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13. August 2008, 08:04 Uhr

Ein Rekord für die Ewigkeit

Michael Phelps ist der erfolgreichste Olympionike der Geschichte. Der Top-Star aus den USA schwamm im "Wasserwürfel" von Peking über 200 Meter Schmetterling und mit der 4 x 200 Meter Freistilstaffel zu seiner insgesamt elften Goldmedaille seit Athen 2004.

Der beste Olmypionike aller Zeiten: Superstar Michael Phelps hat bereits elf Goldmedaillen seit den Olympischen Spielen 2004 von Athen gesammelt. Bei den Spielen in Peking sollen noch drei weitere dazu kommen© Timothy Clary

Neun Goldmedaillen - das war bislang das Maß der Dinge bei Olympia. Der Schwimmer Mark Spitz, die Leichtathleten Carl Lewis und Paavo Nurmi sowie Kunstturnerin Larysa Latynina teilten sich den legendären Rekord. Als Michael Phelps in den erlauchten Kreis der erfolgreichsten Olympioniken vorgedrungen war, bekam sogar der Schwimm-Superstar aus den USA einen kurzen Anflug von Ehrfurcht. "Das ist für mich eine absolute Ehre, mit diesen Namen gemeinsam auf einer Stufe der Olympia-Geschichte zu stehen", sagte Phelps und schob auf seine ganz eigene Art nach: "Das ist schon verdammt cool."

Fünfmal Gold mit fünf Weltrekorden in fünf Finals: Die Zwischenbilanz von Phelps ist beeindruckend. Mit dem achten Gold will der 23-Jährige am Sonntag den Rekord seines Landsmanns Spitz mit sieben Olympiasiegen 1972 in München brechen.

Weltrekorde im Abonnement

In einem unglaublich schnellen Rennen musste Phelps über 200 m Schmetterling alles geben. Seine Schwimmbrille war undicht. "Ich konnte nichts sehen", sagte er. Der zweitplatzierte Ungar Laszlo Cseh verlangte ihm zudem in der Europarekordzeit von 1:52,70 Minuten alles ab. Dem von den 11 000 Fans lautstark angefeuerten Phelps fehlte im Ziel die Kraft zum Jubel. Phelps konnte erst feiern, als Gold Nummer elf mit der Staffel perfekt war. Mit einem Riesenvorsprung schickte der Startschwimmer seine Kollegen auf den Weg. Das russische Quartett hatte trotz Europarekords von 7:03,70 Minuten nicht die Spur einer Chance. Bronze ging in 7:04,98 Minuten an Australien.

Allein bei seiner Pekinger "Pool-Party" hat Phelps jetzt noch drei Titel im Visier. "Ich habe hier bislang alles erreicht, was ich wollte. Das gibt mir Mut für die restlichen Rennen", erklärte Phelps. Abheben will der Überflieger aber trotzdem nicht: "Es kann noch so viel passieren. Man muss immer zu hundert Prozent konzentriert bleiben."

Erholung in der Eisbox

Damit die Medaillenflut weitergeht, setzt Phelps bei seinem Mammutprogramm zur Regeneration neben Massagen auf ein besonderes Rezept: Zwischen den Rennen legt er sich in eine Eisbox, um sich schneller zu erholen.

Ein weiteres Vorhaben klappt hingegen nicht so wie gewünscht. "Ich habe mir vorgenommen, hier viel zu schlafen", erklärte Phelps: "Aber nachts bekomme ich häufig SMS von Freunden, die mir schreiben, dass sie vor Aufregung nicht schlafen können. Dann schreibe ich ihnen zurück: Hey, ich auch nicht, wenn ihr mich immer weckt." Geht es nach dem Deutschen Paul Biedermann, wird Phelps auf jeden Fall der beherrschende Schwimmer der nächsten Jahre sein. "Ich habe gehört, dass er bis 30 weitermachen will", meinte Biedermann: "Wenn er seine Weltrekorde weiter so verbessert, dann gute Nacht, Marie."

