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7. April 2011, 16:54 Uhr

Neues Erdbeben der Stärke 7,4 erschüttert Japan

Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4 hat die Unglücksregion Miyagi im Nordosten Japans erschüttert. Es sei eine Tsunami-Warnung herausgegeben worden, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.

+++ 17.05 Uhr: Polizei sperrt Autobahnen in Miyagi +++

In der Präfektur Miyagi wurden nach Polizeiangaben alle Autobahnen geschlossen. In den Atomkraftwerken Fukushima Eins und Zwei seien dem Betreiber Tepco zufolge keine neuen abweichenden Werte gemessen worden.

+++ 17.02 Uhr: Neues Erdbeben drückt Dax ins Minus +++

Auch an den Aktienmärkten haben die Meldungen über ein neues Beben in Japan für Unruhe gesorgt. Der Dax gab um 0,2 Prozent auf 7200 Punkte nach, nachdem er zuvor nahezu unverändert notiert hatte. An der Wall Street sank der Dow-Jones um 0,4 Prozent, der Nasdaq-Composite um 0,2 Prozent. Der Dollar gab zum Yen weiter nach auf 85,10 Yen. Der Ölpreis für Brent fiel auf ein Tagestief von 121,38 Dollar pro Barrel.

+++ 16.54 Uhr: Auch in Tokio bebte die Erde +++

Auch in der Hauptstadt Tokio bebten die Häuser. Im Nordosten Japans wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben, wie der Fernsehsender NHK meldete. Es könnte eine Flutwelle von einem Meter Höhe geben.

+++ 16.47 Uhr: Schweres Erdbeben erschüttert Japan +++

Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4 hat am Donnerstag die Unglücksregion Miyagi im Nordosten Japans erschüttert. Es sei eine Tsunami-Warnung herausgegeben worden, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.

+++ 15.14 Uhr: Hunderte Polizisten auf der Suche nach Opfern +++

Hunderte Polizisten haben in der Evakuierungszone um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima 1 nach Opfern der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe vor knapp vier Wochen gesucht. An der Aktion beteiligten sich 300 Polizisten, wie ein Polizeisprecher sagt. Während in den Reaktor 1 Stickstoff eingespeist wurde, um eine neue Explosion zu verhindern, erwog die Regierung eine Ausweitung der Evakuierungszone um das Akw. An den Sucharbeiten waren 250 Polizisten aus der Hauptstadt Tokio beteiligt, wie die Polizei mitteilt. Die Arbeiten konzentrierten sich auf ein Gebiet im Abstand von zwischen zehn bis 20 Kilometern um Fukushima 1. Die Beamten trugen weiße Schutzkleidung und hatten Strahlenmessgeräte bei sich. Ein Team des Rundfunksenders NHK blieb nach Angaben des Senders 90 Minuten in dem Gebiet, dessen Strahlenmessgeräte hätten kaum eine Veränderung angezeigt.

+++ 12.37 Uhr: Zahl der Toten steigt weiter +++

Fast vier Wochen nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe in Japan geben die Behörden die Zahl der Toten und Vermissten mit mehr als 27.000 an. Bislang seien 12.608 Tote registriert worden, teilt die Polizei mit. 15.073 Menschen werden demnach noch vermisst. Zwischenzeitlich war von mehr als 28.000 Toten und Vermissten die Rede gewesen. Seit Beginn der Woche suchen den Angaben zufolge Polizisten in Schutzkleidung intensiv nach Opfern in der Evakuierungszone rund um das schwer beschädigte Atomkraftwerk Fukushima.

