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7. September 2008, 11:25 Uhr

Verraten und verkauft

Doch nicht die Fälle von Datenklau und Betrug sind der Kern des Problems. Es ist erstaunlich, was legal alles möglich ist: Die Bundesbürger sind einer ständigen Rasterfahndung ausgesetzt, wie sie der legendäre BKA-Chef Horst Herold zu Zeiten der RAF in den 70er Jahren nicht besser hätte organisieren können. Nur dass diesmal nicht Terroristen gejagt werden, sondern Konsumenten.

Arvato Services vergibt Bonitätsnoten

Regelmäßig wird dabei auch die Zahlungsfähigkeit der Kunden bewertet. Die Bertelsmann-Tochter Arvato Services etwa, die pro Jahr für Versandhändler 67 Millionen Bonitätsprüfungen durchführt, aktualisiert ihre Adressen ständig mit den neuesten Schuldnerlisten der Amtsgerichte, wo zahlungsunfähige Personen mit Namen und Geburtsdatum aufgenommen sind. Auskunft über die Bonität liefert auch die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa). Das Privatunternehmen mit Sitz in Wiesbaden hat von 65 Millionen Personen 433 Millionen Informationen gesammelt, Stammdaten, Bankverbindungen, Kreditkarten, laufende Kredite, Zahlungsausfälle. Jede eingetragene Person wird mit einer Bonitätsnote bewertet, dem Score. Wie die Note zustande kommt? "Betriebsgeheimnis", heißt es bei der Schufa.

Ob Unternehmen die Gesetze zum Datenschutz auch einhalten, kann niemand mehr kontrollieren. Zu zahlreich sind die Großen Brüder, die über die Schulter blicken, zu mächtig ihre Computersysteme. Der Missbrauch liegt so nah.

Zuständig für die Überwachung der Unternehmen, die mit Daten handeln, wären in Deutschland die Datenschutzbehörden der Länder. Aber die sind notorisch unterbesetzt. In Hamburg nehmen gerade drei Mitarbeiter die Kontrolle wahr. "Das ist eine absolute Katastrophe", sagt der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Hartmut Lubomierski. Fragt man Mitarbeiter großer Datensammler nach Kontrollen, schütteln sie häufig den Kopf: "Die haben wir noch nicht erlebt." Und schlimmer: "80 bis 90 Prozent der Firmen werten im Internet Dinge aus, die nicht erlaubt sind", sagt ein zuständiger Manager eines Medienkonzerns. "Es ist wie beim Missachten der Geschwindigkeitsbegrenzung. Man tut es und riskiert eine Strafe."

Datensätze gegen Bares

Natürlich beteuern alle Datenhändler ihre Ehrlichkeit. Der Inhaber einer Düsseldorfer Marketingagentur, der für große Konzerne arbeitet und daher anonym bleiben möchte, lacht darüber nur: "Binnen weniger Stunden kann man selbst sensible Daten zupfen." Vor allem das mittlere Management und IT-Verantwortliche seien oft bereit, Datensätze gegen Bares herauszurücken: "Ein Klick mit der Maus - einfacher lassen sich doch keine Umsätze erzielen!" Regelmäßig werden in der Branche von windigen Händlern CDs mit Adressenlisten angeboten.

Gelegenheit macht Diebe - dieser Umstand sorgt die Datenschützer zunehmend. Denn je mehr die Wirtschaft nach persönlichen Profilen giert, desto leichter fallen auch die Tabus. "Der Geist ist aus der Flasche", sagt Edda Costello, Expertin der Verbraucherzentrale Hamburg. "Die illegale Weitergabe von Daten findet statt, weil es Auftraggeber gibt, die sie nutzen."

Gerade Konzerne tun sich mit der Kontrolle schwer: Allein bei der Deutschen Telekom haben in Callcentern und den rund 800 T-Shops bis zu 25.000 Mitarbeiter Zugang zu den Daten von gut 30 Millionen Festnetz- und 38 Millionen Mobilfunkkunden. Manche können nur allgemeine Dinge abfragen, andere die letzten Rechnungen samt Kontoverbindung. Erwin Recktenwald, Sicherheitschef bei der Telekom, sagt, es werde intern protokolliert und überwacht, wer aus dem Service wann auf welche Daten zugreife. Mitarbeiter in T-Shops könnten keine Kundendaten ausdrucken oder speichern. Außerdem verhindere eine Sperrfunktion, dass Mitarbeiter Daten gezielt zusammenstellen können - zum Beispiel die Verbindungsdaten eines Straßenzuges. Was allerdings auf dem Bildschirm an Informationen erscheint, reicht Betrügern in vielen Fällen aus.

