Pädophile haben keinerlei Interesse an erwachsenen Frauen oder Männern. Konrad bringt es auf den Punkt: "Da können im Schwimmbad noch so tolle Mädchen oder Frauen vorbei laufen, die würdigst du mit keinem Blick, aber sobald da so ein Knabe auftaucht ?" Konrad ist "Boylover" und beschreibt seinen "Typ" so: "Ein schlanker, toller Junge, eine tolle Beule in der Hose, ganz aufregend. Die Figur, die ich bevorzuge: lange, schöne Schenkel, schlank, nicht dünn, und einen süßen Knackarsch."
Es gilt als normal in Pädo-Kreisen, dass "Girllover", also Männer, die sexuell ausnahmslos an Mädchen interessiert sind, sich in der Regel jüngere Kinder aussuchen als die so genannten BLs, die "Boylover". Die werben Jungs oft erst mit sieben oder acht Jahren an - und behalten sie mitunter auch bis zum elften oder zwölften Lebensjahr, mithin bis zur Pubertät.
Pädokriminellen, die Kleinstkinder bevorzugen, "ist das Geschlecht zunächst egal - diese Täter scheinen an einem bestimmten Alter interessiert zu sein, nicht an einem bestimmten Geschlecht", sagt Richard Karl Mörbel, Leitender Kriminaldirektor im Bundeskriminalamt.
Erst kürzlich konnte ein 19-jähriger Mann verhaftet werden, der aus Osteuropa stammt und in der Kinderbetreuung des Studentenwerkes an einer süddeutschen Uni arbeitete. "Die Kollegen vom FBI hatten uns auf kinderpornografisches Material aufmerksam gemacht, das sich in Deutschland befinden müsse", berichtet Mörbel, "unsere Nachforschungen haben ergeben, dass dieses Material über einen Rechner an einer süddeutschen Uni eingespielt wurde." Jetzt sitzt der Kinderbetreuer in U-Haft und wird wegen Verbreitung kinderpornografischen Materials in 32 Fällen angeklagt. Der Mann arbeitete zuvor in einem Waisenhaus und wollte demnächst nach Holland in ein Kinderheim. "Er hat eingeräumt", sagt Mörbel, "sexuelle Gefühle empfunden zu haben beim Anfassen und Wickeln von Babys." Die Zahl solcher Täter steigt. "Man könnte das etwas sarkastisch als einen Trend zum Wickeltisch bezeichnen."
"Babylover" trifft man selten in der Pädo-Szene, sie halten sich meist bedeckt. Ausnahmen bestätigen die Regel: Axel B. hat lange Zeit die Berliner "Selbsthilfegruppe" besucht, sagt, er könne sich stundenlang "Videos mit ein- bis fünfjährigen kleinen Würmern anschauen". Bekennende "Babylover" werden zwar misstrauisch beäugt, aber akzeptiert in den örtlichen Gruppen. Ein Berliner sagt: "Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen schmeißen - also jedem das Seine."