+++ 12.25 Uhr: Verschwundener Tepco-Chef kehrt zurück +++

Der seit Wochen aus der Öffentlichkeit verschwundene Chef des japanischen Atomkraftwerksbetreibers Tepco hat sich zurückgemeldet. Wie der Energiekonzern mitteilt, ist Masataka Shimizu zur Arbeit zurückgekehrt, nachdem er am 29. März mit Schwindelgefühlen und Bluthochdruck ins Krankenhaus gekommen war. Bei einer Pressekonferenz war der Tepco-Präsident am 13. März zum letzten Mal öffentlich aufgetreten - zwei Tage nach Erdbeben und Tsunami. Die Katastrophe hatte auch das von Tepco betriebene Atomkraftwerk Fukushima schwer getroffen. Seither arbeitet das Energie-Unternehmen verzweifelt daran, die Anlage in den Griff zu bekommen. Tepco prüft nun, ob Shimizu künftig wieder an Pressekonferenzen teilnimmt.

+++ 12.14 Uhr: Strahlung im Meer weiter hoch +++

Auch nach Abdichten eines Lecks ist die Strahlenbelastung im Meer vor dem Atomkraftwerk Fukushima weiter hoch. Wie der staatliche Nachrichtensender NHK meldet, ergaben Messwerte vom Mittwoch eine um das 140.000-fach erhöhte Belastung mit dem radioaktiven Jod-131. Mit 5600 Becquerel pro Kubikzentimeter sei die Strahlung aber nur noch halb so hoch wie am Dienstag, heißt es unter Berufung auf Daten des Betreibers Tepco. Ein vorläufiger Höchstwert war am 2. April mit dem 7,5-Millionen-Fachen der zulässigen Strahlenbelastung gemessen worden.

Nach mehreren gescheiterten Versuchen war es den Arbeitern des Energiekonzerns von Dienstag auf Mittwoch gelungen, ein Leck abzudichten, durch das stark verstrahltes Wasser in den Pazifik strömte. Unterdessen leitet Tepco weiter leicht verstrahltes Abwasser ins Meer. Mit dieser kontrollierten Aktion soll in Tanks Platz zur sicheren Speicherung stärker verstrahlten Abwassers geschaffen werden.

+++ 11.45 Uhr: Südkoreas Angst vor radioaktivem Regen +++

Aus Angst vor radioaktiv verseuchtem Regen hat Südkorea einige Schulen geschlossen. Zudem empfehlen die Behörden als Vorsichtsmaßnahme nach der Atomkatastrophe in Japan, von Aktivitäten im Freien abzusehen. Viele Eltern bringen daher ihre Kinder mit dem Auto in die Schule. Einige Koreaner setzen Gesichtsmasken als Schutz vor Strahlung auf.

Eine unmittelbare Gefahr besteht nach Angaben der Atomsicherheitsbehörde jedoch nicht. Die im Regen gemessenen Mengen radioaktiven Jods und Cäsiums seien zu gering, um ein Gesundheitsrisiko darzustellen. Der Wetterdienst teilt mit, die Windrichtung sorge dafür, dass radioaktiv belastete Luftmassen über dem etwa tausend Kilometer entfernt liegenden AKW Fukushima sehr wahrscheinlich nicht die koreanische Halbinsel erreichten.

+++ 9.26 Uhr: Tepco hält Explosionsgefahr für gering +++

In Japan bemüht sich der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima, Sorgen vor einer weiteren Wasserstoffexplosion zu zerstreuen. Es sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, dass die Arbeiter Stickstoffgas in die Reaktorgebäude pumpten, sagt ein Sprecher von Tokyo Electric Power (Tepco). Die Wahrscheinlichkeit weiterer Wasserstoffexplosionen sei "extrem gering". Vorsichtig optimistisch äußert sich auch Regierungssprecher Yukio Edano: "Daten zeigen, dass sich die Reaktoren stabilisiert haben, aber wir sind noch nicht über den Berg."

