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22. April 2009, 08:00 Uhr

Aus dem Leben eines Terroristen

Terroristen, Deutschland, Sauerland, Muslime

Das Versteck: In einer Ferienwohnung in diesem Haus in Medebach wurden Schneider, Gelowicz und Yilmaz verhaftet© Bernd Thissen/DPA

Operation "Alberich"

Daniel Schneider ist längst ein Politikum. Ende Oktober 2006 hatte der US-Geheimdienst NSA Mails aus Pakistan abgefangen und den Bundesnachrichtendienst in Deutschland informiert. Die "Islamische Dschihad Union", eine Terrororganisation, die intensive Kontakte zu al-Qaida und 100 bis 200 Mitglieder habe, habe Verbindung zu einem Mann im Raum Stuttgart aufgenommen. Die Namen Muaz und Zafer würden genannt, es handele sich vermutlich um zwei Türken, die in einem Terrorcamp gewesen seien. In den deutschen Behörden hat man noch nie etwas von einer "Islamischen Dschihad Union" gehört, doch man hält die Nachricht für brisant. Bald verhandelt man auf höchster Ebene. Der damalige USPräsident George W. Bush telefoniert mit Angela Merkel, im gemeinsamen Terrorabwehrzentrum in Berlin wird der "operative Informationsaustausch" gepflegt: Deutsche und Amerikaner arbeiten vertraulich zusammen, als hätte es den Irak-Krieg, Guantánamo und CIA-Geheimgefängnisse nie gegeben. Die Operation trägt den Namen "Alberich", wie der Zwerg aus der Nibelungensage, der mit der Tarnkappe.

Am Silvesterabend 2006 werden Fritz Gelowicz, sein bester Freund Atilla Selek und ein Muslim aus Frankfurt beobachtet, wie sie auffallend langsam eine halbe Stunde lang die amerikanische Hutier-Kaserne und die "Pioneer Barracks" in Hanau umkreisen. Die Beamten sehen zwar keine Anzeichen für eine Anschlagsplanung, dennoch genehmigt ein Haftrichter die Hausdurchsuchung bei den Männern. Computer und Unterlagen werden aus dem Haus geschafft, und nach und nach offenbart sich den Ermittlern das Netzwerk der gläubigen Kämpfer in Deutschland.

Sie versuchen, die Namen aus der amerikanischen Nachricht zu entschlüsseln. Sie vermuten, dass mit "Muaz" Atilla Selek gemeint ist. Sie identifizieren "Zafer" als Zafer Sari, den jungen, schüchternen Türken aus Neunkirchen, und durchleuchten sein Umfeld.

So stoßen sie auf Daniel Schneider.

In der Pioneer-Kaserne von Hanau, dort, wo der militärische Nachrichtendienst der Amerikaner arbeitet, richten nun auch die Agenten der CIA ihre Büros ein. In den nächsten Wochen kommt Verstärkung aus dem CIA-Hauptquartier in Langley. Die deutschen Dienste und Behörden sind involviert, der BND, der MAD, mehrere Verfassungsschutzämter, das BKA, die Länderpolizeien. Auch der israelische Mossad und der russische FSB schicken Leute.

Daniel Schneider, der einst fröhliche HipHopper aus der Provinz, ist jetzt ein Staatsfeind.

"Sie beobachten mich halt jetzt", schreibt er am 11. März 2007 in einer E-Mail und speichert sie im Entwurfsordner seines E-Mail-Kontos, auf das auch Fritz Gelowicz Zugriff hat, der neue Freund aus dem Terrorcamp. Anders als beim üblichen Versenden von E-Mails entstehen keine Protokolldaten, und man kann später nicht herausfinden, wo sich der Absender aufgehalten hat. Um ins Internet zu kommen, nutzt Daniel Schneider die ungeschützte Funkverbindung seines Nachbarn. Beispiele "hoch konspirativer Kommunikation" werden das die Ankläger später nennen. Vielleicht gehört zur Tarnung auch, dass sich Daniel Schneider erkundigt, wie er sein Abitur nachmachen kann. Im August 2007 brütet er im Abendgymnasium Saarbrücken über deutscher Literatur.

