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6. August 2008, 08:07 Uhr

Kritik an Vespers "skandalöser Verharmlosung"

Der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, Michael Vesper, der die Internetzensur in China mit der Sperrung rechtsextremistischer Webseiten in Deutschland verglichen hat, wird für seine Äußerung scharf kritisiert. Vesper hingegen spricht von einem Missverständnis.

DOSB-Generaldirektor Michael Vesper: "Ich wollte nur auf die Tatsache hinweisen, dass überall auf der Welt Webseiten gesperrt sind"© Axel Schmidt/DDP

Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz hat den Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, Michael Vesper, gerügt, der die Internetzensur in China mit der Sperrung rechtsextremistischer Webseiten in Deutschland verglichen hatte. Wiefelspütz verlangte in den Dortmunder "Ruhr Nachrichten" eine "schnelle Entschuldigung Vespers für diese fatale Äußerung". "Er hat sich grenzenlos blamiert und muss das aus der Welt schaffen", sagte er. Der SPD-Politiker warf Vesper "eine skandalöse Verharmlosung der chinesischen Zensur" vor.

Entsetzt zeigte sich auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union, Wolfgang Bosbach: "Ich verstehe diese Bagatellisierung nicht", erklärte er. Bosbach warf den Funktionären von IOC und DOSB vor, sich zu zurückhaltend für Menschenrechte und Pressefreiheit einzusetzen. Der menschenrechtspolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Volker Beck, sagte im "Mannheimer Morgen": "In Deutschland muss der Provider strafrechtlich relevante Seiten aus dem Netz nehmen." Dies habe nichts mit Zensur zu tun. Er rief die Sportler auf, während der Spiele ihr "demokratisches Bewusstsein" zu beweisen. "Ich bin mir sicher, dass viele ihren Verstand und die Zivilcourage nicht auf dem Siegertreppchen ablegen werden. Wer Gold holt, sollte seinen Ruhm zum Einsatz für die Menschenrechte nutzen", wird er zitiert.

Vesper wies die Vorwürfe gegen ihn im "Tagesspiegel online" zurück. "Ich habe mich immer gegen die Zensur in China gewandt. Mir etwas anderes zu unterstellen, ist unfair, falsch und absurd", sagte er den Angaben zufolge. Er sprach von einem Missverständnis. "Ich wollte nur auf die Tatsache hinweisen, dass überall auf der Welt Webseiten gesperrt sind. Aber damit wollte ich nicht die politische Zensur in China rechtfertigen", erklärte er.

AP
 
 
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