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7. August 2008, 12:05 Uhr
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Bush kritisiert, Sarkozy schmeichelt

Kaum hat George W. Bush die Menschenrechtssituation in China scharf gerügt, veröffentlicht Chinas staatliche Nachrichtenagentur Tipps für den Umgang mit Kritik am Reich der Mitte. Nicolas Sarkozy hingegen schlägt einen bequemeren Weg ein. Er umgarnt die Gastgeber der Olympischen Spiele mit Komplimenten.

Werden beide in Peking zur Eröffnung der Olympischen Spiele erwartet: der französische Präsident Nicolas Sarkozy (l.) und US-Präsident George W. Bush© Pablo Martinez Monsivais/AP

US-Präsident George W. Bush hat unmittelbar vor seinem Besuch in China scharfe Kritik an der Menschenrechtslage in dem Olympia-Gastgeberland geübt. Die USA seien "tief besorgt" über die Lage der Religionsfreiheit und der Menschenrechte in China, sagte Bush bei einer Rede vor rund 500 Zuhörern in Thailands Hauptstadt Bangkok.

Die USA stünden "in klarer Opposition zu der Verhaftung von Dissidenten, Menschenrechtlern und religiösen Aktivisten". Die Chinesen "verdienen grundlegende Freiheitsrechte, die das natürliche Recht aller Menschen sind". Bush zeigte optimistisch, dass es auch in China einen Wandel geben werde. Zugleich lobte Bush die "konstruktiven Beziehungen" zwischen den USA und China im Handel und in der Diplomatie.

China wies die Kritik von US-Präsident George W. Bush an seiner Menschenrechtspolitik in deutlicher Form zurück. Niemand solle sich in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes einmischen, erklärte Außenministeriumssprecher Qin Gang. China und die USA hätten bei den Menschenrechten und in Religionsfragen unterschiedliche Ansichten, sagte Qin. China weise aber alle Versuche zurück, sich durch Äußerungen oder Handlungen zu diesen Themen in die inneren Angelegenheiten Chinas einzumischen.

Bereits vor Bushs Reise war es zu Spannungen zwischen Washington und Peking in der Menschenrechtsfrage gekommen. Chinas Regierung hatte ein Treffen des Präsidenten mit fünf chinesischen Dissidenten in der US-Hauptstadt als "schwere Einmischung in innere Angelegenheiten" kritisiert. Das US-Abgeordnetenhaus hatte daneben die chinesische Führung in einer fast einstimmig verabschiedeten Resolution zur Einhaltung der Menschenrechte aufgefordert.

Sarkozy schlägt anderen Ton an

Einen ganz anderen Ton schlägt dagegen der französische Präsident Nicolas Sarkozy an, der am Freitag in Peking eintreffen soll. Er schmeichelte den Gastgebern und lobte die Organisation der Olympischen Spiele. Frankreich und China verbinde eine "historische, zuverlässige und unerschütterliche Freundschaft", sagte Sarkozy in einem Interview der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua, das vom Elysée-Palast in Paris verbreitet wurde.

Das Präsidialamt kündigte gleichzeitig an, dass Sarkozy in der kommenden Woche nicht mit dem Dalai Lama zusammentreffen werde. Seine Frau Carla Bruni-Sarkozy werde jedoch an einer Veranstaltung des Oberhaupts der Tibeter teilnehmen. Der Dalai Lama ist vom 13. bis 23. August zu Besuch in Frankreich. Der chinesische Botschafter Kong Quan hatte Sarkozy davor gewarnt, ihn bei dieser Gelegenheit zu treffen. Sarkozy erklärte daraufhin, er lasse sich nicht von China vorschreiben, wen er treffe. Die Beziehungen zwischen Frankreich und China sind angespannt, seit der olympische Fackellauf durch Paris im April wegen massiver Proteste gegen Chinas Tibet-Politik abgebrochen werden musste.

Französische Parlamentarier riefen unterdessen dazu auf, die Übertragung der Eröffnungsfeier der Spiele im Fernsehen zu boykottieren. China verhöhne die Menschenrechte "mit Zynismus und Arroganz", heißt es in der Mitteilung des Abgeordneten Lionnel Luca. Sarkozy reist als französischer Präsident und amtierender EU-Ratsvorsitzender zur Eröffnung der Sommerspiele nach China.

Tipps für Kritiker des Reichs der Mitte

Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua gibt derweil Tipps für den Umgang mit Kritik am Reich der Mitte. Das offizielle Sprachrohr der chinesischen Regierung teilte die ausländischen Gäste in drei Kategorien ein: edel, rar und stechend. Die ersten beiden Kategorien stellen naturgemäß kein Problem dar: "Edlen und seltenen Gästen begegnen wir mit der besonderen Warmherzigkeit und Gastfreundschaft des chinesischen Volkes."