Deutschlands meistgesuchter Terrorist

Daniel Schneider, Fritz Gelowicz und Adem Yilmaz stehen nun in ständigem Kontakt. Sie verabreden sich zu geheimen Treffen und schreiben E-Mails an Adressen, die "angi4148" oder "DerFrosch43" heißen. Wenn sie telefonieren, dann nur aus anonymen Telefonläden. Fritz Gelowicz besucht in kurzer Zeit 216-mal 68 verschiedene Call- Shops und hat 14 verschiedene E-Mail-Adressen. Untereinander haben sie eine Sprache entwickelt, die nur sie verstehen. Sie reden von "Frauen", wenn sie ihre Verfolger meinen, und vom "Heiraten", wenn sie über den Besuch im Terrorcamp sprechen. Sie schicken andere junge Männer nach Pakistan, mindestens sieben, auch sie sollen lernen, Bomben zu bauen. Sie planen nun das Attentat, wie es ihnen in Pakistan befohlen wurde. Sie machen sich Gedanken, wie groß die Zahl der Opfer sein sollte.

Wenn jeder, wenn jeder fünfzig tötet, Achi, paar verletzt, das sind hundertfünfzig tot und dann noch diese, und dann noch diese Flughafen-Sachen, das wär schon gut, Achi.
(abgehörte Dialoge)

Daniel Schneider wohnt nun nicht mehr beim Vater. Es war zu laut geworden, wenn er nachts betete. Er ist in den Saarbrücker Stadtteil Dudweiler gezogen, Petrusstraße 32, ein schäbiges Haus aus den 60er Jahren. Er zieht unters Dach, zusammen mit einem anderen deutschen Konvertiten, Eric Breininger, heute 21 Jahre alt. Auch er wird später in ein Terrorcamp reisen und auf Videos der "Islamischen Dschihad Union" zu sehen sein. Er wird dann sagen, dass Deutschland mit Anschlägen zu rechnen habe, solange deutsche Soldaten in Afghanistan stationiert seien. Heute ist Eric Breininger Deutschlands wohl meistgesuchter Terrorist.

Mehrere fromme Männer wohnen in dem Haus, auch ein Imam, es gibt eine kleine Moschee. Junge Männer treffen sich hier, zum Beten und Plaudern, manchmal sind auch Kinder da, und Eric Breininger erzählt dann die Geschichte vom Mond. Amerikanische Forscher hätten festgestellt, dass der Mond so aussehe, als bestünde er aus zwei Hälften. Über den Propheten Mohammed gebe es eine Geschichte, dass er den Mond gespalten habe. Die Amerikaner würden also bestätigen, erzählt Breininger, "dass sich die Geschichte so zugetragen hat". Nicht nur die Kinder sind beeindruckt von solchen Geschichten.

Es ist nun ein mächtiger Überwachungsapparat angelaufen, im Saarland, in Hessen und in Ulm. Und man bemüht sich kaum, ihn zu verheimlichen. Schwarze Limousinen mit Kölner Kennzeichen stehen im Böfinger Weg in Ulm, wo Fritz Gelowicz mit seiner Frau wohnt. Er liefert sich Verfolgungsjagden mit seinen Bewachern, und es gelingt ihm, den GPS-Sender des Verfassungsschutzes heimlich an ein anderes Auto zu kleben, das nun von seinen Bewachern bis nach München verfolgt wird. Sein Freund Atilla Selek legt sich auf die Haube eines Behördenwagens und klopft an die Scheibe, er wolle gern "den Chef sprechen". Erst Wochen später werden die Ermittler ihre Strategie ändern. Das LKA Stuttgart übernimmt die Observation, seitdem sind keine fremden Autos mehr zu sehen.

Fritz Gelowicz gibt stern-Reportern, die über islamistische Gefährder recherchieren, am 4. Juli 2007 ein Interview. Er beklagt die Observationen und fordert mehr Toleranz der Gesellschaft. "Ich verlange einfach nur, dass man mich in Ruhe leben lässt."

Welche Rolle haben die Geheimdienste gespielt?

Zwei Wochen später setzt er sich ins Auto und besorgt bei einem Chemikalienhändler in Hodenhagen bei Hannover drei Kanister Chemikalien, jeweils 65 Kilo schwer, 35-prozentiges Wasserstoffperoxid. Erhöht man die Konzentration, kann man mit Weizenmehl daraus Sprengstoff herstellen. Mit Adem Yilmaz versteckt er die Kanister in einer Garage im Schwarzwald. Dort stehen schon neun Kanister.

Aus Pakistan kommen Mails, "wann die Party nun steigt?", und dass "die Sache in fünfzehn Tagen" erledigt sein muss. Die drei Männer arbeiten fieberhaft.

