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29. Oktober 2003, 15:39 Uhr

Unter Kinderschändern

Das Geschäft mit der Kinderpornografie boomt vor allem in den Tauschbörsen des Internet. Nach Erkenntnissen von "Innocence in Danger", einer internationalen Organisation gegen Kindesmissbrauch, waren 2001 etwa 70000 Internetseiten mit pädophil-kriminellen Inhalten im Netz, 2002 waren es bereits 182000. Rund 4500 Chat-Rooms, in denen mit kinderpornografischen Fotos und Filmen gehandelt wird, seien bekannt. Laut Interpol wurden damit bislang weltweit 17 Milliarden Euro umgesetzt.

Zum bislang größten Schlag gegen die Verbreitung von Kinderpornografie holte die deutsche Polizei erst vor ein paar Wochen aus. Ende September durchsuchten insgesamt 1500 Beamte in allen 16 Bundesländern 502 Privatwohnungen und Geschäftsräume. Beschlagnahmt wurden 745 Computer, 35 500 CDs, 8300 Disketten und 5800 Videos. 530 Bundesbürger stehen seitdem im Verdacht, kinderpornografische Schriften und Bilder aus dem Internet besessen und in zahlreichen Fällen selbst verbreitet zu haben. Das jüngste Opfer war vier Monate alt.

Pädophile gibt es in allen Gesellschaftsschichten. In der deutschen Pädo-Szene habe ich Sozialhilfeempfänger und Mathematiker kennen gelernt, Lehrer und Ärzte, Erzieher und Sporttrainer. Nicht zufällig ist sicher der hohe Anteil an Berufen, die mit Kindern zu tun haben. Die Vorlieben der Pädophilen - Frauen sind überaus selten in der Szene - reichen vom Mädchen, das fünf oder sechs ist (in Ausnahmefällen Neunjährige), bis hin zu Jungs, die sechs, neun oder auch mal zwölf, dreizehn Jahre alt sind. In der Regel allerdings endet eine pädo-sexuelle Beziehung, wenn der oder die Kleine "hormonell verseucht" (Szene-Jargon) ist. Das heißt: wenn erste Anzeichen der Pubertät, etwa eine Behaarung, sichtbar werden. Wer so gestrickt ist, gilt bei Fachleuten als "kernpädophil", in der Szene als normal. Denn nur die Schwulen machen in der Regel Kompromisse nach oben hin - "Girllover" oder Kernpädophile nie.

 
 
 
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