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starmax

Was ist der vielbeschworene Populismus?

Mit diesem Vorwurf ist man ja stets schnell bei der Hhand in der Politik.

Abwertend definiert als "um „Nähe zum Volk“ bemühte Politik, die Unzufriedenheit, Ängste und aktuelle Konflikte für ihre Zwecke instrumentalisiert (Wiki).

Könnte es aber sein, daß die Demokratie der Einen nur der Populismus der Anderen ist?


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ANTWORTEN (13)
20.04.2011, 00:16 Uhr
 
Bellicosa

Für mich ist der Begriff "Populismus" ein Widerspruch in sich! Politiker wollen das

"Volk" verunsichern und ängstigen,indem sie die politische Lage übertrieben bzw.

negativ,darstellen. Dadurch wollen sie natürlich Vorteile (sprich:Wähler)

gewinnen,und wenn diese Methoden volksnah sein sollen,läuft irgendetwas

total schief!

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20.04.2011, 00:29 Uhr
 
TKKG

Bildzeitung!

Das wäre die ganz kurze Antwort auf die Frage. Die Springer Presse ist Populismus in Reinkultur!


Die etwas längere Antwort lautet:

Populismus hat jedes mal ein etwas anderes Gewand. Es gibt aber gute Indizien, um ihn zu entlarven:

- das Besetzen von Allgemeinplätzen

- das Ausnutzen von Sorgen/Ängsten

- das Vermeiden von Aufklärung (und statt dessen mit immer neuen Horrorszenarien beunruhigen)

- Stimmungsmache zu aktuellen Themen / klares Parteiergreifen

- unreflektierte Standpunkte uvm.

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20.04.2011, 07:58 Uhr
 
StechusKaktus

In jeder Gesellschaft gibt es langfristige und kurzfristige Ziele, die sich teilweise widersprechen (z.B. langfristige Vermeidung von Geldentwertung und Rettung von Arbeitsplätzen mit Staatsknete) Wirft ein Politiker seine marktwirtschaftliche Grundüberzeugung über Bord, um fernsehwirksam die (vorübergehende) Rettung von Arbeitsplätzen zu verkünden, so handelt es sich imho um Populismus. Dasselbe sehen wir in der Energiepolitik. Ich sage nur: Windräder.

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20.04.2011, 09:06 Uhr
 
TKKG

Ja, das trifft's ganz gut!

Bequeme Scheinlösungen, statt unbequemer Ursachenbekämpfung.

Das ist imho aber nur ein Aspekt von Populismus.

Ein anderer ist z.B. das Erzeugen eines Feindbildes, um von den eigenen Problemen abzulenken. (Der Terrorwarnungsschwachsinn z.B.)

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20.04.2011, 10:16 Uhr
 
starmax

Mea culpa - das ist hier doch eine Diskussionsfrage, wie ich jetzt merke. Aber die Antworten finde ich alle gut und imho richtig!

Zeigt auch deutlich: Wer die veröffentlichte Meinung lenken kann, hat das Land in der Hand.

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20.04.2011, 11:40 Uhr
 
fiatpolski

Populismus ist für mich wenn ein Politiker sein Fähnchen in den Wind hängt.

Beispiel Atomkraft: Nun probieren Unionspolitiker zwanghaft die Atomkraftwerke abzuschalten deren Laufzeiten sie gerade verlängert hatten. Das ist einfach verlogen und populistisch.

Ein Politiker sollte eine Meinung haben, danach wird er gewählt oder auch nicht. Eine Meinung kann sich mit der Zeit ändern, das bringt wachsende Erfahrung mit sich. Aber eine Meinung kann sich nicht einfach so über Nacht ändern.

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21.04.2011, 11:30 Uhr
 
hphersel

@Fiatpolski: Einer, der sein Fähnchen nach dem Wind hängt, ist ein Opportunist. Er hat keine eigene Meinung und sagt jedem das, was dieser gerde hören möchte. Ein Opportunist wie niemals Führungsqualitäten entwickeln, er ist der gebporene Mitläufer. Ein Populist macht sich die Meinung des Volkes (lat. Populus) zu eigen, wird so zuerst zum Sprachrohr des Volkes und dann zu seinem Führer und Verführer. Ein Opportunist sagt den Leuten, was sie hören wollen, ein Populist liefert vermeintlich einfach Antworten auf komplizierte Fragen. Und so hat er bald die Mehrheit hinter sich. Auch wenn seine Antworten oftmals von keiner Sachkenntnis getübt sind, klingen sie gut und das Volk wird zum Spielball der Populisten. Sarrazin ist so einer. Oder Geert Wilders in den Niederlanden.

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21.04.2011, 11:51 Uhr
 
fiatpolski

@hphersel

Ich finde meinen Beitrag schon richtig, obwohl ein Populist sicher auch ein Opportunist ist. Wikipedia hat den Populismus schön in Worte gefaßt:

Populismus bezeichnet eine um „Nähe zum Volk“ bemühte Politik, die Unzufriedenheit, Ängste und aktuelle Konflikte für ihre Zwecke instrumentalisiert, indem sie Gefühle anspricht und einfache Lösungen vorstellt.

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21.04.2011, 11:54 Uhr
 
fiatpolski

@hphersel

Wobei ich Wilders tatsächlich für einen Populisten reinsten Wassers halte, Sarrazin ist für mich eher ein frustrierter alter Mann, der bekannte Probleme benennt und dramatisiert ohne Lösungen anzubieten.

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21.04.2011, 12:05 Uhr
 
hphersel

@ Fiatpolski:

Natürlich hast Du auch Recht. Sagen wir einfach: Ein Populist ist ein Opportunist, der sich die Meinung des Volks zu eigen macht und nicht die seines Chefs, seiner Kollegen etc..

Jeder Politiker MUSS irgendwo Opportunist und Populist sein, denn gewählt wird er nur, wenn ihn leute sympathisch finden, das tun sie nur, wenn er ihnen sagt, was sie hören wollen. Das macht der Opportunist. Aber nur, wenn er Ausstrahlung hat und Menschen führen kann und den Leuten nicht nur das Gefühl gibt, ihnen nach dem Mund zu reden, wird aus ihm ein Populist...

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21.04.2011, 18:33 Uhr
 
starmax

Sicher gibt es Schnittmengen von "Opportunist" und "Populist". Die Steigerung des P. wäre aber "Demagige" - Volksverführer.

Wenn Länder wie USA und GB den Irak wegen angeblicher - aber nicht existierender! - Massenvernichtungswaffen bekriegen, aber in Wahrheit schon vorher heimlich die Ölrechte verteilen, dann ist das in der Auswirkung wohl schlimmer *) als alles, was Sarrazin und Wilder zusammen erzählen...

*) Das Land ist mit Uranstaub (Munition) verseucht, Kinder werden verkrüppelt, ohne Kopf und ohne Gliedmaßen geboren. Juckt aber hier kaum jemanden...

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21.04.2011, 18:58 Uhr
 
TKKG

Warum auch?

Die Förderrechte sind ja im Wesentlichen nach Russland gegangen!

Und nach China!

Als kleines Schmankerl hab ich für dich sogar einen "Beweis" aus dem gelben Forum!

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21.04.2011, 19:06 Uhr
 
starmax

Mensch TKKG, eigentlich kann man Dich nur als "obstinat" bezeichnen (neue Baustelle ;-))

A: war es nur ein Beispiel, B: ändert es doch nix am wahren "Casus belli"!

Und an den demagogischen Behauptungen unserer westlichen Volkszertreter.

Also zur Sache, bitte....

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