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15. August 2008, 06:24 Uhr

Bagger-Schönheiten fliegen raus

Olympia-Update, Tag 7

Sie sammeln Rekorde: Das 100. Gold der Spiele gewann der Chinese Lu Yong im Gewichtheben, seine Landsfrau Cao Lei knackte mit ihrem Sieg drei Bestmarken. Zuvor holten sich die deutschen Teamsprinter auf der Bahn Bronze. Das deutsche Beachvolleyball-Duo Sara Goller und Laura Ludwig schied dagegen im Achtelfinale aus. Der siebte Wettkampftag im Überblick.

Schreit seine Freude heraus: Chinas Gold-Gewichtheber Lu Yong© Cameron Spencer/Getty

Die chinesischen Gewichtheber bestimmen weiter die olympischen Wettbewerbe in Peking. Durch Lu Yong im 85 kg-Limit der Männer und Cao Lei in der Klasse bis 75 kg der Frauen kamen zwei weitere Olympiasiege dazu. Immerhin Bronze holten sich die deutschen Teamsprinter zum Auftakt der olympischen Bahnrad-Wettbewerbe.

Die deutschen Paddler Felix Michel und Sebastian Piersig, die nach dem Halbfinale im Canadier-Zweier geführt hatten, kenterten im Endlauf kurz vor dem Ziel und mussten sich am Ende mit Platz sechs zufriedengeben. Noch schlimmer erwischte es die zweimalige Weltmeisterin Jennifer Bongardt, die vorzeitig ausschied. Trübe Aussichten auch für die deutschen Ruderer: Nur sieben der 13 gestarteten DRV-Boote sind in den Endläufen am Wochenende qualifiziert.

Die Olympischen Spiele werden erneut von einem Doping-Fall erschüttert. Kim Jong-Su aus Nordkorea wurde der Einnahme des verbotenen Betablockers Propranolol überführt und ist nachträglich disqualifiziert worden. Der Schütze müsse seine Silbermedaille aus dem Wettbewerb mit der Freien Pistole sowie das Luftpistolen-Bronze zurückgeben. Ebenfalls unter Doping-Verdacht steht die Turnerin Thi Ngan Thuong Do aus Vietnam. Die bisherigen Ereignisse des siebten Wettkampftages im Überblick.

Beachvolleyball

Beachvolleyball, VorrundeDie deutschen Beachvolleyballerinnen sind bei den Olympischen Spielen bereits im Achtelfinale ausgeschieden. Einen Tag nach dem Vorrunden-Aus von Julius Brink und Christoph Dieckmann mussten sich Stephanie Pohl und Okka Rau Ana Paula Conelly/Larissa França aus Brasilien mit 0:2 (18:21, 14:21) geschlagen geben. Zuvor hatten auch die Europameisterinnen Sara Goller und Laura Ludwig nach einer 1:2 (21:23, 21:11, 16:18)-Niederlage gegen die österreichischen Schwestern Stefanie und Doris Schwaiger den Einzug in das Viertelfinale verpasst.

Als einziges Team aus dem Aufgebot des Deutschen Volleyball-Verbandes hatten David Klemperer/Eric Koreng am Samstag gegen die Chinesen Wu Penggen/Xu Linyin noch die Chance auf den Einzug in die Runde der letzten Acht.

"Wir sind total enttäuscht. Das hätte keiner erwartet. Uns fehlen wohl in den entscheidenden Momenten die Nerven", sagte Laura Ludwig. Fünf Wochen nach dem EM-Gewinn in ihrer Wahlheimat Hamburg zählte das Duo zum erweiterten Kreis der Medaillen-Anwärterinnen. "Wir haben längst nicht so gespielt wie wir es können", sagte Sara Goller.

