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29. Oktober 2003, 15:39 Uhr

Unter Kinderschändern

Auf dem Monitor sehe ich ein kleines Mädchen mit langen braunen Haaren, fünf oder sechs Jahre alt, schätze ich. Zunächst in einer harmlosen Szene: Das Kind malt ein Bild mit Wachsfarben, an dem runden weißen Blechtisch draußen auf dem Balkon. Es lacht in die Videokamera und winkt. Seine Mutter hat das Kind Kurt W. anvertraut, erst stundenweise am Nachmittag, dann immer öfter auch übers Wochenende. Denn Kurt W. ist Erzieher. "Die ist also in guten Händen, hat die Mama gemeint."

Kurt W. lacht meckernd, während er auf den Bildschirm schaut. Da macht er sich gerade über das Mädchen her. "Ach ja, meine Natalie", seufzt Kurt W., "da war sie noch klein, hatte Heimweh gehabt, dann habe ich die Mutter angerufen, habe gefragt, was ich machen soll, sie weint. Dann sagte die Mutter zu ihr: Du dumme Kuh, du wolltest da schlafen, jetzt bleibst du auch da."

Kurt W. ist mehrfach vorbestraft. 1980 verurteilt zu 27 Monaten Haft wegen fortgesetzten sexuellen Missbrauchs von Kindern, dann zu fünf Jahren wegen Kindesmissbrauchs und Verbreitung pornografischer Schriften, zuletzt zu siebeneinhalb und noch einmal zu zwei Jahren. Inzwischen ist er wieder frei. "Staatliche Unterbrechungen" nennt man das in der Pädo-Szene. Aus seiner ersten "staatlichen Unterbrechung" war er mit der Auflage entlassen worden, "den Kontakt mit unter Vierzehnjährigen zu meiden".

Daran hat er sich natürlich nicht gehalten. Er hat weiter Kinder missbraucht, Kinder, die er in seiner Wohnung als Erzieher und Nachhilfelehrer betreute. Während ihn ahnungslose Eltern dafür auch noch bezahlten, nahm er auf, was er mit seinen "Schützlingen" anstellte, und verkaufte die Videos für viel Geld.

 
 
 
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