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24. August 2008, 12:59 Uhr

"Über den Befund bin ich überrascht"

Mit wehenden Fahnen zog Christian Ahlmann auf seinem Pferd Cöster ins olympische Feld. Doch ein myteriöses Mittel stoppte seine Medaillen-Hoffnungen jäh und bescherte dem deutschen Reitsport einen Dopingskandal. Am Sonntag erklärte sich Ahlmann erstmals.

Christian Ahlmann zeigt auf der Pressekonferenz die Flasche des Übels: "Equi-Block" beinhaltet das verbotene Mittel Capsaicin© Franz-Peter Tschauner/DPA

Als Christian Ahlmann um Punkt elf Uhr am Sonntag in einem Hotel in Marl eintrifft, läßt er sich seine Aufregung nicht anmerken. Nur das Lächeln in Richtung der Kameras ist etwas gequält. Der 33 Jahre alte, von Olympia suspendierte Springreiter verliest drei Tage nach der positiven Doping-Probe bei seinem Pferd Cöster eine Erklärung. Das Wort Doping kommt darin nicht vor. "Ich bin über den positiven Befund überrascht", liest Ahlmann vor. "Denn wie Sie sehen, steht auf dem Behälter 'Does not test positive'." Den angesprochenen Behälter hat er mitgebracht und hält ihn in die Kameras.

Alles nur ein Versehen?

Es ist Equi-Block - mit diesem Mittel sollen auch die ebenfalls suspendierten Springreiter Denis Lynch und Bernardo Alves ihre Pferde behandelt haben. Sein Cöster sei seit seinem Hexenschuss im Juni beim Turnier in Cannes täglich mit diesem Mittel eingerieben worden, sagt Ahlmann. Er benutze das Capsaicin-haltige Mittel bereits seit Jahren zur Pflege und sei nie positiv getestet worden. Daher habe er den Einsatz des Mittels auch im Rahmen von Olympia niemandem mitgeteilt. Davon gewusst hätten nur er und die Pflegerin von Cöster. Den positiven Befund von Hongkong könne er sich nicht erklären. "Vielleicht gibt es dort andere Laborverfahren?", sagt er.

Auf keinen Fall seien die Beine von Cöster mit Equi-Block eingerieben worden. Dies werde auch dadurch untermauert, dass die Beine und Gamaschen des Pferdes ohne Beanstandungen untersucht worden seien. "Ich war gutgläubig der Meinung, dass die Verwendung dieser Salbe keine unerlaubte Medikation darstellt", liest er weiter vor. Dass der Internationale Reiterverband FEI gegen ihn eine weltweite Sperre verhängt hat, erachte er als unfair und gesetzeswidrig. Er werde daher die Entscheidung beim Sportgerichtshof CAS anfechten. "Mehr kann ich im Moment nicht sagen", erklärt Ahlmann.

Ahlmann mit Blick ins Ungewisse

Im Hintergrund steht Vater Georg Ahlmann. Er war bereits lange vor seinem Sohn in dem Hotel eingetroffen. "Das ist so, als würde man einen Mordverdächtigen erst aufhängen und dann das Urteil sprechen", sagt er zu der FEI-Entscheidung. Eigentlich habe sein Sohn am kommenden Wochenende bei dem Turnier in Münster reiten wollen. Nun wisse er noch nicht einmal, wie lange er überhaupt gesperrt sei.

Von Sabine Maurer/DPA
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
olga1805 (27.08.2008, 07:50 Uhr)
Über diesen Befund ist nun . .
wirklich niemand überrascht. Leute wie Ahlmann sollten nicht gesperrt werden, sie sollten lebenslang weggesperrt werden, in den Strafvollzug. Wenn ich mich noch an das "Barren" erinnere, dem Pferd mit Eisenstangen in die Beine schlagen das es höher springt. Heut werden die Tiere von den selben Mördern vergiftet. Mir dürfte so ein Misthund von unseren "feinen Reitern" ( Alles zynische und arrogante "Tierliebhaber" )nicht unter kommen. Dem würde ich genau das antuen was sie seit Jahren ( ! ) mit den Tieren machen. Vielleicht mal diesen Sport ( ? ) unter diesem Gesichtspunkt beobachten !
olga
blackblondi (25.08.2008, 09:48 Uhr)
An Dämlichkeit kaum zu überbieten
Da stellt sich Herr Ahlmann in einer Pressekonferenz hin und gibt zu, daß er sein Pferd schon jahrelang mit diesem Mittel behandelt. Kann er denn nicht lesen? Capsaicin ist nun mal verboten. Und nun haben die Labors auf einmal die "Frechheit" und weisen diesen Wirkstoff nach. Ich hoffe man erkennt ihm seine bisher erworbenen Titel ab und er muss seine Preisgelder zurückzahlen. Denn diese sind dann auch illegal erworben, wenn er schon jahrelang so arbeitet.
schnauze_voll (25.08.2008, 08:43 Uhr)
ich lach mich tot.....
....und nun erwartet dieser "saubermann" wohl noch, dass wir mitleid haben? das ist nicht naiv, das ist unverschämt!!!!
blackblondi (25.08.2008, 07:18 Uhr)
nur naiv
Ist dieser Herr Ahlmann nur so naiv oder ist er einfach nur dreist es darauf ankommen zu lassen nach dem Motto: auf der Packung steht ja "Does not test positiv". Er hatte doch eine Erklärung unterschrieben alles mit dem Mannschaftsarzt abzuklären. Hat er sich nie gefragt was für einen Sinn das hat? Da gehört schon eine gehörige Portion Überheblichkeit dazu sich so zu verhalten. Und jetzt auch noch zu jammern ist der Gipfel.
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