Hockey

Hockey, Männer In einem Hockey-Krimi haben die deutschen Herren gegen Südkorea einen wichtigen Sieg verpasst und müssen nun um den Einzug ins Olympia-Halbfinale zittern. Die Mannschaft von Trainer Markus Weise kam am Freitagabend in Peking gegen Südkorea nicht über ein 3:3 (1:1) hinaus und fiel vom zweiten auf den dritten Rang zurück. Die Treffer von Philip Witte (17.), Matthias Witthaus (40.) und Christopher Zeller (48.) reichten nicht zum Sieg. "Natürlich ist die Mannschaft gefrustet, weil sie einen hohen Aufwand betreibt, aber die Ergebnisse nicht stimmen", sagte Weise. Spieler Oliver Korn ergänzte: "Kurz nach dem Spiel ist das eine gefühlte Niederlage. Es ist ein bisschen der Wurm drin."

Gewichtheben

Gewichtheben Die chinesischen Gewichtheber bestimmen weiter die olympischen Wettbewerbe in Peking. Durch Lu Yong im 85 kg-Limit der Männer und Cao Lei in der Klasse bis 75 kg der Frauen kamen zwei weitere Olympiasiege dazu. Beide Athleten krönten ihre Leistungen mit Rekorden. Lu Yong stellte mit 394 Kilogramm im Zweikampf den unmittelbar zuvor von Weltmeister Andrej Rybakow aus Weißrussland aufgestellten Weltrekord ein und wurde aufgrund des leichteren Körpergewichts Olympiasieger. Rybakow, hatte im Reißen mit 185 Kilogramm eine olympische Rekordmarke aufgestellt. Rang drei sicherte sich der Armenier Tigran Martirosjan aus Armenien mit 380 Kilogramm

Cao Lei hatte zuvor bei ihrem Erfolg drei olympische Rekorde markiert. Die 24-Jährige kam auf eine Zweikampfleistung von 282 Kilogramm. Im Stoßen hatte Cao Lei 154 Kilogramm zur Hochstrecke gebracht, war dann aber an der Einstellung des Weltrekords ihrer Landsfrau Liu Chunghong aus dem Jahr 2005 gescheitert (159 kg). Die Rekordjagd rundete die Weltmeisterin mit 128 Kilogramm im Reißen ab. Olympisches Silber holte die Kasachin Alla Waschenina mit 266 kg im Zweikampf (119/147). Dritte wurde die WM-Dritte Nadjeschda Jewstjuschina aus Russland (264/117/147). Deutsche Athleten waren in beiden Klassen nicht am Start.

Fußball

Fußball, Frauen, Viertelfinale Die deutschen Fußball-Weltmeisterinnen haben beim olympischen Turnier den Einzug ins Halbfinale geschafft. Das Team von Bundestrainerin Silvia Neid gewann in Shenyang gegen Schweden mit 2:0 nach Verlängerung und kämpft nun in einem erneuten Duell gegen Brasilien um die Final-Teilnahme. Die Südamerikanerinnen bezwangen im Viertelfinale Norwegen mit 2:1. Vor 17.209 Zuschauern gelangen Kerstin Garefrekes (104.) und Simone Laudehr (115.) die Treffer. Deutschland und Brasilien hatten sich in der Vorrunde mit einem torlosen Remis getrennt. Die zweite Vorschlussrundenpartie bestreiten Japan und die USA , die vor vier Jahren in Athen auf dem Weg zum Olympiasieg die deutsche Mannschaft bezwungen hatten.

Radsport

Bahn, Teamsprint, Männer Vier Jahre nach dem Olympiasieg in Athen haben die deutschen Teamsprinter zum Auftakt der olympischen Bahnrad-Wettbewerbe in Peking die Bronzemedaille gewonnen. Rene Enders aus Erfurt, der Cottbuser Maximilian Levy und Stefan Nimke aus Schwerin gewannen am Freitag im kleinen Finale gegen Australien und holten als Dritte das erste Edelmetall für den Bund Deutscher Radfahrer in der chinesischen Hauptstadt.