DPA/SID
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
maindelfin (13.08.2008, 14:03 Uhr)
Betrug
Wenn Weltrekorde um zehntel oder hundertstel Sekunden unterboten werden, kann man davon ausgehen, dass dies mit reellen Mitteln und hervorragendem Training erreicht wurde. In Peking werden Weltrekorde aber gleich um mehrere Sekunden und innerhalb kürzester Zeit unterboten. Kein normal denkender Mensch wird glauben, dass das ohne Doping gelingt!!! Es ist bekannt, dass es Mittel gibt, die die Ermündung der Muskeln verzögern. Leider sind diese Mittel bisher nicht nachweisbar. Es ist schon mehr als erstaunlich, wenn die Schwimmer gegen Ende des Rennens noch schneller werden. Das hat keinesfalls natürliche Ursachen. Auch ich bin normalerweise der Meinung, dass jemand als unschuldig anzusehen ist, solange man nicht das Gegenteil beiweisen kann. Bei diesen olymischen Spielen sind aber einige Sachen so offensichtlich, dass die Unschuldsvermutung für einige Athleten erheblich ins Schwanken gerät. Für mich ist z. B. der schwimmende Drogenschrank namens Phelps ein Betrüger übelster Sorte!! Gott sei Dank werden die Dopingproben acht Jahre aufbewahrt. Phelps sammelt seit Beginn der Spiele Goldmedaillen wie Andere Briefmarken. Diese "Leistung" ist keinesfalls mit sauberen Mitteln zu erreichen. Es wird aber hoffentlich der Tag kommen, an dem er die über mehrere Tage ergaunerten Medaillen an einem einzigen Tag verliert. Nämlich dann, wenn man eine Möglichkeit zum Nachweis der verbotenen Mittel gefunden hat. Ähnlich wie das Drogenfahrrad Ullrich wird er dann aber sagen: "Was wollt Ihr denn? Ihr habt mich zwar erwischt, meine Millionen habe ich aber inzwischen verdient!"
Als Fan des Schwimmsports kann ich nur sagen, dass mir das Verfolgen der Schwimmwettbewerbe keinerlei Vergnügen bereitet. Und Bewunderung für diesen Betrüger kann ich auch nicht aufbringen. Dopingsünder dieses Ausmaßes gehören in den Knast, sobald man ihnen den Betrug nachgewiesen hat. Selbst, wenn das erst in acht Jahren möglich ist!!
mile64 (13.08.2008, 11:02 Uhr)
An Alle
Ich gebe Ihnen allen Recht, dass die Rekorde schon zweifelhaft erscheinen. Aber nochmal: wir sollten nicht mit pauschalen Verdächtigungen um uns werfen. Das einzige was zählt sind doch hier die Fakten. Ich kann mir nicht vorstellen das Dopingsünder gedeckt werden, dazu ist das Thema zu sensibel.
etobicoke (13.08.2008, 10:33 Uhr)
Doping
Ich gebe meinen Vorrednern zu 100% Recht! Vorgestern Nacht brachten sie im TV einige sehr interessante Details (ARD): Während Phelbs Leistungskurve in den Jahren 2002-2006 stetig und völlig normal stieg, explodierte diese förmlich exorbitant im letzten Jahr. Aber selbst dies könne mal passieren, erklärte man, nur: Völlig unerklärlich war, warum die Leistungskurven der anderen US-Schwimmer ebenso dramatisch anstiegen. Dann sprach man von einem Doping-Mittel, das der Erschlaffung der Muskel entgegenwirkt, d.h. also eine größere Ausdauer verschafft, dafü sprachen verschiedene Anzeichen. Man kann dies noch nicht nachweisen, aber glücklicherweise werden die Doping-Proben 3 Jahre lang auf Eis gelegt, so daß man auch noch im Nachhinein testen kann.
Und ich möchte nicht mißverstanden werden: Ich gönne JEDEM SPORTLER, gleich welcher Nationalität, seine Erfolge, aber in diesem Fall... Das ist alles ein klein wenig ZU offensichtlich....
muemmelfrau (13.08.2008, 09:46 Uhr)
@mile64
sicher, solange nichts bewiesen ist gilt der gute als sauber.
ein schelm der böses dabei denkt.
wer allerdings glaubt die spiele und vor allem die leistungen dieses athleten wären "sauber", dem wünsche ich viel spass und weiterhin gute unterhaltung und wenns an der tür klingelt, dann kommt der osterhase.
man sollte doping generell frei geben, dann haben alle die gleichen möglichkeiten und keiner braucht sich mehr beschweren.
Clamaria (13.08.2008, 09:44 Uhr)
Ein schaler Beigeschmack
bleibt auf jeden Fall. Phelps wird sicher nicht auffliegen, dazu wurde wohl zu professionell vorgegangen. Man stelle sich aber mal vor, er würde: Mein Gott, was würde das für ein Geschrei geben!
mile64 (13.08.2008, 09:39 Uhr)
@dylan1941
@dylan1941:
auch ich bin skeptisch angesichts dieser Leistungs-Explosionen. Aber bitteschön: erst sollte Doping bewiesen sein, bevor solche Verdächtigungen geäußert werden.
Dylan1941 (13.08.2008, 09:26 Uhr)
Gut gedopt ist halb gewonnen !
Hat Phelps die gleichen Trainer und Physiotherapeuten wie Armstrong :-))
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