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25. August 2008, 10:25 Uhr

Aktivisten ziehen Horror-Bilanz

Die Olympia-Bilanz der Menschenrechtsorganisation Human Rights in China fällt vernichtend aus: Für den Bau der Sportstätten seien 1,5 Millionen Pekinger zwangsweise umgesiedelt worden, für die Grünflächen hätten die Behörden Wasser aus Dürre-Regionen abgezweigt.

Haben die Spiele China verändert? Viele Beobachter bezweifeln das, vor allem Menschenrechtsaktivisten© Oded Balilty/AP

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights in China (HRIC) hat eine negative Bilanz der Olympischen Spiele gezogen. Die chinesische Regierung habe die Spiele erfolgreich genutzt, um ihre politischen Ziele zu verwirklichen, erklärte die Hongkonger Organisation am Montag. "Die sorgfältig verputzte Fassade kann aber nicht den Polizeistaat verbergen, der auf den Menschenrechten herumtrampelt", sagte Geschäftsführerin Sharon Hom.

Den Preis der Spiele zahle die chinesische Bevölkerung: Seit 2001 seien rund 1,5 Millionen Pekinger für den Bau der olympischen Sportstätten zwangsweise umgesiedelt worden, gegen wenig oder keinerlei Schadenersatz für den Verlust ihrer Häuser und Wohnungen, erklärte die Geschäftsführerin. Für die Begrünung des am Rande der Wüste gelegenen Peking seien geschätzte 200 Millionen Kubikmeter Wasser verwendet worden. Das Wasser sei aus der von Dürre bedrohten Nachbarprovinz Hebei umgeleitet worden. "Das Internationale Olympische Komitee hat seinen Kopf in den Sand gesteckt, wenn es mit den Berichten über Einschränkungen der Pressefreiheit, Verhaftungen und Luftverschmutzung konfrontiert wurde", erklärte Hom.

Auch Grünen-Politiker Volker Beck kritisierte das Internationale Olympische Komitee (IOC). "Das IOC hat Gold in der Disziplin politische Naivität und Opportunismus gewonnen", erklärte der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion. "Jacques Rogge und seine Funktionäre haben sich zum propagandistischen Handlanger des chinesischen Regimes gemacht", erklärte er. Die Bilanz für Dissidenten und die unterdrückten kulturellen Minderheiten der Uiguren und Tibeter sei negativ. In vielen Bereichen sei entgegen der Zusagen der Chinesen die Repressionsschraube angezogen worden.

Selbstbeweihräucherung in China

Beck forderte, die Weltgemeinschaft und die Olympische Bewegung müsse nach den olympischen Spielen durch Entsendung von Beobachtern sicherstellen, dass es in den Provinzen Tibet und Xinjiang nicht noch zu einer weiteren Verschärfung der Repression komme. Zudem brauche die olympische Bewegung eine Reformdiskussion. "Es darf sich nicht wiederholen, dass man in Ländern, die die Menschenrechte systematisch verletzen, ohne verbindliche Vereinbarungen über die menschenrechtlichen Rahmenbedingungen die olympischen Spiele austrägt", sagte Beck mit Blick auf die Winterspiele 2014 in Russland.

China selbst feierte die Olympischen Spiele hingegen als "glorreichen Erfolg". Staatsmedien sprachen von einem Zeichen der neu gewonnenen Stärke der Nation. "Die meisten Olympischen Spiele sind bisher von entwickelten Staaten ausgetragen worden, aber China hat bewiesen, das es das genauso und noch besser kann", kommentierte die Staatsagentur Xinhua.

Chinas Staatsrat wertete den Spitzenplatz der chinesischen Athleten in der Goldmedaillenwertung als "historischen Durchbruch und ein neues Kapitel in der Entwicklung des Sports in China". Die Pekinger Zeitung "Xinjingbao" fand, dass die Spiele die Erwartungen des IOC "bei weitem übertroffen haben". "Peking ist der beste Olympia-Gastgeber der vergangenen hundert Jahre gewesen", schrieb die Zeitung "Beijing Qingnianbao" überschwänglich. "Erstklassige Einrichtungen, erstklassige Organisation - das ist es, was über die Spiele in Peking gesagt wird", kommentierte die englischsprachige Tageszeitung "China Daily". "Die Spiele sind der historische Höhepunkt von drei Jahrzehnten Öffnung", schrieb der Kommentator.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 92)
 
