Versicherer und Banken sagen rasche Hilfe zu

10. Juni 2013, 19:51 Uhr

Das Elb-Hochwasser wandert weiter, bei Fischbeck bricht der Deich. Norddeutschland rechnet mit dem Schlimmsten. Versicherer und Banken wollen schnell helfen. Die Tages-Ereignisse in der Rückschau.

+++ 20.45 Uhr: Versicherer und Banken wollen rasch helfen +++

Von der Flut Betroffene sollen und unbürokratisch Abschlagszahlungen auf versicherte Schäden erhalten. Das haben Versicherten-Vertreter gegenüber Wirtschaftsminister zugesagt. Allerdings mahnt Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbandes Deutscher Versicherer auch an, künftig Baugenehmigungen zu verweigern, wo Flutschäden wahrscheinlich sind. Neben den Versicherern zeigen laut Rösler auch die Banken Bereitschaft zur schnellen Hilfe. Geschädigte Firmen können auf Finanzhilfen der staatlichen KfW hoffen, die sechs Kredit-Förderprogramme für geschädigte Betriebe aufgelegt hat. Anträge können von diesem Dienstag an gestellt werden.

+++ 19:45 Uhr: Pegel in Dresden sinken +++

Nach einer Woche hat die Stadt Dresden den Katastrophenalarm aufgehoben. Zuvor war der Pegelstand der Elbe von der höchsten Alarmstufe 4 auf Stufe 3 gesunken, wie die Stadt mitteilte. Der Katastrophenalarm war am vergangenen Montagvormittag ausgelöst worden.

Auf ihrem Scheitelpunkt hatte die Elbe vergangene Woche einen Wasserstand von 8,76 Metern erreicht. Normal sind knapp 2 Meter, bei der Jahrhundertflut 2002 waren 9,40 Meter gemessen worden. Pro Stunde falle der Pegelstand um zwei bis drei Zentimeter, teilte die Stadt weiter mit.

+++ 18.20 Uhr: Sandsäcke aus der Luft +++

Nach dem Bruch des Elbdeichs bei Fischbek im Landkreis Stendal in der Nacht wird jetzt offenbar zu ungewöhnlichen Mitteln gegriffen. Laut einem Bericht des MDR soll die Bundeswehr versuchen, den Elbdeich abzudichten. Von Helikoptern aus sollen große Sandsäcke abgeworfen werden. Ein Bundeswehr-Sprecher sagte dem Sender, es sei ein "nie dagewesener Versuch, „ein so großes Loch in einem Deich zu stopfen."

+++ 18.02 Uhr: Hitzacker erwartet Hochwasserscheitel

Das Elbehochwasser strömt weiter Richtung Nordwesten. Ein Deichbruch in Sachsen-Anhalt und die Flutung von Polderflächen in Brandenburg entlasteten allerdings die nördlichen Elbanrainer. Im niedersächsischen Schnackenburg erreichte die Elbe mit 7,79 Metern bereits ihren Höchststand, wie eine Sprecherin des Landkreises Lüchow-Dannenberg sagte. Am Abend wurde der Scheitel in Hitzacker erwartet. Die Scheitelwelle zieht dann weiter nach Lauenburg in Schleswig-Holstein, wo die Altstadt bereits komplett evakuiert wurde.

+++ 17.40 Uhr: Versicherer erwarten Milliardenschäden +++

Die deutschen Versicherer rechnen damit, dass das Hochwasser in Deutschland in diesem Jahr mehr Schaden angerichtet hat als die Flutkatastrophe vor elf Jahren. "Wir müssen derzeit davon ausgehen, dass der Schaden durchaus höher sein kann als bei der Elbe-Flut 2002", sagte der Chef des Branchenverbandes GDV, Alexander Erdland. Das Hochwasser 2002 hatte die Branche 1,8 Milliarden Euro gekostet, die volkswirtschaftlichen Schäden waren aber deutlich höher. Nur ein Drittel aller deutschen Haushalte sind gegen Naturgefahren versichert, bei den Industriefirmen ist es die weit überwiegende Mehrheit.

+++ 16.38 Uhr: Merkels Versprechen +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich zum dritten Mal binnen weniger Tage in Wittenberge persönlich ein Bild von der dramatischen Hochwasserlage gemacht. Sie lobt den Einsatz der Helfer und erneuert ihr Versprechen auf unbürokratische Millionenhilfe. "Der Bund wird da die Menschen nicht im Stich lassen", so Merkel. Am Donnerstag soll das Thema mit den Ministerpräsidenten der Länder besprochen werden.

