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18. Februar 2009, 11:40 Uhr

Mit GPS zum Bombenanschlag

Kritiker in bestimmten Internet-Foren behaupten, Anschläge dieser Art seien unmöglich. Es gäbe dagegen wirksame Abwehrmaßnahmen.

Herkömmliche Methoden, die in kritischen Umgebungen wie zum Beispiel in einer Ölraffinerie verwendet werden, basieren auf GSM-Scannern. (Anm.d. Red.: Global System for Mobile Communication wurde in Europa entwickelt und ist weitweit das am meisten genutzte Mobilfunksystem) Dabei wird Alarm geschlagen, sobald ein Mobiltelefon in der Umgebung einer Anlage entdeckt wird. Im Fall der GPS-Bombe kann die GSM-Einheit deaktiviert werden und ist somit für die GSM-Scanner nicht detektierbar. Die Herausforderung ist nicht so trivial wie es manchem scheint, da insbesondere der Aufbau von Störsendern direkten Einfluss auf die reguläre Zivilnutzung hat und somit ein Einsatz zum Beispiel an Flughäfen sehr gefährlich ist.

Sind das Spinner oder potenzielle Terroristen, die solche Anschlagsideen im Netz debattieren?

Radikal-islamistische Zeichnungen ohne Sprechblasen, auf denen fertige Sprengstoffgürtel von kindlichen Körpern getragen werden und die mit Links zu Bombenbauanleitungen verknüpft wurden, zeigen auf, welche unverantwortbaren Folgen durch frei zugängliche Sprengstoff- und Bombenbauanleitungen im Internet entstehen. Im Fall der GPS-Bombe bestehen bereits Foreneinträge, von denen abzuleiten ist, dass die Technologie bereits per Internet in Krisengebiete gelangt ist. Somit kann auch ein unmittelbarer Terroranschlag mit einer oder mehreren GPS-Bomben nicht ausgeschossen werden.

Was sagen die staatlichen Behörden zu Ihrer Warnung?

Vor meinem Vortrag auf dem diesjährigen Europäischen Polizeikongress hat sich Gilles der Kerchove, oberster Terrorismus-Koordinator bei der Europäischen Union, ausführlich über unsere Erkenntnisse und Einschätzung informiert. In meinem Vortrag habe ich die Gefahr anschließend kurz vorgestellt, da bereits eine ausreichende Anzahl von abstrakten Terrorwarnungen existieren. Ich halte es für dringend erforderlich, dass die breite Öffentlichkeit über neue Terrorgefahren informiert wird, da ansonsten die Maßnahmen zur Verbesserung der Inneren Sicherheit nicht nachvollzogen werden können. In der anschließenden Diskussionsrunde unter anderem mit August Hanning, Staatssekretär des Inneren, einem Repräsentanten von Interpol bei der Europäischen Union und dem Executive Director bei Europol, informierte Gilles der Kerchove, dass der elektronische Nachrichtenaustausch und die gemeinsame Nutzung von Daten im Argen liegt und es häufig so abläuft, dass man von einem Attentat oder Anschlagsversuch erst durch die Medien erfährt und dann einen Kollegen in dem betreffenden Land anrufen muss, um sich zu informieren.

Was müsste getan werden? Als erstes müssen die bisherigen Verbreitungen der GPS-Bomben-Technologie und der beteiligten Personen im In- und Ausland vollständig aufgeklärt werden. Zeitgleich müssen bestehende Foren und diesbezügliche Download-Quellen aus dem Internet genommen werden. Die rechtliche Grundlage hierzu wird derzeit geprüft, da in Deutschland das Einstellen von Sprengstoff- und Bombenbauanleitungen noch immer nicht explizit verboten ist. Das Bundesjustizministerium ist seit nunmehr fünf Jahren nicht im Stande, eine eindeutige Gesetzeslage zur Strafbarkeit von Veröffentlichungen und zum Bezug von Sprengstoff- und Bombenbauanleitungen einzubringen. Insbesondere dem Bundeskriminalamt ist durch diese Fehlentwicklung die Handlungsfähigkeit in der Verfolgung der Sprengstoff- und Bombenbauanleitungen im Internet genommen. Wird Ihre Warnung unmittelbar Logistikabläufe verändern? Die Warnung sicherlich nicht, der erste Anschlag mit einer GPS-Bombe in Europa wird jedoch ganz sicher zu Veränderungen in der Logistik führen. Ich gehe davon aus, dass im Anschluss eine Paketannahme ohne die Vorlage eines Personalausweises nicht mehr möglich sein wird. Weiter werden neuartige Schutzmechanismen besonders gefährdete Objekte und den Paketverkehr im Inland überwachen.