Ihr Leben hat nun ein klares Ziel. Den Anschlag. Anfang August besucht Fritz Gelowicz eine Moschee in Mannheim, wo ihm ein Mann aus Somalia eine Tasche mit sechs Zündern überreicht. Drei Wochen später ist es eine Tüte mit Schuhen, in deren Sohlen 20 weitere Zünder versteckt sind. Mithilfe von Atilla Selek hatte sie ein 15-jähriger Deutsch- Tunesier aus Wolfsburg in Istanbul besorgt. Dort hatte er einen Mann getroffen, den die anderen nur "den Chef " nennen. Er ist den deutschen Ermittlern lange bekannt.

Es ist Mevlüt K., ein 28-jähriger Türke aus Ludwigshafen, der schon vor Jahren mit hochrangigen Al-Qaida-Leuten zusammengearbeitet hat. In Deutschland wird er seit einigen Jahren gesucht, in mehreren Verfahren wird gegen ihn ermittelt, die Behörden im Libanon fahnden nach ihm mit internationalem Haftbefehl. Mevlüt K. aber lebt unbehelligt in Istanbul. Es kann mit seiner Tätigkeit zu tun haben. Er ist vom türkischen Geheimdienst MIT angeworben worden und arbeitet auch als Kontaktmann für die CIA. Offenbar auch zu der Zeit, als er für die Terroristen in Deutschland die Zünder beschafft. Später wird man feststellen, dass mehr als 20 Zünder gar nicht funktioniert hätten.

Es wird eine der entscheidenden Fragen im anstehenden Prozess sein: Welche Rolle haben die Geheimdienste gespielt? Wie sehr haben sie die "Islamische Dschihad Union" und ihre deutschen Helfer unterwandert? Waren sie nur Beobachter oder auch Akteure?

Die Ermittler in Deutschland haben mittlerweile die Autos verwanzt, mit denen Daniel Schneider, Fritz Gelowicz und Adem Yilmaz unterwegs sind. Am 2. September 2007 brechen sie zu einer gemieteten Ferienwohnung im Hochsauerland auf. Ein schlichtes Haus in Oberschledorn bei Medebach, mit direktem Zugang zur Garage, das war ihnen wichtig. Im Kofferraum ihres Nissan-Note einer der Kanister, dessen Inhalt die Polizei gegen eine harmlose Flüssigkeit ausgetauscht hat. Sie wähnen sich vor dem Ziel. Sie haben ihren Triumph vor Augen. Die Euphorie, die sich im Wagen entfaltet, gleicht einem Drogenrausch.

Die Deutschen kriegen einen auf die Fresse. - Und, und Flughafen. Egal, Flughafen. - Wenn wir das machen, dann kotzen sich die Deutschen noch mehr an, Achi. - Dann geht's ab, Achi! Die Welt wird brennen. Wenn wir es am 11. kriegen, genau um diese Uhrzeit, Achi, die flippen, die flippen doppelt so. - Wir führen einen Krieg, wo du nicht verlieren kannst, Achi. Verstehscht, was ich mein?
(abgehörte Dialoge)

Die GSG 9 greift am 4. September um 14.29 Uhr ein. Die Beamten überraschen Fritz Gelowicz und Adem Yilmaz, als sie die chemische Flüssigkeit erhitzen, um eine höhere Konzentration von Wasserstoffperoxid zu erreichen. In der Küche stehen drei Edelstahltöpfe und 14 Pakete Weizenmehl.

9000 Euro investiert, um Helden für Allah zu werden

Daniel Schneider ist in diesem Moment im Bad und flieht durchs Fenster. Er wird von Polizisten eines Mobilen Einsatzkommandos niedergerungen, kann einem von ihnen die Waffe entreißen und richtet sie auf den Polizisten, der seinen Arm gerade noch wegdrücken kann. Die Kugel landet am Straßenrand.

Um 15.18 Uhr meldet der Einsatzleiter, dass der Zugriff beendet sei.

Seit eineinhalb Jahren sitzen sie nun in Isolationshaft. In der Öffentlichkeit sind sie die "Sauerland-Zelle". Sie haben 9000 Euro investiert, um Helden für Allah zu werden.

Sie haben tatsächlich die Gesellschaft verändert, allerdings nicht so, wie sie sich das vorgestellt hatten. Ihr Fall hat manches beschleunigt, die Online-Durchsuchung etwa, die nun erlaubt ist. Die erweiterten Kompetenzen des Bundeskriminalamts, die nun Gesetz sind. Die Einführung eines neuen Paragrafen, wonach allein der Besuch eines sogenannten Terrorcamps schon strafbar ist, steht bevor.