Was aber tun mit "stechenden" Gästen - den Kritikern, die Menschenrechtsverletzungen zum Thema machen, mangelnde Meinungsfreiheit und die Unterdrückung von Minderheiten? "Sie spießen kleine Probleme, Schönheitsfehler auf, verdrehen sogar die Wahrheit", schreibt Xinhua. Die "Verkehrung von Schwarz und Weiß" sei bevorzugtes Mittel der "stechenden Gäste". Die Staatsagentur - ein eigenes Ministerium in der Zentralregierung - riet zur Gelassenheit: "Ein ruhiges Herz ist ein Gemütszustand. Dieser entspricht dem Meer, das die hundert Flüsse in sich aufnimmt."

Die guten Ratschläge erschienen nur im chinesischen Dienst von Xinhua und wurden nicht für den englischen Auslandsdienst übersetzt. Meldungen über Tibet-Proteste und das Blutbad mit 16 toten Grenzpolizisten in der muslimischen Region Xinjiang dagegen waren in den vergangenen Tagen nur auf Englisch erschienen und wurden in China selbst verschwiegen.

Erste Politprominenz trifft in Peking ein

In Peking hat vor der Eröffnung der Olympischen Spiele der Auftrieb der internationalen Politprominenz nun begonnen. Als wichtigster Gast wurde am Donnerstag US-Präsident George W. Bush in der chinesischen Hauptstadt erwartet. Ebenfalls für diesen Tag angesagt hatten sich neben vielen anderen der russische Regierungschef Wladimir Putin, der afghanische Präsident Hamid Karzai, Israels Staatsoberhaupt Schimon Peres und die philippinische Präsidentin Gloria Arroyo.

Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua beschrieb die Empfindungen der ebenso erfreuten wie nervösen Gastgeber mit einem alten chinesischen Sprichwort: "die Hände beschäftigt, die Füße durcheinander". Chinas Präsident Hu Jintao kam bereits am Vormittag aus dem Händeschütteln nicht mehr heraus: Er empfing in kurzem Abstand die Präsidenten von Weißrussland, Serbien und Montenegro. Insgesamt werden über 80 Präsidenten, Regierungschefs und gekrönte Häupter in Peking erwartet.

DPA/AFP/AP
KOMMENTARE (10 von 17)
 
