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22. August 2008, 08:17 Uhr

IOC zweifelt Altersangaben an

Zahnlücke, schüchternes Kinderlächeln: Kaum zu glauben, dass Chinas Turn-Olympiasiegerin He Kexin tatsächlich bereits das Start-Mindestalter von 16 Jahren erreicht hat. Auch andere Mitglieder der Goldriege geben Anlass für Zweifel. Das IOC hat den Turn-Weltverband jetzt aufgefordert, Klarheit zu schaffen.

Das Lächeln einer 16-Jährigen? Das Alter der chinesischen Turn-Olympiasiegerin He Kexin sorgt weiter für Wirbel© Hans Deryk/Reuters

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat den Turn-Weltverband FIG aufgefordert, Nachforschungen zum korrekten Alter von drei Turnerinnen der chinesischen Gold-Riege anzustellen. "Wir haben die FIG gebeten, den Fall weiter zu untersuchen", sagte IOC-Sprecherin Giselle Davies. "Wir haben festgestellt, dass es noch Diskrepanzen gibt, und den Weltverband daher gebeten, sich der Sache anzunehmen", fügte Davies hinzu. "Es geht darum, den Fall mit angemessener Sorgfalt zu prüfen, um hundertprozentige Klarheit zu erzielen", erklärte die Sprecherin auf der IOC- Pressekonferenz in Peking.

Die Londoner Tageszeitung "Times" hatte berichtet, dass das neuerliche IOC-Interesse auf den Nachforschungen des US-Computer- Experten Mike Walker beruhe. Dabei waren zwei chinesische Regierungs-Dokumente aufgetaucht, die belegten, dass die Turnerin He Kexin nicht, wie ihr Pass besagt, am 1. Januar 1992, sondern erst am 1. Januar 1994 geboren wurde.

"Ich glaube, dass die Sache vom Weltverband erledigt wird", meinte Giselle Davies, die erläuterte, dass nochmals Geburtsurkunden und weitere Dokumente geprüft werden sollen. Bisher habe sich der chinesische Turn-Verband als "extrem hilfsbereit" erwiesen.

Auch neue Dokumente können die Zweifel nicht ausräumen

Wang Wei, der Generalsekretär des Organisations-Komitees BOCOG, erwiderte, dass Nachfragen zum Alter der Turnerinnen bereits im Mai beantwortet worden seien. "Wenn es ein Problem gäbe, hätten die Turnerinnen nicht starten dürfen", ergänzte er. Zugleich unterstrich der chinesische Auswahltrainer Lu Shanzen, dass man am Donnerstag der FIG neue Dokumente über He Kexin übergeben habe wie ältere Pässe und den aktuellen Ausweis, um letzte Zweifel auszuräumen. "Diese Dokumente müssen ausreichen, ihr Alter zu belegen. Mehr können wir nicht tun."

FIG-Generalsekretär Andre Gueisbuehler kündigte an, dass der Weltverband noch heute eine Erklärung abgeben werde. "Im Moment können wir nichts hinzufügen." Hingegen hatte Valeri Liukin, der Trainer und Vater von Mehrkampfsiegerin Nastia Liukin, bei der Rückkehr aus China in den USA erklärt: "Wenn sie betrogen haben, sollten sie sich schämen."

Mindestalter für Olympia-Start liegt bei 16 Jahren

Schon vor Wochen waren Zweifel am Alter von mindestens drei Turnerinnen Chinas aufgekommen, nachdem frühere Online-Aufzeichnungen, Meldelisten sowie auch ein Bericht der Staatsagentur Xinhua ans Tageslicht kamen, die das Alter der Goldmedaillen-Gewinnerinnen He Kexin, Jiang Yuyuan und Yang Yilin mit 14 Jahren ausweisen. Eine Turnerin muss aber laut FIG-Regularien in diesem Jahr ihr 16. Lebensjahr vollenden, um in Peking startberechtigt zu sein.

