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7. September 2008, 11:25 Uhr

Verraten und verkauft

Rabattkartenbesitzer hinterlassen sogar ihr komplettes Käuferprofil. Allein Payback, Happy-Digits und Deutschlandcard haben 90 Millionen Kunden unter Vertrag, die bereit sind, für einen geringen Preisnachlass beim Einkauf ihr Konsum- und Freizeitverhalten offenzulegen. Die Kartenanbieter bedienen unter anderem Handelshäuser und Banken mit den Daten. So kann es sein, dass Kunden, die eine Matratze beim Dänischen Bettenlager kaufen, vom Payback-Partner Kaufhof umgehend mit den neuesten Bettwäscheprospekten versorgt werden. Manche freut das, doch viele fühlen sich beobachtet. Thilo Weichert, Chef des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein, warnt: "Da entstehen hochsensible Profile."

Die Hauptquelle der Werbewirtschaft sind die rund 100 bestens gepflegten Firmendatenbanken von Allianz bis Volkswagen, von Amazon bis Quelle, von ADAC bis Jacques' Weindepot. Sie lassen sich nahezu beliebig miteinander kombinieren. Hier kommen dann Datenhändler ins Spiel, die für jedes Produkt - vom Sexspielzeug bis zur kubanischen Zigarre - passende Zielgruppen zusammenstellen. Ein alltägliches Geschäft.

Die meisten Daten sind frei handelbar

Und ein rechtmäßiges: Laut Bundesdatenschutzgesetz sind Name, Adresse, Geburtsjahr und Beruf sowie ein weiteres Kriterium frei handelbar - solange Kunden dem nicht explizit widersprechen. Politische Überzeugung, Religion oder Gesundheitsdaten allerdings dürfen ohne Zustimmung überhaupt nicht weitergegeben werden. Für den Onlinehandel sind die Vorschriften noch strenger.

Einfache Daten sind billig zu haben. Bei den großen Adresshändlern gibt es 1000 aktuelle Adressen für 100 Euro, 1000 verifizierte E-Mail-Adressen für 60 Euro. 1000 funktionierende Telefonnummern für 50 Euro. Je weiter sie mit Details über die mögliche Kundschaft veredelt werden, desto teurer werden sie.

Besonders üppig sprudeln die Informationen im Internet: Mehr als 40 Millionen Deutsche nutzen das World Wide Web. Dabei sind sie nahezu ständig, aber unbemerkt, im Visier der Werbestrategen. Ob auf der Familien-Homepage, im Blog, in Communitys wie StudiVZ, bei Internetauktionshäusern oder beim Web-Pokern - überall schnüffeln Datensammler herum. Selbst Intimes, an das auch die versiertesten Adresshändler früher nicht gelangten, ist dort auffindbar: Hat der Kunde private Probleme? Sucht er einen Partner? Welchen Beruf strebt er an? Diese Fakten lassen sich mit der geeigneten Software problemlos abschöpfen, warnt Alexander Dix, Berliner Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit: "Datenhändler können sich in sozialen Netzwerken als Nutzer anmelden und Daten exportieren, weil keine Überprüfung stattfindet."

Die Werbeplattformen fragen besonders genau nach

Allzu sorglos wird im Internet zudem eingekauft und bezahlt. So bietet die Werbeplattform Kostenlos.de eine Sammlung von Links zu Warenproben. Wer etwa für lau ein paar Pampers zugeschickt bekommen möchte, soll nicht nur Postanschrift und E-Mail-Adresse preisgeben, sondern auch Geburtstermin und Geschlecht des Babys, Informationen über weitere Kinder und ob zurzeit eine Schwangerschaft besteht. All das landet in der Datenbank des Konsumgüterriesen Procter & Gamble, der Pampers herstellt.

Dreister noch versuchen Firmen, über Onlinegewinnspiele Daten abzugreifen. So poppt auf Websites oft überraschend ein Glückwunsch auf: "Kein Scherz, Sie haben soeben gewonnen!" Wer dann den "4-Sterne Zypern-Urlaub der Extraklasse" buchen will, muss Namen und E-Mail eintippen und sich durch seitenweise Werbung hangeln, die die Passionen des Nutzers analysiert. Das Hotel gibt es tatsächlich umsonst. An- und Abreise allerdings soll der User zahlen. Da nur die wenigsten dazu bereit sind, sind die Werbestrategen am Ende die wahren Gewinner: Sie verfügen über aktuelle Adressen samt Interessenprofil.

