. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
9. Februar 2009, 16:55 Uhr

Ehrenwerte Gesellschaft an der Ostsee

Kritiker, die sich vor allem auf den Staatsschützer Ronald Buck beziehen, der auch Mitglied der Sonderkommission war, behaupten dagegen, die Fahnder seien kurz davor gewesen, die mafiösen Strukturen an der Ostsee aufzudecken. Bis jetzt behauptet Buck, der auch Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter in Mecklenburg-Vorpommern ist, man habe seinerzeit konkrete Hinweise auf Straftaten gehabt.

Tatsächlich scheint der Bericht einigen Sprengstoff zu bergen. Glaubt man den Angaben, so waren den Ermittlern die Namen und Verbindungen von italienischen und deutschen Personen detailliert bekannt, die offenbar Geldwäsche betrieben, unter anderem mit Immobilienkäufen und dem Betrieb von Gastronomie- und Baubetrieben. Firmen werden benannt, Adressen und Geschäftsumsätze aufgeführt, vieles wird mit Zitaten aus abgehörten Telefongesprächen untermauert.

Namen, Adressen, Geschäftsumsätze

Das Muster, nach dem die Verdächtigen agieren, ist zunächst sehr einfach. Die Ermittler stellen beispielsweise fest, dass ein Italiener nahezu mittellos aus seiner Heimat an die Ostseeküste kommt, als Koch arbeitet und bereits nach kurzer Zeit einen Millionenbetrag in den Kauf eines Hotels investiert. Ein anderer hat auf seinem Konto einen Fehlbetrag, erhält aber dennoch einen Kredit von einer Bank, um sich ein Restaurant zu kaufen. Ein dritter nimmt von einem Landsmann einen Kredit auf, kauft davon eine Immobilie, um sie unmittelbar danach ohne jeden Gewinn wieder zu verkaufen. Aus Sicht der Steuerfahnder, die dieses Treiben eine Zeitlang beobachten, kann es für diese Vorgehensweise nur eine Erklärung geben: Geldwäsche. Die Ermittler beginnen, die Telefone der Verdächtigen zu überwachen und hören unter anderem mit, wie die Italiener ganz ungeniert darüber berichten, dass sie "500.000 gefunden" hätten "ohne Zins", und dass sie vier Millionen DM Schwarzgeld bekommen haben, mit dem sie sich "organisieren" wollen. 1997 sind sich die Ermittler im LKA-Mecklenburg-Vorpommern sicher, dass sie es tatsächlich mit organisierter Kriminalität zu tun haben. Nur: Um die Geldwäsche beweisen zu können, brauchen die Beamten von den italienischen Kollegen Hilfe. Die müssen ihnen die Beweise liefern, dass all das Geld, das von der Gruppe an der Ostseeküste investiert wird, aus kriminellen Geschäften stammt.

Im Bericht heißt es dazu: "Im Mai 1997 wurde mitgeteilt, daß ein vernommener Kronzeuge Restaurants und Geschäfte benennen wird, die mittels inkriminierter Gelder in Deutschland erworben wurden. Weitere Einzelheiten werden aber erst dann mitgeteilt, wenn ein entsprechendes Rechtshilfeersuchen Deutschlands, Mecklenburg-Vorpommern, gestellt wurde." Ein solches Ersuchen sei aber nie gestellt worden. "Mecklenburg-Vorpommern ist kein weißer Fleck"Mecklenburg-Vorpommerns LKA-Chef Weitemeier erklärt dazu gegenüber stern.de: "Mecklenburg-Vorpommern ist kein weißer Fleck auf der 'Landkarte Mafia' und wie jedes andere Bundesland auch belastet." Allerdings gab und gebe es aktuell keine konkrete Beweislage gegen konkrete Personen. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen italienische Verdächtige wegen des Verdachts der Geldwäsche hätten 1997 zu keinen Ergebnissen geführt. Im Gegenteil: Im Gespräch mit einem italienischen Staatsanwalt sei klar geworden, dass es "in Italien Schwierigkeiten gibt, eine Vortat zur Geldwäsche nachzuweisen". Deshalb gebe es auch "gegenwärtig in Mecklenburg-Vorpommern keine personifizierten Ermittlungen mit dem Hintergrund Mafia".

