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Ravenbird

Was spricht gegen den Entwurf des Demokratischen Sozialismus?

Hallo,

ich würde gerne wissen was gegen den Entwurf des 'Demokratischen Sozialismus' der Linken spricht. An sich ist es ein Entwurf für eine gerechtere Gesellschaft und mehr (nein nicht komplette) Kontrolle und Regulation durch den Staat, die Länder, Kreise und Kommunen.

Also was genau spricht in Euren Augen dagegen?

Grüße

Ravenbird


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ANTWORTEN (9)
24.07.2011, 18:53 Uhr
 
Heraklit1970

Die Menschen. Jeder theoretische Entwurf über ein soziales und harmonisches Miteinander scheitert nun einmal an den Menschen. Siehe Christentum, Kommunismus usw.

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24.07.2011, 19:18 Uhr
 
hphersel

um Heraklits Aussage - der ich grundsätzlich zustimme - etwas zu präzisieren:

Jede Idee, die versucht, den Menschen in irgend einer Form zu erziehen, jede IDee, die von einem ideailiserten oder gewünschten Menshenbild ausgeht, jede IDee, die von einem anderen Menschenbild als dem realen ausgeht, ist zum Scheitern verurteilt. Der D.S. scheitert an einer ganz banalen Frage: Warum soll ich mehr tun als mein Nachbar, wenn er das gleiche bekommt wie ich? Es widerspricht einfach dem Menschen, zu arbeiten, ohne für seine Arbeit angemessen entlohnt zu werden.

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24.07.2011, 19:22 Uhr
 
hphersel

Fortsetzung: Gerade die Geschichte der Führungspersönlichkeiten der KPdSU oder der SED zeigt es ganz deutlich: Wie viele Villen besaßen Lenin und Stalin? Breshnew besaß sogar mehrere Rolls Royce, auf der Moskauer Stadtautobahn gab es eine Spur reserviert für Mitgileder des Politbüros usw. usw. Die Menschen sind eben nicht so wie sie Sozialisten sie gerne hätten. Nicht einmal alle Sozialisten oder Kommunisten sind so. Oder haben Mao oder Pol Pot das getan, was sie von ihrem Volk verlangten, gehungert und gefroren beispielsweise? Sicher nicht...

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24.07.2011, 19:37 Uhr
 
Ravenbird

Ist den dann nicht gerade dieser Entwurf eine Anpassung an eben jene Unzulänglichkeiten des Menschen bzw. an dessen Eigenheiten?

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24.07.2011, 21:38 Uhr
 
Musca

Sorry Ravenbird, aber ich kann bei diesem "Entwurf" nichts wirklich Neues entdecken, der bestehende Kapitalismus und seine teils verheerenden Auswirkungen widern mich zwar an, aber eine tatsächliche Alternative kann ich im DS nicht erkennen

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25.07.2011, 09:26 Uhr
 
rrankewicz

Das Problem dieses "Entwurfs" ist, dass man sich erstmal durch zwei Seiten schwülstiges Gelaber durchkämpfen muss, um auf etwas Konkretes zu stoßen. Dann liest man, dass gewisse Großbetriebe verstaatlicht werden sollen, was wiederum "demokratisch" entscheeden werden soll. WIe soll das gehen? Zu unkonkret!

Im Übrigen leben wir längst in einer sozialen Marktwirtschaft, das entworfene "Kapitalismus-Bild" ist verzerrt. Käme die Linke an die Macht, könnte und würde sie auch nur Nuancen verändern. Bei der Führungsmannschaft der Linken, ist das aber wirklich nicht zu wünschen!

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25.07.2011, 11:24 Uhr
 
hphersel

"Die Überwindung der Dominanz kapitalistischen Eigentums" und die gewünschte "Änderung der Eigentumsverhältnisse" - DAS SIND DIE SCHLAGWÖRTER, die dagegen sprechen. Geld und Macht hängen einfach zusammen, das war schon lange vor der Industrialisierung so, beispielsweise im antiken Athen oder noch früher.

Und: ich habe für mein Eigentum verdammt lange und verdammt hart gearbeitet. Warum soll ich es mit einem teilen, der sich nicht anstrengen WILL? Wofür lohnt es sich dann für mich, zu arbeiten? Was habe ich davon? Diese Frage ist zutiefst urmenschlich, fast schon genetisch in uns verankert, sogar imTierreich vorhanden: die Beute wird mit denen geteilt, die sich an der jagd beteiligten und gegen die anderen wird sie verteidigt. Wer das leugnet oder gar aberziehen möchte, möchte den Menschen in seinem ganzen Wesen verändern. Und das wird einfach nicht gelingen. Menschen sind eben nicht so, wie Politiker und Ideologen sie gerne hätten...

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25.07.2011, 18:30 Uhr
 
starmax

Bißchen simpel -"...die Beute wird geteilt mit..." ja. aber wie? Die stärksten Tiereaus dem Rudel bedienen sich zuerst, die anderen kriegen, was übrig bleibt.

Das dient wohl der Auslese (nur die Stärksten kommen durch und zeugen Nachwuchs) - und ich vermute, es ist die gleiche heimliche Begründung unsere "Eliten" für ihr gieriges Verhalten.

Was Lafontaine zum Thema geschrieben hat, ist aber viel brillianter als der Text der Linken. Und das ist nichts "Populistisches" - der hat(te) mehr drauf als Willy Brandt und Co.

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25.07.2011, 18:48 Uhr
 
hphersel

damit keine Mißverständnisse aufkommen: die Idee, dass es allen Menschen gleich gut gehen soll, ist klasse. Ich wäre sehr dafür! Aber ich halt die Idee für undurchführbar, Menschen zu etwas zwingen zu wollen oder gar zu können. manche Dinge sind der Natur des Menschen einfach diametral etngegengesetzt. Erklärt bitte mal einem Arbeiter, der schwer schuftet und sich und seine Familie gerade so durchbringt, dass er jetzt auch noch die nachbarn mit durchbrigen muss, weil der dortige Familienvater keine Lust auf arbeit hat. Oder zwinge diese zu mehr Arbeit, wen ner von seiner Arbeit keinen Lohn sieht. Bede werden sic hweigern...

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