daifd (28.08.2008, 14:33 Uhr)
Deutsche Freiheit
Ich weiss nicht, wieso die deutschen Medien so viele Interesse an China? Was ich auch nicht verstehen kann ist, wieso manche Medien, z.b. "Double S"(Stern und Spiegel), wollen China absichtlich verarschen. Ja, wenn man etwas negative suchen möchte, kann man natürlich finden. Aber loht es sich, so viele Zeit und Interesse an der Problemesuchung zu spenden? Kann jemand die Motivation mal verraten?
Eine neue Nachricht: Frau Zhang Danhong bei der Deutschwelle wurde entlassen, weil sie China verschönert hat. Man hat 100%Freiheit in Deutschland, wenn man China kritisieren möchte. Aber im Gegensatz......?????? Weiss ich nicht. Das ist die sogenannte deutsche "Pressfreiheit".
LaoLu (28.08.2008, 01:30 Uhr)
@STR_EDDS
wie kommen Sie nun auf "die von oben befohlene Abneigung gegen den Westen"??
Das müssen Sie mir irgendwann nochmal genauer erklären.
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Zu Merkongs postings, die zugegebenermaßen mit der Zeit immer vehementer und unsachlicher werden: Das ging los mit einem weiteren Schmierenartikel, "Aktivisten ziehen Horror-Bilanz..."
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Es ist für jemanden, der (in China) mit einer gesteuerten Presse aufgewachsen ist, schwer nachvollziehbar, daß unsere freie westliche Presse solch tendentiöses Propagandamaterial verbreiten darf, ohne das ihr jemand auf die Finger haut.
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Und wenn ihm, dem Ausländer, der in einer Fremdsprache schreibt, dann von einem der lieben Mitkommentatoren empfohlen wird
GEH STERBEN, MERKONG -
ja, dann verstehe ich die Wut schon.
LaoLu (28.08.2008, 01:03 Uhr)
Hey, blondi,
ich habe seit 04:34 am 26.08. nichts mehr von mir gegeben.
Leiden Sie unter Halluzinationen?
chatahootchee (27.08.2008, 18:14 Uhr)
@DAIFD
Entschuldigung, aber das sollen Antworten sein? Oder hat Jemand seinen Namen gewechselt?
STR_EDDS (27.08.2008, 17:34 Uhr)
Was ist das denn hier?
Über sieben Seiten Propagandageplärre vom Merkong & Co.?
.
@Merkong. ich bin ca. alle 4 Monate geschäftlich in China. Abgesehen von idiotischen Scharfmachern wie Sie, ist es ein freundliches Volk. Aber die von oben befohlene Abneigung gegen den Westen und die zugleich gefühlte Überlegenheit, das sind die Achillesfersen dieses Systems.
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Und jetzt geniessen Sie noch ein wenig unsere Pressefreiheit, die sogar einem Ideologen wie ihnen ein Forum bietet. Viel Spaß!
daifd (27.08.2008, 16:07 Uhr)
@blackblondi
Eine private Frage an Sie. Waren Sie mindestens einmal in China? Falls ja,wo und wann (wenn Sie verraten könnten). Falls nein, woher wissen Sie so "viel" über China? durch STERN oder SPIEL?
blackblondi (27.08.2008, 15:45 Uhr)
@ chatahootchee
Ich habe es aufgegeben mit Merkong und LaoLu zu diskutieren, weil es nicht möglich ist. Und denen noch eine Plattform zu bieten ist mir zu schade. Vieleicht Siehst Du das ähnlich. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
daifd (27.08.2008, 14:07 Uhr)
@chatahootchee
Wenn man mit einigen arroganten westeuropäischen Leute auf höfliche asiatische Weise nicht reden können, kann man natürlich auf eine typische unhöfliche deutsche arrogante Weise reden. Das ist ein wichtige Ding, dass die Ausländer von Deutschland gelernt hat.
daifd (27.08.2008, 13:58 Uhr)
@Merkong
Genau. Die Deutschen wollen, mit abgeschlossenen Augen und verstopften Ohren, die Ausländer auslachen. Die Deutschen wissen gar nicht, dass sie selbst von den Ausländern ausgelacht werden. :-)
chatahootchee (27.08.2008, 13:57 Uhr)
WORUEBER REDEN WI R DENN?
Ueber Merkongs Peinlichkeiten oder Olympia?
Ich gehe davon aus, dass Merkong im untergangsgeweihten Westen wohnt und diesen geniesst. Also beschmutzt er die Hand, die ihm gereicht wurde. Das ist nicht sehr der asiatischen mentalitaet entsprechend.
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