Passworte und Usernamen sollte man variieren

Auch Online-Bezahldienste wie Click and Buy sind nach stern-Informationen in großem Ausmaß Opfer von Betrügern geworden. So wurden tausendfach Kundendaten verschiedener Zahldienste ausgespäht und die Kundenkonten für Käufe im Internet missbraucht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Click and Buy bestätigt dem stern, "einige Hundert" Zugangsdaten zu Kundenkonten seien ausgespäht worden. "Der Datenklau war möglich", sagt Verkaufschef Eberhard Dollinger, "weil die Betroffenen auf anderen Internetseiten dieselben Usernamen und Passwort-Kombinationen benutzen wie bei Bezahlsystemen. Dort wurden die Daten dann abgefischt." Mittlerweile seien die Schutzsysteme verschärft worden.

Auch auf altmodische Art floriert der Datenhandel: Vor drei Jahren tauchten im Adressmarkt stapelweise Postkarten auf - Antworten auf Gewinnspiele der Springer-Zeitschriften "Hörzu" und "Funkuhr" sowie weiterer Magazine. Ein Hamburger Adresshändler erinnert sich: "Die wurden in Bananenkartons angeliefert. Wir haben nach Gewicht bezahlt." Die Karten waren damals auf dunklen Wegen abhandengekommen, Springer schaltete die Staatsanwaltschaft ein. Insider berichten aber auch, dass mancher Verlag inzwischen fast so viel mit den Daten seiner Abonnenten umsetzt wie mit den Abos selbst. Besonders die Leser günstiger TV- und Frauenzeitschriften werden so ungewollt zu Zielobjekten für Direktwerbung.

Wie es bei windigen Geschäftemachern zugeht, hat Sven Granert erfahren. Er war 29 und arbeitslos, als ihn das Kölner Arbeitsamt an ein Callcenter im Stadtteil Niehl vermittelte. Seine neuen Chefs händigten ihm eine angeblich "schweineteure" Adressliste aus, die offenbar von einem Preisausschreiben stammte. Damit sollte Granert Abonnenten für Zeitschriften werben. Vor allem aber musste er Kontonummern herauslocken, "10 bis 15 am Tag, das war sauschwer". Was mit den Daten geschah, erfuhr Granert nie: Als er nach einem Wochenende wieder zur Arbeit kam, war das Callcenter leer geräumt. Lohn hat er bis heute nicht gesehen.

Verhöhnung und Demütigung alter Menschen

Immer häufiger melden sich bei den Verbraucherzentralen Menschen, von deren Konten illegal abgebucht wurde. Menschen wie die Rentnerin Herta H., die am Telefon nie eine Kontonummer herausgegeben hatte, wenn Werbeanrufe kamen. Eines Tages jedoch entdeckte ihre Tochter, dass 25 verschiedene Glücksspielgesellschaften regelmäßig Geld abbuchten: der Lotto Plus Service 29,95 Euro, Wincompact 97,80 Euro, die Firma G-Winnjagd 89,97 Euro. Die alte Dame hatte die Auszüge nicht kontrolliert, und so waren in knapp zwei Jahren 6264,81 Euro verschwunden. Da man unberechtigte Abbuchungen nur sechs Wochen lang rückgängig machen darf, konnte die Tochter lediglich noch rund 1000 Euro retten. "Das ist eine Verhöhnung und Demütigung alter Menschen", sagt sie.

Die Täter zielen nicht nur auf Betagte. Auch Studenten und Arbeitnehmer zählen zu den Opfern. Oder gar Spitzenpolitiker wie Wolfgang Bosbach, Fraktionsvize der Union im Bundestag. Vor gut fünf Monaten fiel Bosbach auf dem Kontoauszug ein krummer Betrag auf, 1451 Euro. "Ich habe sofort bei meiner Bank Widerspruch eingelegt und Anzeige erstattet." Das Geld bekam er zurück. Schon einmal, zwölf Jahre zuvor, nachdem er dem Rotary Club beigetreten war, war er ins Visier von Adresshändlern geraten: Schlagartig bekam Bosbach Post von Anlageberatern. Rotary-Club-Mitglieder gelten als vermögende Zielgruppe.