+++ 16.15 Uhr: Altstadt von Lauenburg läuft voll +++

Das Hochwasser in Lauenburg ist auf einen neuen Rekordstand geklettert. Der Pegel steht derzeit bei 9,30 Meter, das sind acht Zentimeter mehr als die bisherige Höchstmarke aus dem Jahr 2011. Die Lage ist kritisch - und die Elbe steigt weiter. Die Elbstraße in der Altstadt läuft langsam voll. Laut NDR Info ist der Strom in dem Bereich inzwischen abgestellt worden, auch die Pumpen laufen nicht mehr.

+++ 16.06 Uhr: Havelberg bedroht +++

Wegen der Deichbrüche in Fischbeck und Hohengöhren droht nun die Altstadt von Havelberg überschwemmt zu werden. Grund: Das Elbwasser fließt ihn die Havel, die dadurch enorm anschwillt. Jetzt sollen dort Helfer zusammengezogen werden, um das Schlimmste zu verhindern.

+++ 15.30 Uhr: Deich bei Hohengöhren wird aufgegeben +++

Im Landkreis Stendal hat der Katastrophenschutzstab die Evakuierung folgender Orte angeordnet: Kamern mit den Ortsteilen Hohenkamern, Neukamern, Rehberg, Wulkau und Schönfeld - Klietz mit den Ortsteilen Scharlibbe, Neuermark-Lübars - Schönhausen mit den Ortsteilen Hohengöhren, Hohengöhren Damm, Schönhausen Damm und zudem die Stadt Sandau. Es wird befürchtet, dass ein Elbdeich in Hohengöhren in den nächsten Stunden brechen wird.

+++ 14.58 Uhr: Bahn erstattet Tickets +++

Die Deutsche Bahn kämpft weiter mit den Folgen des Hochwassers. Immer noch gesperrt ist eine Brücke bei Schönhausen. Zwei Hauptstrecken sind betroffen. Insbesondere Reisende zwischen Frankfurt und Berlin bzw. Hannover und Berlin müssen zum Teil Verspätungen von einer bis drei Stunden in Kauf nehmen. Wer aktuell mit dem Zug unterwegs ist, kann sich über eine kostenlose Hotline mit der Nummer 08000 99 66 33 oder im Internet unter bahn.de informieren, welche Verspätungen und Umleitungen gelten. Das Unternehmen hat angekündigt, Fahrgäste mittels einer Kulanzregelung angemessen für die Unannahmlichkeiten zu entschädigen.

+++ 14.30 Uhr: Bayerns Bauern erleiden Millionenschaden +++

Die Bauern in Bayern beziffern den Schaden, den das Hochwasser verursacht hat, auf rund 115 Millionen Euro. Es seien rund 30.000 Hektar Ackerland, 35.000 Hektar Grünland und knapp 2500 Hektar gartenbauliche Kulturen betroffen, so Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU). Die Summe liegt deutlich höher als bisher angenommen, das Bundeslandwirtschaftsministerium war noch am Freitag von 74 Millionen Euro ausgegangen. Noch nicht mit einbezogen seien dabei Schäden, die an den Privathäusern der Bauern entstanden sind.

+++ 14.18 Uhr: Kühe in Not +++

Insbesondere für die Bauern entwickelt sich das Hochwasser auch zu einem logistischen Problem. Der Landkreis Lüneburg empfiehlt für die Gebiete Artlenburg und Amt Neuhaus die Evakuierung der Tierbestände. Das Landvolk Niedersachsen bittet deshalb die Landwirte in benachbarten Regionen, den betroffenen Bauern mit Stallplätzen auszuhelfen. Für die Evakuierung der Tierbestände gibt es eine Telefon-Hotline unter der Nummer 0431 261001.

+++ 14.12 Uhr: Elbpegel fast überall auf Rekordniveau +++

In Niedersachsen sprengt die Elbeflut alle bisherigen Dimensionen. Mit Ausnahme von Hohnsdorf liegen alle Pegelstände schon jetzt deutlich über den Werten von 2002 und 2011. Die Deiche sind zum Teil bereits aufgeweicht und werden vom Wasser überlaufen.

