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17. August 2008, 14:09 Uhr
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Im Mittelmaß versunken

Das deutsche Olympiateam weist zur Halbzeit der Spiele eine durchwachsene Bilanz auf. Vor allem in den ersten Tagen taten sich die Athleten schwer. Und in den Kernsportarten wie Schwimmen verloren sie trotz des Doppelsiegs von Britta Steffen an Boden. Überraschende Erfolge gab es in den Randsportarten.

Sie war die überragende deutsche Athletin der ersten Woche: Britta Steffen holte zwei Goldmedaillen© Michael Kappeler/DDP

Die Gold-Sammlung funkelt, doch die Schwachstellen im deutschen Spitzensport kann sie nicht überstrahlen. Zur Halbzeit der Olympischen Spiele in Peking zog DOSB-Generaldirektor Michael Vesper eine insgesamt positive Zwischenbilanz, ohne aber in Euphorie zu verfallen. "Wenn man die ersten sieben Tage sieht, haben wir einen guten Start hingelegt", sagte der Funktionär in Peking. "Das lässt uns hoffen, das uns selbst gesteckte Ziel, den Abwärtstrend zu stoppen und mindestens so gut abzuschneiden wie in Athen, zu erreichen."

Deutsche siegen vor allem in den "kleinen" Disziplinen

Neun Gold-, fünf Silber- und fünf Bronzemedaillen hatte die Mannschaft des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) bis zum Sonntag aufzuweisen. In Athen 2004 hatten deutsche Athleten 49- mal Edelmetall gewonnen, davon 13-mal Gold, 16-mal Silber und 20-Mal Bronze. Etwas überraschend lag Deutschland vor dem neunten Wettkampf-Tag in China in der Medaillenwertung hinter den enteilten Gastgebern und den USA sogar auf Platz drei, wurde am Sonntag allerdings wieder von den Briten aus den Top 3 verdrängt. "Wir bleiben auf dem Teppich", meinte Vesper, der in China auch als Chef de Mission fungiert.

Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds, freut sich vor allem über das Auftreten der deutschen Olympia-Sportler. "Was mich am meisten freut: Wir haben tolle Siegertypen", meinte der Jurist aus Tauberbischofsheim. "Wie sich die deutschen Athleten hier darstellen, erfolgsorientiert, sympathisch und mit positiver Ausstrahlung, das wird dem Gedanken des Leistungssports sicher helfen."

Grund zum Abheben besteht aber auch nicht: Vor allem in den "kleinen" und sonst medial wenig beachteten Disziplinen gelangen überraschende Siege. "Das sind die Spiele der Randsportarten", stellte DOSB-Ehrenpräsident Manfred von Richthofen fest.

Nur Steffen verhindert ein Debakel

In der olympischen Kernsportart Schwimmen verhinderte nur Britta Steffen mit Gold über 100 und 50 Meter Freistil eine Totalpleite. Auch Ole Bischof im Judo mit seinem Olympiasieg oder Ringer Mirko Englich mit Platz zwei schönten die mäßigen Bilanzen in ihren jeweiligen Sportarten. Dagegen enttäuschten die Straßenradfahrer ebenso wie die Ruderer trotz des nur knapp verpassten Olympiasieges am Samstag von Christiane Huth und Annekatrin Thiele im Doppelzweier. Fahnenträger Dirk Nowitzki schied mit dem deutschen Baskeball-Team sang- und klanglos nach der Gruppenphase aus.

Das Silber für Ralf Schumann und Bronze für Christian Reitz am Samstag konnte zumindest das Abschneiden der Sportschützen retten. Zuvor hatten bereits Munkhbayar Dorsjuren und Christine Brinker jeweils den dritten Rang belegt. Für eine große Überraschung sorgte Roger Kluge, der mit seinem Rad Silber über 40 Kilomter auf der Bahn holte. Als zuverlässige Edelmetallsammler erwiesen sich fast traditionell die deutschen Reiter in der Vielseitigkeit und in der Dressur mit drei Goldmedaillen. Zu den Überraschungen zählten die Fechter mit zwei Goldcoups durch Benjamin Kleibrink und Britta Heidemann.

Ziel ist Olympia 2012

"Wir werden alles genau auswerten", kündigte Vesper an. Seit seiner Gründung vor zwei Jahren habe der DOSB an einem neuen Leistungssportkonzept gearbeitet und dieses umgesetzt. Dabei gelte nicht mehr das "System Bestrafung", sagte der Ex-Politiker. Nicht mehr nur Erfolge sollen honoriert werden, sondern der DOSB will den zurückgefallenen Verbänden helfen.

