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11. August 2008, 14:40 Uhr

"Überregulierte Hochglanzfassade"

Direkte Attacken auf den Olympia-Gastgeber unterließ sie diesmal, deutliche Worte fand die China-kritische Fechterin Imke Duplitzer trotzdem: Die Spiele von Peking seien "optimal geschmacksneutral" und eine "überregulierte Hochglanzfassade".

Will am Mittwoch ins Fecht-Finale und ihre erste Olympia-Medaille: Imke Duplitzer© Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Auf dem Podium saßen gleich vier deutsche Fechter mit Medaillenchancen - doch das allgemeine Interesse galt zunächst nur einer Person: Imke Duplitzer. Die meisten Fragen der in großer Zahl erschienenen Medienschar gingen an die 33 Jahre alte Mitfavoritin im Degenfechten, die seit März mit kritischen Aussagen zu der Menschenrechtspolitik Chinas, dem Internationalen Olympischen Komitee und ihrem angekündigten Boykott der Eröffnungsfeier für Aufsehen gesorgt hatte. Und die wortgewandte Bonnerin enttäuschte die Erwartungen nicht, ließ den vielen Fragen lange Antworten folgen. Die Olympischen Spiele von Peking bezeichnete Duplitzer als "optimal geschmacksneutral", eine "Hochglanzfassade", die "überreguliert" sei.

Fragen-Marathon abseits sportlicher Themen

Direkte Angriffe auf die Gastgeber oder deren Tibet-Politik aber unterließ die meinungsfreudige Politikstudentin. Neben ihr saß Weltmeisterin Britta Heidemann, als ausgewiesene Kennerin des Landes und Studentin der chinesischen Regionalwissenschaften ebenfalls seit Monaten im Fokus. Die Leverkusenerin hatte stets vor zu viel Kritik an China gewarnt und für mehr Verständnis geworben. Ihre Miene ließ erahnen, dass sie vom Fragen-Marathon abseits sportlicher Themen wenig begeistert war. "Ich möchte mich dazu jetzt gar nicht mehr positionieren", sagte sie kühl mit Verweis auf den am Mittwoch anstehenden Wettkampf. Ebenso defensiv agierte Florett-Weltmeister Peter Joppich: "Das ist Imkes und Brittas Sache. Ich werde das von mir fernhalten und konzentriere mich nur auf den Wettkampf."

Dass der dreimalige Einzel-Weltmeister und der WM-Dritte Benjamin Kleibrink ganz außen saßen, passte gut ins Bild. Sie waren nicht mehr als Staffage der Duplitzer-Show. Dabei könnte dieser Mittwoch der größte Tag des deutschen Fechtens seit dem Dreifach-Triumph der Florettdamen Anja Fichtel, Sabine Bau und Zita Funkenhauser bei den Spielen 1988 in Seoul werden. Auf Duplitzer, Heidemann, Joppich und Kleibrink ruhen die Hoffnungen des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB), der das erste Olympia-Gold seit 1992 ebenso dringend gebrauchen könnte wie einen neuen Star. Bei allen Erfolgen fehlt dem Quartett dafür das Entscheidende: Olympisches Edelmetall, am besten aus Gold.

Dublitzer will möglichen Protest spontan entscheiden

Diese Medaille fehlt auch Duplitzer. 2004 verfehlte sie um einen Treffer das Halbfinale. In Peking hält sie sogar ein Finalgefecht gegen Heidemann für möglich. "Britta und ich sind richtig fit." Während Heidemann auch wegen ihrer Sprachkenntnisse mit großer Unterstützung des Publikums rechnen kann, dürfte Duplitzer von den Organisatoren aufmerksam-ängstlich beäugt werden. "Bei der Team-WM wurden wir noch nicht einmal richtig übersetzt", erinnert sie sich an die Olympia-Generalprobe in Peking im vergangenen April.

Eine Protestaktion nach einem möglichen Medaillengewinn hat sie nach eigener Aussage nicht im Visier. "Ich plane nichts. Das entscheide ich spontan. Solange die mich nicht provozieren, mache ich das auch nicht unnötig", sagte sie. Schließlich sei sie als Sportlerin nach Peking gereist, dass sie bereits am Freitag wieder verlässt: "Am 13. bin ich Athlet, das sollte man mir zugestehen."