Wer wissen will, wo und wie seine Daten gespeichert sind, scheitert häufig - trotz gesetzlichen Anspruchs (siehe Kasten). Wie Katarina Rathert, die eine Happy-Digits-Kundenkarte von Karstadt besitzt. Verunsichert durch Meldungen über Datenklau wollte sie wissen, was das Kaufhaus über sie weiß. Adresse, Name und Geburtsdatum seien hinterlegt, erfuhr sie, und in welcher Abteilung sie für welchen Punktewert eingekauft habe. Auch, was sie gekauft habe? Das konnte oder wollte der Mitarbeiter im Kundencenter nicht verraten. Frau Rathert hätte die Auskunft auf dem Rechtsweg erzwingen können - aber wer traut sich den schon zu?

Marktbeobachter befürchten, dass die Datenlage noch undurchsichtiger wird. Denn die persönlichen Profile, die gehandelt werden, erfüllen die Ansprüche der Marketingabteilungen oft immer noch nicht.

Die Response erhöhen

In den Labors wird hart gearbeitet, um die sogenannte Response-Quote beim Direktmarketing zu verbessern. Wer den Rücklauf bei 100 Reklameschreiben von eins auf zwei erhöhen kann, ist der König. So versuchen sich Softwareentwickler an Gesichtserkennungsprogrammen, um die potenzielle Kundschaft noch besser in Internetcommunitys verfolgen zu können. Google hat begonnen, flächendeckend Straßenzüge deutscher Städte zu fotografieren und als Zusatzservice in Google Maps einzubinden. Derzeit fährt der Kamerawagen durch München. Und übermorgen ist es dann vielleicht möglich, dass der Verkäufer, bevor er anruft, auf seinem Schirm das Gesicht des Kunden sieht, das Haus, in dem er wohnt, und seine Vorlieben bis ins Detail kennt.

"Wir müssen umlernen", sagt Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes. "Wir müssen nicht nur mit Energie sparsam sein, sondern auch mit unseren Daten."

Bei Schober in Ditzingen ist diese Botschaft bereits angekommen. Unter dem Stichwort Datenschutz versichert der Adresshändler: "Wir nutzen Ihre Daten ausschließlich zur Abwicklung Ihrer Bestellung, bzw. den Geschäftskontakt mit Ihnen. Entsprechend geben wir keinerlei Daten an Dritte weiter. Ausnahmen sind lediglich im Rahmen gesetzlicher Ermittlungsverfahren, zur Erfüllung gerichtlicher Auflagen oder zur Verteidigung unserer Urheber- oder sonstiger Rechte möglich." Das bezieht sich allerdings nur auf die Daten der eigenen Kunden, die Adressen bei Schober kaufen. Nicht auf die der 50 Millionen Menschen in der Schober-Datei.

Sie werden weiter verraten und verkauft.

Mitarbeit: Claudia Bahnsen, Massimo Bognanni, Tilman Gerwien, Roman Heflik, Axel Hildebrand, Ingrid Lorbach, Joachim Reuter, Johannes Röhrig, Kirstin Ruge, Doris Schneyink, Sven Stillich

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 36/2008

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KOMMENTARE (10 von 10)
 
