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12. August 2008, 09:35 Uhr

Der Verdacht schwimmt mit

Der Amerikaner Michael Phelps stellt derzeit einen Weltrekord nach dem anderen auf, diesmal über 200 Meter Freistil. Doch nicht nur Phelps schwimmt scheinbar mühelos von Rekord zu Rekord. In Peking purzeln die Bestzeiten quer durch alle Disziplinen fast im Minutentakt. Angeblich alles eine Frage des richtigen Materials. Von Mathias Schneider, Peking

Kein Tag ohne Weltrekord: Die Schwimmer sorgen für eine wahre Rekord-Flut im "Watercube" von Peking© Al Bello/Getty Images

Natürlich Gold. Natürlich Weltrekord. Alles andere wäre auch eine Enttäuschung gewesen bei den Maßstäben, die Michael Phelps sich selbst und der Welt in seiner Sportart setzt. Kein Athlet hat diese Olympischen Spiele bisher so geprägt wie der Ausnahmeschwimmer aus Baltimore in den USA. Sein drittes Gold über 200 Meter Freistil erschwamm er am Dienstagmorgen mit beängstigender Leichtigkeit. Als habe es die Staffel am Vortag nicht gegeben, als die Amerikaner in einem der dramatischsten Rennen in der Geschichte dieses Sports den Franzosen den Sieg über die 4x100 Meter noch auf den letzten Metern entrissen - und nebenbei den Weltrekord geradezu pulverisierten. Sein erstes Gold über 400 Meter Lagen hatte Phelps da bereits eingesackt. Auch in diesem Rennen war noch nie ein Mensch schneller geschwommen.

Nun hat es in der Geschichte des Schwimmens zu jeder Epoche Athleten von herausragendem Talent gegeben, und dass Phelps am Ende seiner Karriere das viel zu häufig gebrauchte Superlativ vom Jahrhundertsportler wirklich verdient, erschließt sich bereits beim Blick in die Rekordbücher. Mit gerade einmal 23 Jahren hat er bereits seine insgesamt neunte Goldmedaille bei Olympischen Spielen errungen und thront nunmehr zusammen mit dem Sprinter Carl Lewis, dem Schwimmer Mark Spitz, der Turnerin Larysa Latynina und dem finnischen Leichtathleten Paavo Nurmi an der Spitze der Rekordbücher.

Phelps findet das eine "bemerkenswerte Errungenschaft". Dass ihn sein Trainer Bob Bowman daran erinnern musste, lässt erahnen, welch fokussierter Geist er sein kann. Nur das nächste Gold hat Raum in seiner Welt. Allein in Peking wird er noch fünf Mal an den Start gehen. Den Rekord von Mark Spitz, der in München 1992 sieben Mal Gold holte, will er nebenbei auch noch einkassieren. Michael Phelps wird Geschichte schreiben, und die Welt wird sich verneigen vor einem der größten Athleten seiner Zeit.

Die Bewunderung ist nicht ungetrübt

Und doch bleiben Fragen, die eine ungetrübte Bewunderung erschweren. Wie kann ein einziger Sportler einen Weltrekord nach dem anderen binnen Tagen so lächerlich einfach erscheinen lassen? Was ist mit der Müdigkeit. "Ich regeneriere gut", sagt Phelps.

Ist es wirklich nur seine Fähigkeit zur Erholung, das harte Training, das ihn vom Rest unterscheidet. Da Phelps’ Name noch niemals in der Nähe eines Dopingfalles stand, gilt zunächst einmal nichts als die Unschuldsvermutung. Zumal quer durch alle Disziplinen geradezu eine Flut an Weltrekorden durch Pekings Wasserwürfel schwappt. Nicht nur der Amerikaner scheint in den Topf mit dem Zaubertrank gefallen zu sein. Selbst Experten des Schwimmsports zucken ratlos die Schultern, wenn sie auf die Leistungsexplosion in ihrem Sport angesprochen werden.

Ohne Zweifel spielt die optimierte Arbeitskleidung der Athleten eine Rolle. Die gute alte Badehose hat längst ausgedient. Hautenge Schwimmanzüge sind ein Muss. Zwar mag mancher auf die zweifelhafte Ästhetik verweisen, doch die numerischen Argumente sind erdrückend: Mehr als 30 Weltrekorde purzelten allein seit Februar. Zuletzt gab es 1972 eine vergleichbare Zahl – im ganzen Jahr. Alle Bestzeiten wurden im neuen Wunderdress errungen, was den Schluss nahe legt, dass die zweite Haut offenbar besser durchs Wasser gleiten lässt als die natürliche.

Der Hersteller Speedo hat aus der bis in die Raumfahrt reichenden Forschung nach dem geringsten Widerstand bislang offenbar die besten Schlüsse gezogen. Zwar bauen mittlerweile auch andere Hersteller ähnliche Anzüge, doch so groß sind die Unterschiede, dass viele Athleten freiwillig ihre Verträge mit der Konkurrenz kündigen, um in einer Sportart, in der Hundertstel über Sieg und Niederlage entscheiden, nicht aussichtslos ins Hintertreffen zu geraten.

