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Frage Nummer 8698 Gast

Wer ist denn nun der Bauherr von Stuttgart 21 ?

Land verweist auf Bund und Bahn. Bund auf Land und Bahn. Stadt Stuttgart ebenso auf alle anderen. Zahlen soll der Bund, das Land, die Stadt Stuttgart, die Region Stuttgart, die Bahn. Das vorläufige Ende des Abrisses verkündet aber nun die Landesregierung. Die Bahn und die neuen Sprecher von Stuttgart 21 äußern sich nicht.
Antworten (8)
hugo0815
Hmmm ... kann man das einfach feststellen? Keine Ahnung.

Ich gebe aber mal meine Meinung zum Besten.
Die finazielle Beteiligung gibt es auf der Projektseite "das-neue-herz-europas.de":
* Deutsche Bahn AG: 1.469 Millionen Euro
* Bund: 1.229,4 Millionen Euro
* Land: 823,8 Millionen Euro
* Landeshauptstadt Stuttgart: 238,5 Millionen Euro
* Flughafen Stuttgart: 227,2 Millionen Euro
* Verband Region Stuttgart: 100 Millionen Euro

Dementsprechend würde ich die "Bauherrschaft" insgesamt beim Bund sehen - weil da auch der Großteil der Finanzierung liegt (1,4 Mrd. Bahn und nochmal 1,2 Mrd. "Bund").

Das ist aber nur meine private Schlussfolgerung, keine "gerichtsverwertbare" Aussage.
hugo0815
Hmmm ... wer lesen kann ist ist klar im Vorteil:
.
"Bauherr für das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm ist die Deutsche Bahn." steht auf derselben Seite weiter unten.
pstours
Die Frage ist durchaus berechtigt. Die Landesregierung hat erklärt, dass es ein Bauvorhaben der Deutschen Bahn sei. In der Bundestagsdebatte hiess es, es sei ein Bauvorhaben des Bundes. Nun erklärt der Ministerpräsident Mappus: "Wir werden vorerst nicht weiter abreissen". Also wer baut denn nun ?
21212121212121
Noch eine Anmerkung zu den eigentlichen Kosten der Bahn. Sie betrugen (2008)
1128 Mio. Euro,
und weil der Bahn es entgegen des üblichen Vorgehens zugestanden wurde das entstehende Bauland von der alten Schienen-, Gleis- und Bahnhofsanlagen nicht mit den Zahlungen des Bundes verrechnen zu müssen, sondern selbst einstreichen zu dürfen.
Vorraussichtlicher Verkaufsgewinn (2008):
1400 Mio. Euro.
Quelle: ZDF Frontal21 Bericht zu den Kosten von Stuttgart 21 nach Bundesrechnungshof Bericht 2008 dazu mit Befragung der Verantwortlichen in Stuttgart
Und auch der entsprechende Bericht des Bundesrechnungshofes.

Fazit: Der Steuerzahler schenkt der Bahn Stuttgart 21
StechusKaktus
@2121...
...und die Bahn gehört dem Steuerzahler. Daher beschenkt sich der Steuerzahler sozusagen selbst. Ich würde es übrigens wirklich als Geschenk empfinden, wenn die Steuerzahler der anderen Bundesländer sich zusammentun, um meine Stadt zu verschönern. Hat jemand mal den Bahnhof in Berlin gesehen und den Stuttgarter Hbf daneben gehalten? Stuttgart würde erheblich aufgewertet werden. Über Kosten kann man ja streiten. Aber dass sich ausgerechnet die Stuttgarter darüber so aufregen...alle anderen hätten WIRKLICH einen Grund!
ThomasStuttgart
@StechusKaktus: Geschenk? Auch das Trojanische Pferd war ein solches, aber nicht ohne Risiken! - Verschönerung? Eine 8 m hoher Beton-Wall statt jahrhundertealter Parkbäume - ein Banken- und Büroviertel mit gesichtsloser Architektur à la LBBW und Bücherknast - Schön geht anders! - Bahnhof Berlin: gesichtslos, er könnte überall auf der Welt stehe, dagegen hat unser Bonatz-Bau individuelle Züge und den Rang eines Weltkulturerbes! - Aufwertung? Überwiegend Verschlechterungen für den Nahverkehr (90% der Kunden) und keine Verbesserung für den Fernverkehr (10% der Kunden) sind unterm Strich eine Abwertung!
StechusKaktus
@Thomas:
Die kilometerlangen verrosteten und quietschenden Gleise, die in einem veralteten und hässlichen Kopfbau enden, hast du jetzt aber wirklich sehr hübsch dargestellt. Es geht bei der Aufwertung ja nicht nur um eine Fassade, sondern eben auch um die Untertunnelung dieses ganzen Hässlichkeitsmonstrums. Ich als Nichtstuttgarter bin übrigens sofort dabei, wenn die Mittel statt in Stuttgart in meiner Heimatgemennde verwendet werden. Diese kann es sich nämlich nicht leisten, den Bahnhof nach unten zu verlegen.
ThomasStuttgart
@StechusKaktus: Die Renovierung und Modernisierung des Kopfbahnhofs ist sicher nötig, die Bahn hat immerhin 20 Jahre lang nichts investiert! Aber nach 20 Jahren würden die Schienen im Tunnel auch nicht weniger rosten und quietschen ...
Das Gleisvorfeld hat immerhin eine enorme Wirkung für das innerstädtische Klima: Es kühlt nachts stark ab und fördert die Frischluftzufuhr durchs Nesenbachtal ins Zentrum. Das Stuttgarter Umweltamt hat schon vor 20 Jahren festgestellt, dass eine Bebauung dieses Areals eine Katastrophe für das Klima wäre - auch deshalb muss dieser Unsinn unterbleiben!
Dass diese Erkenntnisse heute unterschlagen werden, haben wir nur der Profitgier einiger Spekulanten und der regierenden Lobbykratie zu verdanken ...