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12. März 2009, 07:35 Uhr

Polizei ermittelt gegen Tim K.s Vater

Allerdings sind sich Experten sicher, dass man solche Amokläufe nie mit Sicherheit verhindern kann. "Wir können uns um Außenseiter kümmern, um Jugendliche, die in Krisensituationen sind. Aber verhindern können wir Amokläufe nicht", sagte der Leiter des Kriminologischen Instituts in Hannover, Christian Pfeiffer, der "Wetzlarer Neuen Zeitung". Auch ein stärkerer Polizeischutz für Schulen bringe nichts. "Mehr Polizeipräsenz erhöht eher noch das Risiko von Amokläufen", sagte Pfeiffer. "Es könnte sein, dass die Schule für den Täter ein Ort der subjektiven Erniedrigung war."

Der Psychologe Jens Hoffmann von der Technischen Universität Darmstadt glaubt, dass Amokläufe leicht Nachahmertaten hervorrufen können. Man müsse sehr viel aufmerksamer auf Warnsignale achten, die Schüler häufig lange vor Amoktaten aussendeten. "Jugendlich verraten viel stärker als Erwachsene ihre Pläne und kündigen die Tat am Ende oft auch an", sagte er der Deutschen Presse-Agentur DPA. "Die Schulen haben sich zu lange weggeduckt, aber das verändert sich glücklicherweise langsam."

Schusswechsel mit der Polizei

Tim K. war am Mittwochmorgen im schwarzen Kampfanzug und mit einer Pistole seines Vaters bewaffnet in seiner früheren Schule erschienen und hatte acht Mädchen und einen Jungen im Alter von 14 bis 15 Jahren getötet, die meisten von ihnen mit gezieltem Kopfschuss. Außerdem ermordete er drei Lehrerinnen. Auf der Flucht durch Winnenden erschoss er einen weiteren Menschen. Anschließend zwang der 17- Jährige einen Autofahrer, ihn mitzunehmen. Erst im 40 Kilometer entfernten Wendlingen konnte die Polizei den Amokläufer stoppen: Nachdem Tim K. in einem Autohaus noch zwei weitere Menschen getötet hatte, lieferte er sich einen Schusswechsel mit der Polizei. Dabei wurde er verletzt und nahm sich selbst das Leben.

Das Vorgehen des 17-Jährige war dabei sehr untypisch, sagte der Direktor der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden, Rudolf Egg. Bei ähnlichen Amokläufen an Schulen hätten die Täter fast nie die Flucht ergriffen, sondern sich noch im Gebäude selbst getötet, sagte er im ZDF. Egg geht davon aus, dass Tim K. seine Tat zunächst sehr penibel geplant hatte. "Er hat sich vorgenommen, wann und in welcher Weise er in die Schule eindringt und die Menschen ermordet." Dann habe er sich aber scheinbar extrem schnell zur Flucht entschlossen. "Und da scheint er mir völlig kopflos geworden zu sein. Da hat er nur noch wild um sich geschossen und hat wohl auch gemerkt: Es geht zu Ende, und es kommt auf gar nichts mehr an."

Infohotline des Regierungspräsidiums Stuttgart für betroffene Eltern:
0711 / 90440149

Amoklauf, Realschule, Winnenden, Unterricht, Baden-Württemberg

© stern.de-Infografik

DPA/AP
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KOMMENTARE (10 von 107)
 