Zum Einzug in das "große Finale" fehlten den deutschen Fahrern nur 43/100 Sekunden hinter dem dreifachen Weltmeister Frankreich (43,656), der sich im Kampf um Gold Vize-Weltmeister Großbritannien geschlagen geben musste. Die Briten in der Besetzung Chris Hoy, Kenny Jason und Jamie Staff ließen den Franzosen im nicht voll besetzten Velodrom in 43,128 Sekunden nicht den Hauch einer Chance.

Bahn, Einzelverfolgung, Männer In der Qualifikation der 4000-Meter-Einzelverfolgung fuhr der Goldmedaillengewinner von Athen, der Brite Bradley Wiggins vom T-Mobile-Nachfolger Columbia, in 4:15,031 Minuten Olympischen Rekord. Deutsche Fahrer waren zum ersten Mal seit 1952 nicht qualifiziert.

Kanu

Slalom, Canadier-Zweier, Herren Die Slalom-Kanuten Felix Michel und Sebastian Piersig haben eine Medaille im Canadier-Zweier verpasst. Die Mannschafts-Europameister von 2007 aus Spremberg, die nach dem Halbfinale noch geführt hatten, kenterten im Endlauf und kamen im Endklassement nicht über den sechsten Rang hinaus. Zum dritten Mal nacheinander olympisches Gold holten sich die slowakischen Brüder Pavol und Peter Hochschorner vor den Tschechen Jaroslav Volf/Ondrej Stepanek und Michail Kusnezow/Dmitri Larionow aus Russland.

Slalom, Kajak-Einer, Damen Slalom-Kanutin Elena Kaliska ist Olympiasiegerin im Kajak-Einer. Die Slowakin setzte sich am Freitag im Shunyi-Park von Peking vor Jacqueline Lawrence aus Australien durch. Die Bronzemedaille ging an die Österreicherin Violetta Oblinger Peters. Die zum engsten Favoritenkreis zählende Jennifer Bongardt aus Augsburg hatte im Halbfinale zwei Tore verpasst und war ausgeschieden.

Rudern

Rudern, Halbfinalläufe und B-Finale Die deutschen Ruderer gehen mit trüben Aussichten in den Kampf um Edelmetall. Nur sieben der insgesamt 13 in Peking gestarteten DRV-Boote sind am Wochenende in den 14 Endläufen der olympischen Regatta dabei. Mit dritten Plätzen im Halbfinale hielten sich der leichte Frauen-Doppelzweier und der Männer-Doppelvierer auf der Regattastrecke im Shunyi-Park schadlos. Dagegen blieb der leichte Männer-Doppelzweier auf der Strecke. Bei den Olympischen Spielen in Athen hatten noch neun deutsche Boote an den Finals teilgenommen und insgesamt zwei Gold- und zwei Silbermedaillen gewonnen.

Es erscheint unwahrscheinlich, dass die imposante deutsche Olympia-Bilanz mit bisher insgesamt 98 Medaillen am Wochenende merklich aufgebessert wird. Die Aussicht auf die ersten Spiele seit 52 Jahren ohne Gold stimmte DRV-Sportdirektor Michael Müller nachdenklich: "Unter den gegebenen Umständen ist unsere ursprüngliche Prognose nicht mehr zu halten. Aber drei Medaillen sind noch drin."

Bogenschießen

Bogenschießen, Einzel, MännerDer Ukrainer Viktor Ruban hat Olympia-Gold im Bogenschießen gewonnen. Der Überraschungssieger setzte sich im Finale mit 113:112 Ringen gegen Park Kyung-Mo aus Südkorea durch. Bronze sicherte sich der Russe Bair Badenow mit 115:112 gegen den überraschend starken Mexikaner Juan Rene Serrano. Der einzige deutsche Starter, Jens Pieper aus Braunschweig, war in der ersten K.o.-Runde ausgeschieden und beendete das Turnier auf dem 47. Platz.

