HOME
Frage Nummer 24782 Elke Werner

Warum unterscheidet man noch immer alte Bundesländer und neue Bundesländer? Sind die Unterschiede noch so groß?

Antworten (9)
Bad_Cat_No1
Nu ja, da werden die Ansichten sicherlich weit auseinander gehen. Eine Aussage, wie es in den Köpfen der Menschen (egal ob Ost oder West) aussieht, traue ich mir nicht zu. Aber was sicherlich neben den persönlichen Erfahrungen auch eine Rolle spielt: Der Solibeitrag von West nach Ost existiert noch - obwohl es manch einer Nehmer-Gemeinde im Osten inzwischen besser geht, als den Zahlern im Westen. Dafür ist das Lohnniveau in weiten Bereichen noch nicht angeglichen, Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskraft sind unterschiedlich, in der Gesundheitsversorgung gibt es auch Unterschiede usw. usw. usw. Es gibt viele Faktoren, die hier eine Rolle spielen. P.s.: In den USA wird auch 146 Jahre nach Ende des Sezessionskriegs immer noch nach "Nord" und "Süd" unterschieden.
Ingenius
Der Soli wird nicht nur in den alten, sondern auch in den neuen Bundesländern erhoben.
antwortomat
Fahr doch mal rüber, Du wirst es schon merken.
hphersel
vielen "Nachgeborenen" in Post UND West ist es egal. Für die gab' immer schon "ein deutschland", die kennen die historischen Unterschiede nicht und für diese ist es nur ein Name. austauschbar.
unterschiede? In aller Regel sind das doch nur Vorurteile. Oder "kopfgemacht". Auch im Westen gibts Unterschiede, beispielsweise zwischen Bayern und dem Ruhrgebiet. Aber da wird nicht unterschieden. Aber solange Politiker und Gewerkschaftsfunktionäre immer wieder den Focus auf "die da drüben" - egal, aus welcher Richtung! - zeigen, so lange wird der Unterschied immer wieder herausgekramt und auf das Trennende geschaut anstatt auf das Verbindende - und so lange wird es "alte" und "Neue" Bundesländer geben.

PS: Eine Gegend in den USA heißt auch heute noch "Neu-England". Und trotzdem weiß jeder, dass die Gegend nichts mit Großbritannien zu tun hat...
fiatpolski
Der Unterschied ist vorallem wirtschaftlich. Der Osten ist strukturell eher schwächer aufgestellt, das zeigen auch die Arbeitslosenzahlen. Der Osten ist halt noch nicht auf West-Niveau. Und wer im Osten aufwächst und Karriere machen will geht in den Westen.
Miawerf
Offiziell ist ja alles Deutschland, von daher ist die Unterscheideung zwischen alt und neu nur noch aus alten Zeiten übrig geblieben. Unterschiede gibt es tatsächlich noch, diese kann man aber kaum so konkret auf die Bundesländer verallgemeinern. Die Begriffe werden also sicherlich mit der Zeit aussterben.
Ingenius
Der Unterschied ist vor allem mental bedingt. Die Infrastruktur in den neuen Bundesländern ist mit der vor zwanzig Jahren nicht vergleichbar. Damals waren alle Städte grau, der Putz bröckelte von den Häusern, und man fuhr auf Betonplattenstraßen. Im Osten sind mittlerweile die Autobahnen und Landstraßen besser in Schuss als im Westen. Aber es gibt noch die alte DDR-Mentalität. Der „Wessi“ ist noch immer ein Feindbild, weil der Westen die „schöne alte“ DDR annektiert hat. Dass er mehr Geld reingesteckt als rausgezogen hat, übersieht man geflissentlich. Sie hätten damals die Zweistaatlichkeit wählen und den polnischen oder tschechischen Weg gehen können. Das wollten sie aber auch nicht. Also, was wollen sie eigentlich?
KirstenV
letztendlich ist diese unterscheidung ja geschichtlichen ursprungs. insofern denke ich, dass es auch immer die abgrenzungen geben wird. und solange man in den neuen bundesländern zwar die gleichen preise wie in den alten bezahlen darf, aber immer noch weniger geld für seine arbeit erhält, wird sich daran nichts ändern.
JenM
Die Unterschiede sind tatsächlich immer noch da. Die Gehälter haben sich noch nicht angeglichen, die Arbeitslosigkeit ist unterschiedlich verteilt und so weiter. ABer auch die Einstellung der Menschen unterscheidet sich nach so langer Zeit immer noch.