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20. August 2008, 12:44 Uhr

Olympia-Zweite positiv getestet

Die Spiele haben ihren nächsten Dopingfall - und dieser ist besonders spektakulär: Ludmilla Blonska, aus der Ukraine, Gewinnerin der Silbermedaille im Siebenkampf, ist vier Tage nach ihrem Erfolg positiv getestet worden. Sie reiht sich damit als fünfter Fall in die Liste der Sünder von Peking ein.

Des Dopings überführt: Die ukrainische Siebenkämpferin Ludmilla Blonska© Ruben Sprich/Reuters

Für eine Doping-Hiobsbotschaft hat die ukrainische Olympia-Zweite im Siebenkampf, Ludmilla Blonska, bei den Peking- Spielen gesorgt. Wie der Leichtathletik-Weltverband IAAF bestätigte, wurde die 30-Jährige bei einer Doping-Kontrolle positiv getestet. "Das Ergebnis der B-Probe liegt aber noch nicht vor", erklärte IAAF- Präsident Lamine Diack am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Blonska war bereits 2003 wegen Dopings mit dem anabolen Mittel Stanazolol für zwei Jahre gesperrt worden. Sie muss nun mit einer lebenslangen Sperre rechnen. Auch diesmal soll es sich um Steroid-Missbrauch handeln.

Blonska ist der fünfte Fall bei den Spielen

"Ich habe mit Doping-Fällen in Peking gerechnet und bin deshalb nicht überrascht", sagte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). "Dass mit Blonska eine Wiederholungstäterin auftritt, zeigt, mit welcher Dreistigkeit Doping betrieben wird." Er habe unmittelbar nach Erhalt der Nachricht seine Siebenkämpferinnen darüber informiert. Die EM-Zweite Lilli Schwarzkopf aus Paderborn würde nun auf den 8. Platz vorrücken. Disziplinarkommission und Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) werden bereits an diesem Donnerstag nach Vorliegen des Resultats der B-Analyse offiziell über Olympia-Ausschluss und Disqualifikation entscheiden.

Es ist der fünfte Fall bei den Peking-Spielen und der zweite, in den ein Medaillengewinner verwickelt ist. Zuvor war der Schütze Kim Jong-Su (Nordkorea) bei einem Wettkampftest erwischt worden. Er hatte Silber (Freie Pistole) und Bronze (Luftpistole) gewonnen. Bereits vor dem Olympia-Start waren Hürdenläuferin Fani Halkia (Griechenland), Maria Isabel Moreno (Spanien/Radsport) und Thi Ngan Thuong Do (Vietnam/Turnen) aus dem Verkehr gezogen worden.

Konsequenzen werden für Doping-Sünder immer härter

Vizeweltmeisterin Blonska hatte hinter Natalija Dobrinska (Ukraine) mit 6700 Punkten Silber geholt. Dritte war die US-Meisterin Hyleas Fountain (6619 Punkten) geworden. Sie würde bei einer Medaillen-Aberkennung auf den Silberrang, die Russin Tatjana Tschernowa auf den Bronze-Platz vorrücken. Blonska hatte sich mit dem zweitbesten aller Sprünge in der Ausscheidung (6,76 Meter) auch für das Weitsprung-Finale am Freitag qualifiziert.

Um den Grad der Abschreckung weiter zu erhöhen, plant die IAAF Doping-Sünder automatisch von der nächsten Weltmeisterschaft auszuschließen. "Über diese Maßnahme denken wir nach", sagte Diack. Das IOC hat bereits beschlossen, dass bei Olympia überführte Athleten von den nächsten Spielen verbannt sind.

Testergebnisse des 100-Meter-Finals nocht nicht bekannt

Unterdessen hat das IOC bekanntgeben, dass bis zum zwölften Wettkampftag bereits 4130 von 4500 geplanten Doping-Kontrollen vorgenommen worden sind, 3290 Urin-Tests und 840 Blutkontrollen. In Athen 2004 waren rund 3600 Sportler getestet und 23 des Dopings überführt worden.

Wie IOC-Sprecherin Giselle Davies mitteilte, sind vor den Peking-Spielen 39 Sportler positiv von Fahndern der internationalen Sportverbände und den Anti-Doping-Agenturen kontrolliert worden. Diese Tests unterlagen nicht der IOC-Hoheit. Ob bereits alle Doping-Tests vom 100-Meter-Finale ausgewertet worden sind, in dem Usain Bolt aus Jamaika den Weltrekord auf 9,69 Sekunden verbesserte, konnte Davies nicht bestätigen.

DPA
 
 
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