Fechten

Fechten, Degen-Mannschaft, HerrenDie französischen Degenherren haben ihren Mannschafts-Olympiasieg verteidigt. Im Finale gewannen die Brüder Fabrice und Jerome Jeannet sowie Ulrich Robeiri gegen Polen mit 45:29 Treffern. Bronze ging an Italien, dass sich gegen China 45:35 durchsetzte. Einzel-Olympiasieger Matteo Tagliariol zog sich im Gefecht um Platz drei eine Verletzung am rechten Fuß zu und wurde gegen Stefano Carozzo ausgetauscht. Deutsche Degenfechter hatten sich erstmals seit 56 Jahren nicht für Olympische Spiele qualifizieren können. Polen hatte das Halbfinale durch ein knappes 45:44 gegen Gastgeber China erreicht. Weltmeister Frankreich gewann in der Vorschlussrunde gegen Italien 45:39.

Turnen

Turnen, Mehrkampffinale, Frauen Oksana Chusovitina hat mit Rang neun die beste Mehrkampf-Platzierung einer deutschen Turnerin bei Olympischen Spielen seit 20 Jahren erkämpft. Die 33 Jahre alte Wahl-Kölnerin turnte fehlerfrei und kam auf die Endnote von 60,125 Punkten. Der Sieg ging an die 18-jährige Schwebebalken-Weltmeisterin Nastia Liukin (63,325), die damit die Siegesserie der chinesischen Turner nach bereits drei Goldmedaillen in Peking durchbrach. Es war das dritte Olympia-Gold für die US-Girls nach Mary-Lou Retton 1984 und Carly Patterson 2004. Silber ging an Weltmeisterin Shawn Johnson (USA/62,725), Bronze erhielt die Chinesin Yang Yilin (62,650).

Leichtathletik

Leichtathletik, 10.000 Meter, Frauen Weltmeisterin Tirunesh Dibaba aus Äthiopien hat die erste Goldmedaille in den Laufwettbewerben gewonnen. Die 23-Jährige siegte über 10.000 Meter in olympischer Rekordzeit von 29:54,66 Minuten. Zweite wurde Elvan Abeylegesse aus der Türkei, Bronze sicherte sich die Amerikanerin Shalane Flanagan. Sabrina Mockenhaupt aus Köln belegte in persönlicher Bestzeit von 31:14,21 Minuten Platz 13.

Leichtathletik, Hammerwerfen, Männer Hammerwerfer Markus Esser hat das Finale erreicht. Der WM-Achte aus Leverkusen überzeugte in der Qualifikation als Sechster mit 77,60 Metern. Für die größte Weite sorgte der Ungar Krisztian Pars (80,07). Der 28 Jahre alte Sportsoldat Esser war vor vier Jahren in Athen Olympia-Elfter

Leichtathletik, 100 Meter, Männer100-Meter-Sprinter Tobias Unger ist bei den Olympischen Spielen in Peking im Zwischenlauf gescheitert. Als Siebter seines Rennens konnte sich der 29-jährige deutsche Meister vom LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg im Vergleich zum Vorlauf zwar steigern, schied in 10,36 Sekunden aber erwartungsgemäß aus. "Nächstes Jahr werde ich über 100 Meter stärker sein - diesmal lerne ich noch", sagte der 200-Meter-Spezialist aus Schwaben. Der deutschen Sprintstaffel traut Unger mehr zu: "Da können wir etwas bewegen."

Leichtathletik, Kugelstoßen, Männer Kugelstoßer Tomasz Majewski aus Polen hat das erste Leichtathletik-Gold gewonnen. Der 26-Jährige setzte sich vor 91.000 Zuschauern im ausverkauften Nationalstadion überraschend mit 21,51 Metern durch. Silber holte der Amerikaner Christian Cantwell mit 21,09 Metern vor dem Weißrussen Andrej Michnewitsch (21,05). Der große Favorit Adam Nelson aus den USA schaffte es auch im dritten Anlauf nicht, Olympiasieger zu werden. Der Weltjahresbeste kam mit drei ungültigen Versuchen nicht ins Finale der besten Acht. Der Leipziger Peter Sack war als einziger deutscher Starter in der Qualifikation gescheitert.

