Gast 16359

Warum können plötzlich sieben Atom-Kraftwerke mit einer Leistung von zusammen ca. 10.000 MW ohne weiteres abgeschaltet werden? Wo kommt denn dann der Strom her, den wir momentan verbrauchen? Oder haben wir ständigen Überschuss an Strom? Dann müsste doch bei Überangebot der Preis sinken?


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ANTWORTEN (19)
17.03.2011, 17:37 Uhr
 
Highspeed

Wie haben ständige Überproduktion. Diese wird verkauft. Die Preise sind deshalb so hoch, weil der Druck der Verbraucher nicht ausreicht um die Preise zu senken. Es wechseln zu wenige Verbraucher zu den preiwerteren Anbietern.

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17.03.2011, 18:05 Uhr
 
Ingenius

Bei Überangebot sinkt der Preis nur in einem funktionierenden Markt, den gibt es aber im Stromgeschäft nicht. Obwohl an der Leipziger Strombörse die Strompreise gesunken sind, haben die Energiefirmen die Preise erhöht, das ging in den letzten Monaten durch die Medien.

@ Highspeed

Die preiswerteren Anbieter sind am Ende leider nicht so preiswert wie allgemein suggeriert wird. Ich habe das mal ausprobiert, zwei Firmen gefunden und anschließend Erfahrungsberichte gegoogelt. Da kam raus, dass man einen Zweijahresvertrag abschließen muss, die Preisbindung aber nur 6 Monate gültig ist. Danach wird saftig erhöht.

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17.03.2011, 20:07 Uhr
 
Highspeed

@ingenius: Damit hast Du natürlich recht. Man muss schon sehr, sehr sorgfältig schauen, welchen Anbieter man wählt.

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18.03.2011, 08:44 Uhr
 
Maegwyn

das kommt davon, dass wir nur wenige große stromanbieter haben, die sich auch noch untereinander absprechen. und weil das eine große politische lobby ist, die ganz viele leute in der politik sitzen hat, traut sich keiner, dagegen vorzugehen - und wenn doch, hat er keine chance. und da ein boykott der bevölkerung so gut wie unmöglich ist... tja.

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18.03.2011, 09:58 Uhr
 
fiatpolski

Energiekonzerne (wie auch Landesbanken) bieten Politikern lukrative Posten, siehe Schröder, Clement, Müller etc. Warum sollten unsere Politiker der etablierten Volksparteien also die Monopolstellung der Energieanbieter zerschlagen? Die Bevölkerung kann nicht ohne Energie und die Liberalisierung des Marktes wird gebremst wo möglich. Siehe auch Bahn, Post etc. Die momentanen Politiker sind Lobbyisten der Großkonzerne, nicht des Volkes.

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18.03.2011, 13:25 Uhr
 
gast11

Es müssen immer mehr Kapazitäten vorhanden sein, als Verbrauch stattfindet. So gibt es für Lastschwankungen und Kraftwerksausfälle unterschiedliche Reserven. Pumpspeicherwerke, die praktisch innerhalb weniger Sekunden ans Netz gehen können. Gasturbinenkraftwerke sind fast genau so schnell und dann "heißer Stillstand" von anderen konventionellen Kraftwerken. So werden Schwankungen in Erzeugung und Verbrauch ausgeglichen. Der Preis an der Strombörse ist für Endkunden irrelevant. Es müssen ja mindestens die Kosten für Erzeugung und Verteilung bezahlt werden. Das "Merit-Order" Modell kann auf die Strommärkte nicht angewandt werden, da das einen freien Markt, auf dem auch das gesamte Handelsvolumen stattfindet voraussetzt. Der Energiemarkt wird aber von langfristigen Lieferverträgen bestimmt ( ca.80% des Volumens). Die dort vereinbarten Preise berücksichtigen alle anfallenden Kosten inclusive EE-Abgaben.

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18.03.2011, 14:19 Uhr
 
rony_rich

Deutschland war mit 70 Milliarden Kilowattstunden Stromexporteur im letzten Jahr ! Somit ist eine Überkapazität vorhanden und die alten Meiler gar nicht erforderlich wie von den Konzernen und Politikern behauptet . Die Täuschung der Öffentlichkeit war in der Vergangenheit bedingt durch Profitgier der Konzerne und dem Interesse der Landesregierungen an Steuereinnahmen begründet.... Der Strompreis wird durch das teuerste, noch zur Lastdeckung im Markt nachgefragtem Krafterk bestimmt - also durch die sogenannten Grenzkosten i.d.R. von Kohle- oder Gaskraftwerken.

