätzliche Verurteilung der Dämmungen, insbesondere an den Fassaden ein wenig Stimmung machen. (Du weißt aber schon, daß du mit deinen 6 cm Wärmedämmputz auch Styropor auf der Fassade hast?)
Starmax: Burgen werden etwa seit dem Mittelalter nicht mehr gebaut, aber im Grundgedanken hast du recht.