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Gast 8901

warum beschwert man sich eigentlich jetzt? es war doch auch vorher die Rede von Stuttgart21


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ANTWORTEN (7)
11.10.2010, 20:28 Uhr
 
anonymm

weil die sache erst jetzt durch umwelt-politiker wie z.bsp. die grünen in die öffentlichkeit gerückt ist.

zu beginn des projektes gab es viele positive meinungen, nun werden solche meinungen durch diskussionen über bäume oder alte denkmäler beeinträchtigt!

man stachelt die leute an und diese handeln dann (meiner meinung nach) emotional.

außerdem ist in deutschland (aus der politischen sicht gesehen) wenig los, in anderen ländern finden öfter demos statt, welche nicht immer gewaltlos durchgeführt werden (siehe nachbarland frankreich). ich denke, dass sich viele auch dadurch zu demos oder gegenreaktionen verleiten lassen...

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11.10.2010, 21:54 Uhr
 
educultur

bei google fand ich verschiedene Artikel, zur Frage, woher die gegenwärtigen koordinierten Angriffe gegen alles, was in Deutschland mit Hochtechnologie und Infrastruktur zu tun hat, eigentlich kommen?

S 21 würde die deutsche und europäische Verkehrsinfrastruktur verbessern, Aufträge für die produzierende Wirtschaft, mehr Arbeitslätze bringen. In „Die Klimastiftung, die EU und die Zerstörung der europäischen Industrie“ der Hinweis, daß Gruppen, die Energie- und Infrastrukturprojekte in Deutschland bekämpfen, von der European Climate Foundation (ECF), die aus von Hedgefonds bezahlten steuerbegünstigten Stiftungen finanziert werden. Interessant auch „Das Goldsmith „Öko-Netzwerk".

Warum wird nicht überall massiv gegen die Bankenrettungspakete protestiert, die letztlich uns Bürger ausplündern zugunsten einiger Großbanken, die sich verspekuliert haben und die Klausel, „im Ernstfall zahlt Deutschland alles!“ so auch bei google: „Trichet und die "Deutschland-zahlt alles"-Klausel“

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11.10.2010, 22:23 Uhr
 
Logan5

Die Leute waren vorher nicht informiert, die Entscheidungsprozesse für die Bürger zu abstrakt. Jetzt wo die Dinge entschieden sind, haben die Demonstranten einen klaren Gegner. Natürlich ist das zu spät. Aber typisch. Niemand beteiligt sich an irgendwelchen Debatten oder politischen Prozessen. Die meisten gehen ja nicht einmal wählen. Erst jetzt interessiert es überhaupt wen.

Im übrigen ist klar, dass der Untergrund in Stuttgart schwierig ist und dass der Bau von S21 deshalb ein Milliardengrab an Nachbesserungen wird und darum geht es letztlich. Die Baum-Sache, das sind lediglich die Tricks derer man sich dabei bedient, um irgendwie in die Suppe zu spucken.

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17.10.2010, 01:04 Uhr
 
Haidanai

Mal ganz abgesehen davon, daß vor 15 Jahren -auch wegen wie heute unverändert klammer Stadtkasse - sich kaum ein Stuttgarter vorstellen konnte, dass ihm solch "unterirdisches Gechenk" je real präsentiert würde:

2007 wurden bereits 67000 Stuttgarter Protestunterschriften (= mehr als 10% der Bewohner) gegen S21 übergeben - erst am 02.04.09 wurden trotzdem die letzten DB AG-Einzelfinanzierungsverträge beschlossen. Wer da was und wen verpennt hat -der Bürger die Politik bzw. umgekehrt den Bürger- erklärt sich demnach von selbst. -

Dazu: seit der letzten Wahl in ebenfalls 2009 bildet die Grüne Partei erstmals die stärkste Fraktion im Gemeinderat.

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25.11.2010, 22:17 Uhr
 
berta_epple

Lieber Gast 8901,

es ist keineswegs so, dass man sich erst jetzt beschwert. Schon im Stuttgarter OB-Wahlkampf mit Schuster und Rezzo Schlauch war S21 ein zentrales Thema. Und auch im folgenden Wahlkampf beherrschte es die Debatte: OB Schuster versprach damals Boris Palmer, dass im Fall einer deutlichen Kostensteigerung das Volk befragt werden soll. Inzwischen waren jedoch die Kassen leer, das Projekt wurde sogar gestoppt und niemand glaubte mehr an dessen Umsetzung.

Dann wurde das Projekt wieder aufgenommen und es kam zu der Kostensteigerung. Als diese bekannt wurde, rechnete man die Kosten ein wenig herunter und flugs wurden die Verträge unterschrieben, um hinterher sagen zu können, aus rechtlichen Gründen könne man nun das Volk nicht mehr befragen. 70.000 Unterschriften für ein Volksbegehren wurden einfach ignoriert. Von den ökologischen und geologischen Risiken – Grundwassermanagement, Mineralquellen, Gipskeuper etc. – ganz zu schweigen.

Ende von Teil 1 der Antwort an Gast 8901

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25.11.2010, 22:21 Uhr
 
berta_epple

Teil 2 der Antwort an Gast 8901

Es gibt zudem viele weitere Beispiele von Ungereimtheiten: Seien es die bezüglich der Größenverhältnisse falschen Animationen der Bahn, die angebliche Verbreitung der Bahnsteige, die nachweislich falschen Aussagen zur Leistungsfähigkeit des unterirdischen Bahnhofs in Stoßzeiten oder die Legende von den „leichten Güterzügen“, die die Neubaustrecke zwischen Ulm und Wendlingen befahren sollen, die es aber in Wirklichkeit nicht gibt.

Wer mit einem Gewehr in den Wald geht, will jagen. Wer mit Wasserwerfern in den Stuttgarter Schlossgarten bei einer angemeldeten Demonstration anrückt will sie nicht einsetzen? Am 30.9./1.10.2010 wurden Kinder mit Wasserwerfern brutal niedergemetzelt und trotz eines Verbots des Eisenbahnbundesamtes in der Nacht dann Bäume gefällt.

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25.11.2010, 22:31 Uhr
 
berta_epple

Teil 3 der Antwort an Gast 8901

Der gewaltsame Polizeieinsatz war genau so gewollt. Selbst CDU-Kreise geben dies inzwischen zu. Nachdem die Polizei in Stuttgart jahrelang mit einer Deeskalationsstrategie arbeitete, wurde ihr jetzt eine Eskalationsstrategie verordnet: Der Klientel der CDU sollte klargemacht werden: Wenn Ihr weiter so demonstriert, dann sind dies die Folgen.

Der stern hat mit der Veröffentlichung der BAST-Unterlagen ein weiteres Beispiel geliefert, wie die Bürger hinters Licht geführt werden sollen. (Wer, wie die Projekt-Befürworter, behauptet, S21 sei das am besten geplante Projekt, vertut sich nicht bei der Umrechnung von € in DM. Und falls doch: Entlassung wegen Unfähigkeit.) All dies hat im Lauf der Zeit viele Bürger in Stuttgart dazu geführt, so zu reagieren wie ein Schwabe in solch einem Fall reagiert: „Alles was Recht isch, ab’r jetzt reichts. So goaht’s ned.“ Seitdem wird demonstriert. Und Wahlen gibt es auch bald.

Mit den besten Grüßen Ihre Berta Epple

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