Bebuquin (07.08.2008, 16:38 Uhr)
@chatahootchee
"Mr./Ms. Bebuquin, haben Sie wirklich den Sinn fuer die Realitaet verloren?"
Das könnte ich sie fragen. Oder sehen sie darin keine Überbewertung, wenn der Tod von ca. 3000 Amerikanern über das Leben von über 100 000 Irakern gestellt wird?
Und man könnte es ja ggf. noch nachvollziehen, wenn es sich bei 9/11 wirklich um einen Angriff eines Landes handeln würde und wenn dieses Land der Irak gewesen wäre. Aber weder hat ein Land die USA angegriffen, noch hatte der Irak damit etwas zu tun.
"Brauchen Sie wirklich bei jedem Thema die Bushkeule, um Ihren Frust abzureagieren?"
Ich weiß zwar jetzt nicht worauf sie anspielen, aber wenn ich sehe und lese, dass ihr Präsident Menschenrechtsverletzungen in China kritisiert und gleichzeitig von der US-Administration verkündet wird, dass auch beim Militärtribunal in Guantanamo freigesprochene Gefangene nicht frei gelassen werden, ist dieses Verhalten von Herrn Bush nur durch zwei Dinge erklärbar:
Entweder er hat eine riesige Menge Chuzpe oder aber er ist zu beschränkt zu verstehen, was er da sagt, bzw. weiß nicht genau genug darüber Bescheid.
"Das Forum ist widerlich."
Wenn ihnen freie Meinungsäußerungen nicht behagen, zwingt sie ja keiner hier zu lesen. ;)
hamburg123 (07.08.2008, 15:58 Uhr)
@chatahootchee
Überall werden Ausgaben gekürzt, für Forschung, Bildung, Infra-struktur und Soziales. Nur das Militär bekommt immer mehr Geld. Die Steuersenkungen, die den Reichen uzgute kamen und vor allem auch den Unternehmen, wurden nur zu eigenem Zweck durchgeführt und haben die Wirtschaft und die arme Bevölkerung sehr hart getroffen. Die Kriege haben wirtschaftlich natürlich extrem die Wirtschaft belastet. Die Rezession in den USA wird früher oder später auch uns sehr hart treffen. Dies alles dank Herr Bush. Von der Aussenpolitik braucht man natürlich nicht zu sprechen, dass weiß jeder. Nun, ich fahre auch fast jedes Jahr immer im September für ein paar Wochen nach Phoenix und ich behaupte ja nicht, dass ich dieses Land nicht mag. Land und Leute sind mir eigentlich sehr symphatisch, aber meiner Meinung nach ist die Politik von Bush miserabel und menschenverachtend.
chatahootchee (07.08.2008, 15:20 Uhr)
@HAMBURGER: WELL, I LIVE HERE
unter und mit President Bush und erlebe taeglich, was so vor sich geht.
Sie sollten schon konkreter werden, so dass ich besser antworten kann.
hamburg123 (07.08.2008, 14:56 Uhr)
@chatahochee
Sie scheinen nicht zu wissen, wofür Bush steht, was er für eine unfassbar schlechte Innenpolitik gemacht hat. In jedem Bereich hat Bush riesige Fehler gemacht. Jeder Informierte Bürger weiß, dass Bush das Schlechteste ist, was den Menschen passieren kann.
chatahootchee (07.08.2008, 14:08 Uhr)
CHINA ODER WAS?
Um was geht es hier eigentlich? Haben sich wieder einige der bekannten Verbalterroristen versammelt? Mr./Ms. Bebuquin, haben Sie wirklich den Sinn fuer die Realitaet verloren? Brauchen Sie wirklich bei jedem Thema die Bushkeule, um Ihren Frust abzureagieren? Das Forum ist widerlich.
Bebuquin (07.08.2008, 13:04 Uhr)
@Known
Verlieren sie nicht die Relationen aus dem Auge. Sicher, die Verbrechen von 9/11 und auch die Anschläge danach waren fürchterlich, grausam, abscheulich und in keinster Weise zu rechtfertigen. Aber ähnlich sieht es auch aus mit diesen haarsträubenden Reaktionen der USA und anderer Staaten darauf.
Und es stimmt eben nicht, dass wir einen ethischen Kompromiss wie die Menschenrechte mit der Begründung aufgeben können, dass wir dadurch die bösen Terroristen nicht fangen könnten.
Denn auf diese Weise treibt man den Teufel mit dem Beelzebub aus, da man quasi den Terroristen ihre angeblich angestrebte Arbeit abnimmt.
Ein einzelner Anschlag und koste er auch 100 oder mehr Menschen das Leben ist schlimm, aber im Vergleich zu den über 100 000 Toten im Irak oder ähnlichen Konflikten doch eher gering zu schätzen.
Der Unterschied liegt nur darin, dass man die Terroranschläge in den Spätnachrichten per Bildmaterial serviert bekommt, die Toten im Irakkrieg oder im Völkermord in Dafur höchstens nur mal am Rande erwähnt wird...
maggo525 (07.08.2008, 12:39 Uhr)
Bush
Hier geht es nicht um Bush. Dieser Mann hat es nicht verdient überall in den Mittelpunkt gestellt zu werden. Ich hasse den Mann. Aber ich bin froh das er (auch wenn er den selben Dreck am Stecken hat) mal den Mund aufmacht.
Aber Sarkozy, dieser elende Speichellecker! Er soll das tun was er am besten kann. Mit seiner Frau Urlaub machen, den Mund halten und seine Goldene Uhr in die Kamera halten. Da wird mir echt schlecht. Ich bete zu Gott das diese Olympiade der größte Reinfall der Olympiageschichte wird!
Habe fertig, geh m ich abregen (ich entschuldige mich für meine Wortwahl...)
ukiduki (07.08.2008, 12:16 Uhr)
@ Known
ich stimme "undueberhaupt" zu.
nimmt man die geschichte des 20. jahrunderts und schaut sich die kriege an, dann hatte die usa doch sehr oft die finger mit im spiel. so wechseln die ausreden halt immer. jetzt kommen die terroristen dran. mal sehen, was danach verwandt wird, um die amerikanischen interessen zu verschleiern.
nun sollte man nicht nur auf die amis drauf haun, viele länder haben dreck am stecken. die halten sich dann aber oftmals mit ermahnungen anderer zurück. dazu diente mein hitler stalin vergleich. das bush nicht hitler ist, ist schon klar.
hamburg123 (07.08.2008, 12:11 Uhr)
@undueberhaupt
die daten widersprechen sich ein wenig, aber die meisten Quellen sprechen von einer viertel millionen unschuldiger. die dunkelziffer ist natürlich viel höher.
undueberhaupt (07.08.2008, 12:08 Uhr)
@ Known
Kriegstreiber Nr. 1 in der Welt sind die USA. Das hat nichts mit Terrorismus zu tun was da z. B. im Irak passiert ist. Wieviele unschuldige Zivilisten hat Bush auf dem Gewissen? Jedenfalls mehr als in den twintowers gestorben sind. Es ist schade das man so einen Vergleich machen muß!
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