Leichtathletik, Siebenkampf, Frauen Die Medaillen-Hoffnung von Lilli Schwarzkopf hat nach den ersten beiden Disziplinen im olympischen Siebenkampf von Peking einen kräftigen Dämpfer erhalten. Mit 1995 Punkten liegt die EM-Dritte aus Paderborn in der Zwischenwertung nur auf dem 15. Platz. Beste Deutsche ist Jennifer Oeser aus Leverkusen mit 2018 auf Rang 13. Die Neubrandenburgerin Sonja Kesselschläger belegt mit 1991 Punkten die 16. Position. Dominierende Athletin war die amerikanische Meisterin Hyleas Fountain, die mit 2251 Punkten vor Anna Bodanowa (Russland/2165) und Ljudmilla Blonska (Ukraine/2132) an der Spitze liegt.

Einen denkbar schwachen Start erwischte Lilli Schwarzkopf über die 100-Meter-Hürden mit mäßigen 13,73 Sekunden. "Ich bin an der siebten, achten Hürde gestolpert und gestrauchelt", sagte die 24-Jährige. Im Hochsprung konnte sie diesen Patzer mit überquerten 1,80 Meter (Bestleistung 1,83 Meter) nicht wettmachen.

Nach 13,57 Sekunden im Hürdensprint schaffte die EM-Vierte Jennifer Oeser ebenfalls 1,80 Meter. Dagegen konnte die Olympia-Sechste Sonja Kesselschläger ihre gute Leistung über die 100-Meter-Hürden (13,50 Sekunden) im Hochsprung nicht fortsetzen. Es reichte nur zu 1,77 Metern.

Schießen

Kleinkalieber liegend, Männer Artur Aywasija aus der Ukraine hat das olympische Liegend-Match mit dem KK-Gewehr gewonnen. Der im armenischen Jerewan geborene Ukrainer behauptete seine Führung nach dem Vorkampf auch im Finale. Platz zwei belegte mit einem Ring Rückstand der in der Bundesliga für Post SV Plattling schießende Athen-Olympiasieger Matthew Emmons (USA). Die Bronzemedaille ging an den Australier Warren Potent.

Maik Eckhardt (Dortmund) als 24. mit 592 Ringen und Michael Winter (Kirchseeon) auf Platz 31 mit 590 Zählern hatten das Finale verpasst.

Badminton

Badminton, Doppel, Frauen Gastgeber China hat die erste von fünf Entscheidungen beim olympischen Badminton-Turnier gewonnen. Im Damen-Doppel erkämpfte sich das an Nummer zwei gesetzte Duo Du Jing/Yu Yang durch einen 2:0-Sieg gegen Lee Hyo Jung/Lee Kyung Won aus Südkorea die Goldmedaille. 8000 begeisterte Fans feierten am Freitag den deutlichen Favoritensieg. Zur Freude der Badminton-begeisterten Chinesen blieb auch die Bronzemedaille für Wei Yili/Zhang Yawen im Reich der Mitte.

Schwimmen

Schwimmen, 100 Meter Freistil, Frauen "Es ist ein Wahnsinnsgefühl. Ich hätte nie gedacht, dass mir hier der Durchbruch gelingt", jubelte Steffen nach ihrem Sieg in einem packenden Endlauf.