K4m1 (09.09.2008, 13:33 Uhr)
Übers Ziel hinaus / in die flasche Richtung
Ich finde es schon erschreckend, welche Daten alles so über einen im Umlauf sind.
Auf der anderen Seite finde ich auch erschreckend, was gerade in der Presse für ein Humbug erzählt wird. Da wird über Jahre von der Regierung eine Datensammelei nach der anderen beschlossen, aber der große Aufschrei bleibt aus. Da wird überall vor der Preisgabe von Daten für Payback-Systeme und Gewinnspiele gewarnt, aber ein Umdenken findet nicht statt. Dann kommt ein Kerl daher, der offensichtlich keine Ahnung davon hatte, was er damit für eien Geld machen könnte, und verkauft für ein Appel und ´n Ei geklaute Kontodaten, und das gezeter ist groß. (Man vergleiche die Preise die hier im Artikel für normale Adressen genannt worden sind mit dem, was der Verbrechen bekommen hat...)
Aber das Gezeter geht nicht um die Sicherheit der geklauten und verkauften Kontodaten. Die Presse stürzt sich fleißig auf die angebliche Sammelwut der legalen Adresshändler, die mit Daten Arbeiten, die man selber freiwillig in die Welt gestreut hat. Ironisch an der ganzen Sache finde ich, dass auch Verlage wie der Stern bei den bösen Adressehändlern kaufen, und ausgerechnet Stasi-Schäuble hier so lautstark seinen Senf dazu gibt. Es muss wohl bald wieder irgendwo Wahlkampf sein...
Sicher, man weiß nicht mehr was über einen an Informationen kursiert. Aber schauen wir uns mal das Beispiel an:
"Ute F. ist über 60 Jahre alt. Sie wohnt im feinen Hamburger Stadtteil Eppendorf, nahe der Außenalster, in einem schönen Gründerzeitaltbau, gehobene Wohnlage. Sie ist wohlhabend und interessiert sich für Haushalt, Garten, Reisen. Und sie nimmt ab und zu an einem Gewinnspiel teil." Die Hälfte der Informationen bekomme ich auch, wenn ich an ihrer Haustür vorbei gehe. Selbst das Alter ihr Vermögen und die Tatsache, dass sie Witwe sein könnte lässt sich aus ihrem Vornamen und Wohnort abschätzen. Und welche alleinstehende ältere Dame nimmt nicht einmal an einem Gewinnspiel Teil, sicher aus einer Haushalts- Garten oder Reisezeitschrift, bei dem sie ihre Daten bereitwillig für Werbezwecke hinterlassen und deren Weitergabe sie zugestimmt hat.
„Ich habe kein Internet, hole kein Geld aus dem Automaten, zahle alles in bar. Völlig unerklärlich, wie ich da reingeraten bin.“ Hier sieht man, wie beiläufig mittlerweile Informationen preisgegeben werden, ohne sich nachher noch daran zu erinnern.
Darauf will ich aber hier gar nicht direkt hinaus. Interessant finde ich an dieser Stelle gerade die Art der Berichterstattung. Die Telefonnummer wird hier als besonderes Schmankerl für 12 Cent erwähnt, um mit einer Anspielung auf unerlaubte Telefonwerbung bange zu machen. Mal kurz angemerkt: Die Weitergabe der Telefonnummer und deren Nutzung beim Kauf von Werbeträchtigen Adressen ist nur erlaubt, weil die liebe Ute dass irgendwo einmal freigegeben hat. Nicht, dass die nicht für 0 Cent auch aus der bösen Datensammlung Telefonbuch zu haben gewesen wäre. Und das mit der Isenstraße... "Die Chance, dass unter ihnen eine große Zahl einsamer Witwen ist, die besonders häufig Opfer von Einbrechern oder Betrügern werden, ist hoch." Also bitte. Dass der Stern derartige Effekthascherei nötig hat? Dazu brauche ich keine Adressen kaufen, sondern nur einmal durch die Isenstraße zu gehen. „Auch, was sie gekauft habe? Das konnte oder wollte der Mitarbeiter im Kundencenter nicht verraten.“ Wie leicht doch Spekulation im richtigen Umfeld aus einem konnte ein wollte macht…
Aber es gibt ein Entrinnen. Einfach nachfragen, woher die Daten stammen und auf deren Löschung oder besser Sperrung bestehen. Das geht auch beim Payback. Seriöse Datenhändler machen das. Aber das ist genau das Problem, dass hier legal und illegal einfach durcheinander geschmissen werden. Gewürzt mit ein klein wenig Effekthascherei, und schon ist die Einschaltquote gerettet.
Ich finde es auch nicht toll, wenn Informationen über mich überall kursieren. Aber darum passe ich auch auf, und sorge dafür, dass dies nicht der Fall ist.