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KOMMENTARE (10 von 22)
 
stesocom (15.08.2008, 08:11 Uhr)
Die Doping - Spiele von Peking!!!
Die Doping Spiele von China !
Momentan purzeln die Weltrekorde beim Schwimmen unaufhörlich.
Michael Phelps schwimmt duzende Vorläufe, gewinnt alle seine Rennen in Weltrekordzeit, geht zur Siegerehrung – die er meistens doch teilnahmslos über sich ergehen lässt -, und startet 4 Minuten später zum nächsten Vorlauf, den er auch noch haushoch gewinnt.
Dass das nicht normal ist, wird ihnen jeder Schwimmer(in) bestätigen können.
Fransiska van Almsick, momentan als Gastmoderatorin und Fachfrau für die ARD tätig, ist sprachlos.
Sie sieht zwar die enormen technischen Fähigkeiten von Phelps, doch kann sich auch nicht erklären, wie diese Leistungsexplosion zu Olympia überhaupt von statten gehen kann.
Jedes Rennen ein Weltrekord! Schon in den Vorläufen Zeiten , wie vom anderen Stern !
Dass bei den Schwimmern gedopt wird , ist kein Geheimnis. Die Frage ist nur, wie sie es machen. Die Urin- und Blutproben der einzelnen Sportler(innen) werden mittlerweile 4 Jahre aufbewahrt. Es würde mich nicht wundern, dass es in einigen Jahren einen neuen Nachweistest für dato neue Dopingmethoden gefunden wird. Sollte Phelps nur bei einer Probe dann positiv auffallen, werden alle Medaillen sofort aberkannt; und darauf kann man sich jetzt schon einstellen.
Selbiges zählt auch für die chinesische Mannschaft, die sogar mit einem Trainer, der der Dopinganwendung an seinen Athletinnen und Athleten überführt und gesperrt wurde, dabei sind, haben einen Goldregen, welcher nicht erklärbar ist.
Im Gewichtheben stehen kleine, mit extremen Muskelpakten bepackte Mädchen auf der Bühne und vollbringen Unfassbares, was bei der WM vor einem Jahr nicht mal im Ansatz zu erkennen war.
Die chinesischen Sportschützen strahlen eine Ruhe aus, als wenn „Mr. Valium“ ihr ständiger Begleiter ist.
Das alles kann bei nüchternen Betrachtungsweise wirklich nur einen Schluss übrig lassen.
Die Pharmaindustrie hat mit Hilfe der Betreuer(innen) und der Sportler(innen) einen Weg gefunden, der Dopingkontrolle ein Schnippchen zu schlagen.
In einigen Jahren wird man das sicherlich nachweisen, und die Welt spricht von dieser Veranstaltung nur noch von den „Chinesischen Doping Spiele 2008“ !
maindelfin (13.08.2008, 15:21 Uhr)
@Lupus111
Nein Lupus111, so einfach ist die Erklärung nicht. Wenn die Fabelweltrekorde an der Beschaffenheit des Wassers liegen würden, dann wäre das g e s a m t e Starterfeld schneller! Dies ist aber nicht der Fall. Sehen Sie sich nur mal die Zeiten der Plazierten jenseits der Medaillenränge an. Wenn sich ein Schwimmer gegenüber seiner bisherigen Leistung verbessert hat, dann liegt die Verbesserung im Zehntelsekunden Bereich. Die von einigen (allen voran Phelps) erzielten Weltrekorde liegen aber alle im Ein- oder Zweisekunden Bereich. Bei der US-Staffel sogar vier (!!) Sekunden. Auch die neuen Schwimmanzüge bringen zwar sicherlich mehr Schnelligkeit, aber eben nicht in diesem krassen Ausmaß! Vier Sekunden sind im Schwimmsport nicht nur Welten!!! Das sind schon ganze Galaxien!!! Wären die Rekorde so einfach zu erklären wie Sie es versuchen, dann würden nicht sämtliche Schwimmexperten über diese Zeitabstände rätseln.
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Der Artikelschreiber meint die ganze Welt würde sich vor Phelps verneigen. Ich für meinen Teil kann das nicht bestätigen. Der Betrug der hier stattfindet ist offensichtlich und vor Betrügern verneige ich mich nicht!
Lupus111 (13.08.2008, 13:51 Uhr)
Einfache Erklärung
China hat bereits im Vorwege zu den olympischen Spielen darauf hingewiesen, dass es die schnellsten und fröhlichsten Spiele der Neuzeit werden sollen. Und die bisherigen Schwimmwettkämpfe bestätigen zumindest den ersten Teil dieser Aussage. Dabei haben sich die chinesischen Sportstättenbauer und Bademeister an ihren Chemieunterricht erinnert. Das eindrucksvolle Schwimmstadion ist in einer zusätzlichen Tiefebene unter den Schwimmbecken mit einem riesigen Verdampfer ausgestattet worden. In die Schwimmbecken gelangt nur der kondensierte Wasserdampf, also praktisch destilliertes Wasser. Die schwimmer brauchen während der Wettkämpfe nun nicht mehr gegen die störenden Mineralien, Salze und sonstige Verunreinigungen anschwimmen. Ergo: Weniger Widerstand = höhere Geschwindigkeit