Ideen aber, wie man den Radikalisierungsprozess junger Männer beeinflussen kann, gibt es kaum. Es fehlt hierzulande an gesellschaftlichen Initiativen, wie man sie aus dem Bereich des Rechtsextremismus kennt. Es gibt keine Aussteigerprogramme für Islamisten, keine Beratungsstelle für Eltern, keine Initiativen muslimischer Gemeinden gegen Fundamentalisten. Den Kampf gegen die Radikalisierung junger Muslime bestreiten allein Geheimdienste und Polizei.

Daniel Schneider ist in der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt untergebracht. Er hat sich einen Koran bestellt und betet fünfmal am Tag. Der psychiatrische Gutachter sagt, Daniel Schneider sei voll schuldfähig. Er hält ihn für überdurchschnittlich begabt.

Mitarbeit: Gerald Drissner, Gerd Elendt, Özlem Gezer, Rainer Nübel

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 16/2009

Von Martin Knobbe
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KOMMENTARE (10 von 43)
 
kralli19 (23.04.2009, 12:20 Uhr)
Danke floyd77
Danke floyd77 für ihre Kommentare. Aber wie sie sicher schon gemerkt haben, wollen einige wie vege, Annemone oder Dieter37 gar nicht diskutieren oder ihren Horizont erweitern, sondern lediglich ihre Vorurteile pflegen und Feindbilder pflegen, nachdem sie ja ein neues anscheinend dringend brauchten zum Ende des kalten Krieges.
Ich schau auch schon, in welchem Land ich dann Asyl bekommen würde, sollten mal tatsächlich solche Idioten an die Macht kommen in Deutschland...unmöglich ist für mich mittlerweile nichts mehr.
mutti1 (22.04.2009, 19:50 Uhr)
gehirnwäsche
niemand kann irgend etwas verbieten, was man glaubt, selbst wenn ich getauft bin u.die katholische herrschaften in ihren goldnen käfigen ablehne, so glaub ich immer mehr an jesus und ich bete immer öfter, das endlich ÜBERALL friede wird.
unglaeubiger (22.04.2009, 16:08 Uhr)
welche gefahr?
deutschland war noch eine lücke im weltweiten überwachungsnetz.
wie es den deutschen klar machen das es gut für sie ist, überwacht zu werden?
man nehme:
alle dienste dieser welt unter leitung der CIA und BND.
einige vollpfosten als terroristen, immer und überall überwacht.
zünder und chemikalien weden zu harmlosen atrappen gemacht, natürlich geliefert von doppelagenten.
jeder dorfdepp kann die schwarzen limousinen erkennen.(wir haben gute arbeit geleistet.)
dann die große festnahme und alle sind begeistert das sie in zukunft der totalen überwachung unterliegen.
was für ein glück das wir den islam haben!
nightmare_online (22.04.2009, 15:38 Uhr)
@AnakinDouglas
Es gibt Islamisten. Und die sind gefährlich, das ist nicht zu bestreiten. Nur das Geschwurbel hier über den Islam zeugt davon, das mancher der hier postet schlicht ein geistiger Tiefflieger ist oder in der rechtsextremen Ecke steht.
Denn das die Rechten sich - nachdem die Sache mit den Juden als Feindbild nicht mehr so gut ankommt - die Muslime als neues Feindbild auserkoren haben (siehe Pro Köln & Co.), dürfte doch inzwischen wohl Allgemeingut sein.
Was die Kerls der Sauerland-Zelle angeht, da haben, wie hier im Stern zu lesen war, offensichtlich unsere Freunde von jenseits des Atlantiks ihre Finger im Spiel gahabt.
http://www.stern.de/politik/deutschland/:Sauerland-Attent%E4ter-Der-CIA-Mann-Ludwigshafen/638514.html
nese (22.04.2009, 15:34 Uhr)
An die 'heilige' Anemone
'...Meine persönliche Meinung: Verbot des Islam einschließlich aller Konseqenzen....'
.
Sollte man das Christentum auch verbieten, wenn irgendwelche christliche Spinner durchdrehen? Anemone, Ihre braune Sosse widert mich an!
AnakinDouglas (22.04.2009, 13:26 Uhr)
@nightmare_online

