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Gast 23668

Wieso ist Schulpolitik in Deutschland Sache der Bundesländer?

Mir fallen nur Gründe dagegen ein, z.B. Möglichkeit zum berufsbedingten Wohnortwechsel mit Schulkindern zwischen zwei Bundesländern, deutschlandweite Zulassung zu Hochschulen unabhängig vom Abitur-Bundesland, europaweite Harmonisierung der Schule (PISA) und Weiterbildung (Bologna), Effizienzsteigerung in der Verwaltung, Vermeidung unterschiedlicher Schulbucheditionen, etc. Kann es sein, dass ein solcher Grundsatz ohne relevante Gründe festgelegt wurde. Welche Gründe sprechen denn wohl dafür?


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ANTWORTEN (6)
15.08.2011, 15:35 Uhr
 
Mosaik82

Weil die Länder ohne die Bildungshoheit endgültig ihre Existenzberechtigung verlören - was in Sachen Effizienssteigerung der Verwaltung sicherlich nochmal einen ordentlichen Schub geben würde...

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15.08.2011, 15:48 Uhr
 
netter_fahrer

Das erklärt sich aus dem Föderalismusprinzip des Grundgesetzes. Damit wollte man unbedingt verhindern, dass sich wieder eine so starke Regierung wie in der NS-Zeit bilden könne.

Art. 30 besagt:

"Die Ausübung der staatlichen Befugnisse und die Erfüllung der staatlichen Aufgaben ist Sache der Länder, soweit dieses Grundgesetz keine andere Regelung trifft oder zulässt."

Heutezutage ist das allerdings oft ein großer Nachteil, gerade in der Bildungspolitik.

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16.08.2011, 13:53 Uhr
 
dadaist

Weil wir schon mal eine gesamtdeutsche Schulpolitik hatten und da dann Deutschlandweit in den Schulbüchern Matheaufgaben wie z.B. "Ein geistig Behinderter kostet pro Tag 100 RM, eine Handgrante 40 RM, wieviel Handgranaten kann man pro Jahr mehr zur Verteidigung des Vaterlandes herstellen, wenn man die Kosten für den geistig Behinderten einspart" vermehrt aufgetaucht sind.

Bei einer verteilten Politik hat es der Staat sehr viel schwerer eien Gleichschaltung aller Bildungsinstitute durchzusetzen.

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17.08.2011, 15:47 Uhr
 
RalphB.

Was Deutschland mit seiner Bildungspolitik oder sollte man besser sagen Verbildungspolitik veranstaltet ist weltweit einzigartig. Sogar China, mit 20-mal mehr Einwohnern, hat ein einheitliches Schulsystem. Nach der Nazizeit mag es ja noch Sinn gehabt haben, die Macht zu teilen, heute ist es nur noch Schwachsinn. Über 80% der Bürger dieses Landes, sind für ein einheitliches Bildungssystem. Wann endlich reagiert die Politik und beendet diesen Wahnsinn?

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17.08.2011, 15:58 Uhr
 
Ingenius

Gute Antwort, aber die Politik wird da nichts tun. Die Erhaltung einiger Pöstchen geht doch wohl noch immer vor Gemeinwohl, oder?

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18.08.2011, 22:52 Uhr
 
soylentyellow

Aufgrund des Subsidiaritätsprinzips. Dies besagt dass die kleinere Einheit all das machen soll was sie kann und die nächstgrößere Einheit nur das was sie muss. Beispiel: Maße und Gewichte sind vom Bund definiert, damit ein einheitlicher Wirtschaftsraum besteht und beispielsweise nicht in Bayern in Ellen und in Meck Pomm mit Fuß gemessen wird. Deshalb entscheidet jede Gemeinde selbst was sie als Fahrradweg auszeichnet und was nicht, jeder Kreis wie und wo er das Abwasser klären lassen will usw. Man könnte bei Bildung natürlich zu dem Schluss kommen dies müsse die nächstgrößere Einheit (also der Bund) organisieren aber das ist eben Definitionssache.

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