Doch selbst wer nur im Web bummelt, ohne etwas zu kaufen, wird ausspioniert. Onlineanbieter wie Amazon speichern meist unbemerkt Cookies auf der Festplatte. Das sind winzige Textdateien, die wie virtuelle Videokameras verschlüsselt aufzeichnen, welche Seiten und Produkte der Firma der Nutzer aufruft. Nach und nach weiß die Firma genau, für welche Angebote sich der Surfer besonders interessiert.

Cookies können zum echten Namen führen

Unternehmen wie Doubleclick aus den USA verfolgen mithilfe von Cookies sogar das Surfverhalten eines Users über mehrere Webseiten hinweg. Mit technischer Raffinesse speichert die Firma ihre Erkenntnisse in einem einzigen Cookie und leitet sie der Werbewirtschaft zu. Die Firma Google setzt nicht nur Cookies bei ihrer Suchmaschine ein, sondern verknüpft sie auch mit echten Namen, wenn der Nutzer einen E-Mail-Account bei Googlemail einrichtet. Die Firma scannt zudem den Inhalt von Mails, um aussagekräftige Dossiers über ihre Kunden zu erstellen und sie mit passender Werbung zu beschicken. Wäre es nicht schauderhaft, wenn Google und Doubleclick gemeinsame Sache machten? Längst geschehen: Im vergangenen Jahr hat Google die Firma für 3,1 Milliarden Dollar gekauft.

Die Omnipräsenz der Datensammler erinnert an George Orwells Roman "1984" ("Big Brother is watching you"), in dem der Staat das Leben der Bürger Ozeaniens lückenlos erfasst. Nur dass heute nicht der Staat, sondern die Wirtschaft den Big Brother gibt. Alles funktioniert viel schneller und effizienter, als es sich der Schriftsteller einst ausmalen konnte, da Rechnerleistung und Speicherplatz nahezu unbegrenzt zur Verfügung stehen. "'1984' ist längst ein Historienroman", sagt Datenschützer "Padeluun", der seinen echten Namen lieber nicht verrät und dessen Netzwerk mit der kryptischen Abkürzung "Foebud" jedes Jahr die schamlosesten Datensammler mit dem Big Brother Award auszeichnet.

80 Prozent aller Daten hat die Wirtschaft gespeichert, nur 20 Prozent der Staat. Nach Expertenschätzung ist jeder Bürger über 18 Jahre im Schnitt in 52 kommerziellen Datenbanken erfasst. Ganz legal.

Digitaler Menschenhandel

Der Frankfurter Datenschutzexperte Spiros Simitis sagt: "Es gibt im privaten Bereich fast kein einziges Datum mehr, das nicht verarbeitet wird." Rund 1300 Adressbroker dürften in Deutschland arbeiten und mithilfe dieser Fakten den digitalen Menschenhandel zur Blüte treiben.

Bislang war diese ökonomische Marktmacht unter Politikern eher ein Thema für Hinterbänkler. Erst seit jüngst mehrere Fälle von illegalem Datenhandel aufgetaucht sind, zeigen sich Berliner Spitzenkräfte empört. Künftig dürfen persönliche Daten nur noch nach ausdrücklicher Zustimmung weitergegeben werden.