Der Preis sinkt nicht, da über 80 % der Stromerzeugung auch nach über 10 Jahren der Liberalisierung noch bei 4 marktbeherrschenden Konzernen liegt.

Gleiches gilt übrigens für den Netzausbau, die marktbehererrschenden Unternehmen unterhalten auch teilweise Übertragungsnetze. Also sollten sie Netze ausbauen um ihre Kraftwerke auszubauen, dass sie dies nicht machen ist jedem klar - Der Politik nur leider nicht.

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18.03.2011, 22:04 Uhr
 
mackeldei

Wir haben in Europa einen Stromverbund.Möglicherweise bekommen wir Atomstrom aus einem Nachbarland.Die Nachbarländer reagieren nicht so hysterisch , weil die Medien sachlich bleiben. Immer bedenken : in Deutschland sind Wahlen und die Mehrzahl der Medien bei uns sind links. (siehe Stern)

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19.03.2011, 00:43 Uhr
 
berliner83

Ach, immer diese qualifizierten Antworten...

Der (Netto) Strompreis ist im Vergleich zu 1998 fast gleich geblieben!

Die Steuern (und Abgaben) haben sich seit 1998 um fast 100% erhöht!

Wenn man die Stromproduktion immer nur auf den aktuellen Verbrauch auslegen würde, dann würden wir regelmäßig im Dunkeln stehen.

Nehmen wir als Beispiel mal die WM:

In den Halbzeitpausen steigt der Strmverbrauch um ein Vielfaches. Wenn man da keinen Strom vorhalten würde, dann würde das Stromnetz zusammenbrechen und Fußball wäre vorbei...

Ich bin sicherlich kein Befürworter von Atomkraft und Kohlekraftwerken, aber anders geht es leider nicht und es wird auch nie gehen!

Windkrafträder will keiner haben, Hochspannungsleitungen will auch keiner haben...Aber jeder will sauberen Strom, und das auch noch günstig...

Wenn wir Strom brauchen, kommt er aus der Steckdose, aber woher die Steckdose den Strom bekommt, dass ist egal wenn wir den Stecker reinstecken...

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19.03.2011, 10:53 Uhr
 
saalefreund

1.Es werden einige Kohlekraftwerke hochgefahren;

2.Wir importieren den fehlenden Strom entweder aus Frankreich(Atomstrom) oder

aus Polen( sehr alte Kohlekraftwerke)

3. Beten,dass die Sonne scheint und der Wind weht!

Eine Möglichkeit ist natürlich auch den Strom für einige Stunden am Tag abzuschalten, es ist doch so kuschelig bei Kerzenlicht zu sitzen.

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19.03.2011, 11:10 Uhr
 
berliner83

@saalefreund:

zu 2: Du hast vergessen zu schreiben, dass das CO2 aus den Kohlekraftwerken aus Polen an der Grenze zu Deutschland halt macht, deshalb ist es nicht so schlimm, wenn wir hier in Deutschland die umweltfreundlicheren Kohlekraftwerke abschalten...

;-))))

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30.03.2011, 12:29 Uhr
 
Maria1000

Solche grundsätzliche Sachen wie Energie, Heizung, Post, Bahn, Wasser - auf die KEINER im Grunde je verzichten kann, hätten niemals PRIVATISIERT werden sürfen, sodnern gehören in STAATSHAND! Alsod ei Hand DES BÜRGERS/Volkes!

Statt dessen haben iwr einen massiven FILZ mittlerweile zwischen Politikern aller grossen PArteien und derartigen KONZERNEN! Fatal....für die PREISE und für unsere GEESUNDHEIT!

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30.03.2011, 12:43 Uhr
 
Pixelschubser

Ja, die Überschussproduktion ist lange da.

Nein, billiger wird der Strom dadurch nicht, da die Atomlobby es schafft, den Strompreis künstlich hochzuhalten.

Nein, selbst wenn wir auf einen Schlag alle AKWs abschalten, geht bei uns nicht das Licht aus - wir müssten nur die Windkraftanlagen wieder anlaufen lassen, die tagelang ungenutzt in der Landschaft stehen.