+++ 9.05 Uhr: Kaiserpaar will Katastrophengebiet besuchen +++

Das japanische Kaiserpaar will die Katastrophenregion im Nordosten des Landes besuchen. Das gibt das Haushofamt bekannt. Staatsoberhaupt Akihito und seine Frau Michiko wollten den Menschen persönlich Mut machen. Den beiden sei es dabei wichtig, dass sie mit ihrem Besuch niemandem zur Last fallen. Zunächst soll das Kaiserpaar an diesem Freitag ein Auffanglager in der Tokioter Nachbarprovinz Saitama besuchen. Dort sind rund 1200 Flüchtlinge aus Futaba in der Provinz Fukushima in einer früheren Oberschule untergekommen. In Futaba steht das zerstörte Kernkraftwerk Fukushima 1.

+++ 8.40 Uhr: Bank von Japan gewährt Milliardenkredite +++

Die japanische Zentralbank greift den Banken in der Katastrophenregion mit Milliardenkrediten unter die Arme. Zum Abschluss zweitägiger Beratungen haben die Währungshüter ein Kreditprogramm für betroffene Banken in Höhe von bis zu einer Billionen Yen (8,2 Milliarden Euro) beschlossen. Die Kredite sind zu lediglich 0,1 Prozent verzinst und laufen über ein Jahr. Sie sollen den Instituten in der Region ermöglichen, von der Krise betroffene Firmen mit frischem Geld zu versorgen. Die Zentralbank beschloss zudem einstimmig, den Leitzins unverändert bei nahe Null zu belassen.

+++ 6.01 Uhr: Japan will kurze Rückkehr in Sperrzone erlauben +++

Rund einen Monat nach Ausbruch der Atomkatastrophe in Japan überlegt die Regierung, den geflohenen Menschen eine kurze Rückkehr in die Sperrzone zu erlauben. "Ja, es ist wahr, dass wir das erwägen", sagt Regierungssprecher Yukio Edano auf entsprechende Fragen von Journalisten. Die Regierung und Atomexperten prüften derzeit, wie die Sicherheit zu gewährleisten sei, damit die Menschen an ihren früheren Wohnorten schnell noch Wertgegenstände und andere Dinge herausholen können. Die Regierung hat im Umkreis von 20 Kilometern um das havarierte Kernkraftwerk eine Evakuierungszone eingerichtet. Bewohner die zwischen 20 und 30 Kilometern von der Atomruine entfernt leben, sind aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben.

+++ 5.00 Uhr: Stickstoff-Einspeisung hat begonnen +++

Im havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima haben die Arbeiter mit der Einspeisung von Stickstoff in den Reaktor 1 begonnen, um eine drohende Explosion zu verhindern. Seit Beginn der Einspeisung sei der Druck in dem Reaktorbehälter gestiegen, das Gas habe sich offenbar gut ausgebreitet, teilt der Betreiber Tepco mit. Um insgesamt 6000 Kubikmeter Stickstoff einzuspeisen, soll die als "Präventionsmaßnahme" eingestufte Maßnahme sechs Tage dauern. Der Stickstoff soll Sauerstoff verdrängen und so das Explosionsrisiko mindern.

Im Reaktor 1 hatte sich laut Tepco wahrscheinlich sehr viel Wasserstoff angesammelt, so dass die Gefahr einer Explosion wie am 12. und 14. März bestand. Nach Angaben eines Unternehmenssprecher plant Tepco, in den kommenden Wochen Stickstoff auch in die Reaktoren 2 und 3 zu pumpen.

+++ 2.00 Uhr: Unbemanntes Flugzeug soll Strahlung messen +++

Japan erwägt am Atomkraftwerk Fukushima den Einsatz eines unbemannten Flugzeugs zur Messung der radioaktiven Strahlung. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, soll die kleine ferngesteuerte US-Maschine vom Typ T-Hawk die Strahlenkonzentration an Abklingbecken für gebrauchte Brennstäbe messen. Die Becken liegen offen. Um die Brennstäbe zu kühlen, werden die Becken mit Wassermassen geflutet.

mlr/ins/DPA/Reuters/AFP
 
 
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