Nach 50 Metern war sie noch Letzte - dann ging die Post ab: Der australischen Favoritin Lisbeth Trickett blieb nach einem unwiderstehlichen Spurt von Britta Steffen in 53,16 Sekunden nur Silber. Bronze ging an die Amerikanerin Natalie Coughlin (53,39). "Mein Trainer hat gesagt, ich soll auf den zweiten 50 Metern durchziehen und das habe ich gemacht. Das ist so geil", sagte die Berlinerin, die wenig später bei der Siegerehrung mit Tränen in den Augen der deutschen Hymne lauschte. "Ich hatte eine Medaille erhofft. Dass es Gold wurde, ist eine späte Genugtuung für das deutsche Schwimmen", sagte DOSB-Generaldirektor und Chef de Mission Michael Vesper.

200 Meter Lagen, Männer US-Star Michael Phelps schwamm über 200 m Lagen in 1:54,23 Minuten im sechsten Finale mit dem sechsten Weltrekord zum sechsten Gold. Mit achtmal Gold will Phelps den Rekord seines Landsmannes Mark Spitz mit sieben Olympiasiegen 1972 in München brechen. Mit nun insgesamt zwölfmal Gold ist Phelps der erfolgreichste Athlet in der Olympia- Geschichte. Silber über 200 m Lagen gewann mit Europarekord in 1:56,52 Minuten der Ungar Laszlo Cseh vor Ryan Lochte (USA/1:56,53).

200 Meter Rücken, Männer Ohne Bestmarken lief so gut wie nichts im Olympia-Becken von Peking. Lochte holte beim amerikanischen Doppelsieg über 200 m Rücken Gold mit Weltrekord in 1:53,94 Minuten vor Aaron Peirsol (1:54,33) und dem Europarekord schwimmenden Russen Arkadi Wjatschanin (1:54,93).

200 Meter Brust, Frauen Rebecca Soni (USA) verwies in 2:20,22 Minuten über 200 m Brust die Australierin Leisel Jones (2:22,05) mit Bestzeit auf Platz zwei. Die Norwegerin Sara Nordenstam sicherte sich in 2:23,02 mit kontinentaler Bestzeit Bronze. Es war die erste Schwimm-Medaille für Norwegens Frauen in der Olympia-Geschichte.

50 Meter Freistil, Männer, Halbfinale Der deutsche Rekordhalter Rafed El-Masri (Berlin) schwamm über 50 m Freistil am Finale vorbei. 22,09 Sekunden reichten für den Deutsch- Syrer im Halbfinale nur zu Rang 14. Frankreichs Superstar Laure Manaudou erlebte über 200 m Rücken mit dem Aus im Halbfinale als 15. ein Debakel.

Judo

Judo, Schwergewicht, FrauenDie Chinesin Tong Wen hat das olympische Judo-Finale im Schwergewicht gewonnen. Die 25 Jahre alte Weltmeisterin bezwang in der Kategorie über 78 Kilogramm die Japanerin Maki Tsukada, Olympiasiegerin von Athen, 16 Sekunden vor dem Ende mit einem Schulterwurf. Bronzemedaillen erkämpften Vize-Weltmeisterin Lucija Polavder aus Slowenien und die Kubanerin Idalys Ortiz. Die WM-Dritte Sandra Köppen-Zuckschwerdt (Brandenburg) war nach enttäuschender Leistung im ersten Kampf gegen die 50 Kilogramm leichtere Australierin Janelle Shepherd ausgeschieden.

Judo, Schwergewicht, MännerDie letzte Goldmedaille beim olympischen Judo-Turnier hat sich der Japaner Satoshi Ishii gesichert. Der 21-Jährige bezwang am Freitag im Finale des Schwergewichts über 100 Kilogramm Asienmeister Abdullo Tangrijew aus Usbekistan mit Yuko (mittlere Wertung). Die Bronzemedaillen gingen an den Kubaner Oscar Brayson und an Weltmeister Teddy Riner aus Frankreich. Der Mönchengladbacher Andreas Tölzer war im Kampf um den Einzug ins Hoffnungsrunden-Finale an Riner gescheitert.