Aber kommen wir zum Punkt. Ein großes Lob, dass die Strafen für den Missbrauch von personenbezogenen Daten verschärft werden. Wird auch langsam Zeit, dass das passiert.
Zu den anderen Gesetzesvorstößen: Das mag sicher die Sammelwut der Adressehändler ein wenig dämpfen, aber 80% ihrer Daten sind sowieso rein statistischer Natur, und so lange die Menschen ihre Daten weiter so freiwillig Preis geben, hilft das eh nicht. Und zum konkreten Fall. Die Kontodaten, die da gehandelt worden sind, das hat überhaupt nichts mit Adresshandel zu tun. Keines der Gesetze die da gemacht werden sollen hat irgendetwas damit zu tun. Das war illegal, das ist illegal, und das bleibt illegal. Kein Adresshändler hat irgendwelche Kontodaten von irgendwem, oder würde diese weiter geben. Da wird im Moment über die Einschränkung des Birnenhandels geredet, und der bereits verbotene Verkauf der Äpfel aus dem Paradies wird dabei überhaupt nicht mehr beachtet.
Hier wird meiner Meinung nach in eine sicher nicht vollkommen falsche Richtung gegangen, aber das konkrete Ziel wird verfehlt.
Hier noch einige Fakten und Denkanstöße:
Für jeden Eintrag und jede Anfrage bei der Schufa gibt man sein explizites Einverständnis, solange die Daten nicht aus sowieso von öffentlichen Stellen bezogen werden können (Privatinsolvenzen und Co.)
Leute, wie Mitarbeiter in einem T-Shop oder sonst wo müssen mit Kontodaten arbeiten können, sonst funktioniert das mit dem bezahlen nicht.
Die 80-90% der Firmen mit angeblich illegalen Datenauswertungen. Wenn diese Zahl so richtig und bekannt ist, warum unterbindet das bereits illegale Treiben niemand?
Das Argument, Gelegenheit macht Diebe hat bei der Vorratsdatenspeicherung auch niemanden interessiert.
0814schnuff (07.09.2008, 20:29 Uhr)
Was tun?
Es wird immer schwerer sich gegen diese Machenschaften zu wehren. In jedem Supermarkt wird man bei jeden Kauf mit diesen bescheuerten Karten genervt. Mehrmals die Woche rufen diese Kriminellen an um irgenwas zu verticken. Das Finanzamt kommt mit der ultimativen Steuernummer und die geile Wirtschaft ist schaft darauf sich dranzuhängen. Diese ganze Sch.... geht täglich weiter und ein Ende ist nicht abzusehen.
Aber was ist die Alternative?
Meine Haltung ich mach es denen nicht leicht. Keine Payback und sonstiger Müll, Formulare werden grundsätzlich falsch oder gar nicht ausgefüllt. Anrufer abgewürgt oder per Verbraucherberatung abgemahnt.
Supermärkte genervt.
Reklamesendungen konsequent mit dem Stempel versehen Annahme verweigert und in den nächsten Briefkasten eingeworfen. Die Post muss das ganze Rücksenden, was sie meistens nicht macht, aber sie muss den Müll entsorgen.
Wenn dann noch die Wahlcomputer kommen wird nicht mehr gewählt, wenn die Parteien reklame verteilen reichlich mitgenommen und in den nächsten Mülleimer geworfen. Da gibt es einiges an Möglichkeiten sich als kleiner Mann zu rächen. Also los Nachahmen und damit wenigsten ein wenig Sand in das Getriebe.
Rostlaube (07.09.2008, 17:58 Uhr)
Datenhandel durch die Komune
Es geht noch besser, und die wenigsten wissen es, wir haben es selbst erlebt bei der Kommunalwahl in Schleswig-Holstein:
Die Komune hat die kompletten Daten der wahlberechtigten Bürger an Parteien weitergeben. Und so hatten in unserer Komune die ab 16-jährigen Erstwähler an sie persönlich gerichtete Parteienwerbung im Briefkasten.
Bei der Partei nachgefragt: das ist ganz legal. Jede - wirklich jede Partei erhält von der Komune diese Daten (mit Geburtsdatum, Wohnanschrift) Und wie mir der Vorsitzende der Partei, die diese Daten erhalten hat, erklärte, konnte er auch selektieren, wie viele wahlberechtigte Familienangehörige es in einer Familie gibt etc.
Und das ist wirklich legal. Hat mir der Wahlleiter der SH-Komunalwahl schriftlich bestätigt.
Ach übrigens: die Daten von der Komune gibt es kostenlos!!
Schöne neue Datenwelt!!
Gruß
Rostlaube
Blacky007 (07.09.2008, 17:49 Uhr)
@zeugsmacher