Die brauchen auch nicht zu tausenden rumlaufen und irgend etwas in die Luft zu sprengen.
Ein Irrer reicht schon. Hätte der Kofferbomber oder die Sauerlandzelle "Erfolg" gehabt, hätte so ein Anschlag schon für ein 2. Madrid hier in Deutschland gereicht.
Gott sei Dank konnten diese Pläne verhindert werden.
In Pakistan laufen auch nicht tausende Irre rum. Trotzdem schafft es da fast täglich einer dieser Irren irgendwelche Unschuldige in die Luft zu jagen. Oder wie war es in Indien vor wenigen Monaten? Da hat eine kleine Gruppe für ein Blutbad gesorgt.
floyd77 (22.04.2009, 12:34 Uhr)
@Malt
Ich höre auf zu schreiben (wird langsam Zeit), aber ich möchte Ihren schönen Kommentar nicht unbeantwortet lassen. Sie schreiben:"...denn wenn man nicht aus dieser 'Wir entschuldigen uns erst wenn ihr euch für dieses und jenes entschuldigt' Spirale herauskommt, dann wird dieses Problem nie ein Ende nehmen": Auch hier gebe ich Ihnen 100% recht, daher scheue ich mich persönlich nicht jede böse Tat von Muslimen -soweit bewiesen- zu verurteilen, und ich stehe auf der Seite der Unterdrückten und Beschädigten, egal welche Nation, Religion oder Rasse sie gehören. Das schreibt mir meine Religion wie auch mein menschliches Gewissen vor. Wie ich sehe, ist das bei Ihnen genauso. Das Problem ist wohl die Masse, die sich immer als Unschuldige sieht und ihre schlechten Taten nicht einsehen möchte. Das sehe ich genauso hier wie in muslimischen Ländern, bis auf eine kleine Menschenmenge. Damit auf nationaler Ebene alles aufgeklärt wird bzw. jeder seine Schuld erkennt und wiedergutmacht, braucht man allerdings auf beiden Seiten starke Partner und selbstbewusste Volksvertreter, die von ihren Völkern unterstützt werden. Das ist leider bei muslimischen Ländern bei weitem nicht der Fall; und bis es Regierungen geben würde, die von ihren Völkern bewusst und ohne Druck gewählt werden und die nationale Interessen ohne Druck von außen wahren können, wird aus der islamischen Welt nichts derartiges kommen. Daher soll der Westen diesen Prozess unterstützen, anstatt ihn zu verzögern. Doch der Westen sieht seine eigene Interessen und wünscht sich am Liebsten schwache und Ja-sagende Partner als starke Partner. Doch ein Frieden kann nur mit starken Partnern geschehen. So was sollte der Westen (und Israel sowieso) akzeptieren und zulassen. Außerdem hat der Westen in den letzten Dekaden die Weltpolitik zum größten Teil selber bestimmt, somit ist es an den starken Nationen den ersten Schritt zu machen, denn eine Entschuldigung der schwachen und armen Nationen wird von Alleine nicht kommen. Das ist schon aus politischem Kalkül nicht möglich und nicht sinnvoll.
endbenutzer (22.04.2009, 12:26 Uhr)
@den Verfasser des Artikels:
Zitat: "...Mit seinen langen, dunklen Haaren, dem Vollbart, der Schramme unter dem rechten Auge und den auf den Rücken gefesselten Armen gleicht er einem Gekreuzigten, geschunden und erschöpft vom langen Kampf..."
.
Was soll diese Lobhudelei? Geht's noch?
nightmare_online (22.04.2009, 12:23 Uhr)
Treffen der Vollpfosten ...
scheint mir heute auf Stern-Online zu sein.
Die Realität ist nämlich folgende: In diesem Land leben ein paar Millionen Muslime. Seit Jahrzehnten. Und - putzigerweise - rennen die gar nicht zu tausenden durch die Strassen und sprengen sich in die Luft oder sowas.
Aber weil die Vollpfosten nach dem Wegfall des Feinbildes Kommunismus einen neues Feindbild brauchten, sind das neuerdings alles irgendwie potentielle Terroristen.
Aber für mich stellt sich eine wesentlich relevantere Frage: Gibt es eine Relation zwischen Zimmertemperatur, IQ und den islamophoben Beiträge hier?
Malt (22.04.2009, 11:47 Uhr)
@Huxley82
Du schreibst ja normalerweise recht reflektiert, aber wenn du das " Die Israelische Armee hat vor jedem Angriff per Flugblatt die Ziele angegeben" tatsächlich glaubst, dann tut's mir leid und ich habe mich wohl doch in dir getäuscht. Und jetzt erklär mir mal bitte, da du ja anscheinend im Gazastreifen unterwegs warst zu der Zeit (nehm ich jetzt mal an aufgrund deiner Behauptungen) wie man, wenn man mit Phosphorgeschossen aus Panzern in ein so eng bebautes Gebite wie Gaza schießt, vorher bekanntgeben will, welches der Gebäude dort niederbrennt? DAS wäre mal wirklich interessant!
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