Tennis

Tennis, Herren-Doppel Fernando Gonzalez steht im Endspiel des olympischen Tennisturniers. Der Chilene setzte sich im Halbfinale mit 4:6, 7:5, 11:9 gegen den Amerikaner James Blake durch, der am Abend zuvor überraschend den Schweizer Roger Federer aus dem Wettbewerb geworfen hatte. Gonzalez , der vor vier Jahren in Athen die Bronzemedaille gewonnen hatte, trifft im Spiel um Gold am Sonntag auf den Spanier Rafael Nadal oder den an Nummer drei gesetzten Serben Novak Djokovic. Blake spielt gegen den Verlierer um Bronze.

Handball

Handball, Frauen, VorrundeDen deutschen Handball-Frauen hilft nur noch ein Wunder: Nach der dritten Turnier-Niederlage kann der WM-Dritte nicht mehr aus eigener Kraft das Viertelfinale bei den Olympischen Spielen in Peking erreichen. Nach dem 26:27 (13:13) gegen Schweden ist das Olympia-Aus der Auswahl des Deutschen Handballbundes kaum noch abzuwenden. Nach dem Schlusspfiff wirkten die deutschen Spielerinnen geschockt, starrten vor sich hin, einige weinten. "Das ist ohne Worte. Wir haben uns hier wieder einmal verprügeln lassen", sagte Abwehrchefin Stefanie Melbeck.

Für den angestrebten Einzug in die K.o.-Runde bei der Rückkehr zu den Olympischen Spielen nach zwölf Jahren muss der EM-Vierte am letzten Spieltag am Sonntag ausgerechnet gegen Weltmeister Russland gewinnen und auf eine Punkteteilung zwischen Schweden und Brasilien hoffen.

"Wir glauben an ein Wunder. Denn das ist Sport", sagte Bundestrainer Armin Emrich. Doch auch er weiß, "dass alles an einem seidenen Faden hängt". Im Moment seien sie die Unglücklichen. "Diese zweite Niederlage mit einem Tor ist jammerschade", klagte er. Schon den Ungarinnen hatte sich sein Team mit 24:25 knapp geschlagen geben müssen. Zuvor hatten sich die Deutschen gegen Brasilien (24:22) durchgesetzt und deutlich gegen Südkorea (20:30) verloren.

KOMMENTARE (10 von 20)
 