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 36/2008

Wie schütze ich meine Daten? Jeder Mensch hinterlässt heute eine Datenspur. Man kann es als Verbraucher nicht verhindern, dass Adresse, Altersangabe oder Kontonummer bekannt werden. Selbst bei größter Vorsicht kann man nicht ganz vermeiden, dass sie von Datenhändlern weitergegeben werden. Aber man kann es ihnen möglichst schwer machen, dies legal zu tun:
• Lesen Sie auch das Kleingedruckte von Kaufverträgen oder Preisausschreiben, und verweigern Sie die Zustimmung zur weiteren Datennutzung. Im Notfall streichen Sie entsprechende Passagen.
• Prüfen Sie im Internet genau, welche Felder in Online-Formularen bereits angekreuzt sind, und deaktivieren Sie diese gegebenenfalls.
• Stellen Sie Ihren Internetbrowser so ein, dass er sogenannte Cookies nur nach Bestätigung akzeptiert.
• Lassen Sie sich in die Robinson-Liste des Direktmarketingverbandes DDV aufnehmen. Dort kann sich eintragen lassen, wer keine adressierten Werbebriefe erhalten möchte. Ihr Einsatz in Deutschland ist für Unternehmen allerdings nur freiwillig. Antragsformular unter Tel.: 07156/951010.
• Sie haben ein gesetzliches Auskunftsrecht bei Unternehmen, die offenbar Daten von Ihnen gespeichert haben. Prüfen Sie, was gespeichert ist, und untersagen Sie die weitere Nutzung.
• Erhalten Sie unerwünschte Werbeanrufe, geben Sie keine Daten von sich preis, sondern untersagen Sie die weitere Nutzung der Nummer. Unerwünschte Telefonwerbung ist illegal.
• Kennen Sie den Urheber der Anrufe, etwa einen Gewinnspielanbieter, dann dokumentieren Sie den Fall, und schicken Sie eine schriftliche, eidesstattliche Aussage an die nächste Verbraucherzentrale. Die Verbraucherzentralen werden häufig mit Abmahnungen und Sammelklagen tätig.
• Sollten Sie Briefe erhalten, in denen zu Unrecht behauptet wird, Sie hätten eine Einzugsgenehmigung für Ihr Konto gegeben, dann widerrufen Sie diese sofort schriftlich. Überprüfen Sie Ihre Kontoauszüge regelmäßig.
• Wurde unerlaubt Geld von Ihrem Konto abgebucht, gehen Sie innerhalb von sechs Wochen zu Ihrer Bank, und widersprechen Sie der Buchung. Dann erhalten Sie das Geld zurück.

Weitere Infos unter www.stern.de/daten Hier finden Sie Musterbriefe samt den Kontaktdaten der wichtigsten Adresshändler mit der Aufforderung, die gespeicherten Daten offenzulegen und sie nicht mehr zu nutzen. Außerdem: vorgefertigte Dokumente, um illegale Telefonwerbung zu dokumentieren, sowie Musterabmahnungen an Gewinnspielbetreiber zum Herunterladen.

 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
K4m1 (09.09.2008, 13:33 Uhr)
Übers Ziel hinaus / in die flasche Richtung
Ich finde es schon erschreckend, welche Daten alles so über einen im Umlauf sind.
Auf der anderen Seite finde ich auch erschreckend, was gerade in der Presse für ein Humbug erzählt wird. Da wird über Jahre von der Regierung eine Datensammelei nach der anderen beschlossen, aber der große Aufschrei bleibt aus. Da wird überall vor der Preisgabe von Daten für Payback-Systeme und Gewinnspiele gewarnt, aber ein Umdenken findet nicht statt. Dann kommt ein Kerl daher, der offensichtlich keine Ahnung davon hatte, was er damit für eien Geld machen könnte, und verkauft für ein Appel und ´n Ei geklaute Kontodaten, und das gezeter ist groß. (Man vergleiche die Preise die hier im Artikel für normale Adressen genannt worden sind mit dem, was der Verbrechen bekommen hat...)
Aber das Gezeter geht nicht um die Sicherheit der geklauten und verkauften Kontodaten. Die Presse stürzt sich fleißig auf die angebliche Sammelwut der legalen Adresshändler, die mit Daten Arbeiten, die man selber freiwillig in die Welt gestreut hat. Ironisch an der ganzen Sache finde ich, dass auch Verlage wie der Stern bei den bösen Adressehändlern kaufen, und ausgerechnet Stasi-Schäuble hier so lautstark seinen Senf dazu gibt. Es muss wohl bald wieder irgendwo Wahlkampf sein...
Sicher, man weiß nicht mehr was über einen an Informationen kursiert. Aber schauen wir uns mal das Beispiel an:
"Ute F. ist über 60 Jahre alt. Sie wohnt im feinen Hamburger Stadtteil Eppendorf, nahe der Außenalster, in einem schönen Gründerzeitaltbau, gehobene Wohnlage. Sie ist wohlhabend und interessiert sich für Haushalt, Garten, Reisen. Und sie nimmt ab und zu an einem Gewinnspiel teil." Die Hälfte der Informationen bekomme ich auch, wenn ich an ihrer Haustür vorbei gehe. Selbst das Alter ihr Vermögen und die Tatsache, dass sie Witwe sein könnte lässt sich aus ihrem Vornamen und Wohnort abschätzen. Und welche alleinstehende ältere Dame nimmt nicht einmal an einem Gewinnspiel Teil, sicher aus einer Haushalts- Garten oder Reisezeitschrift, bei dem sie ihre Daten bereitwillig für Werbezwecke hinterlassen und deren Weitergabe sie zugestimmt hat.
„Ich habe kein Internet, hole kein Geld aus dem Automaten, zahle alles in bar. Völlig unerklärlich, wie ich da reingeraten bin.“ Hier sieht man, wie beiläufig mittlerweile Informationen preisgegeben werden, ohne sich nachher noch daran zu erinnern.
Darauf will ich aber hier gar nicht direkt hinaus. Interessant finde ich an dieser Stelle gerade die Art der Berichterstattung. Die Telefonnummer wird hier als besonderes Schmankerl für 12 Cent erwähnt, um mit einer Anspielung auf unerlaubte Telefonwerbung bange zu machen. Mal kurz angemerkt: Die Weitergabe der Telefonnummer und deren Nutzung beim Kauf von Werbeträchtigen Adressen ist nur erlaubt, weil die liebe Ute dass irgendwo einmal freigegeben hat. Nicht, dass die nicht für 0 Cent auch aus der bösen Datensammlung Telefonbuch zu haben gewesen wäre. Und das mit der Isenstraße... "Die Chance, dass unter ihnen eine große Zahl einsamer Witwen ist, die besonders häufig Opfer von Einbrechern oder Betrügern werden, ist hoch." Also bitte. Dass der Stern derartige Effekthascherei nötig hat? Dazu brauche ich keine Adressen kaufen, sondern nur einmal durch die Isenstraße zu gehen. „Auch, was sie gekauft habe? Das konnte oder wollte der Mitarbeiter im Kundencenter nicht verraten.“ Wie leicht doch Spekulation im richtigen Umfeld aus einem konnte ein wollte macht…
Aber es gibt ein Entrinnen. Einfach nachfragen, woher die Daten stammen und auf deren Löschung oder besser Sperrung bestehen. Das geht auch beim Payback. Seriöse Datenhändler machen das. Aber das ist genau das Problem, dass hier legal und illegal einfach durcheinander geschmissen werden. Gewürzt mit ein klein wenig Effekthascherei, und schon ist die Einschaltquote gerettet.
Ich finde es auch nicht toll, wenn Informationen über mich überall kursieren. Aber darum passe ich auch auf, und sorge dafür, dass dies nicht der Fall ist.
Aber kommen wir zum Punkt. Ein großes Lob, dass die Strafen für den Missbrauch von personenbezogenen Daten verschärft werden. Wird auch langsam Zeit, dass das passiert.
Zu den anderen Gesetzesvorstößen: Das mag sicher die Sammelwut der Adressehändler ein wenig dämpfen, aber 80% ihrer Daten sind sowieso rein statistischer Natur, und so lange die Menschen ihre Daten weiter so freiwillig Preis geben, hilft das eh nicht. Und zum konkreten Fall. Die Kontodaten, die da gehandelt worden sind, das hat überhaupt nichts mit Adresshandel zu tun. Keines der Gesetze die da gemacht werden sollen hat irgendetwas damit zu tun. Das war illegal, das ist illegal, und das bleibt illegal. Kein Adresshändler hat irgendwelche Kontodaten von irgendwem, oder würde diese weiter geben. Da wird im Moment über die Einschränkung des Birnenhandels geredet, und der bereits verbotene Verkauf der Äpfel aus dem Paradies wird dabei überhaupt nicht mehr beachtet.
Hier wird meiner Meinung nach in eine sicher nicht vollkommen falsche Richtung gegangen, aber das konkrete Ziel wird verfehlt.
Hier noch einige Fakten und Denkanstöße:
Für jeden Eintrag und jede Anfrage bei der Schufa gibt man sein explizites Einverständnis, solange die Daten nicht aus sowieso von öffentlichen Stellen bezogen werden können (Privatinsolvenzen und Co.)
Leute, wie Mitarbeiter in einem T-Shop oder sonst wo müssen mit Kontodaten arbeiten können, sonst funktioniert das mit dem bezahlen nicht.
Die 80-90% der Firmen mit angeblich illegalen Datenauswertungen. Wenn diese Zahl so richtig und bekannt ist, warum unterbindet das bereits illegale Treiben niemand?
Das Argument, Gelegenheit macht Diebe hat bei der Vorratsdatenspeicherung auch niemanden interessiert.
0814schnuff (07.09.2008, 20:29 Uhr)
Was tun?
Es wird immer schwerer sich gegen diese Machenschaften zu wehren. In jedem Supermarkt wird man bei jeden Kauf mit diesen bescheuerten Karten genervt. Mehrmals die Woche rufen diese Kriminellen an um irgenwas zu verticken. Das Finanzamt kommt mit der ultimativen Steuernummer und die geile Wirtschaft ist schaft darauf sich dranzuhängen. Diese ganze Sch.... geht täglich weiter und ein Ende ist nicht abzusehen.
Aber was ist die Alternative?
Meine Haltung ich mach es denen nicht leicht. Keine Payback und sonstiger Müll, Formulare werden grundsätzlich falsch oder gar nicht ausgefüllt. Anrufer abgewürgt oder per Verbraucherberatung abgemahnt.
Supermärkte genervt.
Reklamesendungen konsequent mit dem Stempel versehen Annahme verweigert und in den nächsten Briefkasten eingeworfen. Die Post muss das ganze Rücksenden, was sie meistens nicht macht, aber sie muss den Müll entsorgen.
Wenn dann noch die Wahlcomputer kommen wird nicht mehr gewählt, wenn die Parteien reklame verteilen reichlich mitgenommen und in den nächsten Mülleimer geworfen. Da gibt es einiges an Möglichkeiten sich als kleiner Mann zu rächen. Also los Nachahmen und damit wenigsten ein wenig Sand in das Getriebe.
Rostlaube (07.09.2008, 17:58 Uhr)
Datenhandel durch die Komune
Es geht noch besser, und die wenigsten wissen es, wir haben es selbst erlebt bei der Kommunalwahl in Schleswig-Holstein:
Die Komune hat die kompletten Daten der wahlberechtigten Bürger an Parteien weitergeben. Und so hatten in unserer Komune die ab 16-jährigen Erstwähler an sie persönlich gerichtete Parteienwerbung im Briefkasten.
Bei der Partei nachgefragt: das ist ganz legal. Jede - wirklich jede Partei erhält von der Komune diese Daten (mit Geburtsdatum, Wohnanschrift) Und wie mir der Vorsitzende der Partei, die diese Daten erhalten hat, erklärte, konnte er auch selektieren, wie viele wahlberechtigte Familienangehörige es in einer Familie gibt etc.
Und das ist wirklich legal. Hat mir der Wahlleiter der SH-Komunalwahl schriftlich bestätigt.
Ach übrigens: die Daten von der Komune gibt es kostenlos!!
Schöne neue Datenwelt!!
Gruß
Rostlaube
Blacky007 (07.09.2008, 17:49 Uhr)
@zeugsmacher
Netter Gedanke - aber leider völlig von der SPur:). Den Namen haben ja die Eltern dem Kind gegeben und hierbei haben sie sich eines "Fundus" bedient, der Jahrhunderte alt ist - somit kann der Namensträger NIE Urheber sein - es sei denn Sie nennen sich um und geben sich einen frei erfundenen Namen- dann würde dies aber nicht unter den Urheberschutz sondern unter Markenschutz fallen. Strassennamen und Kalendertage sind überhaupt nicht zu schützen.
zeugsmacher (07.09.2008, 16:53 Uhr)
Was wäre wenn...
...man auf seine Daten das Urheberrecht anwenden könnte... oder ähnliches, und dann eine Beteiligung am Verkauf verlangt.
Gibt´s hier vielleicht jemanden, der sich damit auskennt?
Wenn die Aussage stimmt:
"Laut Bundesdatenschutzgesetz sind Name, Adresse, Geburtsjahr und Beruf sowie ein weiteres Kriterium frei handelbar - solange Kunden dem nicht explizit widersprechen."
...wäre es doch vielleicht machbar. Und wenn wir alle mitmachen eventuell sogar durchführbar.
Blacky007 (07.09.2008, 14:13 Uhr)
@Eisenbaer
Ihr Zitat "Sie meiden daher Firmen, die Gewinnspiele anbieten da diese Gewinne auf die Warenpreise umgelegt werden" - - - ist wohl etwas sehr kurz gedacht. Demnach müssten Sie alle Produkte von Firmen meiden, die Werbung machen. Da dürfte dann nicht mehr viel bleiben, was Sie kaufen können. Eine Firma die nicht in Werbung investiert, wird wohl kaum am Markt stattfinden und sang und klanglos untergehen.
Die Kosten für die jeweiligen Preise eines Glückspiels haben an den Gesamtkosten eins Produktes den geringsten Anteil.
ElPrimo (07.09.2008, 14:08 Uhr)
Einfach nur lächerlich...
Es wäre ganz einfach...Datenhandel generell verbieten und fertig. Somit ist jegliche Weitergabe illegal und der Staat verdient richtig gut an den Strafen.
Und die Kontrolle hat man automatisch, denn sobald man Post oder Anrufe von Unternehmen bekommt, wo man nie die Zustimmung gegeben hat, weiss man automatisch dass das Unternehmen die illegal besorgt hat.
Tendina (07.09.2008, 13:16 Uhr)
Banken endlich in die Pflicht nehmen!
Das von deutschen Banken betriebene Verfahren der Abbuchungsgenehmigungen ist unerträglich und unterstützt kriminelle Handlungen! Man kann zum Beispiel während längerer Auslandsaufenthalte aber auch ganz banal bei einer längeren Krankheit nicht sein Konto kontrollieren. In Deutschland erteile man einem Unternehmen eine Abbuchungsgenehmigung in der Hoffnung, dass die Bank das überprüft. Zu Recht behaupten die Banken, dass sie dies bei der Masse der Abbuchungen nicht kontollieren können - solange dieses Verfahren beibehalten wird.
Dabei ist die Lösung sehr einfach und wird in der Schweiz praktiziert:
Die Abbuchungsgenehmigung mit der Höhe des Betrages für ein Unternehmen sende ich meiner Bank. Die Bank gibt nun dem abbuchenden Unternehmen einen Zugangscode um in Zukunft von meinem Konto abbuchen zu können. Über die Abbuchungen werde ich zusätzlich schriftlich informiert. Ein Missbrauch ist dadurch weitgehend ausgeschlossen.
Der Staat hat eine Fürsorgepflicht um den Bürger vor Datenmissbrauch zu schützen. Wann kommt unser Staat dieser Verpflichtung endlich nach?
Eisenbaer (07.09.2008, 12:58 Uhr)
@botoxia
Tja, und beantragen mal einen Kredit und bekommen keinen, da Sie kreditunwürdig sind.

Besser die mittlere Schiene fahren: Hobbies sind "Wandern und lesen" und den Urlaub verbringen Sie in anderer Leute "Naherholungsgebiet" mit vielen Spaziergängen in freier Natur. Sie leben in mittlerer Wohnlage in einem Mietshaus und sind sehr stolz auf Ihren Balkon mit den vielen Blumen. Ihr Auto ist von der Marke "Alt, aber bezahlt" und es wird noch einige Jahre genügen. Die stehen Preisausschreiben negativ gegenüber, weil Sie der Meinung sind, dass deren Gewinne auf die Warenpreise umgelegt werden. Sie meiden daher Firmen, die Gewinnspiele anbieten. Sehr hilfreich kann es außerdem sein, sich als "religiös" zu outen. Das ist eine unbekannte Größe für die meisten Werbestrategen, dennoch wissen die, dass man hier schnell ganz viel falsch machen kann... ;-))
steinhaus (07.09.2008, 12:45 Uhr)
Und darum ist es gut, wenn ich
den Browser von Google, Chrome, nicht benutze. Meine Daten sind zwar im Umlauf, aber es werden nicht mehr...
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