Aus aktuellen Unterlagen, die stern.de vorliegen, geht hervor, dass ein Teil der Italiener, die im LKA-Bericht von 1998 zu den Verdächtigen gehörten, noch immer wirtschaftlich aktiv ist und seine Verbindungen in den vergangenen Jahren bis in andere Bundesländer hinein massiv ausgebaut hat.

Ronald Buck, der ehemalige Staatsschützer und Mafiaermittler im LKA Mecklenburg-Vorpommern, ist nach seiner öffentlich vorgetragenen Kritik im vergangenen Jahr innerhalb der Behörde versetzt worden. Seitdem kümmert sich der Finanzermittler um die Post und die Prävention im LKA. Zu den Aktivitäten der Mafia sagt er nichts mehr.

Von Manuela Pfohl
1 2
weiter  
 
 
KOMMENTARE (10 von 18)
 
Laramie (29.08.2009, 20:19 Uhr)
Die Mafia ist ein Wirtschaftsunternehmen
Wenn man nur reich genug ist braucht man in Deutschland das Gesetz nicht zu fürchten, man bekommt vielleicht sogar noch die Geburtstagsparty vom Steuerzahler finanziert. Das hat wohl inzwischen auch die Mafia erkannt.
Bernhardo (12.02.2009, 08:12 Uhr)
Korruption
Bayern-Filz und Mafia in Meck - oder Kokaingeld irgendwo. Das Universum dreht sich weiter und entsorgt die Bazis und Heiligen dieser Erde im Unendlichen. Du kommst nack und gehst nackt. Das letzte Hemd hat keine Taschen.
Bernhard Pallmann z.Zt. Mallorca
Nostradamus (10.02.2009, 19:46 Uhr)
@utospatz: Nichtwähler
Bei den letzten beiden Bundestagswahlen habe ich mich bewußt der Stimme, aus den von Dir genannten Gründen, enthalten.
Aus meiner Sicht sind die alle unwählbar obwohl ich, nähme ich das Gequatsche ernst, ernsthafte Schwierigkeiten hätte mich zwischen den verschiedenen Parteien zu entscheiden.
Ich habe es daher in jungen Jahen fertig gebracht auf kommunaler Ebene Die Grünen zu wählen, Landesebene die SPD und auf Bundesebene die CDU. Kann jetzt nicht genau erklären warum. Das ist zu lange her.
Will damit nur sagen, dass ich rein theoretisch durchaus mit unseren Parteien zufrieden sein müßte.
Nur eh ich denen glaube, glaube ich lieber einem der behauptet er hätte einen Heiligen gesehen. Ist mir im Traum auch schon passiert, obwohl ich mir noch nie Heiligenbilder angesehen habe.
utospatz (10.02.2009, 19:21 Uhr)
@nostradamus wie schön,
du hast allem Anschein nach vergessen, dass Du Idioten gewählt hast! Mit dießen musst du leben!
Hast Du gewählt? Im deutschen Bundestag ist die breite des Sessels
seiner Hirnmasse und dem Gewicht seines Hinterns angemessen.(du hast ihn gewählt)
Denn Alle die Du und andere haben gewählt, sind laut Wahlergebnis aufgefordert mit dem worauf sie sitzen zu denken!
Nostradamus (10.02.2009, 19:03 Uhr)
Deutschland ist ein Paradies
Der Staat kümmert sich am liebsten darum seine eigenen Bürger zu drangsalieren und kuscht vor den wirklich Kriminellen.
Es ist doch offensichtlich wozu z.B. El Kaida und 9/11 misbraucht wurde: Um Deutsche besser zu überwachen. Uns spioniert man aus, wir brauchen einen elektronischen Paß, unsere Computer späht man aus. Und was bitte haben wir mit 9/11 zu tun? Nix!
Unsere Politiker und Beamte sind richtige Duckmäuser. Die trauen sich die zu treten, die sich nicht wehren können und die, bei denen nur die geringste Wahrscheinlichkeit auf Widerstand besteht, die lassen sie laufen.
Bekannte Beispiele: Besetzung der A2 durch die PKK um 1989. Warum wurde nicht geräumt? Weil man angst vor Rache hatte!
Gewalttat der Hells Angels. Um 1992 urteilten Richter mit der Begründung "milde", weil man angst vor der Rache der "Hells Angels" hatte.