Gegen das Problem der Alters-Fälschung kämpft die FIG bereits seit Anfang der Achtzigerjahre, als das Mindestalter von 14 auf 15 angehoben wurde, um Jugendliche vor ernsten Verletzungen zu schützen.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
blackview (24.08.2008, 05:08 Uhr)
elta
Du nervst wie immer.
Schon mal in China gegessen oder wieder alles nur vom Hoerensagen.
Gehe mal in DE auf den kleinen Hoefen in die Staelle schauhen. Was ich da gesehen habe spottet jeder Beschreibung. Das Vetrenaeramt tut nix.Kuemmere dich um deutsche Tiere und unterstuetze Gnadenhoefe, dann hast du genug zu tun. Wenn dann alles paletti ist, kannst du ja die Tiere auf der ganzen Welt retten.
blaekkie (23.08.2008, 12:13 Uhr)
ihr werdet es sehen....
...da wird nix passieren:
FIG-Präsident Bruno Grandi aus Italien zufolge stehe es seinem Verband nicht an, die Inhalte offizieller Dokumente in Zweifel zu ziehen: "
Die gehen ja jetzt schon auf Distanz. Den Gesichtverlust könnte und wollte keiner ertragen.
malibuli (22.08.2008, 12:21 Uhr)
@Svjuerg
doch nicht so leicht. Warum gewinnt kein Kind in Alpe d'Huez. Es wäre leicht, hätte insgesamt die geringste Arbeit zu verrichten. Weil es auch auf Kraft, Sprungkraft etc. ankommt. Bei den Herren war ein Grieche mit 182cm im Bodenfinale. Nur der achte Rang (Sturz), aber Finalqualifikation.
malibuli (22.08.2008, 12:18 Uhr)
Sensation im Stabhochsprung
Der erst 8 jährige Xi Wu aus China gewinnt überlegen die Goldmedaille im Stabhochsprung. Durch sein leichtes Gewicht und sein geringes Körpervolumen konnten ihn weder Gravitation noch Luftwiderstand davon abhalten, den legendären Weltrekord von Sergej Bubka zu pulverisieren.
Die deutschen Starter, allen voran Danny Ecker haben Protest beim IOC eingelegt. Es könne nicht sein, dass ein so junger Athlet alle nass macht. Er solle erst mal älter werden, damit sich die Blamage in Grenzen hält. ICO: Abgelehnt!
maindelfin (22.08.2008, 12:09 Uhr)
Chinesen sind anders
Die Chinesen sind bei der Geburt automatisch schon 2 Jahre alt. Insofern wird das alles schon seine Richtigkeit haben. Sollte das Alter für Teilnehmer auf 17 oder 18 hochgesetzt werden, so ändert sich das Alter bei der Geburt entsprechend. :-))
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@eltalein
Nur so als Hinweis: In Peking finden die olympischen Spiele statt. Die oft -auch in den Medien!!- benutzte Formulierung "Olympiade" ist der Zeitraum zwischen zwei olympischen Spielen!
Salzsteuer (22.08.2008, 11:56 Uhr)
Dieser ganze Kommerz
mit Olympia tangiert mich nur noch anal.
Cola-Werbung gibt es überall, dies ist die wohl aufwendigste.
blaekkie (22.08.2008, 11:33 Uhr)
es geht doch...
... bei allen/m nur ums Geld; als ob der oplymische Gedanke noch eine spiele.Und wo es um Geld geht, herrschen keine Skrupel. Da wird betrogen und man (IOC) läßt es zu. Was ist aus dem ganzen Tam Tam zu Anfang geworden, wie Tiebetfrage, Menschenrechte, Zensur... Langsam tot geschwiegen, weils unbequem wurde für machne Macher. Das hier, jede Wette, wird auch versickern
Svjuerg (22.08.2008, 11:01 Uhr)
ist ganz einfach
Wenn die Mädels jünger sind, sind sie auch beweglicher. Leichter sind sie allemal, und daher sind einige Übungen auch leichter zu absolvieren.
Weil es der Erstposter angesprochen hat. Ja, auch Deutsche Sportler haben gedoped.... vor allem im Radsport systematisch. Nur haben es die Deutschen auch alleinig zugegeben und die Konsequenzen getragen, was man von anderen Ländern nicht behaupten kann. Und wenn man richtig liest, geht es auch nicht von Deutschland aus das es mal wieder überwacht wird, sondern vom IOC. ;)
edwin (22.08.2008, 10:54 Uhr)
mag ja sein
dass es keinen generellen Vorteil schafft 14-jährige für sein Land turnen zu lassen. Aber es gibt nun mal die ab-16-Regel und da müssen sich eben alle dran halten. Viel schlimmer finde ich ja, dass bewusst Dokumente und Webseiten gefälscht wurden, um die falschen Altersangaben zu vertuschen.
malibuli (22.08.2008, 10:39 Uhr)
Kann mir mal jemand erklären, was das alles soll?
Ein Kind ist besser als ein, nennen wir es erwachsenes Kind. Die Leistung war besser. Ist es im Turnen so, dass man im Alter, so ab 13, immer schlechter wird? Werden die besten Turnleistungen insgeheim im Jugendbereich abgeliefert. Franzi war 14 in Barcelona, die haben wir gefeiert. Wer ein Kind ist, ist sicher leichter, hat aber weniger Kraft, weniger Athletik. Bei den Herren turnen ja auch keine Kinder mit. Sie wären körperlich völlig unterlegen. Ich hasse schlechte Verlierer.
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