schreibtherapie (15.08.2008, 17:04 Uhr)
@malibuli
Natürlich kommt es beim Schwimmen auf die Technik drauf an, aber nicht nur. Man kann die beste Technik haben, wenn man die Geschwindigkeit nicht behält. Man kann super schnell alles geben, aber das hält der Körper eben nicht lange durch und schon gar nicht sehr viele Male hintereinander auf Hochniveau. Das kann man sicherlich alles hart trainieren, aber der Körper braucht irgendwann auch mal seine Erholung und das auf Dauer funktioniert eben nicht. Daher kann es schon ganz gut sein, dass gerade die Schwimmer "Hilfsmittel" zu sich nehmen, damit sie dieses hohe Tempo auch lange durchhalten. Ähnlich wie die Radfahrer.
Die Technik oder das Talent zweifelt sicherlich kaum einer an, aber Technik und Talent machen aus dir auch keinen Sportler, der Höchstleistungen am laufenden Band durchhält. Das kann man wunderbar in jeder anderen Sportart sehen, wie die Sportler, selbst nach jahrelangen, intensiven Training, irgendwann mal umkippen und nicht mehr können. Nur bei den Schwimmern ist das nicht der Fall...
Wenn einer wie Phelps das wirklich ohne Doping schafft, dann Hut ab.
JPSpecial (15.08.2008, 15:15 Uhr)
Mal vom Doping abgesehen ...
... was für das Selbstwertgefühl:
Den Medallienspiegel führt nicht China oder die USA an, sondern die EU!
Grüße
JPSpecial
malibuli (15.08.2008, 11:53 Uhr)
Zu Marion Jones
Sie war schon gut, aber nicht super gut wie ein Carl Lewis. Der ist heute Trainer oder so, hab ihn mal auf CNN gesehen. Es wurde ja bekannt, dass der US Verband regelmässig positive Proben vertuscht hat. Er ist immer noch einer der grössten Leichtathleten aller Zeiten. Marion Jones hat sich auch recht dumm angestellt. Es war eine schlechte Zeit für Doping. So ist das Leben.
malibuli (15.08.2008, 11:48 Uhr)
Phelps schwamm mit 15 Jahren schon Weltrekord
Und mal im Ernst, welcher 15 Jahre alte Junge hat schon die Figur eines 22jährigen? Mit 15 ist man eher noch ein Kind. Beim Schwimmen kommt es auf die Technik an. Phelps war schon immer gut und ist jetzt in einem Alter, in dem er mit Abstand der Beste ist. Ich hab einen Link gefunden, auf dem man sehen kann, wie Phelps mit 15 aussah. http://flickr.com/photos/goldblatt/sets/214411/
Wer würde da Doping vermuten?
Clamaria (15.08.2008, 11:36 Uhr)
@malibuli
O.k., ich stimme zu. Aber wie tragisch ist der Fall einer "Heldin" wie Marion Jones. Ist es diesen Triumph wert, wenn man dann Jahre später wie ein armer Sünder am Pranger steht, rumheult und "bereut"?
kuki83 (15.08.2008, 11:27 Uhr)
Mark Spitz & Co.
Ich bin leider noch zu jung und kann nicht sagen wie es damals war als Mark Spitz die Goldmedaillen holte. Das Thema Doping gab es damals in der Form noch nicht - aber gab es da auch schon Vorwürfe, dass er "betrüge"?
malibuli (15.08.2008, 11:25 Uhr)
@Clamaria
Zu schnell zu fahren ist auch illegal. Baustelle 60 ist 100 doch fast normal. Was ich sagen will, Doping ist illegal, man kann kaum etwas dagegen tun und deshalb ist jeder, der gewinnt und dem man nichts nachweisen kann, ein Held. Wer sich erwischen lässt, ist selbst schuld. Das ist das Risiko des Sportlers. Ich hoffe, dass jetzt nicht noch die Diskussion aufkommt, dass die chinesischen Turnerinnen zu jung waren (anscheinden auch illegal). Ich stelle mir da vor, dass ein 12 jähriger über 100m alle nass macht. Da würde auch niemand kommen und sich beschweren, dass er zu jung war.
Clamaria (15.08.2008, 11:17 Uhr)
Marion Jones
war auch umjubelt und oben auf dem Zenit. Mehr ist dem nicht hinzuzufügen.
Clamaria (15.08.2008, 11:14 Uhr)
@malibuli
Aber Doping ist und bleibt vorerst illegal. Wenn einer etwas nimmt und keine Wettkämpfe bestreitet, so ist es seine Sache. Das andere ist aber kriminell. Für mich ist Phelps ein Klon (nicht Clown).
kuki83 (15.08.2008, 11:11 Uhr)
@malibuli
Richtig! Dem bleibt kaum was hinzuzufügen! Ich denke einfach einmal, dass sich hier auch viele tummeln, denen Olympia so richtig auf den Zeiger geht. Für die ist das Thema Doping natürlich ein gefundenes Fressen und ein guter Vorwand die Spiele schlecht zu machen. Was Phelps leistet ist grandios, was ein Armstrong im Radsport leistete war überragend - und vorallem kommt hier der Neidfaktor auf, dass er einfach besser war als der gedopte Ulrich, Deutschlands Radheld! Noch etwas: ich persönlich freu mich sehr über die erste Goldmedaille im Schwimmen - aber es ist nur eine Frage der Zeit bis auch ihr jemand Doping vorwirft. Immerhin ist es ja nicht möglich, als Letzte nach der ersten Bahn noch auf den oberste Treppchen zu schwimmen. (Vorsicht Ironie!)
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