Der Mann, den der "Cop-Killer" laufen ließ

14. Februar 2013, 12:15 Uhr

Die Verfolgungsjagd auf Christopher Dorner ist beendet. Für einen Tag rückt ein Mann ins Rampenlicht, der dem Ex-Polizisten begegnete. Rick Heltebrake ahnte, dass er nicht sterben würde. Von Thomas Schmoll

Die Hundeleine bleibt, wo sie ist

Nach den Erinnerungen des Mannes hat der eine Woche lang als "Cop-Killer" Gesuchte ein Gewehr bei sich. Er trägt einen Tarnanzug und eine schusssichere Weste, in der er Munition verstaut hat. Dorner springt vor seinen Truck und richtet die Waffe auf ihn.

Die CBS-Moderatorin möchte wissen, ob er ruhig, in Panik oder wütend war in jenem Augenblick. "Er war ruhig", sagt Heltebrake. Der mutmaßliche Mörder von vier Menschen sagt demzufolge: "Ich will Sie nicht verletzten. Steig einfach aus, lauf die Straße runter und nimm deinen Hund mit." Heltebrake verlässt mit erhobenen Händen seinen Wagen. Laut "Los Angeles Times" fragt er noch: "Kann ich ihre Leine mitnehmen?" Das möchte Dorner nicht. Er antwortet: "Nein, setz dich in Bewegung."

"Jemand schuldet mir eine Million Dollar"

Den Berichten Heltebrakes zufolge fallen "zehn Sekunden später" Schüsse. Er rennt los, es geht durch Schnee, versteckt sich mit Suni hinter einem Baum und informiert über einen Freund die Polizei. Dorner flieht in Heltebrakes Dodge, wird aber bald von den Fahrzeugen der Hilfssheriffs und des Forstbetriebes gestellt. Es beginnt die Schießerei, die mit dem Niederbrennen der Holzhütte endet, in der sich der mutmaßliche "Killer-Cop" zuletzt verschanzte und in der er vermutlich starb.

"Ich bin froh, dass er mich laufen ließ und ich meinen Hund mitnehmen konnte", berichtet Heltebrake. Ein Reporter fragt ihn, ob ihm jemand ein neues Fahrzueg schuldet. "Jemand schuldet mir eine Million Dollar."

Heltebrake meint damit die Belohnung, die für Hinweise zur Ergreifung Dorners ausgesetzt worden war. "Es war mein Aufruf, der die Sicherheitskräfte zu ihm führte." Dann fallen ihm die zwei Einwohner von Big Bear ein, die genauso viel Glück hatten wie er. Im Glauben, es handele sich um die in der Presse genannten Haushälterinnen, sagt Heltebrake: "Ich weiß, es gab zwei andere Frauen, die (an der Ergreifung des Täters - die Red.) beteiligt waren. Und ich habe nichts dagegen, durch drei zu teilen."

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