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25. März 2009, 15:36 Uhr

Rätsel um "Phantom" gelöst?

Im Februar dieses Jahres nämlich war, wieder einmal, eine neue DNA-Spur der UWP aufgetaucht. Der 39. Fund. Diesmal in Mannheim, wo einige Monate zuvor ein 29-Jähriger in einem Mehrfamilienhaus einen 36-jährigen Russlanddeutschen niedergestochen hatte. Die Spur fand sich an der Wohnungstür des Täters, am äußeren Türspion.

Als der Chef des baden-württembergischen LKAs, Klaus Hiller, bei einer Pressekonferenz am 11. Februar von stern.de befragt wird, ob es neben dem Mannheimer Fund weitere neue DNA-Spuren des "Phantoms" gebe, schüttelt er energisch den Kopf: "Im Moment nicht - wir betreiben doch keine Salamitaktik." Die Leiter der federführenden Staatsanwaltschaft und Kripo Heilbronn sowie der Landespolizeipräsident saßen schweigend daneben.

16.000 Überstunden umsonst?

Aber zu diesem Zeitpunkt waren baden-württembergische "Phantom"-Ermittler von ihren saarländischen Kollegen längst über die weitere DNA-Spur der Frau informiert worden. Und ahnten da vermutlich schon, dass der Fund nicht länger verschwiegen werden durfte. Am 18. März wurde dann die Öffentlichkeit informiert. Und offenbar auch eine interne Untersuchung veranlasst, ob an der "minimalen Möglichkeit" der Kontamination von Utensilien zur Spurensicherung womöglich doch was dran sein könnte. Vor einigen Tagen sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts in Stuttgart zu stern.de, dass die Herkunft und Beschaffenheit der Gerätschaften, die Kriminaltechniker bei der Spurensicherung verwenden, nun genauer untersucht würden: "Wir müssen alles in Betracht ziehen."

Die Soko "Parkplatz" wurde Mitte Februar umstrukturiert; zur Entlastung der Beamten, die insgesamt 16.000 Überstunden gemacht haben, so heißt es offiziell. Nun leitete das Landeskriminalamt in Stuttgart die Ermittlungen. Auch weitere neue Spuren hielten sie geheim. Wie die, die Kriminaltechniker vor einigen Monaten in der Nähe von Mannheim gefunden hatten, als sie ein Fahrzeug untersuchten. An Verbindungskabeln von Navigationsgeräten konnten sie die DNA des "Phantoms" sichern, wie stern.de aus Ermittlerkreisen erfuhr.

Millionenteure Untersuchung

Mit jeder neuen Spur wuchs die Verwirrung, und mit der Verwirrung der Druck auf die Ermittler. Seit Monaten wurden Kriminaltechniker zu jedem Gartenhäuschen gerufen, in das eingebrochen worden war. Mehrere Millionen Euro haben die Untersuchungen schon gekostet. In den Sonderkommissionen rätselten Beamte über mögliche Fehler, über Fakten, die übersehen oder womöglich falsch eingeschätzt wurden.

Im Fall des Polizistenmords von Heilbronn mehrten sich zum Beispiel die Hinweise, dass er im Auftrag einer osteuropäischen Bande verübt worden sein könnte. Die zwei Mörder schossen zeitgleich und nahmen nicht nur die Dienstwaffe und Handschellen mit, sondern auch den Einsatzgurt von Martin A., wie stern.de erfuhr. Martin A. war damals zusammen mit der ermordeten Polizistin auf Streife. Er überlebte den Überfall, kann sich aber nicht daran erinnern.

Kriminalisten rätseln nun, ob dieser Gurt ein Symbol sein könnte, eine Trophäe. Der Mord als Mutprobe, um in eine Gruppe aufgenommen zu werden? Eine so genannte Initiationstat, wie Experten sagen? Osteuropäische und russische Mafia-Organisationen kennen diese Rituale. Und für die ist Heilbronn schon lange kein weißer Fleck mehr, das weiß die Polizei.

In diese Richtung ermittelt wurde jedoch nie - bis jetzt.