Auf der anderen Seite versucht der Staat mit finanziellen Mitteln aus der NPD einen Popanz zu bauen, damit man das Recht bekommt ein paar Naive zu belauschen, was den eigenen Arbeitsplatz auf Steuerzahlers Kosten sichert.
Nehmen wir den Bankenskandal. Da wurden so viele Straftaten und Unterlassungstaten begangen, dass man den gesamten Bundestag und ein Großteil der Banker bis zum jüngsten Gericht einsperren könnte. Wer macht es? Niemand?
Mir fällt noch einer ein: Das Durchwinken der EU Verfassung durch den deutschen Bundestag: Alle Bezeligten müßten eigentlich wegen Verfassungshochverrates angeklagt werden, da sie ganz offensichtlich das Ziel verfolgen die deutsche Verfassung abzuschaffen?
Steuermittel werden veruuntreut.
Eine CDU Regierung zweckentfremdete entgegen den Buchstaben des Gesetzes die Rentenkassen für die Wiedervereinigung. Was stört es einen großen Geist? (Zitat Karlson vom Dach)
Ein Bundeskanzler beruft sich auf sein Wort, um die Aufklärung von Verstößen wider die Verfassung zu vertuschen und Steuerhinterzieher zu decken.
Wen regt es auf? Niemand!
Stattdessen werden die beleidigt, diffamiert, überwacht und terrorisiert, die berechtigt darauf hinweisen, das da offenbar ein massiver Systemfehler vorliegt und dass das Ganze scheinbar alles andere als im Interesse des Deutschen Volkes zu sein scheint!
Der kleine Polizist ist da machtlos.
Dem gibt man schöne Feindbilder: Autofahrer, Alkohl trinkende Jugendliche, Schulschwänzer oder Kampfhunde. Lapalien. Sicher Ärgernisse aber die wirklichen Ärgernisse, die sitzen ganz wo anders!
Ihr (die kleinen und mittleren Beamten) werdet auch so beschissen bezahlt, weil man unsere und eure Kohle einfach sinnlos verballert!
Hat sich eigentlich schonmal einer die Frage gestellt wie z.B. Drogenhandel funktioniert? Es ist nicht wirklich billig Drogen im großen Stil herzustellen, für manche braucht man große Labore, durch die Welt zu transportieren! Schon der Hamburger Innensenator, Richter Gnadenlos Schill, wußte oder ahnte da genaueres: Bitte nicht in der Schickeria Durchsuchungen betreiben.
Mafia? Der deutsche Bürger hat nicht nur das Problem mit der italienischen Mafia konfrontiert zu sein. Da sind die Albaner, die Russen und ein wesentlicher Teil der deutschen High Society. Und alle wollen sich nicht in die Quere kommen.
Dem kleinen Bürger ziehen sie z.B. im Straßenverkehr die Daumenschrauben immer weiter an. Das Druckmittel "Führerscheinentzug" und insbesondere die letzten rechtlichen Änderungen (Entzug ist nun Sache des Sachbearbeiters im Ordnungsamt, der entziehen kann, wenn er das meint und einen rechtlichen Anspruch den Schein zurück zu bekommen gibt es nicht), die zeigen, dass wir in einer Willkürgesellschaft leben, und damit Existenzvernichtung über den Entzug des Führerscheines betrieben werden kann, ist ein probates Mittel, um die deutschen weiterhin duckmäusern zu lassen.
Der Punkt ist nur, dass man einen Fluß stauen kann aber wenn sich kleine Risse in der Mauer bilden und das Wasser zu fliessen beginnt, dann ist es nur eine Frage der Zeit wann der Damm bricht.
utospatz (10.02.2009, 18:56 Uhr)
Dies ist doch nicht nur
in Mecklenburg-Vorpommern so.
Die ganze Republik ist doch marode.
Versorger-Mafia, Pharma-Mafia, Pflegemafia, Immobilienmafia, Politmafia!
Ist doch demokratisch alles normal!
Was Wunder, dass noch irgendwann irgend ein Arschloch bei der letzten sogenannten demokratischen Wahl dabei gewesen war!
MICROGOD (10.02.2009, 15:44 Uhr)
Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus
Der Fisch stinkt vom Kopfe her. Die BRD ist bis in die höchsten Kreise korrupt.
GordonBleu (10.02.2009, 09:24 Uhr)
und schäuble?
stellt lieber 80 millionen deutsche unter generalverdacht, terroristen zu sein.
chrgue (10.02.2009, 08:30 Uhr)
Ich ärgere mich...
...wenn ich diesen Mist bei den Kommentaren lese. Menschen, die "Krimminalität" und "eigendlich" schreiben, aber andererseits wissen, dass jedes Restaurant Schutzgebühren zahlen muss, sind Halbwisser, die sich bei ihren Kommentaren doch bitte zurückhalten sollten.
winfriedhals (10.02.2009, 02:31 Uhr)
gelder suchen Anwälte
Ist ja wieder klar, Häuser, Restaurants etc. wurden gekauft und verkauft, obwohl es doch krimminelles Geld war. Nicht die Rede war, wie immer, von dem fehlenden Glied der Ereigniskette. Eine Freundin von mir hat in einer kleineren Stadt in Meck Pomm als Jurastudentin in der Staatsanwaltschaft ihr Praktikum absolviert und erfuhr wie man Probleme löst. Die erfolgreichsten und am besten verdienenden Anwälte der Stadt kamen aus Hamburg. Genau wie die Staatsanwälte und einige Richter und Notare, die sich alle aus der Studienzeit kannten oder in dieser Stadt kennen gelernt haben. Hat man ein Problem geht man zum Anwalt. Dieser geht nun mit dem Staatsanwalt und Richter(geht auch ohne) Golf spielen und essen (steuerlich absetzbar). Dann geht alles seinen besten Weg. Wege sind so sehr kurz, ebenfalls wenn man den "besten" Notar der Stadt kennt um etwaige Grundstücke, Restaurants, ganze Hotels etc umzuschreiben und zu verkaufen. Über 60% aller Altbauten und lukrativen Häuserchen gehören nun Hamburger Eigentümern. Nichts gegen Hamburg, so ist das nicht gemeint;ist auch wurscht wer da sitzt. Fakt ist, dass diese Wege immer die gleichen sind und Zwischenkäufer(zwecks aggregatzustandsveränderung des geldes)aus Italien oder überall her dabei durchaus erwünscht sind, da es dann etwas billiger und schneller geht, da erstmal saniert wird und die Bude warm bleibt. Komischerweise wird im Artikel überhaupt nicht über Notare, Anwälte etc. geschrieben. Ebenso wenig darüber, dass viele Landespolitiker nebenberuflich verhältnissmäßig oft als Anwalt tätig sind. Jeder weiss es auch, ist ja auch legal. Ist wie das Bankgeheimniss in Lichtenstein oder der Schweiz. Da regt sich auch niemand auf, dass dort Geld anonym gelagert werden kann. Irgenwo muss es dann aber auch anonym ausgegeben werden können.
MEHR ZUM ARTIKEL
Cosa Nostra "Die Mafia macht nicht am Brenner halt"

Trotz der Morde in einer Duisburger Pizzeria erscheint die Mafia vielen Deutschen als fernes Phänomen. Das ist ein fataler Irrtum, sagt Petra Reski, die ausführlich dazu recherchiert hat. Im Interview mit stern.de warnt sie nicht nur vor einer Romantisierung von Cosa Nostra, 'Ndrangheta und Camorra in Filmen, sondern auch vor dem Einfluss der Mafia in Deutschland. mehr...

Roberto Saviano Allein gegen die Mafia

Seit der Veröffentlichung seines Reportageromans "Gomorrha" über die Machenschaften der Camorra steht Roberto Saviano auf deren Todesliste. Im Kino läuft nun die Verfilmung seines Bestsellers, an der er als Drehbuchautor mitwirkte. Ein konspiratives Treffen in Neapel. mehr...

Germany's Most Wanted Das Blutbad des Pizzabäckers

Organisierte Kriminalität ist auch ein deutsches Problem - das bewies spätestens Giovanni Strangio mit dem Blutbad in Duisburg. In der vierten Folge der Serie "Germany's most wanted" porträtiert stern.de einen Pizzabäcker, der die Angst vor der Mafia nach Deutschland brachte. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe