Sinkende Temperaturen hatten in der Nacht eine Entspannung in mehreren Hochwassergebieten Thüringens, Sachsens und Sachsen-Anhalts gebracht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hob seine Unwetterwarnung für die drei Länder auf. Da die Elbepegel allerdings noch stiegen, blieb es mancherorts kritisch. In Dresden überschritt der Fluss am Vormittag die 6-Meter-Marke. Die Kommune richtete einen Krisenstab ein. Südlich von Magdeburg wurde am Morgen das Pretziener Wehr geöffnet. Dadurch soll ein Drittel des Elbehochwassers um die Städte Schönebeck und Magdeburg herum durch einen Kanal geleitet werden. In Thüringen wurden einige Polder geflutet, um die Unstrut zu entlasten.
Ein neues Jahrhunderthochwasser wurde in Wertheim erwartet. Der Höchststand werde am Montag mit vermutlich «um die 7 Meter» erreicht, sagte Sprecherin Angela Steffan. Beim letzten Jahrhunderthochwasser im Jahr 1920 war der Pegel auf 6,86 Meter gestiegen. Teile der historischen Altstadt, die am Zusammenfluss von Main und Tauber liegt, stünden teilweise zwei Meter unter Wasser.
Auch im Ausland macht Hochwasser den Menschen zu schaffen. In Tschechien war die Lage angespannt, aber «unter Kontrolle», wie Ministerpräsident Vladimir Spidla sagte. In Nordböhmen stieg die Richtung Dresden fließende Elbe stündlich um etwa vier Zentimeter. Am Morgen wurde in der Stadt Usti nad Labem (Aussig) ein Pegelstand von 6,73 Meter gemessen, berichtete der Rundfunk. Beim August-Hochwasser hatte der Pegel dort 11,90 Meter erreicht. Den Behörden bereitete die Situation in Südböhmen Probleme, wo die Moldau mehrere Orte überschwemmte. In Prag wurde die zweithöchste Warnstufe ausgerufen.