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31.03.2011, 20:25 Uhr
 
Bruno1234

Jeder Strom wird in das europäische Verbundnetz eingespeist. Der Atomstrom geht also auch nach Norwegen oder Schweden. Umgekehrt beziehen wird von dort Strom. Wennbei uns siehen Kraftwerke abgeshaltet werden, wird der Strom von außen eingekauft. Da niemand mehr zurückverfolgen kann woher der Strom kommt, kanne s gut möglich sein, dass weiterhin Atomstrom verbraucht wurd. Nun eben von den französischen Kernkraftwerken aus dem Rhein-Rhone Tal.

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03.04.2011, 13:05 Uhr
 
don_limpio

Die Atomkraftwerke können abgeschaltet werden, weil wir eine Überkapazität haben und wir (also die Bevölkerung der BRD) seit Jahren von Regierung und Atomindustrie verarscht und belogen werden. Preissenkungen wegen Angebot und Nachfrage gibt es nicht, da die Konzerne monopolistisch und mafiamässig organisiert sind. Die Verflechtung von Politik, Kapital und Industrie ist einfach zu perfekt, als dass die Bevölkerung dagegen etwas machen könnte. Man geht alle 4 Jahre zur Wahl und das wars dann. Die "Volksvertreter" können dann weitere 4 Jahre mauscheln, kungeln, tricksen oder was man sonst so sagen könnte. Ist doch genial, Demokratie ist doch lustig.

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04.04.2011, 21:36 Uhr
 
Umweltbrief

BMU Leitstudie 2010

Die „Leitstudie 2010“ des Bundesumweltministeriums belegte bereits letztes Jahr, dass die Atomenergie keine Brücke darstellt und die Laufzeitverlängerung überflüssig ist.

Selbst wenn alle 17 Atomkraftwerke in Deutschland sofort abgeschaltet werden, entsteht keine Stromlücke, denn in Deutschland wird weit mehr Strom erzeugt als verbraucht werden kann.

Bundesumweltminister Röttgen hatte zunächst versucht, die „Leitstudie 2010“ in der Schublade verschwinden zu lassen, da sie aufzeigt, dass eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke vollkommen überflüssig ist.

Publiziert wird dies jedoch nur auf auf der "Sonnenseite" von Franz Alt und auf der Homepage von Hans-Josef Fell.

An sich müsste der Bundesumweltminister jetzt zurücktreten.

Mehr dazu bei

http://www.umweltbrief.org/neu/html/aktuell-04.html

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05.04.2011, 12:38 Uhr
 
Eichberg

Deutschland hat eine Gesamtkraftwerksleistung von 135 Gigawatt (Stand 2010). Davon stehen 90 GW real zur Verfügung, der Rest entfällt auf Stilllegungen, Reparaturarbeiten etc.. Die höchste abgefragte Strommenge betrug 77 GW, sodass ein Puffer von 13 GW zur Verfügung stand.

Die 7 Alt - AKWs haben zusammen etwas über 8 GW Leistung, sodass ein Abschalten nicht auffällt. Oder anders herum: Sie können sofort vom Netz und der Pannen-Reaktor Krümmel gleich mit.

In der heutigen Ausgabe des Magazins "Stern" wird behauptet, Deutschland müsse jetzt Strom importieren - Atomstrom aus Frankreich und Tschechien. Das ist FALSCH. Richtig ist vielmehr, dass Deutschland auch im März 2011, also zur Zeit des Moratoriums, Strom EXPORTIERT. Wir sind ein Strom exportierendes Land.

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19.10.2011, 23:16 Uhr
 
sporadisch

Das ist einfach: vor der Abschaltung hat Deutschland das Strom-Äquivalent von 3 Kernkraftwerken exportiert, danach die gleiche Strommenge importiert.

Die Erzeuger im Ausland freuts, und Öko Strom wirds auch nicht sein

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22.11.2011, 02:27 Uhr
 
Ossita

Vereinfacht: Die Erzeuger (Kraftwerke) aller euroäischen Länder speisen in das europäische Verbundnetz ein und alle Verbraucher dieser Länder können Leistung entnehmen. Den Preis bestimmt Angebot und Nachfrage. Angebot und Nachfrage müssen dabei natürlich immer ausgeglichen sein. Deutschland kann so viele Kraftwerke abschalten wie es will solange dann von anderen Ländern genügend Ausgleich geliefert wird. Es steigt dann allerdings der Preis z.T. erheblich. Kritisch wird es, wenn Leistung fehlt was schon im Winter geschehen kann, wenn Frankreich deutliche mehr Strom benötigt (Stromheizungen). Deutschland kann das jetzt nicht mehr ausgleichen. Und wenn dann Deutschland mehr Leistung wegen Windstille benötigt....

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