Einige Dinge lassen sich ganz einfach erklären.
Clibanarius (13.08.2008, 11:03 Uhr)
Wenn hier schon jemand...
...sowohl akut als chronisch verdächtig werden sollte, Doping im grossen Stil (Staatsdoping ala DDR) zu betreiben, dann wohl nur die Chinesen.
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Keine SportlerInnen einer Nation wurden in den letzten Jahren wohl so oft des dopings überführt wie jene aus dem "Land des falschen Lächelns":
. www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,571558,00.html
Dylan1941 (13.08.2008, 09:33 Uhr)
Das die Sieger bei den Schwimmern
zum Ende nicht abbauen sondern zulegen belegt das Doping. Oder sind Schwimmanzüge für die Leistungssteigerung zum Ende verantwortlich ? Dopingkontrollen sind wahrscheinlich der gleiche Fake wie die Eröffnungsfeier, Das IOC macht doch sein eigenes Geschäft nicht kaputt !
rocool (12.08.2008, 17:08 Uhr)
@Clibanarius
das ist falsch, Phelps war noch nie so schnell in der 4x100 m Staffel und auch sonst nicht! Es war nur 1 Hundertstel über der alten Weltrekordzeit des Franzosen Bernard!
Nur Sullivan war schneller und stellte als Startschwimmer der australischen Staffel einen neuen Weltrekord auf.
JoeSkeleton (12.08.2008, 16:54 Uhr)
@malibuli
genau dieses Bild,was Armstrong jahrelang abgegeben hat,der ganzen gedopten Weltelite auf und davon zu radeln,genau das lässt mich sehr daran zweifeln das er sauber war.Wobei er ja schon 1999 des EPO-Dopings überführt wurde,auch aufgrund ungewöhnliche Kortikoid-Werte.Passiert ist nie etwas.
So sehr ich ihn für seine überstandende Krebs-Erkrankung respektiere (er war ja dem Tod praktisch näher als dem Leben),so sehr verachte ich ihn für seine (offensichtlichen) Lügen.Jan Ullrich hat zu recht für seine Unehrlichkeit bezahlt,wenn auch "nur" mit Imageverlust.
Und auf die olympischen Dopingspiele zurückzukommen,da wird eh nur der erwischt,der zu dumm war oder dessen Verband nicht gut genug aufgepasst hat.Erinnere an Florence Griffith-Joyner,war auch sehr beliebt und noch erfolgreicher,und zu Lebzeiten immer sauber.Bis sie 1998 im Alter von nur 38 Jahren an den Folgen des Dopings starb.
Ich bezweifle das Phelbs sauber ist,dafür ist er in zuvielen Wettkämpfen zu überlegen.Und noch was zum Thema "talentierte Sportler und Doping": auch einem Anfänger fällt es sehr viel leichter mit Hilfe von EPO weit über seine eignetlichen Leistungsgrenzen hinauszugehn.Netter Artikel zu diesem Zaubertrank,erstmal informieren http://de.wikipedia.org/wiki/Erythropoetin
olga1805 (12.08.2008, 16:36 Uhr)
Hi @ ZWICKAU, die Grundlage für Spitzensport . .
. . im, z. B. Schwimmen sollte sein, dass man es kann. Warum ertrinken so viele Kinder im Baggersee, weil sie es nicht können. Sie haben keinen Schwimmunterricht, haben kaum Möglichkeiten baden zu gehen, zu wenige und zu teure Schwimmhallen. Deine erwähnten Späßliebäder fördern nur die Dummheit, nicht den Sport, und erziehen schon garnicht sich gesund zu bewegen. Wo man in 10/15 Jahren die Schwimmer hernimmt interessiert hier keine Sau, man ist beschäftigt die Ü-Eier zu verbieten und sich die Linke zu verteufeln, mehr haben die nicht im Schädel. Erfolg - Peking
MfG Olga 1805
Zwickau (12.08.2008, 15:46 Uhr)
Spaßbäder
In Sachsen wurden nur noch Spaßbäder gebaut. Ich kann mir vorstellen, dass es in anderen Bundesländern ähnlich ist. Hier fängt erstmal die Grundlage an für Spitzensport.
banane16 (12.08.2008, 15:33 Uhr)
@ clamaria: Armstrong hat gedopt
Armstrong wurde 1999 (ohne weitere Folgen für ihn!) postiv getestet, aus demselben Jahr stammen auch in 2004 getestete Proben, die EP-Doping nachweisen (sollen). Armstrong hat mit dem Dopingarzt Ferrari zusammengearbeitet, Doping-Beschuldigungen jedoch immer juristisch verfolgen lassen. Soviel zum "sauberen" Armstrong.
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