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18. August 2008, 06:27 Uhr

China stockt der Atem

Tränen im Nationalstadion in Peking: Als Liu Xiang verletzt von der Tartanbahn humpelte, kannte die Enttäuschung bei den chinesischen Fans keine Grenzen. Der Weltmeister und Olympiasieger von Athen ist neben Basketballer Yao Ming der Sportheld schlechthin im Reich der Mitte.

Trauriger Abgang: Chinas Nationalheld Liu Xiang kann über die 110 Meter Hürden verletzungsbedingt nicht an den Start gehen© Gary Hershorn/Reuters

China steht nach dem Olympia-Aus seiner größten Gold-Hoffnung, Hürdensprinter Liu Xiang, unter Schock: Der Weltmeister und Olympiasieger von Athen 2004 hat unmittelbar vor dem Vorlauf über 110 Meter Hürden verletzt aufgegeben. Der 25-Jährige leidet nach Angaben seines Trainers Sun Haiping unter einer Achillessehnenentzündung. Liu Xiang ist im Reich der Mitte der größte Sportstar zusammen mit Basketball-Profi Yao Ming. Das 1,3-Milliarden-Einwohner-Volk fieberte seit Monaten dem Hürdenfinale am Donnerstag entgegen.

91.000 Zuschauer im ausverkauften Nationalstadion tobten, als ihr Held vor dem sechsten Vorlauf erstmals die gigantische Arena betrat. Tosenden Beifall gab es auch, als Liu locker drei Hürden zum Einlaufen nahm und dann sein Trikot wechselte. Nach dem Fehlstart durch Mohammed Al-Thawadi (Katar) humpelte der Chinese auf Bahn 2 nur bis zur ersten Hürde und stoppte dann ab. Er riss sich die Startnummer vom Oberschenkel und verschwand in den Stadion- Katakomben. Viele Zuschauer schlugen entsetzt die Hände vors Gesicht und konnten ihre Tränen nicht zurückhalten. Einige Offizielle standen ratlos um Liu herum, der nach der größten Enttäuschung seines Lebens zumindest äußerlich die Fassung wahrte.

Bestverdienender Leichtathlet der Welt

"Ich mache mir wirklich Sorgen ums Finale. Wenn er den Fuß mit voller Kraft abdrückt, wird der Schmerz schlimmer. Es wird seine Vorstellung hier definitiv beeinträchtigen", sagte Liu Xiangs Coach schon vor der Entscheidung auf einen Startverzicht auf der Homepage seines Schützlings. Der Athlet aus Shanghai ist der einzige chinesische Sportler, der Weltrekordler, Weltmeister und Olympiasieger war und mit etwa fünf Millionen Euro Werbeeinnahmen im Jahr der bestverdienende Leichtathlet der Welt.

DPA
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
Nana_Xiaojie (18.08.2008, 09:00 Uhr)
Bitter
Ich hatte gerade noch eine Karte fuer die Leichtathletik morgen ergattert, da kamen die Nachrichten, dass Liu verletzt ist. Jeder, der einmal mit einem Chinesen ueber die Olympiade gesprochen hat, weiss, wie beliebt und was fuer ein Hoffnungstraeger er hier ist. Nach der langen Vorbereitung so kurz vor dem Ziel einfach aufgeben zu muessen, das ist wirklich bitter.
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