Administrator (13.03.2009, 10:48 Uhr)
Liebe User,
die Diskussion wird an dieser Stelle geschlossen, gerne können Sie zu folgendem Artikel http://www.stern.de/panorama/:Amoklauf-Ank%FCndigung-Falschmeldung-Verr%FCckten/657754.html das Thema weiter diskutieren.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
Astsaft (13.03.2009, 10:09 Uhr)
Widersprüche
In einem Artikel hier auf Stern.de heißt es "Vor dem Autohaus feuerte ihm ein Polizist zwei Schüsse in die Beine, Tim schleppte sich blutend zurück in den Verkaufsraum und [erschießt einen Verkäufer]..."
--> Seltsam: Das Video von seinem Tod zeigt das Geschehen aber ganz anders! Er steht auf dem Parkplatz, knickt zusammen und bleibt liegen. Er schleppt sich nicht ins Autohaus. Was stimmt denn nun?
unglaeubiger (13.03.2009, 01:59 Uhr)
zu Elternhaus
er hat nicht seine eltern erschossen, sondern schüler und lehrer!
riesenbaby, loser, potentieller amokläufer usw. waren sprüche seiner mitschüler. "du landest bei der müllabfuhr" ein spruch einer lehrerin.
keine freunde, für alle nur das OPFER.
mobbing in reinkultur.
die lehrer machen nichts dagegen,
viele kinder haben angst in die schule zu gehen weil sie geschlagen, ausgeraubt und gedemütigt werden und alle schauen zu.
wenn dann einer durchdreht sind es die waffen und videospiele schuld.
wenn aus opfern täter werden, dann werden täter zu opfern.
wer produziert aussenseiter? wir!
grafbyte (12.03.2009, 22:35 Uhr)
Geld lndert den Schmerz der Eltern.
Der Schmerz der Eltern ist Furchtbar! Und wir sollen lernen mit sowas umzugehen oder Löscungen suchen ein Leben ohne Waffen zu schaffen!!
Mein Vorschlag ist und das würde bestimmt viel Schmerz lindern! Das die Waffenproduzenten die genau diese Waffen hergestellt/verbreitet haben jedem der Opfer 100 000€ auszahlt! Diese Unternehmen stellen Waffen nur mit dem Ziel her Leben auszurotten!!
..und wenn es mal dazu kommt dass es tote gibt. Soll jemand dafür gradestehen. Einfache Rechung wie ich finde.. Das selbe wie bei dem Atommüll Problem.. Die die Dem Müll Produzieren sollen auch die Entsorgung zahlen!
Über diesen Weg würde dieses Land etwas besser und gerechter werden! Das sicher!
Es ist auch eine Schande! Dass am selben Tag schon so ein Ar*** von einen Waffengremium im TV berichten darf dass man Waffen nicht verbieten wird und kann.
chatahootchee (12.03.2009, 21:41 Uhr)
WERDEN DIE ERMORDETEN WIEDER
lebendig durch die oeffentliche und besserwisserische Anklage hier im Forum? Nein. Man sollte es den behoerden ueberlassen; die Eltern sind wahrlich schon genug gestraft.
appaz (12.03.2009, 21:12 Uhr)
Verlogenes, irreführendes Geschwafel vonseiten der Politik
Und da sind sie wieder, die meist stockkonservativen Kämpfer gegen sog. Ballerspiele [die auch ich, allerdings aus anderen Gründen, verabscheue], die Rufer nach mehr Sicherheit und Kontrolle.
Seltsamerweise ist aber gerade einer deren Anführer, nämlich unser Bundesinnenminister, genau gegen den einzig sinnvollen ordnungsrechtlichen Vorschlag, nämlich eine Verschärfung des Waffengesetzes dahingehend, dass Schusswaffen in Privathaushalten nichts zu suchen haben. (!?)
. . .
Vor allem aber - und das ist mindestens so traurig und verwerflich wie solche Taten selbst ! - fürchtet man sich offenkundig davor einzuräumen, dass die Gründe, die Auslöser für solch unverständliches (?) Verhalten womöglich überwiegend in unserer Gesellschaft selbst zu suchen sein könnten.
. . .
Ich vertrete hier die durchaus fundierte Ansicht, dass ein Mensch, dessen Leben Perspektive hat, der sich vor allem in einer gerechten, insbesondere humanen Gemeinschaft aufgehoben fühlt, zu Gewalttaten gegen Mitmenschen kaum fähig sein dürfte.
Insofern rate ich zuallererst dringend dazu, die Bedingungen unseres Zusammenlebens kritisch zu überdenken. - Kein Mensch sollte in einer Gesellschaft, die sich selbst als „zivilisiert“, „sozial“ etc. bezeichnet, auch nur annähernd den Zustand von Verzweiflung erreichen dürfen !
HombreUno (12.03.2009, 20:13 Uhr)
@ butcher99,
noch abartiger ist es, wenn im Zusammenhang mit dem Amoklauf der Kölner U-Bahn-Bau oder ähnliches genannt wird.
.
Das einzige was ein Amoklauf mit einem Baustellenunfall gemein hat, beides gab es schon immer.
Sternobyl (12.03.2009, 20:01 Uhr)
"... und nahm sich selbst das Leben"
Langsam kommt mir das als Sprachregelung vor, für Leute, deren Handeln ihnen letztlich den Tod durch eine Kugel eingebracht hat.
 
Ich kann mich nicht entsinnen, dass die letzten Jahre jemand eine ähnliche Situation mit einem ähnlichen Polizeiaufgebot überlebt hätte. Oder täusche ich mich da?
butcher99 (12.03.2009, 19:30 Uhr)
Gewissen
Ermittlungen hier Ermittlungen da.
Ich kann nur immer wiedder mein tiefstes Mitgefühl für alle Opfer, deren Angehörige und die beteiligten Retter und Sicherheitskräfte ausdrücken.
Ansonsten glaube ich, dass das was der gesunde Menschenverstand Gewissen nennt, bereits alle Verantwortlichen ereicht hat und sie drückt. Hoffentlich sind alle lernfähig.
Dann kann selbst so ein tragisches Ereignis dazu beitragen, dass unsere Welt sich letztendlich in eine humanere Richtung entwickelt.
Derzeit überfordern die Menschen sich selbst, weil sie versuchen, allem was "machbar" erscheint hinterherzuhetzen. In der Tat es gab eine Welt ohne IT, Internet, personal PCs, Chatrooms, Handys, strukturierte Produkte(Lehmann Fonds), Doping im Sport, Hanball Championsleage mit Betrug oder Verdacht auf Betrug, Bürgermeister, die einen U-Bahn Bau forcieren und sich, Herr schmeiss Hirn, nach einer absehbaren Katastrophe fragen, ob man in Städten mit geologischen Verhältnissen und anderen, et hät noch immer jot jegange, wie in Köln fragen, ob man dort U-Bahnen bauen sollte; die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.
Bitte haltet alle mal einen Augenblick inne, und überlegt Euch, was habe ich heute getan, dass diese Welt besser geworden ist.
Ich wünsche mir auch oft einen Menschen, der mich hin und wieder bremst, damit das eigentliche Leben wieder wahrnehme.
ein schuldbewusstes Alphatier
bolg (12.03.2009, 19:12 Uhr)
Fake
"Wir sind gespannt, was denn nun wirklich stimmt. Fake, oder kein Fake?"
1. Es handelt sich nicht um den Beitrag, sondern um das Bild des Beitrags.
2. Der Chatroom ist ein imageboard - ähnlich einem Forum. Jeder Post erhält eine Nummer basierend auf dem Erstellungsdatum des Posts.
Diese Nummer ist auf dem Bildschirmfoto (Screenshot) falsch.
3. Es ist nicht möglich in diesem imageboard fett zu schreiben.
- Ein schlechter, geschmackloser Fake, dem die deutsche Presse allem Anschein nach aufgesessen ist.
heise.de & verschiedene recherchefreudigere Blogger bestätigen dies.
mfg, Bolg.
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