+++ 13.34 Uhr: Russische Stadt bietet Hilfe an +++

Die russische Großstadt Uljanowsk an der Wolga hat den vom Hochwasser geschädigten Orten in Deutschland Hilfe angeboten. "Wir würden uns freuen, wenn wir unser Sommerlager zum Beispiel Kindern aus notleidenden Gebieten zur Verfügung stellen könnten", sagt Bürgermeisterin Marina Bespalowa der Agentur Itar-Tass zufolge. Die Stadt rund 700 Kilometer östlich von Moskau fühle mit den betroffenen Kommunen. Uljanowsk ist die Geburtsstadt von Revolutionsführer Lenin.

+++ 12.45 Uhr: Menschen können nach Mühlberg zurück +++

Die Einwohner von Mühlberg können in ihre Häuser zurück. Ab 15 Uhr ist die Evakuierung der Stadt aufgehoben. An den Notunterkünften werden Busse für den Rücktransport bereitgestellt, der Katastrophenalarm bleibe aber bestehen, so die Informationen des Krisenstabes. Am Sonntag hatten etwa 80 Prozent der rund 4230 Einwohner ihr Zuhause verlassen.

+++ 12.42 Uhr: Bund untermauert Hilfszusage +++

Die Bundesregierung hat ihre Hilfszusage an die von der Flut betroffenen Ländern erneuert. "Natürlich wird der Staat solidarisch sein. Natürlich wird er tun, was er tun muss, um den Menschen zu helfen", so Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. "Es wird wie auch 2002 eine Solidarität geben und eine große Hilfsbereitschaft des Bundes."

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte den Überschwemmungsgebieten bereits 100 Millionen Euro an Soforthilfe des Bundes versprochen. Das Geld sei zugesagt und werde fließen, so Seibert - "und zwar schnell und unbürokratisch, dort, wo es wirklich gebraucht wird".

+++ 12.31 Uhr: Barrieren in Lauenburg halten +++

Der Pegel in Lauenburg steht derzeit bei 9,16 Meter. Zwar halten die Sandsack-Barrieren, doch das Wasser kommt durch die Kanalistation. Die Kollegen vom NDR haben einen Zeitraffer-Film produziert, der deutlich macht, wie schnell das Wasser in Lauenburg steigt.

+++ 12.27 Uhr: Bundeswehr verlegt Soldaten +++

Die Lage im Norden von Sachsen-Anhalt spitzt sich zu. Der Dammbruch bei Fischbeck ist noch nicht behoben. Derzeit strömen laut MDR bis zu 1000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die umliegenden Gebiete und in Richtung Havel. Die Bundeswehr verlegt zusätliche Helfer in die Region, die anderswo nicht mehr gebraucht werden.

+++ 12.11 Uhr: Merkel kommt in die Prignitz +++

Zum dritten Mal binnen weniger Tage reist Kanzlerin Angela Merkel ins Hochwassergebiet, um sich ein Blick von der Lage zu machen. Am Nachmittag werden Merkel und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzek im Landkreis Prignitz erwartet, um dort mit Helfern zu sprechen. In der Region bereiten sich die Menschen seit Tagen auf die Flutwelle vor. Nach Berechnungen der Behörden könnte ein historischer Höchstwert von 8,20 Meter erreicht werden. Derzeit liegt der Wasserspiegel mit 7,78 Meter (9 Uhr) weit über der Rekordmarke von 1880 (7,44 Meter). Zur Entlastung der Region war am Sonntag mit der Flutung der Polder begonnen worden.

+++ 11.52 Uhr: Hamburg bleibt gelassen +++

Hamburg bleibt angesichts des herannahenden Elbehochwassers gelassen. In der Hafen-City, der Speicherstadt und dem Überseehafen werde das Wasser durch die Flut voraussichtlich um einen halben Meter steigen, so ein Sprecher der Umweltbehörde. Die Elbe wird flussaufwärts ab Geesthacht in Schleswig-Holstein deutlich breiter und tiefer und kann mehr Wasser aufnehmen als im Elbtal davor.

+++ 11.32 Uhr: Rheinhochwasser geht zurück +++

Die Pegel am Rhein sinken, aber die Schifffahrt auf dem Mittelrhein bleibt eingeschränkt. Da das Hochwasser in Mainz, Bingen und Kaub noch immer über den Risiko-Marken liegt, dürfen die Schiffe auch am Wochenbeginn nur mit vermindertem Tempo fahren.