Marc Zeilhofer/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
peternicki (13.08.2008, 20:29 Uhr)
"Überregulierte Hochglanzfassade"
Der DOSB müßte dieser Spinnerin die
Kosten ihrer China - Reise in Rechnung stellen.
Für die Medien ist eine derartige
bla-bla-bla Tante leider ein gefundenes Fressen!!!
mile64 (13.08.2008, 10:58 Uhr)
Raus, die Linke
Ab nach Hause und den Mund halten!
Komisch das immer die am lautesten schreien, die keine Leistung bringen!!
Xiny2000 (12.08.2008, 15:51 Uhr)
@pingpong
genau! Wer dieses Land als Gastgeber nicht duldet, und das Volk nicht respektiert, der soll gar nicht erst hinfahren. Was hat sie dort zu suchen, in diesem "verseuchten" und "verdreckten" Land? Wenn sie boykottiert, soll sie nicht nur das Eröffnungsfeier boykottieren, sondern zu Hause bleiben. Ich kann jedenfalls nicht erkennen, dass Menschenrechte ihr tatsächlich so wichtig ist, auf jeden Fall nicht wichtiger als eine winzige Wahrscheinlichkeit auf eine Medaille. Das zeigt nur, dass diese Person diesen Diskus ausschließlich dazu nutzt, um in der Öffentlichkeit bekannt zu werden.
Nana_Xiaojie (12.08.2008, 03:00 Uhr)
Protestaktion nach Medaillengewinn nicht geplant.
Na klar hat sie die nicht geplant- welcher Medaillengewinn?! Auf jeden Fall haben die Leute jetzt mal von ihr und ihren wichtigen Ansichten gehoert, was vorher wohl kaum der Fall war. Gut fuer sie.
peternicki (11.08.2008, 18:50 Uhr)
Duplitzer
Statt dummes Zeug zu labern sollte
sie sich lieber auf den Sport konzentrieren bzw. mit ihrem A.....
zu Hause bleiben!!!
Gisella (11.08.2008, 18:28 Uhr)
@manesse
es gibt leider nicht genug leute , die den mut haben, China zu kritisieren. die spiele hätten gar nicht an China vergeben werden sollen. dieses abgef.... land. und ein US President, der nicht seine sportler nimmt und abreist, als einer seiner Landsleute getötet wurde ist ein China treuer mitläufer.Davon gibt es reichlich.Und wenn erst die spiele vorbei sind , dann gibt China ordentlich "GAS" gegen alle Kritiker des Landes.
pingpong (11.08.2008, 17:53 Uhr)
@manesse
mundtote, unterdrückte Menschen, die fleißig arbeiten? Mit einer "Regierung", die keine Kritik duldet, sondern gnadenlos prügelt und einsperrt. Schau dieses Land an, verseucht und verdreckt. Wenn Du dieses Land so innig liebst, wer hindert Dich daran, umzuziehen. Kannst uns Kritiker gleich melden.
tigro (11.08.2008, 17:47 Uhr)
@manesse:scheiss-tag gehabt ?
wohl nen scheiss-tag gehabt weil du kein olympia gucken dürftest/konntest ?
Noch lang kein grund sich so rüde zu benehmen. Endlich mal ein Sportler der nicht kuscht um der lieben Sponsoren oder werbeverträge oder offiziellen willen.
Kleiner Tipp : kühles bierchen trinken, das erfrischt den geist - und das gemüt...
Und morgen gibts bestimmt wieder olympia. auch für dich.
manesse (11.08.2008, 17:42 Uhr)
@universal
Was hat es mit Zivilcourage zu tun, wenn jemand sämtliche Vorurteile über China herausplappert, die zur Zeit en vogue und Mode sind? Jemand, der wirklich Achtung und Respekt vor den Leuten in China hätte, würde sich von den Leistungen der dortigen Menschen beeindruckt zeigen, die in wenigen Jahrzehnten durch enormen Fleiß und Tüchtigkeit ihr Land aus den Chaosjahren des Maoismus herausgeholt haben. Was diese Fechterin vom Stapel ließ, ist ganz schlicht ein Ausfluss rassistischer Arroganz, gespeist aus europäischer Überheblichkeit.
universal1909 (11.08.2008, 17:28 Uhr)
Na, manesse,
so richtig "Deutsch-Nationale" Einstellung. Ich finde es prima, dass es auch Sportler gibt, die Zivilcourage an den Tag legen. Das ist aber für "mannesse" ein absolutes Fremdwort. So hätte das 3. Reich verhindert werden können und über 30 Mio Menschen wären nicht durch den Krieg umgekommen!!!
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