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26. April 2009, 12:31 Uhr

Das Dreckloch

Asse, Endlager, Deponie

Symbol des Protests: Die Bürgerinitiative "aufpASSEn" stellte ein rießiges A zur Warnung auf© Nigel Treblin

Sie begann mit einem Schnäppchen. In den 60er Jahren suchte die Bundesrepublik für ihre aufstrebende Nuklearforschung und -industrie dringend Abfallflächen, gern auch im abgelegenen Zonenrandgebiet. Da schien es einer Projektgruppe Endlagerung aus Behördenvertretern fast wie ein Glücksfall, dass die Wintershall AG ihr ein altes, ausgedientes Kali-Bergwerk bei Wolfenbüttel 1964 zum Kauf anbot.

"Positiv zu werten ist vor allem der Preis, der von Herren der Wintershall gesprächsweise auf 600.000 DM beziffert wurde", hielt man in einer "Notiz" fest und freute sich über "Verhandlungsspielraum". Ein Jahr später war man sich einig, ab 1967 rollten die ersten Transporte Richtung Asse. Dabei wusste man schon damals, dass man ein ganz besonderes Feuchtgebiet erworben hatte und ein unkalkulierbares Risiko einging.

Denn das vor gut 100 Jahren eröffnete Bergwerk, aus dem neben Kali-Dünger das beliebte "Asse-Sonnensalz" gewonnen worden war, hatte immer schon mit Nässe zu kämpfen. Die Schächte I und III waren längst völlig "abgesoffen", wie Bergleute das nennen. Im Schacht II hatte es Risse mit Süßwasserzuflüssen gegeben, in den Sohlen darunter immer wieder "Laugensümpfe". "Heute fließen noch etwa 700 Liter/Tag in den nordwestlichen Teil des Grubengebäudes." All das steht in einer internen Studie von 1967. Mitunterzeichner: Professor Klaus Kühn.

Austretende Suppe

Den störte das alles nicht. Der Mann, der in der deutschen Atomgemeinde später zum "Endlagerpapst" aufsteigen sollte, sah die Gefährdung als "minimal" an, weil er die Laugen für lokal begrenzte Zuflüsse hielt. Als wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Tieflagerung der GSF trieb er das Projekt mit besonderem Ehrgeiz voran. Während Experten in aller Welt für die unterirdische Lagerung von Atommüll stabile geologische Barrieren und absolut trockenes Gestein verlangten, damit die Fässer nicht rosten, kippte man sie in der Asse teils auf durchfeuchteten Flächen vom Schaufellader, Bruchschäden inklusive: Austretende Suppe versickerte im körnigen Salzgrus, die Kammern wurden versiegelt und verfüllt.

"Auf eine Rückholbarkeit dieser Abfälle ist von vornherein bewusst verzichtet worden", erklärte Kühn 1976 in einer Publikation der Atomwirtschaft. Was den benachbarten Gemeinden immer nur als "Versuchseinlagerung" verkauft worden war, entwickelte sich so zum De-facto-Endlager - bloß dass dieses Endlager immer außerhalb des Atomrechts betrieben wurde. Keine Überraschung, dass man ab 1988 im Laugensumpf vor Kammer 12 radioaktive Nuklide fand.

Cäsium 137, Kobalt 60, Strontium 90, das besonders mobile Tritium - all diese strahlenden krebserregenden Stoffe waren offenbar aus korrodierten Behältern ausgetreten und mit der Feuchtigkeit aus der verschlossenen Kammer gekrochen. Über Jahre hinweg ließ man die verseuchten Flüssigkeiten einfach auf anderen Etagen versickern. Nicht mal die Männer, die damals Umgang mit der Brühe hatten, wussten um die Gefahren. "Kriminell, was man damals mit uns gemacht hat", sagt Eckbert Duranowitsch, der sich als "Fast-Todesfall" fühlt.

Alles nass

Dem stämmigen Mann in Jeans, 46, sieht man sein Martyrium nicht an, wenn er in seinem Wolfenbütteler Haus sitzt. Von 1987 bis 1990 war der Maschinenschlosser und Bautechniker in der Asse beschäftigt, mit Messinstrumenten, mit der Installation von Sonden, mit dem Anrühren von Spezialbeton. "Mit der Lauge da unten hatten wir ständig Kontakt, die Kleidung war öfter mal nass", sagt Duranowitsch, "zu einer Messstelle mussten wir sogar mit einem Boot über einen Laugensumpf fahren, weil man da sonst gar nicht hinkam."