+++ 10.45 Uhr: Pegel in Magdeburg sinkt schnell +++

Aufatmen in Magdeburg: "Das Hochwasser geht schneller zurück als erwartet", bestätigt eine Sprecherin der Hochwasservorhersagezentrale. Nachdem am Sonntag die historische Höchstmarke von 7,46 erreicht war, liegt der Pegel nach jüngsten Messungen noch bei 7,14. Trotzdem bleibe Magdeburg auch in den kommenden Tagen eine Stadt im Ausnahmezustand, so Bürgermeister Lutz Trümper.

+++ 9.56 Uhr: Sachsen-Anhalt berät über Soforthilfe +++

Sachsen-Anhalt will noch heute über die Soforthilfen für Hochwassergeschädigte entscheiden. Finanzminister Bullerjahn berät sich darüber mit Landräten und Oberbürgermeistern der betroffenen Regionen, berichtet der MDR. Vorgesehen seien 500 Euor pro Person, maximal jedoch 2500 Euro pro Haushalt.

+++ 9.42 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern bangt +++

Neue Vorhersagen aus Mecklenburg-Vorpommern. Aktuellen Prognosen des Amtes für Landwirtschaft und Umwelt zufolge wird der erwartete Hochwasserscheitel weit über den bisherigen Wasserständen liegen. Die Behörde rechnet mit Höchstständen von 7,65 Metern am 12. und 13. Juni in Dömitz und von 7,90 Metern am 13. Juni in Boitzenburg.

+++ 9.32 Uhr: Lauenburger Altstadt evakuiert +++

Polizei und Feuerwehr haben in Lauenburg die Evakuierung der Altstadt abgeschlossen. 70 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Weil das Wasser schneller als erwartet steigt, musste die Räumung vorgezogen werden.

+++ 9.30 Uhr: Fischbek steht 1 Meter unter Wasser +++

Kritisch ist die Lage in Fischbeck im Landkreis Stendal. Zwei Deich sind hier gebrochen, der Ort steht 1 Meter unter Wasser. Inzwischen sollen auch Orte im Hinterland evakuiert werden.

+++ 8.50 Uhr: "Blaues Wunder" wieder befahrbar +++

Der Pegel in Dresden geht zurück, steht derzeit bei 6,97 Meter. Die Behörden haben das "Blaue Wunder", jene berühmte Brücke über die Elbe, wieder für den Verkehr freigegeben.

+++ 8.34 Uhr: Bundeswehr sichert Umspannwerk +++

Die Lage in Magdeburg entspannt sich. Das Umspannwerk im Stadtteil Rothensee, das 30.000 Haushalte und eine Pumpstation mit Strom versorgt, ist laut einem Bundeswehrsprecher gesichert. "Wir haben einen sinkenden Pegelstand, der auch unmittelbaren Einfluss auf das Umspannwerk hat." Die Soldaten seien momentan Herr der Lage.

+++ 7.37 Uhr: Bahn bestätigt massive Behinderungen +++

Die Deutsche Bahn bestätigt starke Behinderungen im Zugverkehr wegen der Sperrung der Eisenbahn-Elbebrücke in Hämerten. Vorerst müssen unter anderem die ICE-Linie 10 (Berlin-Hannover-Hamm-Düsseldorf/Köln) und die Linien 11/12 (Berlin-Wolfsburg-Kassel-Fulda-Frankfurt/M) umgeleitet werden. Dadurch entfallen mehrere Haltepunkte, beispielsweise Wolfsburg und Göttingen. Außerdem entfällt den Angaben zufolge der Regionalverkehr zwischen Rathenow und Stendal komplett. Aufgrund des Hochwassers könne auch kein Bus-Ersatzverkehr eingerichtet werden, heißt es. Die Behörden hätten wegen der Überflutungen die Sperrung angeordnet.

+++ 6.38 Uhr: Angespannte Lage in Brandenburg +++

Die Pegelstände der Elbe in Brandenburg steigen unaufhörlich. Im Laufe des Tages wird ein Wasserstand von 8 Metern erwartet, bis Dienstag sollen es 8,20 Meter sein - so viel wie nie zuvor. 2002 bei der Jahrhundertflut wurde am Pegel in Wittenberge ein Wert von 7,34 erreicht.