Netter Gedanke - aber leider völlig von der SPur:). Den Namen haben ja die Eltern dem Kind gegeben und hierbei haben sie sich eines "Fundus" bedient, der Jahrhunderte alt ist - somit kann der Namensträger NIE Urheber sein - es sei denn Sie nennen sich um und geben sich einen frei erfundenen Namen- dann würde dies aber nicht unter den Urheberschutz sondern unter Markenschutz fallen. Strassennamen und Kalendertage sind überhaupt nicht zu schützen.
zeugsmacher (07.09.2008, 16:53 Uhr)
Was wäre wenn...
...man auf seine Daten das Urheberrecht anwenden könnte... oder ähnliches, und dann eine Beteiligung am Verkauf verlangt.
Gibt´s hier vielleicht jemanden, der sich damit auskennt?
Wenn die Aussage stimmt:
"Laut Bundesdatenschutzgesetz sind Name, Adresse, Geburtsjahr und Beruf sowie ein weiteres Kriterium frei handelbar - solange Kunden dem nicht explizit widersprechen."
...wäre es doch vielleicht machbar. Und wenn wir alle mitmachen eventuell sogar durchführbar.
Blacky007 (07.09.2008, 14:13 Uhr)
@Eisenbaer
Ihr Zitat "Sie meiden daher Firmen, die Gewinnspiele anbieten da diese Gewinne auf die Warenpreise umgelegt werden" - - - ist wohl etwas sehr kurz gedacht. Demnach müssten Sie alle Produkte von Firmen meiden, die Werbung machen. Da dürfte dann nicht mehr viel bleiben, was Sie kaufen können. Eine Firma die nicht in Werbung investiert, wird wohl kaum am Markt stattfinden und sang und klanglos untergehen.
Die Kosten für die jeweiligen Preise eines Glückspiels haben an den Gesamtkosten eins Produktes den geringsten Anteil.
ElPrimo (07.09.2008, 14:08 Uhr)
Einfach nur lächerlich...
Es wäre ganz einfach...Datenhandel generell verbieten und fertig. Somit ist jegliche Weitergabe illegal und der Staat verdient richtig gut an den Strafen.
Und die Kontrolle hat man automatisch, denn sobald man Post oder Anrufe von Unternehmen bekommt, wo man nie die Zustimmung gegeben hat, weiss man automatisch dass das Unternehmen die illegal besorgt hat.
Tendina (07.09.2008, 13:16 Uhr)
Banken endlich in die Pflicht nehmen!
Das von deutschen Banken betriebene Verfahren der Abbuchungsgenehmigungen ist unerträglich und unterstützt kriminelle Handlungen! Man kann zum Beispiel während längerer Auslandsaufenthalte aber auch ganz banal bei einer längeren Krankheit nicht sein Konto kontrollieren. In Deutschland erteile man einem Unternehmen eine Abbuchungsgenehmigung in der Hoffnung, dass die Bank das überprüft. Zu Recht behaupten die Banken, dass sie dies bei der Masse der Abbuchungen nicht kontollieren können - solange dieses Verfahren beibehalten wird.
Dabei ist die Lösung sehr einfach und wird in der Schweiz praktiziert:
Die Abbuchungsgenehmigung mit der Höhe des Betrages für ein Unternehmen sende ich meiner Bank. Die Bank gibt nun dem abbuchenden Unternehmen einen Zugangscode um in Zukunft von meinem Konto abbuchen zu können. Über die Abbuchungen werde ich zusätzlich schriftlich informiert. Ein Missbrauch ist dadurch weitgehend ausgeschlossen.
Der Staat hat eine Fürsorgepflicht um den Bürger vor Datenmissbrauch zu schützen. Wann kommt unser Staat dieser Verpflichtung endlich nach?
Eisenbaer (07.09.2008, 12:58 Uhr)
@botoxia
Tja, und beantragen mal einen Kredit und bekommen keinen, da Sie kreditunwürdig sind.

Besser die mittlere Schiene fahren: Hobbies sind "Wandern und lesen" und den Urlaub verbringen Sie in anderer Leute "Naherholungsgebiet" mit vielen Spaziergängen in freier Natur. Sie leben in mittlerer Wohnlage in einem Mietshaus und sind sehr stolz auf Ihren Balkon mit den vielen Blumen. Ihr Auto ist von der Marke "Alt, aber bezahlt" und es wird noch einige Jahre genügen. Die stehen Preisausschreiben negativ gegenüber, weil Sie der Meinung sind, dass deren Gewinne auf die Warenpreise umgelegt werden. Sie meiden daher Firmen, die Gewinnspiele anbieten. Sehr hilfreich kann es außerdem sein, sich als "religiös" zu outen. Das ist eine unbekannte Größe für die meisten Werbestrategen, dennoch wissen die, dass man hier schnell ganz viel falsch machen kann... ;-))
steinhaus (07.09.2008, 12:45 Uhr)
Und darum ist es gut, wenn ich
den Browser von Google, Chrome, nicht benutze. Meine Daten sind zwar im Umlauf, aber es werden nicht mehr...
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