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30. Juli 2008, 12:44 Uhr
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Fifa bleibt hart

Diego und Rafinha dürfen weiter von einer Teilnahme an den Olympischen Spielen träumen: Die Fifa hat am Mittwoch ihre Position im Streit um die Freigabe von Fußball-Profis untermauert. Werder und Schalke bleibt trotzdem noch die Chance, den Streit für sich zu entscheiden.

Werder Bremens Diego (l.) kann sich freuen: Er und seine Bundesliga-Kollegen dürfen zumindest nach Fifa-Beschluss zu den Spielen von Peking© Pablo Sanchez/Reuters

Im Gezerre um die Olympia-Freigabe ihrer Profis Diego und Rafinha sind Werder Bremen und der FC Schalke.04 beim Fußball-Weltverband FIFA erneut auf taube Ohren gestoßen und können nur noch auf Gehör beim Internationalen Sportgerichtshof CAS hoffen.

Die FIFA bestätigte am Mittwoch durch den Einzelrichter Slim Aloulou (Tunesien) die Haltung ihres Präsidenten Joseph Blatter, der eine Freistellung der Spieler für Peking angemahnt hatte. Aloulou berief sich laut einer FIFA-Mitteilung bei seinem Urteil auf die seit 1988 praktizierte Regelung, dass Spieler unter 23 Jahren von ihren Vereinen für Olympische Spiele freigestellt werden, obwohl diese nicht im internationalen Rahmenterminkalender der FIFA festgehalten sind.

Vor Aloulou als entscheidendem Mitglied der "Kommission für den Status von Spielern" hatte schon das Dringlichkeitskomitee der FIFA mit dem Vorsitzenden Blatter einen entsprechenden Beschluss gefasst. "Der Einzelrichter erachtete den koordinierten internationalen Spielkalender als nicht maßgebend, was die Beurteilung einer Pflicht der Clubs zur Abstellung ihrer Spieler für das Olympische Fußballturnier der Männer anbelangt", hieß es in der FIFA-Mitteilung. Die Berufung auf Gewohnheitsrecht sei daher gerechtfertigt. Das Dringlichkeitskomitee verwies auf den Beschluss des FIFA-Kongresses von 1988 zur Olympia-Abstellung, der 2006 bestätigt worden sei.

Die Verantwortlichen bei Bremen und Schalke geben sich gelassen und bauen darauf, dass die CAS-Richter dem Gewohnheitsrecht nicht die gleiche Bedeutung beimessen wie die FIFA. Man sitze nicht auf "glühenden Kohlen", lautete der Kommentar von Werders Geschäftsführer Klaus Allofs. Nach Blatters eindeutigen Aussagen aus der Vorwoche war ein Urteil im Sinne der Vereine ohnehin sehr unwahrscheinlich gewesen. Ein Abrücken der FIFA-Administration von ihrem mächtigen Präsidenten war trotz der juristisch komplizierten Lage so gut wie ausgeschlossen.

Nun wird das CAS - vermutlich am kommenden Montag - das letzte Wort haben, nur vier Tage vor dem Beginn des olympischen Fußball- Turniers und elf Tage vor dem Bundesliga-Start. Die höchsten Sport- Richter in Lausanne hatten ein Urteil zur anhängigen Klage der deutschen Vereine bis zu einer Entscheidung der FIFA ausgesetzt. Neben Werder und Schalke hofft auch der FC Barcelona, der wie die Schalker in der Olympia-Zeit die Champions-League-Qualifikation bestreitet, auf einen positiven CAS-Schiedsspruch. Der spanische Traditionsclub will eine Olympia-Teilnahme seines argentinischen Profis Lionel Messi verhindern.

Auch eine Olympia-Teilnahme von Gojko Kacar von Hertha BSC ist nach der FIFA-Entscheidung weiterhin möglich. Der Serbe macht nach einer Absprache mit seinem Arbeitgeber die Reise nach Peking von dem CAS-Urteil abhängig, weilte im Gegensatz zu Rafinha und Diego aber bislang noch bei seinem Verein. Die Brasilianer waren trotz der ablehnenden Haltung ihrer Clubs mit dem Olympia-Team des Rekordweltmeisters nach Asien aufgebrochen.

Im seit Wochen schwelenden Olympia-Streit hatte insbesondere FIFA- Präsident Blatter lange geschwiegen und somit keine gute Figur abgegeben. Schließlich hatte er Unklarheiten im FIFA-Regelwerk öffentlich eingestehen müssen. Protest an der Abstellungspolitik kam nicht nur von den Vereinen, sondern auch vom Deutschen Fußball-Bund und dessen Präsidenten Theo Zwanziger sowie von der Deutschen Fußball Liga und der von Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge geführten European Club Association.

DPA/kbe
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