+++ 6.31 Uhr: Bahnverkehr Berlin-Hannover gestört +++

Der Fernverkehr der Bahn zwischen Berlin und Hannover ist unterbrochen, berichtet MDR Info. Der Grund sei die gesperrte Elbbrücke bei Stendahl. Verbindungen zwischen Berlin und Köln würden über Wittenberge und Stendal umgeleitet, Züge nach Basel und München über Dessau, Halle und Erfurt.

+++ 06.05 Uhr: Kein Unterricht in Magdeburg +++

In Magdeburg fällt bis Freitag die Schule aus. Grund und Förderschulen seien aber geöffnet, um Schüler zu betreuen, meldet MDR Info.

+++ 5.24 Uhr: Einsatzkräfte sollen Notdeich errichten +++

Bangen in Brandenburg: Nach dem Deichbruch sollen am Morgen rund 450 Feuerwehrleute und Soldaten der Bundeswehr damit beginnen, in Nähe der Landesgrenze einen Notdeich zu errichten. Damit soll verhindert werden, dass die Wassermassen in die Havel fließen können. "Da werden wir in der Früh alle Kräfte reinwerfen müssen", sagt ein Sprecher des Koordinierungszentrums Krisenmanagement. Menschen seien dort aber noch nicht gefährdet.

+++ 4.10 Uhr: Leichte Entspannung in Magdeburg +++

Die Lage in Magdeburg entspannt sich minimal. Die Pegel in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt zeigen 7,24 Meter an. Am Sonntag hatten sie die historische Höchstmarke von 7,46 Metern erreicht. Das Umspannwerk ist aber weiterhin von den Wassermassen bedroht. Die Anlage im Stadtteil Rothensee ist für die Stromversorgung einer Pumpstation, die das Abwasser der Stadt in eine nahe gelegene Kläranlage befördert, von entscheidender Bedeutung.

+++ 2.22 Uhr: Deich bei Fischbeck bricht +++

Dramatische Zuspitzung der Lage bei Fischbeck an der Elbe in Sachsen-Anhalt: Auf einer Länge von 10 Metern ist der Deich aufgerissen, teilt der Landkreis mit. Anwohner von Fischbeck sind aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen. "Wir rechnen damit, dass der Ort in der Früh unter Wasser steht", sagt ein Sprecher. Auch die Bewohner umliegender Ortschaften sollen ihre Wohnungen räumen. In Stendal stehe eine Notunterkunft zur Verfügung. Wie viele Menschen betroffen sind, ist noch nicht klar, mindestens jedoch einige Hundert.

Die aktuellen Pegelstände In vielen Teilen Deutschlands sind die Flüsse über die Ufer getreten. Hier finden Sie für alle betroffenen Gebiete die aktuellen Pegelstände.

Hier können Sie spenden Deutschland rückt zusammen: Viele Menschen wollen den Betroffenen in den Hochwassergebieten helfen. Dafür haben zahlreiche Hilfsorganisationen Spendenkonten eingerichtet. Hier ein Überblick.

Sandsäcke - Helfer in der Not Bei Hochwasser gehören Sandsäcke zu den wichtigsten Hilfsmitteln. Sie dienen dem Gebäudeschutz und der Sicherung von Deichen. Katastrophen hätten immer wieder gezeigt, wie wichtig es in gefährdeten Gebieten sei, einen Notfall-Vorrat bereitzuhalten, heißt es beim Technischen Hilfswerk. Ein gefüllter Jute- oder Kunststoffsack wiegt 15 bis 20 Kilogramm. Jutesäcke sind an steilen Böschungen rutschfester und passen sich Unebenheiten gut an. Dafür verrotten sie eher. Kunststoffsäcke rutschen leichter, sind aber gegen Nässe und Witterungseinflüsse beständiger.

Katastrophenalarm - was bedeutet das? Katastrophenalarm wird ausgelöst, wenn schwere Schäden etwa durch Naturgewalt oder Unglücke drohen. Dabei kann z. B. die Bundeswehr im Inland aktiv werden. Im Notfall können die Behörden Gebiete sperren und räumen, Anwohner als Helfer verpflichten und fremde Gebäude oder Autos in Anspruch nehmen. In den Bundesländern gibt es bei Hochwassergefahr bis zu vier Alarmstufen. In der höchsten drohen große Gebiete zu überfluten. Evakuierungen werden vorbereitet.

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