Von Manuela Pfohl
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KOMMENTARE (10 von 13)
 
Administrator (18.02.2009, 18:31 Uhr)
Liebe User
Wir haben uns entschlossen, die Diskussion an dieser Stelle zu beenden und möchten uns für Ihre Beiträge bedanken.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
tobix (18.02.2009, 17:08 Uhr)
Reflexe
Kaum steht in einem Artikel "Terror" oder "Terrorist", dann kommen hier reflexartig Verschwörungstheoretiker aus ihren Löchern.
.
Anhand der Kommentare kann man ja kaum erkennen, auf welchen Artikel sie sich beziehen!
Klaus_P (18.02.2009, 17:02 Uhr)
Der einzigste Terror in Deutschland
kommt von Rolli-Wolli und den blöden "Terror" verbreitenden Medien. Das was hier in Deutschland an Gesetzen durchgeprügelt wird ist Terror gegen das eigene Volk und die Medien schauen nicht nur zu sondern helfen auch noch mit. Armes Deutschland...
tarpan8 (18.02.2009, 17:01 Uhr)
Fürchterlich
Oh mein Gott, die Angst vor diesen verrückten Terroristen ist ja nicht zum aushalten. Die können sogar mit GPS Bomben zünden ? Ich hoffe unser Innenminister liest hier mit und unternimmt etwas dagegen. Da müssen sofort Spezilisten ran um uns alle vor solchen Umenschen zu schützen.
Bitte, bitte, um mich sicher zu fühlen, sofort neue und bessere Überwachungswerkzeuge einsetzen.
Oder alle Pakete sicherheitshalber einmal öffnen und nachgucken, wir haben ja nichts zu verbergen.
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Für wie blöd hält uns der Stern ?
Atrocity (18.02.2009, 16:25 Uhr)
Wow, ich hoffe der Stern bekommt genug Geld für die Werbung
Weild as ist es, Werbung bzw Lobby arbeit von einem Spinner der seine Filter verkaufen will und mit Zensur geld machen will.
Jeder Informatikstudent kann einen "GPS-Zünder" bauen, das ist trivial. Und jeder Chemie Student eine Bombe, das ist genauso trivial.
Und das man Informationen nicht unterdrücken kann weiß doch spätestens seit wikileaks.org auch jeder.
bR4iNST0RM (18.02.2009, 15:24 Uhr)
Arbeitgruppe Bombenbau
Diese Leute machen es den Terroristen sehr einfach! Wozu selbst sich den Kopf zermartern, wie man Bomben noch perverser machen kann, wenn die sogenannten „Experten“ für einen die Arbeit erledigen. Ganz großes Tennis!
Wir Pauschal-Terroristen hier in Deutschland können uns aber getrost zurück lehnen. Wir haben eine absolut unfehlbare Waffe gegen den Terror: Schäuble.
leobissinger (18.02.2009, 15:12 Uhr)
hätte man das messer, ...
..., das auto, den kompass, die panzern, den platiksprengstoff, das dynamit, die schere, das licht nicht erfunden,
gäbe es keine bösen menschen:
Das ist der kurzschluss den der autor zieht.
Wahrscheinlich sollte sein beitrag am faschingsdienstag erscheinen.
gormiti (18.02.2009, 15:05 Uhr)
GPS ist schuld?
Wegen Annäherungsalarm meines WanderGPS muß ich Angst haben?
In den 70er war man auch verdächtig wenn man eine besondere Art von Wecker kaufte. Was geht noch? Man kann auch einfach seine Bombe anrufen. Oder ein Lichtsensor, Zeitzünder.
Bombenbau geht auch ohne Internet. Die Pläne kursieren auch ganz wo anders. Ich glaube nicht, daß eine Terrorzelle mal hier so im Internet surft um eine Bombe zu bauen, da gibt es schon sicherere Kanäle.
Aber wozu Bomben, ein Flugzeug entführen reicht, wie wir alle gesehen haben.
NeuerMensch (18.02.2009, 14:48 Uhr)
Gott, ist das dämlich
Wer soll diesen Unfug glauben?
Innenphilister (18.02.2009, 14:33 Uhr)
Weingarten und PAN AMP AG, der deutsche "terrorist threat indicator"?
[Zensierte Version 2.0. Diesmal nur mit homöopathischen Dosen von Ironie - garantiert.]
Ausgerechnet Weingarten, der und dessen Unternehmen ZUFÄLLIG ihr Geld mit der Angst anderer Leute und dem darauf aufsetzenden Vertrieb von "Schutzmaßnahmen" machen, erklärt Deutschland die neuesten Gefahren. Und der Stern hilft tatkräftig und unkritisch dabei, ist ja schließlich ein "Experte"...
Für etwas mehr Hintergrund zu Weingarten und seiner Firma, s. z.B. hier:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24745/1.html
http://www.heise.de/newsticker/Angeblich-200-000-deutschsprachige-Bombenbauanleitungen-im-Netz--/meldung/82108
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24920/1.html
Da ist der Begriff "Terrorexperte" sicherlich gerechtfertigt - er sollte nur etwas anders gedeutet werden.
P.S. Reife Leistung, Stern, Eure Zensur hier ist wirklich auf Draht.
Schade, dass das nicht auch für die Recherche gilt. Mag ja sein, dass nach dem "Wilhelm"-Debakel die Wikipedia nur mehr zögernd verwendet wird. In diesem Fall hätte sich allerdings zumindest etwas über die Firma PAN AMP und deren Geschäftspraktiken/Angstszenarios gefunden, was einen kritischen Journalisten stutzig machen könnte, und hoffentlich zu einer etwas objektiveren Darstellung als der unkritischen Lobpreisung des Infokastens geführt hätte.
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