Das ist sehr unwahrscheinlich. Stahl hat immer ungefähr dasselbe Gewicht. Es darf nur Material verwendet werden, das zugelassen ist. Alle Materialien sind in der Regel geprüft und haben einen Prüfstempel. Um die Verwendung von minderwertigen Materialien zu verhindern, müssen dem Prüfingenieur Prüfzeugnisse zum Material vorgelegt werden. Weiterhin müssen die Firmen eine Eigenüberwachung nachweisen. Deshalb ist es sehr unwahrscheinlich, dass minderwertiges Material eingebaut wird.
Ja, das kann sogar passieren, wenn eine Krähe eine Nuss fallen lässt.
Erstens wird die statische Berechnung geprüft. Dann die Konstruktionszeichnungen. Im Stahlbau werden die Werkstattpläne des Stahlbauers geprüft. Und dann gibt es noch eine konstruktive Bauüberwachung. Dabei guckt man sich die einzelnen Bauteile auf der Baustelle an. Allerdings ist das in Berlin auf Stichproben beschränkt.
Ja. Und das wird im Gutachten über den vorliegenden Schadensfall auch gemacht werden. Und zwar sehr dezidiert.
Das geht nicht so schnell. Ich bin ja selber öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger und arbeite viel für Gerichte. Im Verfahren sind immer bestimmte Ladungsfristen und bestimmte Wege einzuhalten. Das lässt sich nicht abkürzen. Ein Gutachten kann man deshalb nicht in drei, vier Wochen erstellen. Das dauert einige Monate.
Im Regelfall wird zunächst mal eine Planung in einem Büro aufgestellt. Im Büro des Planenden wird dann noch mal gegengeprüft oder die Planung durchgesprochen. Deshalb tragen Konstruktionszeichnungen meistens zwei Unterschriften. Das wäre die erste Prüfungsstufe. Dann geht es zum Prüfingenieur für Baustatik. Der prüft nochmals und stempelt dann entsprechend zur Ausführung frei. Und dann haben sie bei großen Bauvorhaben oft noch eine Qualitätssicherung. Das heißt also sie hätten bei großen Bauvorhaben bis zu drei Prüfungsstufen.
Wir sind in Deutschland vorbildlich. Wir machen wesentlich mehr als unsere Nachbarländer. Ich wüsste gar nicht, wo es so ein gutes System der Prüfingenieure sonst noch in der Welt gibt. Wir haben sehr wenige Schadensfälle. In anderen Ländern passiert viel mehr. Aber kein System kann hundertprozentige Sicherheit liefern, immer nur eine sehr, sehr hohe Sicherheit. Es gibt einfach keinen Teilsicherheitsfaktor für menschlichen Irrtum.
Nein. Die Planung hatte ja einen erheblichen Vorlauf. Da ist nichts übereilt passiert.
Es kann sein, dass bei der Ausführung ab und zu Druck war und dass da in Tag- und Nachtschichten gearbeitet wurde.
Das ist sicher nicht auszuschließen.