Der stern-Autor Wolfgang Röhl, der ebenfalls für die "Achse des Guten" schreibt, sieht die Attacken gegen Broder und andere politisch motiviert: "Die üblichen Verdächtiger versuchen, Islamismuskritikern das Norwegen-Massaker in die Schuhe zu schieben. Für mich war das so voraussehbar wie das aktuelle Wetter hier am Deich in der nächsten Stunde", sagte er.
So hat sich in Deutschland eine sehr traurige Debatte entzündet: Während linke Autoren Islamkritikern einen Maulkorb erteilen wollen, holen Unionspolitiker alte Forderungen nach Vorratsdatenspeicherung und einer stärkeren Überwachung des Internet hervor. Beide Seiten arbeiten also an einer Verengung des politischen Diskurses. Dass es auch anders geht, zeigt Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg: Sein Land werde eine "noch offenere und tolerantere Demokratie" sein als vorher. An der Meinungsfreiheit werde nichts geändert, auch extreme Positionen wie die von Breivik müsse man aushalten.
Dennoch ist es auch für eine offene Gesellschaft wichtig, genau hinzusehen und zu unterscheiden. Darauf hat Hannes Stein, ebenfalls Autor von "Achse des Guten", im "taz"-Interview hingewiesen: "Es gibt eine demokratische und liberale Kritik am Islam und es gibt eine rechtsradikale."