Malte Arnsperger, Gerald Drissner, Werner Mathes, Rainer Nübel, Kerstin Schneider, Hans Peter Schütz

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KOMMENTARE (10 von 42)
 
aeternitas (26.03.2009, 20:02 Uhr)
@jojo
Ach, niest du nicht dauernd in deine sterilen Produkte? Hältst du auch schon seit 10 Jahren alle Reinigungsgegenstände von deiner Maschine fern?
Mich wundert an der ganzen Sache nur: Warum hat nur eine einzige Person keine Handschuhe an? Und wieso fasst diese eine Frau 1000e Stäbchen an? Oder hat sie in die Maschine reingeschneuzt??? Reingehustet? Oder werden in letzter Zeit auffallend viele Tatortspuren von Frauen hinterlassen? Oder sind alle anderen Stäbchensterilisierer Männer???
jo--jo (26.03.2009, 13:48 Uhr)
(ver)medialisiert
Also, wer diese amüsante Story von den durch eine Person... und das seit ungefähr 20 Jahren verunreinigten Wattestäbchen wirklich glaubt, dem ist in unserer (ver)medialisierten Welt wirklich nicht zu helfen.
balldurian (26.03.2009, 12:29 Uhr)
?@botoxia
Wenn aber gefundene gene unzweifelhaft weiblich sind, und seis nur drum weil eine tätermutter einst ihr kind streichelte - was dann ?
botoxia (26.03.2009, 10:55 Uhr)
Die verübten Taten
sprechen eindeutig eine männliche Sprache!
Helmers (26.03.2009, 10:36 Uhr)
Wo sind die Verantwortlichen?
Für die sinnlosen Arbeitsschritte und Fahndungsmaßnahmen tragen die Koordinatore beim LKA Stuttgart und beim BKA die Veranwort neben der Firma der Prüfstäbchen. Regress ist angesagt, neben dienstrechtlicher Aufsichtsprüfung.
Profitexter (26.03.2009, 09:22 Uhr)
peinlich für die Journalisten...
ehrlich: als ich das das erste Mal hörte (in diesem TV-Feature über das Phantom damals), habe ich mir schon gesagt, dass da etwas nicht stimmen kann, dass da so etwas dahinter stecken muss. Peinlich ist vor allem, dass das in den Medien so richtig unkritisch nachgeplappert und abgeschrieben wurde. Spricht nicht für das Niveau des Journalismus generell!
HombreUno (26.03.2009, 09:00 Uhr)
@chrgue,
Sie sprechen die "miese" Besoldung der Polizisten an:
Noch heute Morgen wurde im TV gezeigt wie Polizeioberkommisare und PHK (A11 + A12) an der Straße stehen und z.B. Gurtmuffel anhalten. Mich würde interessieren was Sie für eine "gerechte" Bezahlung halten, wenn bereits einfache Straßenpolizist so hoch eingestuft sind wie Jet-Piloten bei der Bundeswehr?
guinness.1 (26.03.2009, 08:48 Uhr)
Und wieder wurde hier beim Billigsten Lieferanten eingekauft....
... und ich stelle mir gerade vor, daß kleine chinesische Frauen im Schweisse ihres Angesichts die Watte von Hand auf die Stäbchen drehen, und dabei weibliche DNA hinterlassen...
.
Möglich wär´s, schließlich kommt fast alles inzwischen aus dem Billigland China, wo Arbeitskraft noch fast nichts kostet (mit unseren Maßstäben gemessen).
Countryjoe (26.03.2009, 08:32 Uhr)
CSI
Die Phantomerschaffer hätten sich mal lieber CSI anschauen sollen. Dann wäre diese superpeinliche Panne vllt. nicht passiert.
Zwickau (26.03.2009, 08:06 Uhr)
Wattestäbchen
Ein guter Wattestäbchenverkäufer, der es geschafft hat durch eine Rabattschlacht den Sparzwang der Polizeibehörde zu nutzen. Das Lager vielleicht über Jahre voll mit Wattestäbchen oder Dauerauftrag. Man wird halt in Zukunft immer eine B – Probe machen. Eine zweite Wattestäbchenfabrik entsteht, ein zweiter Wattestäbchenverkäufer hat auch einen neuen Arbeitsplatz. Ein Transporteur muss jetzt zweimal hinfahren. Der Mitarbeiter für Sicherheit, der den produktiven Hygienestand in der Wattestäbchenfabrik überwacht wird man Anlernen, was zu kontrollieren ist, damit auch zweimal hingeschaut/ kontrolliert wird. Die Justiz verlangt die o.g. Zweitprobe –und so kann aus Eins, Zwei werden.
Der Polizei sollte man in der Vorschriftenflut keine Schuld geben.
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