Dabei trug Duranowitsch, der zum Institut für Tieflagerung des Professors Kühn gehörte, nach seiner Erinnerung nicht mal ein Dosimeter, Schutzkleidung sowieso nicht. Warnungen? Einweisung in Strahlenrisiken? "Unser Gruppenleiter sagte immer bloß: ,Kinder, was habt ihr denn? Auf dem Brocken ist die Strahlung höher als hier. In den Fässern ist doch bloß Krankenhausmüll vom Röntgen, die Strümpfe von Schwester Edelgard und die Handschuhe vom Doktor.‘" Ein paar Jahre später stand Duranowitsch selbst vor einem Doktor, der ihn fragte: "Hatten Sie Kontakt mit Radioaktivität?"

Nur die Transplantation von Stammzellen, von seinem Bruder gespendet, konnten Duranowitsch damals retten, nachdem er an Leukämie erkrankt war. Schwächeanfälle, Schüttelfröste, Zusammenbruch des Immunsystems, Chemotherapien - monatelang kämpfte der Techniker um sein Überleben. Der Tag der Transplantation wurde zu seinem "zweiten Geburtstag". "Diesen Untertyp der Leukämie", sagt der Hannoveraner Onkologe Professor Arnold Ganser, der ihn damals betreute, "kann man üblicherweise nach Strahlen sehen."

Krebserkrankungen

Duranowitsch ist nicht der Einzige aus seiner Arbeitsgruppe in der Asse, der an Krebs erkrankte. Hans-Peter Behnke, von 1988 bis 1992 in der Atomkippe beschäftigt, begann zehn Jahre später Blut zu spucken. Aus einer Stelle hinten im Rachen wurde ihm ein Karzinom operiert.

"Natürlich können wir nichts beweisen", sagt der 59-Jährige, "aber man macht sich so seine Gedanken. Schließlich haben wir die Luft da unten geatmet."

Duranowitsch will nun Strafanzeige erstatten, und die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat mehrere Vorermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet. Welchen Risiken die Beschäftigten wirklich ausgesetzt waren, will das Bundesamt für Strahlenschutz durch ein "Mitarbeitermonitoring" klären. Mindestens genauso dringlich ist allerdings die Frage, wann das Bergwerk zusammenfällt.

Bewegung im Bergwerk

Denn seit mindestens 20 Jahren strömt jetzt Wasser von oben hinein. Es zersetzt Decken und Pfeiler der Kammern, die beim Salzabbau bis auf fünf Meter an das Nebengebirge gefräst wurden. Das ganze unterirdische Hochhaus ächzt unter der Last der Gesteinsmassen, die von oben drücken. Wer auf der 637-Meter-Sohle vor einem deformierten Schachteingang steht, ahnt, welche Spannungen hier herrschen: Schwere T-Träger aus Metall sind verbeult, als hätte ein Riese Spielzeugschienen verbogen, die Betonstützen daneben zertrümmert. Die Südflanke des Bergwerks hat sich bereits sechs Meter bewegt.

Und keiner kann eine plötzliche Havarie ausschließen: Sollte sich das Gestein ruckartig verwerfen, sollten weitere Wasserklüfte aufreißen, könnte alles schon in naher Zukunft kollabieren. Dann bliebe nicht mal die Zeit bis zum Jahr 2020, die Leipziger Forscher - ohne zusätzliche Komplikationen - berechnet haben bis zur drohenden Implosion. Das Gewicht des nachstürzenden Deckgebirges könnte ein giftiges Nuklid-Gebräu in das Grundwasser pressen - für die Biosphäre ein GAU.

"Wir müssen Zeit kaufen", sagt Wolfram König. Mit Beton-Injektionen will er Firsträume in den Kammern füllen lassen, um diesen Störfall zu verhindern. Für die Herkulesaufgabe, die Asse zu sanieren, lässt er unter höchstem Druck von Gutachtern bis zum Sommer vor allem drei Optionen prüfen. Bloß wirken die wie die Wahl zwischen Pest, Cholera und Aids.

Ein Atomklo

Schon das Helmholtz-Zentrum hatte die kontrollierte Flutung des unterirdischen Labyrinths mit einem "Schutzfluid" vorgeschlagen, um einen Gegendruck aufzubauen - für Bürger vor Ort ein "Atomklo mit Spülung nach oben". Sie fürchten, dass auch die Schutzlösung Nuklide freisetzen und in die Höhe drücken kann.

Deshalb setzen Wissenschaftler aus Niedersachsen auf größere Tiefe: Noch unter dem bisherigen Bergwerk, 1100 Meter unter der Erde, wollen sie zwei neue Kavernen bohren. Dann sollen die Abfälle durch mannlose Maschinen ausgebuddelt und durch Schächte hinuntergeschmissen werden. Aber wie sicher das Salz dort unten ist, weiß noch niemand.

Die Alternative zur Umlagerung heißt Rückholung. Der radioaktive Dreck, der für mindestens eine Million Jahre sicher unter der Erde lagern sollte, müsste wieder an die Oberfläche geholt, neu verpackt und abtransportiert werden. 126 000 teils brüchige Fässer, die sich beim Ausgraben womöglich auflösen. 100 Güterzüge, die dann wohl zum 26 Kilometer entfernten Schacht Konrad rollen würden.

Kosten für den Steuerzahler

Das könnte nach ersten Schätzungen länger als 20 Jahre dauern und den Neubau einer riesigen Atompackstation über der Grube erfordern. Und mindestens zwei Milliarden Euro kosten. Kosten, die der Steuerzahler tragen muss.

Zwar stammen über 70 Prozent der Radioaktivität in der Asse aus Lieferungen kommerzieller Kernkraftwerke, wie Greenpeace-Experte Heinz Smital herausfand. Deswegen würde Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), in dessen Wahlkreis Wolfenbüttel liegt, die Energiewirtschaft gern an der Sanierung beteiligen. Aber die ließ ihn bisher abblitzen. Schließlich gehörte das "Versuchsendlager" der Bundesrepublik Deutschland, es war das Reich von Professor Klaus Kühn.

Der "Endlagerpapst", der bis über die Jahrtausendwende wissenschaftlicher Kopf des Projekts war und in Würdigung seiner besonderen Leistungen das Bundesverdienstkreuz erhielt, ist inzwischen emeritiert. Er kommt nicht mehr dazu, die Anlage wie geplant zu verschließen. 2001 hatte er noch verkündet, dass "die Asse im Jahre 2013 zur grünen Wiese zurückgebaut sein wird". Jetzt steht auf dem sanften Höhenzug zwischen Buchen und Wiesen ein riesiges gelbes A, aus Latten gezimmert, das Symbol der Bürgerinitiative "aufpASSEn".

A wie Achtung. Und A wie Albtraum.

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 17/2009

Von Wolfgang Metzner
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KOMMENTARE (7 von 7)
 
aeternitas (27.04.2009, 08:27 Uhr)
Bereits vor ca. 30 Jahren
gab es bei der Asse erste personelle Konsequenzen, als ein junger Ingenieur anmerkte, dass es vielleicht keine so gute Idee sein könnte, da irgendetwas einzulagern. Denn wenn sich das Deckgebirge nur geringfügig anders setzt als gewollt, dann ist die Katastrophe da. Der junge Mann wurde strafversetzt (dazu gab es mal einen Bericht im TV). Er ist jetzt ein "alter" Mann. Und er meinte, er sei nicht glücklich darüber, dass seine Vorhersage eingetroffen ist. Er wäre lieber ein Leben lang im Unrecht gewesen...
Also ist schon seit MINDESTENS 30 Jahren etwas bekannt. Zum Glück ist die Asse ja weit weg von den Reichen und Schönen. Wen kümmert es, wenn die Anwohner (weder reich noch sonst irgendwie wichtig) über Jahre hinweg schleichend vergiftet werden? Also wurde ein Mantel des Schweigens darüber gebreitet. Der Gipfel der Heuchelei ist, dass jetzt alle so überrascht tun! Dabei ist schon lange bekannt, dass es im SALZSTOCK Wasser gibt. Und was passiert? NICHTS. Ich wüsste zwar auch nicht konkret, was jetzt noch bergmännisch machbar wäre, aber ich wette darauf, dass egal was es ist, dass dafür kein Geld da sein wird und statt dessen eine billige Flickschusterei betrieben wird. Welchen Politiker interessieren schon ein paar Leukämiekranke irgendwo in der Provinz, wenn die Atomstromerzeuger ihn fürstlich dafür entlohnen, dass er im Atomstrom eine UMWELTFREUNDLICHE TECHNOLOGIE !!!!!!! sieht.
Man fühlt sich ja gar nicht verar***t....
confused (26.04.2009, 14:53 Uhr)
Alles nicht so schlimm, doch harmlos
laufen wir demnächst eben alle Verstrahlt rum, sprich gibt uns der Planet zurück was wir ihm angetan haben. Irgendwann rächt sich eben alles. Wir wollten es ja so haben, darum, warum die Aufregung. Wenn es gegen Atomkraft etc. ging, hätten eben ALLE auf die Strasse gehen sollen in jeder Stadt,jedem noch so kleinen Ort in D-Land. Aber nein, glaubten ja die meisten den Mund halten zu müssen. Das ist eben das Ergebnis wenn man DEUTSCH denkt nach dem Motto, wieso soll ich was dagegen tun, ich erlebe das alles ja nicht mehr. Pech falsch gedacht Deutschland. Hoffentlich platzt die Bombe da unten.
Eisenbaer (26.04.2009, 14:45 Uhr)
Der deutsche Staat wird noch Geld daran verdienen!!
Zuerst wird natürlich eine Anschubfinanzierung benötigt, die kommt vom Steuerzahler. Dann beim Buddeln des Loches werden die Arbeiter und Angestellten ebenfalls von der Allgemeinheit bezahlt. Aber rings herum um die Baustelle werden neue Städte entstehen, dort werden die Arbeiter und Angestellten leben und mit ihnen zigtausende andere, die nicht von der "Lochbuddel GmbH" bezahlt werden. Es wird quasi ein zweites "Wolfsburg" entstehen.

Und der Erdaushub wird zu Hügeln verarbeitet. Das andernfalls in die Grube laufende Wasser wird umgeleitet und das in die Grube einlaufende Wasser wird ebenfalls umgepumpt und in künstlich in die neu erstandene Hügellandschaft eingebettete Seen umgeleitet.

Hier wird sich eine Freizeit- und Urlaubslandschaft entwickeln, die voll auf die Bedürfnisse ihrer Kunden eingehen kann, weil frisch und frei nach deren Wünschen angelegt. Aus aller Welt werden Urlauber "Zum Großen Loch" jetten und nach einer kurzen Besichtigung noch ein paar Tage Welnessurlaub anhängen.

Ein El Dorado wird entstehen. Vielleicht noch ein paar Glücksspielautomaten und selbst die Amis werden uns die Bude einrennen. Was dagegen haben schon Las Vegas oder Palm Springs zu setzen? Denn wir werden "Das Loch" haben. Was haben die Briten dagegen zu setzen? Loch Ness etwa? Nessie ist ein Molch gegenüber unserem Monster, das in dem Loch da unten schlummert!!

Goldene Zeiten, Leute! Goldene Zeiten stehen bevor!!

Und der Staat wird sich eine goldene Nase verdienen...
hannes_schinder (26.04.2009, 14:05 Uhr)
Wer soll den ganzen Mist
eigentlich bezahlen?
Eisenbaer (26.04.2009, 14:00 Uhr)
Was soll denn bloß die ganze Aufregung?
Dann buddeln wir eben mal kurz einen 500 Meter tiefen trichterförmigen Kegel in die Landschaft und holen den Atommüll aus dem Salzstock zurück. Und mit jedem Meter Tiefe und Abraum wird sich automatisch der Druck auf das Lager verringern. Die ersten 400 Meter können noch mit von Menschen bedienten Maschinen abgebaut werden, danach ist der Einsatz mannloser Robotmaschinen zu erwägen.

Und das Tollste an der Sache: In der jetzigen Depression hätte uns gar nichts besseres passieren können! Hier werden Unmengen an Baumaschinen gebraucht, die wir zurzeit nicht am Weltmarkt loswerden und die hier ein adäquates Einsatzfeld finden werden. Zigtausende Arbeitsplätze in dem Maschinenbau, bei Grubenarbeitern und -steigern, im Bau- und im Transportgewerbe können auf diese Art über Jahrzehnte gesichert werden.

Auch auch Kollege Steinbrück und seine NachfolgerInnen profitieren: sie brauchen sich über Jahrzehnte hinweg keine Gedanken machen, "wohin mit den überschüssigen Steuermilliarden"?

Das wird mal wieder ein richtig kühnes Projekt. Und apropos "kühn": ich wüsste dafür sogar einen herausragenden Projektleiter, einen Mann der sich geradezu aufdrängt. Bei dem gestandenen Mannsbild passt sogar der Name. Nomen est Omen. Und das beste daran: Er arbeitet völlig umsonst, will kein Gehalt und keinen Lohn, oder andere monitäre Unterstützung. Bringt sogar seine eigenen Butterbrote als Pausenbrot mit...

Und mit ihm kommen seine engsten Mitarbeiter aus den vergangenen Jahrzehnten und helfen tatkräftig zu den gleichen Konditionen mit.

Und alles wird gut.

Man wird ja doch mal träumen dürfen.
Joe67 (26.04.2009, 13:54 Uhr)
Wer war verantwortlich?
Bürgerinitiativen gegen die gefährliche Endlagerung gibt es nicht erst seit gestern. Generationen von Umweltministern und Gerichten haben die Betreiber von Asse gedeckt. Ich glaube kaum, dass sie alle nicht gewusst haben, dass hier ein illegales Endlager unter vorgetäuschten Tatsachen betrieben wurde. Schließlich haben die Bürgerinitiativen genug Material präsentiert.
Eine dieser Umweltministerinnen war Frau Merkel. Sie ist zumindest moralisch verantwortlich, denn sie hat sich massiv gegen den Stopp der illegalen Endlagerung in Asse eingesetzt. Es wäre daher an der Zeit, dass Frau Merkel hier die Initiative ergreifen würde und
a) die Sarnierung von Asse vorantreiben
b) die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen
c) die Profiteure durch eine Sondersteuer an der Sanierung beteiligen würde. Diese Sondersteuer könnte auf alle in Deutschland eingesetzten Brennelemente erhoben werden. Schließlich haben die Kernkraftwerksbetreiber genau hierfür hohe Rückstellungen gebildet.
Stattdessen versucht Frau Merkel das Problem bis nach der Wahl auszusitzen - hoffentlich gelingt ihr dies nicht.
Spiegel Online bleiben Sie an dem Thema dran und recherchieren Sie die Hintergründe!
Hans_Juergen (26.04.2009, 13:48 Uhr)
und was machen die herrschenden?
planen munter die weitere nutzung und evtl ausweitung der atomenergie.
wollen nun gorleben als endlager nutzen.
wikipedia über gorleben:
"Konkrete geologische Aufschlussbohrungen, die zum Zweck der Erkundung zwischen 1979 und 1999 durchgeführt wurden, ergaben dann tatsächlich bereits zu Beginn der 1980er-Jahre, dass eine Eignung des Gorleben-Rambower Salzstocks unter anderem wegen eines instabilen Deckgebirges und wegen Grundwasserkontakts anzuzweifeln ist. So liegt die „Gorlebener Rinne“, eine bis zu 320 Meter tiefe eiszeitliche Schmelzwasserrinne aus sandig-kiesigem, grundwasserführendem Material, genau über dem tektonisch nach oben aufgewölbten Hut des Salzstocks. Das dort ursprünglich vermutete Deckgebirge aus mehreren hundert Meter mächtigen oligozänen Tonschichten, das – im Sinne der Definition eines „Mehrbarrierensystems“ durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) – eine Mindestvoraussetzung für eine mögliche Eignung des Salzstocks als Endlager wäre, ist in diesem Bereich so nicht vorhanden. Von unten sind diese Schichten durch den vertikal aufsteigenden Salzstock-Diapir und von oben durch eiszeitliche Abtragungen und Auffüllungen zerstört worden.
Auch wurde festgestellt, dass salzführendes Grundwasser sich sowohl seitlich als auch vertikal vom Salzstock in Richtung Oberfläche bewegt, so dass bei Kontakt mit hochradioaktivem Material eine Verstrahlung der Biosphäre die Folge wäre. Bei Grundwasserkontakt mit dem Steinsalz muss zudem mit Subrosionen, also der Bildung von Hohlräumen durch Salzablaugung gerechnet werden. In der Folge kann es zum Einsturz des Deckgebirges bis hin zur Bildung von Dolinen an der Erdoberfläche kommen. Für solche Vorgänge gibt es zahlreiche Beispiele über Salzstöcken in ganz Norddeutschland. Dazu zählt auch eine zehn Kilometer lange, tiefe Einbruchrinne über dem nordöstlichen Teil der Gorleben-Rambower Salzstruktur selbst; dort haben sich beispielsweise der 175 Hektar große Rudower See sowie der inzwischen überwiegend vermoorte Rambower See (siehe Rambower Moor) gebildet.[2] [3]
Bei Standortvergleichen nach hydrogeologischen und geologischen Kriterien wurde Gorleben unter mehreren Salzstöcken als der am wenigsten geeignete eingestuft. Trotz dieser Erkenntnisse ist die weitere Erkundung, die von Kritikern als verdeckter Ausbau des Endlagers betrachtet wird, seit dem 1. Oktober 2000 lediglich ausgesetzt. "
gedanken drüber ob noch wer diese cdu-fdpatommafia wählen will überlass ich mal jedem selbst...
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