Der ehemalige Weltklasse-Turner Eberhard Gienger, im DOSB-Präsidium als Vizepräsident für den Leistungssport zuständig, schränkte allerdings ein: "Die Strukturreform hat für Peking noch keine Auswirkungen haben können." Es seien Zielvereinbarungen mit den Verbänden getroffen worden. Sie würden im Sommersport aber erst nach den Olympischen Spielen greifen. Gienger glaubt: "Frühestens in zwei Jahren können wir erste Auswirkungen erkennen." Das große Ziel heißt: Olympia 2012 in London.

DPA/sepi
KOMMENTARE (10 von 14)
 
malibuli (17.08.2008, 22:46 Uhr)
1% von Hartz IV in die Sporthilfe
In Deutschland haben es Sieger traditionell schwer. Statt dessen werden immer die Verlierer gefördert. Bei Olypmia merkt man das in Randsportarten, mit denen man keinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Soll ich 10 Jahre meines Lebens opfern, um vielleicht mal eine Medaille im Kanadier zu holen oder doch lieber studieren? Ich China erhält man für eine Goldmedaille mehr als ein normaler Chinese in einem normalen Leben verdienen kann. Das ist nicht super viel, aber noch absolut gesehen viel mehr als in Deutschland zu holen ist.
Asiat (17.08.2008, 18:18 Uhr)
Ich freue mich!
Und das fuer alle deutschen Sportler, die dabei sind, und besonders fuer die, die sich ganz besonders ueber eine Medaille freuen koennen.
Ob wohl irgendein Witzbold von Sportjournalist auf die Idee kommt, alle Medaillen der Staaten der frueheren USSR zusammenzuzaehlen? Glaube zwar nicht, dass die China von heute abhaengen, aber mir sind freiere Sportler doch lieber.
Und wenn mal eine deutsche Medaillienhoffnung ausrutscht, geht die Welt auch nicht unter.
waldi22 (17.08.2008, 16:55 Uhr)
Doppelmoral der deutschen Journaille
Bitte, langsam wird Euer Bild-Stil unerträglich. Einerseits gegen die mutmaßlichen Doper der Chinesen und Amis wettern und andererseits den vermeintlich "sauberen" deutschen Athleten Topleistungen abverlangen. Das Ganze ist eine Farce und interessiert einfach nicht mehr. Und auf den Ersatzkrieg Nationenwettkampf im Medaillenspiegel sollten wir auch Pfeifen als erwachsene Menschen nach der Aufklärung. Ich freue mich über jeden Sportler, der das gesund überlebt.
albundy69 (17.08.2008, 15:57 Uhr)
Feigling ?
Warum traut sich Fischer-Maischberger denn nicht seinen Namen uner dieses Geschriebe zu setzen ?
yamoto (17.08.2008, 15:54 Uhr)
Deutschland ist spitze...
...wenn da nicht die nervigen Journalisten wären und uns das Wirtschaftswachtstum und sonstige Erfolge zu Tote quatschen würden. Pfui ein wenig mehr Nationalstolz bitte.
Slapmastert (17.08.2008, 15:17 Uhr)
Mittelmaß...? Nein, nur sind andere besser!
Man kann halt nicht alles haben. Lieber ein paar Goldene weniger, dafür ein sozialeres politisches Denken und Menschenrechte!
willi42 (17.08.2008, 15:02 Uhr)
Weltspitze
Unsere Sportler gehören - hoffentlich auch alle ungedopt - zur Weltspitze. Genau solche, wie hier vom Stern begangenen Diffamierungen treiben Sportler doch erst zum Doping. Ich schaue die Spiele zwar nicht, aber sogar laut Medallienspiegel sind die deutschen Sportler Spitze! Also, liebe Stern-Redakteure, nicht nur Platz 1 ist Jubel wert...
Blacky007 (17.08.2008, 14:38 Uhr)
STERN kann doch nur Mittelmaß
ist die Redaktion doch selbst zum Mittelmaß verkommen, wie man an vielen Beiträgen erkennen kann. Ich kann dem Schreiberling nur dazu auffordern, das Mundwerk nicht ganz so groß aufzureißen und selbst mal zeigen, was sportliche Topleistungen sind. Bevor er das nicht vormachen kann, sollte er besser schweigen.
Akka1 (17.08.2008, 14:22 Uhr)
Mittelmaß
oder doch gut kontrolliert?
Es ist kein Zufall, das Deutschland in den weniger dopinganfälligen Sportarten reüssiert. Anstatt genau das zu würdigen, wird mit den lächerlichen deutschen Sportfunktionären über das "Mittelmaß" geschwafelt!
SaSa77 (17.08.2008, 13:35 Uhr)
Zu schlecht gedopt ?
Vielleicht sind wir beim dopen einfach zu schlecht ! Schreibt nur bitte nie wieder etwas über die Dopingpraxis im Spitzensport. Bei solchen Artiken wäre das zuviel Doppelmoral !
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